Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schleicher, August: Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen. Bd. 1. Weimar, 1861.

Bild:
<< vorherige Seite
Griechisch. Übersicht der laute.
Altgriechisch.§. 30.
Übersicht der laute des altgriechischen*).
[Tabelle]

In die tabelle sind nur die einfachen laute auf genommen.

z ist ein consonantischer diphthong, nämlich d mit dem
tönenden dentalen spiranten, d. h. z der Slawen oder Franzo-
sen (ps, x sind zeichen für zwei laute, für ps, ks). Vocalische
diphthonge sind ai, ei, oi; au, eu, ou (nach älterer außsprache);
ui; ferner a, e, o (nach älterer außsprache, bei welcher das i
noch gehört ward); au (etwa in worten wie graus neben greus,
in der außsprache villeicht von au mit kurzem a geschiden),
eu
, ou.

Anm. u ward in einer älteren sprachepoche wie u gesprochen, in
der classischen zeit aber bereits wie y, ü; ou war in der älte-
ren sprache der echte diphthong ou, in der classischen zeit aber
hatte es bereits die geltung von au, wie ja auch in andern spra-
chen, z. b. im französischen, das ältere ou zu au ward, wärend
die schrift die frühere lautstufe fest hält.
Das altgriechische nach art des neugriechischen auß zu spre-
chen, ist ein feler, der auf volständiger unkentnis der sprachen-
geschlichte und der lautlere überhaupt beruht.
*) Georg curtius, Grundzüge der griechischen etymologie. I. Lpz.
1858 (Wilh. Christ, Grundzüge der griechischen Lautlehre, Lpz. 1859,
enthält zu vil unrichtiges, vgl. die anzeige von Leo Meyer in Gött. gel.
A. 1860, stück 34 -- 36, pg. 340 flgg. und von Georg Curtius im liter.
Centralblatt 1860, nr. 24 pg. 381). Leo Meyer, die griechisch-lateini-
schen vocale in Benfeys Orient und Occident, I, pg. 55 -- 116 (nicht frei
von künen zusammenstellungen) als probe eines größeren werkes: Verglei-
chende Beschreibung der griechischen und lateinischen Sprache. Berlin.
Griechisch. Übersicht der laute.
Altgriechisch.§. 30.
Übersicht der laute des altgriechischen*).
[Tabelle]

In die tabelle sind nur die einfachen laute auf genommen.

ζ ist ein consonantischer diphthong, nämlich d mit dem
tönenden dentalen spiranten, d. h. z der Slawen oder Franzo-
sen , ξ sind zeichen für zwei laute, für πσ, ϰσ). Vocalische
diphthonge sind αι, ει, οι; αυ, ευ, ου (nach älterer außsprache);
υι; ferner , , (nach älterer außsprache, bei welcher das ι
noch gehört ward); ᾱυ (etwa in worten wie γϱαῦς neben γϱηῦς,
in der außsprache villeicht von αυ mit kurzem α geschiden),
ηυ
, ωυ.

Anm. υ ward in einer älteren sprachepoche wie u gesprochen, in
der classischen zeit aber bereits wie y, ü; ου war in der älte-
ren sprache der echte diphthong ou, in der classischen zeit aber
hatte es bereits die geltung von û, wie ja auch in andern spra-
chen, z. b. im französischen, das ältere ou zu û ward, wärend
die schrift die frühere lautstufe fest hält.
Das altgriechische nach art des neugriechischen auß zu spre-
chen, ist ein feler, der auf volständiger unkentnis der sprachen-
geschlichte und der lautlere überhaupt beruht.
*) Georg curtius, Grundzüge der griechischen etymologie. I. Lpz.
1858 (Wilh. Christ, Grundzüge der griechischen Lautlehre, Lpz. 1859,
enthält zu vil unrichtiges, vgl. die anzeige von Leo Meyer in Gött. gel.
A. 1860, stück 34 — 36, pg. 340 flgg. und von Georg Curtius im liter.
Centralblatt 1860, nr. 24 pg. 381). Leo Meyer, die griechisch-lateini-
schen vocale in Benfeys Orient und Occident, I, pg. 55 — 116 (nicht frei
von künen zusammenstellungen) als probe eines größeren werkes: Verglei-
chende Beschreibung der griechischen und lateinischen Sprache. Berlin.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0060" n="46"/>
            <fw place="top" type="header">Griechisch. Übersicht der laute.</fw><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">Altgriechisch.</hi> </head>
              <note place="left">§. 30.</note><lb/>
              <div n="5">
                <head>Übersicht der laute des altgriechischen<note place="foot" n="*)"><hi rendition="#g">Georg curtius</hi>, Grundzüge der griechischen etymologie. I. Lpz.<lb/>
1858 (<hi rendition="#g">Wilh. Christ</hi>, Grundzüge der griechischen Lautlehre, Lpz. 1859,<lb/>
enthält zu vil unrichtiges, vgl. die anzeige von <hi rendition="#g">Leo Meyer</hi> in Gött. gel.<lb/>
A. 1860, stück 34 &#x2014; 36, pg. 340 flgg. und von <hi rendition="#g">Georg Curtius</hi> im liter.<lb/>
Centralblatt 1860, nr. 24 pg. 381). <hi rendition="#g">Leo Meyer</hi>, die griechisch-lateini-<lb/>
schen vocale in Benfeys Orient und Occident, I, pg. 55 &#x2014; 116 (nicht frei<lb/>
von künen zusammenstellungen) als probe eines größeren werkes: Verglei-<lb/>
chende Beschreibung der griechischen und lateinischen Sprache. Berlin.</note>.</head><lb/>
                <table>
                  <row>
                    <cell/>
                  </row>
                </table>
                <p>In die tabelle sind nur die einfachen laute auf genommen.</p><lb/>
                <p><hi rendition="#i">&#x03B6;</hi> ist ein consonantischer diphthong, nämlich <hi rendition="#i">d</hi> mit dem<lb/>
tönenden dentalen spiranten, d. h. <hi rendition="#i">z</hi> der Slawen oder Franzo-<lb/>
sen <hi rendition="#i">(&#x03C8;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03BE;</hi> sind zeichen für zwei laute, für <hi rendition="#i">&#x03C0;&#x03C3;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03F0;&#x03C3;)</hi>. Vocalische<lb/>
diphthonge sind <hi rendition="#i">&#x03B1;&#x03B9;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03B5;&#x03B9;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03BF;&#x03B9;; &#x03B1;&#x03C5;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03B5;&#x03C5;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03BF;&#x03C5;</hi> (nach älterer außsprache);<lb/><hi rendition="#i">&#x03C5;&#x03B9;;</hi> ferner <hi rendition="#i">&#x1FB3;</hi>, <hi rendition="#i">&#x1FC3;</hi>, <hi rendition="#i">&#x1FF3;</hi> (nach älterer außsprache, bei welcher das <hi rendition="#i">&#x03B9;</hi><lb/>
noch gehört ward); <hi rendition="#i">&#x1FB1;&#x03C5;</hi> (etwa in worten wie <hi rendition="#i">&#x03B3;&#x03F1;&#x03B1;&#x1FE6;&#x03C2;</hi> neben <hi rendition="#i">&#x03B3;&#x03F1;&#x03B7;&#x1FE6;&#x03C2;</hi>,<lb/>
in der außsprache villeicht von <hi rendition="#i">&#x03B1;&#x03C5;</hi> mit kurzem <hi rendition="#i">&#x03B1;</hi> geschiden)<hi rendition="#i">,<lb/>
&#x03B7;&#x03C5;</hi>, <hi rendition="#i">&#x03C9;&#x03C5;</hi>.</p><lb/>
                <list>
                  <item><hi rendition="#g">Anm</hi>. <hi rendition="#i">&#x03C5;</hi> ward in einer älteren sprachepoche wie <hi rendition="#i">u</hi> gesprochen, in<lb/>
der classischen zeit aber bereits wie <hi rendition="#i">y</hi>, <hi rendition="#i">ü; &#x03BF;&#x03C5;</hi> war in der älte-<lb/>
ren sprache der echte diphthong <hi rendition="#i">ou,</hi> in der classischen zeit aber<lb/>
hatte es bereits die geltung von <hi rendition="#i">û,</hi> wie ja auch in andern spra-<lb/>
chen, z. b. im französischen, das ältere <hi rendition="#i">ou</hi> zu <hi rendition="#i">û</hi> ward, wärend<lb/>
die schrift die frühere lautstufe fest hält.<lb/><hi rendition="#et">Das altgriechische nach art des neugriechischen auß zu spre-<lb/>
chen, ist ein feler, der auf volständiger unkentnis der sprachen-<lb/>
geschlichte und der lautlere überhaupt beruht.</hi></item>
                </list><lb/>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[46/0060] Griechisch. Übersicht der laute. Altgriechisch. Übersicht der laute des altgriechischen *). In die tabelle sind nur die einfachen laute auf genommen. ζ ist ein consonantischer diphthong, nämlich d mit dem tönenden dentalen spiranten, d. h. z der Slawen oder Franzo- sen (ψ, ξ sind zeichen für zwei laute, für πσ, ϰσ). Vocalische diphthonge sind αι, ει, οι; αυ, ευ, ου (nach älterer außsprache); υι; ferner ᾳ, ῃ, ῳ (nach älterer außsprache, bei welcher das ι noch gehört ward); ᾱυ (etwa in worten wie γϱαῦς neben γϱηῦς, in der außsprache villeicht von αυ mit kurzem α geschiden), ηυ, ωυ. Anm. υ ward in einer älteren sprachepoche wie u gesprochen, in der classischen zeit aber bereits wie y, ü; ου war in der älte- ren sprache der echte diphthong ou, in der classischen zeit aber hatte es bereits die geltung von û, wie ja auch in andern spra- chen, z. b. im französischen, das ältere ou zu û ward, wärend die schrift die frühere lautstufe fest hält. Das altgriechische nach art des neugriechischen auß zu spre- chen, ist ein feler, der auf volständiger unkentnis der sprachen- geschlichte und der lautlere überhaupt beruht. *) Georg curtius, Grundzüge der griechischen etymologie. I. Lpz. 1858 (Wilh. Christ, Grundzüge der griechischen Lautlehre, Lpz. 1859, enthält zu vil unrichtiges, vgl. die anzeige von Leo Meyer in Gött. gel. A. 1860, stück 34 — 36, pg. 340 flgg. und von Georg Curtius im liter. Centralblatt 1860, nr. 24 pg. 381). Leo Meyer, die griechisch-lateini- schen vocale in Benfeys Orient und Occident, I, pg. 55 — 116 (nicht frei von künen zusammenstellungen) als probe eines größeren werkes: Verglei- chende Beschreibung der griechischen und lateinischen Sprache. Berlin.

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schleicher_indogermanische01_1861
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schleicher_indogermanische01_1861/60
Zitationshilfe: Schleicher, August: Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen. Bd. 1. Weimar, 1861, S. 46. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schleicher_indogermanische01_1861/60>, abgerufen am 22.04.2019.