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Schleicher, August: Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen. Bd. 1. Weimar, 1861.

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Indogerm. ursprache. Conson. m; r. Altindisch. Conson.
bildenden elementen ist n häufig, z. b. par-na-s (plenus; part.
praet. pass.), ak-man-s (lapis), gna-man (nomen), bhara-nti (fe-
runt) u. s. f.

2. m; wurz. ma, ma-n (metiri, cogitare) dazu man-as (mens)
und ma-tar-s (genitrix, mater), wurz. mar (mori), wurz. smar
(meminisse), wurz. vam (vomere); häufig in wortbildungselemen-
ten, z. b. varka-m (acc. sg.); ai-mi, i-masi (eo, imus, 1. sg. plur.
praes.) u. s. f.; in stambildungselementen, z. b. ghar-ma-s
(calidus, calor), gna-man (nomen).

§. 121.

r; wurz. rak (clamare), wurz. ruk (lucere), wurz. rik (lin-
quere), wurz. righ (lingere), wurz. rudh (rubere), raghu-s (levis),
wurz. kru (audire), wurz. bhar (ferre), wurz. ar (ire, oriri; arare),
wurz. par (implere); auch in stambildenden elementen, z. b.
suffix ra, rudh-ra-s (ruber), suffix tar, bhra-tar, ma-tar u. a.,
nicht aber in wortbildenden suffixen.

§. 122.
Consonanten des altindischen (Sanskrit)*).

Die physiologisch an geordnete übersicht der altindischen
consonanten gibt §. 4. Eben daselbst ist über die außsprache
der selben gehandelt.

So ursprünglich im ganzen der vocalismus des altindischen
ist, so vilfach mit späteren elementen versezt ist der conso-
nantismus des selben. Daher stamt jene große anzal consonan-
tischer laute, welche sich in diser weise in keiner andern in-
dogermanischen sprache wider findet.

Ursprünglich sind im altindischen die momentanen nicht
aspirierten stummen und tönenden consonanten und die tönenden
aspiraten gutturaler, dentaler und labialer qualität, also k, t,
p; g, d, b (?); gh, dh, bh; ferner die spiranten j, s, v, und
sodann n, m, r. Das altindische besizt also noch die sämtlichen

*) Zu den grammatischen hilfsmitteln für das altindische ist wärend
des druckes hinzu gekommen: Fr. Bopp, kritische Grammatik der Sans-
kritasprache in kürzerer Fassung. Dritte, umgearbeite und vermehrte Aus-
gabe. Erste Hälfte. Berlin 1861. Dise neue außgabe bietet die accente
und berüksichtigt die ältere sprache des Veda.

Indogerm. ursprache. Conson. m; r. Altindisch. Conson.
bildenden elementen ist n häufig, z. b. par-na-s (plenus; part.
praet. pass.), ak-man-s (lapis), gnâ-man (nomen), bhara-nti (fe-
runt) u. s. f.

2. m; wurz. ma, ma-n (metiri, cogitare) dazu man-as (mens)
und mâ-tar-s (genitrix, mater), wurz. mar (mori), wurz. smar
(meminisse), wurz. vam (vomere); häufig in wortbildungselemen-
ten, z. b. varka-m (acc. sg.); ai-mi, i-masi (eo, imus, 1. sg. plur.
praes.) u. s. f.; in stambildungselementen, z. b. ghar-ma-s
(calidus, calor), gnâ-man (nomen).

§. 121.

r; wurz. rak (clamare), wurz. ruk (lucere), wurz. rik (lin-
quere), wurz. righ (lingere), wurz. rudh (rubere), raghu-s (levis),
wurz. kru (audire), wurz. bhar (ferre), wurz. ar (ire, oriri; arare),
wurz. par (implere); auch in stambildenden elementen, z. b.
suffix ra, rudh-ra-s (ruber), suffix tar, bhrâ-tar, mâ-tar u. a.,
nicht aber in wortbildenden suffixen.

§. 122.
Consonanten des altindischen (Sanskrit)*).

Die physiologisch an geordnete übersicht der altindischen
consonanten gibt §. 4. Eben daselbst ist über die außsprache
der selben gehandelt.

So ursprünglich im ganzen der vocalismus des altindischen
ist, so vilfach mit späteren elementen versezt ist der conso-
nantismus des selben. Daher stamt jene große anzal consonan-
tischer laute, welche sich in diser weise in keiner andern in-
dogermanischen sprache wider findet.

Ursprünglich sind im altindischen die momentanen nicht
aspirierten stummen und tönenden consonanten und die tönenden
aspiraten gutturaler, dentaler und labialer qualität, also k, t,
p; g, d, b (?); gh, dh, bh; ferner die spiranten j, s, v, und
sodann n, m, r. Das altindische besizt also noch die sämtlichen

*) Zu den grammatischen hilfsmitteln für das altindische ist wärend
des druckes hinzu gekommen: Fr. Bopp, kritische Grammatik der Sans-
kritasprache in kürzerer Fassung. Dritte, umgearbeite und vermehrte Aus-
gabe. Erste Hälfte. Berlin 1861. Dise neue außgabe bietet die accente
und berüksichtigt die ältere sprache des Vêda.
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[140/0154] Indogerm. ursprache. Conson. m; r. Altindisch. Conson. bildenden elementen ist n häufig, z. b. par-na-s (plenus; part. praet. pass.), ak-man-s (lapis), gnâ-man (nomen), bhara-nti (fe- runt) u. s. f. 2. m; wurz. ma, ma-n (metiri, cogitare) dazu man-as (mens) und mâ-tar-s (genitrix, mater), wurz. mar (mori), wurz. smar (meminisse), wurz. vam (vomere); häufig in wortbildungselemen- ten, z. b. varka-m (acc. sg.); ai-mi, i-masi (eo, imus, 1. sg. plur. praes.) u. s. f.; in stambildungselementen, z. b. ghar-ma-s (calidus, calor), gnâ-man (nomen). r; wurz. rak (clamare), wurz. ruk (lucere), wurz. rik (lin- quere), wurz. righ (lingere), wurz. rudh (rubere), raghu-s (levis), wurz. kru (audire), wurz. bhar (ferre), wurz. ar (ire, oriri; arare), wurz. par (implere); auch in stambildenden elementen, z. b. suffix ra, rudh-ra-s (ruber), suffix tar, bhrâ-tar, mâ-tar u. a., nicht aber in wortbildenden suffixen. Consonanten des altindischen (Sanskrit) *). Die physiologisch an geordnete übersicht der altindischen consonanten gibt §. 4. Eben daselbst ist über die außsprache der selben gehandelt. So ursprünglich im ganzen der vocalismus des altindischen ist, so vilfach mit späteren elementen versezt ist der conso- nantismus des selben. Daher stamt jene große anzal consonan- tischer laute, welche sich in diser weise in keiner andern in- dogermanischen sprache wider findet. Ursprünglich sind im altindischen die momentanen nicht aspirierten stummen und tönenden consonanten und die tönenden aspiraten gutturaler, dentaler und labialer qualität, also k, t, p; g, d, b (?); gh, dh, bh; ferner die spiranten j, s, v, und sodann n, m, r. Das altindische besizt also noch die sämtlichen *) Zu den grammatischen hilfsmitteln für das altindische ist wärend des druckes hinzu gekommen: Fr. Bopp, kritische Grammatik der Sans- kritasprache in kürzerer Fassung. Dritte, umgearbeite und vermehrte Aus- gabe. Erste Hälfte. Berlin 1861. Dise neue außgabe bietet die accente und berüksichtigt die ältere sprache des Vêda.

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Zitationshilfe: Schleicher, August: Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen. Bd. 1. Weimar, 1861, S. 140. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schleicher_indogermanische01_1861/154>, abgerufen am 22.04.2019.