Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schoch, Johann Georg: Comoedia Vom Studenten-Leben. Leipzig, 1658.

Bild:
<< vorherige Seite
Jch halte/ einer dürfft noch wol mehr solche reiche
Kauffleute finden. Die Esel wissen ein Theil nicht
wie sie gute arme Kerl neben sich gnugsam verach-
ten sollen/ und lauffen hernacher zum Thore hin-
aus. Sie prahlen und prachen schrecklich/ käuffen
grosse Häuser und Güter mit ander Leut Gelde/
und ist nicht einmal ihre. Aber das ist der Hen-
cker/ daß es nur so ein klein Weilgen wehret/ und
habe ihrer mein Tage schon gar zuviel gesehen. Jch
muß doch gehen/ und sehen/ was Floretto guts in
seiner neuen Stuben machet.
Der Fünfften Handlung.
Siebender Auffzug.
Amandus, Pickelh. etzliche Stud.
Amandus ist auff dem Theatro bereit eine
halbe Meile/ es begleiten ihn etzliche gute Freunde/
nehmen sehnlichen Abschied von einander und trin-
cken noch kniende Gesundheiten. Amandus ge-
segnet sich von allen ab. Zuletzt spricht Er zu Pickel-
hering:

Vnd du Pickelh gehab dich auch wol/ ich be-
dancke mich für treugeleistete Dienste/ und thue
nur wie ich dir befohlen/ sage zu den Creditoren,
ich hette nicht länger in der Stadt warten dürffen/
sie solten sich gedulden/ und an die Meinen schrei-
ben/ sie solten alle befriediget werden.

(Gehen ab)
Der
Jch halte/ einer duͤrfft noch wol mehr ſolche reiche
Kauffleute finden. Die Eſel wiſſen ein Theil nicht
wie ſie gute arme Kerl neben ſich gnugſam verach-
ten ſollen/ und lauffen hernacher zum Thore hin-
aus. Sie prahlen und prachen ſchrecklich/ kaͤuffen
groſſe Haͤuſer und Guͤter mit ander Leut Gelde/
und iſt nicht einmal ihre. Aber das iſt der Hen-
cker/ daß es nur ſo ein klein Weilgen wehret/ und
habe ihrer mein Tage ſchon gar zuviel geſehen. Jch
muß doch gehen/ und ſehen/ was Floretto guts in
ſeiner neuen Stuben machet.
Der Fuͤnfften Handlung.
Siebender Auffzug.
Amandus, Pickelh. etzliche Stud.
Amandus iſt auff dem Theatro bereit eine
halbe Meile/ es begleiten ihn etzliche gute Freunde/
nehmen ſehnlichen Abſchied von einander und trin-
cken noch kniende Geſundheiten. Amandus ge-
ſegnet ſich von allen ab. Zuletzt ſpricht Er zu Pickel-
hering:

Vnd du Pickelh gehab dich auch wol/ ich be-
dancke mich fuͤr treugeleiſtete Dienſte/ und thue
nur wie ich dir befohlen/ ſage zu den Creditoren,
ich hette nicht laͤnger in der Stadt warten duͤrffen/
ſie ſolten ſich gedulden/ und an die Meinen ſchrei-
ben/ ſie ſolten alle befriediget werden.

(Gehen ab)
Der
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <sp who="#PIC">
            <p><pb facs="#f0178"/>
Jch halte/ einer du&#x0364;rfft noch wol mehr &#x017F;olche reiche<lb/>
Kauffleute finden. Die E&#x017F;el wi&#x017F;&#x017F;en ein Theil nicht<lb/>
wie &#x017F;ie gute arme Kerl neben &#x017F;ich gnug&#x017F;am verach-<lb/>
ten &#x017F;ollen/ und lauffen hernacher zum Thore hin-<lb/>
aus. Sie prahlen und prachen &#x017F;chrecklich/ ka&#x0364;uffen<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;e Ha&#x0364;u&#x017F;er und Gu&#x0364;ter mit ander Leut Gelde/<lb/>
und i&#x017F;t nicht einmal ihre. Aber das i&#x017F;t der Hen-<lb/>
cker/ daß es nur &#x017F;o ein klein Weilgen wehret/ und<lb/>
habe ihrer mein Tage &#x017F;chon gar zuviel ge&#x017F;ehen. Jch<lb/>
muß doch gehen/ und &#x017F;ehen/ was <hi rendition="#aq">Floretto</hi> guts in<lb/>
&#x017F;einer neuen Stuben machet.</p>
          </sp>
        </div>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Der Fu&#x0364;nfften Handlung.</hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#fr">Siebender Auffzug.</hi> </head><lb/>
          <stage> <hi rendition="#aq">Amandus,</hi> <hi rendition="#b">Pickelh. etzliche</hi> <hi rendition="#aq">Stud.</hi> </stage><lb/>
          <stage><hi rendition="#aq">Amandus</hi> i&#x017F;t auff dem <hi rendition="#aq">Theatro</hi> bereit eine<lb/>
halbe Meile/ es begleiten ihn etzliche gute Freunde/<lb/>
nehmen &#x017F;ehnlichen Ab&#x017F;chied von einander und trin-<lb/>
cken noch kniende Ge&#x017F;undheiten. <hi rendition="#aq">Amandus</hi> ge-<lb/>
&#x017F;egnet &#x017F;ich von allen ab. Zuletzt &#x017F;pricht Er zu Pickel-<lb/>
hering:</stage><lb/>
          <p>Vnd du Pickelh gehab dich auch wol/ ich be-<lb/>
dancke mich fu&#x0364;r treugelei&#x017F;tete Dien&#x017F;te/ und thue<lb/>
nur wie ich dir befohlen/ &#x017F;age zu den <hi rendition="#aq">Creditoren,</hi><lb/>
ich hette nicht la&#x0364;nger in der Stadt warten du&#x0364;rffen/<lb/>
&#x017F;ie &#x017F;olten &#x017F;ich gedulden/ und an die Meinen &#x017F;chrei-<lb/>
ben/ &#x017F;ie &#x017F;olten alle befriediget werden.</p>
          <stage>(Gehen ab)</stage>
        </div>
      </div><lb/>
      <fw place="bottom" type="catch">Der</fw><lb/>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0178] Jch halte/ einer duͤrfft noch wol mehr ſolche reiche Kauffleute finden. Die Eſel wiſſen ein Theil nicht wie ſie gute arme Kerl neben ſich gnugſam verach- ten ſollen/ und lauffen hernacher zum Thore hin- aus. Sie prahlen und prachen ſchrecklich/ kaͤuffen groſſe Haͤuſer und Guͤter mit ander Leut Gelde/ und iſt nicht einmal ihre. Aber das iſt der Hen- cker/ daß es nur ſo ein klein Weilgen wehret/ und habe ihrer mein Tage ſchon gar zuviel geſehen. Jch muß doch gehen/ und ſehen/ was Floretto guts in ſeiner neuen Stuben machet. Der Fuͤnfften Handlung. Siebender Auffzug. Amandus, Pickelh. etzliche Stud. Amandus iſt auff dem Theatro bereit eine halbe Meile/ es begleiten ihn etzliche gute Freunde/ nehmen ſehnlichen Abſchied von einander und trin- cken noch kniende Geſundheiten. Amandus ge- ſegnet ſich von allen ab. Zuletzt ſpricht Er zu Pickel- hering: Vnd du Pickelh gehab dich auch wol/ ich be- dancke mich fuͤr treugeleiſtete Dienſte/ und thue nur wie ich dir befohlen/ ſage zu den Creditoren, ich hette nicht laͤnger in der Stadt warten duͤrffen/ ſie ſolten ſich gedulden/ und an die Meinen ſchrei- ben/ ſie ſolten alle befriediget werden. (Gehen ab) Der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die Ausgabe von 1658 stellt einen unveränderten N… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schoch_comoedia_1658
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schoch_comoedia_1658/178
Zitationshilfe: Schoch, Johann Georg: Comoedia Vom Studenten-Leben. Leipzig, 1658, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schoch_comoedia_1658/178>, abgerufen am 22.03.2019.