Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 8. Berlin, 1849.

Bild:
<< vorherige Seite

Buch III. Herrschaft der Rechtsregeln. Kap. I. Örtliche Gränzen.
an diesen Gerichtsstand gebunden, wenn er sich an einem
solchen Orte antreffen läßt.

§. 372.
III. Obligationenrecht. Örtliches Recht.

Die Lehre vom Gerichtsstande der Obligation ist bisher
deshalb so genau in ihren Einzelheiten dargestellt worden
(§ 370. 371), weil sie allein einen sicheren Halt gewährt
für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren
örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen
Bestimmungen des Römischen Rechts eigentlich ganz fehlt.
Gerade hier ist der innere Zusammenhang zwischen dem
Gerichtsstand und dem örtlichen Recht eben so ergiebig und
fruchtbar, als wohl begründet, indem dieselbe präsumtive
Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm
den Gerichtsstand bestimmt, auch für das anwendbare ört-
liche Recht als bestimmend anerkannt werden muß (a).

Ich nehme die ganze Reihe praktischer Regeln, wie sie
oben für den Gerichtsstand aufgestellt worden sind, ohne
Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare
örtliche Recht an (§ 370). Dasselbe ist also, je nach
Verschiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu
führen (S. 226. 227).


(a) Auch Eichhorn deutsches
Recht § 37 b wendet die von dem
Gerichtsstand redenden Stellen des
Römischen Rechts unmittelbar auf
das örtliche Recht an.

Buch III. Herrſchaft der Rechtsregeln. Kap. I. Örtliche Gränzen.
an dieſen Gerichtsſtand gebunden, wenn er ſich an einem
ſolchen Orte antreffen läßt.

§. 372.
III. Obligationenrecht. Örtliches Recht.

Die Lehre vom Gerichtsſtande der Obligation iſt bisher
deshalb ſo genau in ihren Einzelheiten dargeſtellt worden
(§ 370. 371), weil ſie allein einen ſicheren Halt gewährt
für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren
örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen
Beſtimmungen des Römiſchen Rechts eigentlich ganz fehlt.
Gerade hier iſt der innere Zuſammenhang zwiſchen dem
Gerichtsſtand und dem örtlichen Recht eben ſo ergiebig und
fruchtbar, als wohl begründet, indem dieſelbe präſumtive
Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm
den Gerichtsſtand beſtimmt, auch für das anwendbare ört-
liche Recht als beſtimmend anerkannt werden muß (a).

Ich nehme die ganze Reihe praktiſcher Regeln, wie ſie
oben für den Gerichtsſtand aufgeſtellt worden ſind, ohne
Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare
örtliche Recht an (§ 370). Daſſelbe iſt alſo, je nach
Verſchiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu
führen (S. 226. 227).


(a) Auch Eichhorn deutſches
Recht § 37 b wendet die von dem
Gerichtsſtand redenden Stellen des
Römiſchen Rechts unmittelbar auf
das örtliche Recht an.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0268" n="246"/><fw place="top" type="header">Buch <hi rendition="#aq">III.</hi> Herr&#x017F;chaft der Rechtsregeln. Kap. <hi rendition="#aq">I.</hi> Örtliche Gränzen.</fw><lb/>
an die&#x017F;en Gerichts&#x017F;tand gebunden, wenn er &#x017F;ich an einem<lb/>
&#x017F;olchen Orte antreffen läßt.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 372.<lb/><hi rendition="#aq">III.</hi> <hi rendition="#g">Obligationenrecht. Örtliches Recht</hi>.</head><lb/>
            <p>Die Lehre vom Gerichts&#x017F;tande der Obligation i&#x017F;t bisher<lb/>
deshalb &#x017F;o genau in ihren Einzelheiten darge&#x017F;tellt worden<lb/>
(§ 370. 371), weil &#x017F;ie allein einen &#x017F;icheren Halt gewährt<lb/>
für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren<lb/>
örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen<lb/>
Be&#x017F;timmungen des Römi&#x017F;chen Rechts eigentlich ganz fehlt.<lb/>
Gerade hier i&#x017F;t der innere Zu&#x017F;ammenhang zwi&#x017F;chen dem<lb/>
Gerichts&#x017F;tand und dem örtlichen Recht eben &#x017F;o ergiebig und<lb/>
fruchtbar, als wohl begründet, indem die&#x017F;elbe prä&#x017F;umtive<lb/>
Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm<lb/>
den Gerichts&#x017F;tand be&#x017F;timmt, auch für das anwendbare ört-<lb/>
liche Recht als be&#x017F;timmend anerkannt werden muß <note place="foot" n="(a)">Auch <hi rendition="#g">Eichhorn</hi> deut&#x017F;ches<lb/>
Recht § 37 <hi rendition="#aq">b</hi> wendet die von dem<lb/>
Gerichts&#x017F;tand redenden Stellen des<lb/>
Römi&#x017F;chen Rechts unmittelbar auf<lb/>
das örtliche Recht an.</note>.</p><lb/>
            <p>Ich nehme die ganze Reihe prakti&#x017F;cher Regeln, wie &#x017F;ie<lb/>
oben für den Gerichts&#x017F;tand aufge&#x017F;tellt worden &#x017F;ind, ohne<lb/>
Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare<lb/>
örtliche Recht an (§ 370). Da&#x017F;&#x017F;elbe i&#x017F;t al&#x017F;o, je nach<lb/>
Ver&#x017F;chiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu<lb/>
führen (S. 226. 227).</p><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[246/0268] Buch III. Herrſchaft der Rechtsregeln. Kap. I. Örtliche Gränzen. an dieſen Gerichtsſtand gebunden, wenn er ſich an einem ſolchen Orte antreffen läßt. §. 372. III. Obligationenrecht. Örtliches Recht. Die Lehre vom Gerichtsſtande der Obligation iſt bisher deshalb ſo genau in ihren Einzelheiten dargeſtellt worden (§ 370. 371), weil ſie allein einen ſicheren Halt gewährt für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen Beſtimmungen des Römiſchen Rechts eigentlich ganz fehlt. Gerade hier iſt der innere Zuſammenhang zwiſchen dem Gerichtsſtand und dem örtlichen Recht eben ſo ergiebig und fruchtbar, als wohl begründet, indem dieſelbe präſumtive Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm den Gerichtsſtand beſtimmt, auch für das anwendbare ört- liche Recht als beſtimmend anerkannt werden muß (a). Ich nehme die ganze Reihe praktiſcher Regeln, wie ſie oben für den Gerichtsſtand aufgeſtellt worden ſind, ohne Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare örtliche Recht an (§ 370). Daſſelbe iſt alſo, je nach Verſchiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu führen (S. 226. 227). (a) Auch Eichhorn deutſches Recht § 37 b wendet die von dem Gerichtsſtand redenden Stellen des Römiſchen Rechts unmittelbar auf das örtliche Recht an.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system08_1849
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system08_1849/268
Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 8. Berlin, 1849, S. 246. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system08_1849/268>, abgerufen am 13.08.2020.