Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676.

Bild:
<< vorherige Seite
Nachdenkliche Beschreibung
XCVIII.
DJs Gedonner aus der Höll/ dieser Ewig-
keiten Blitzen/
Sol dich/ O witzdummer Mensch/ thränenblu-
tig machen schwitzen/
Wan du eins nur denkest dran/ wan du lässest
nur einmahl
Dein Gedächtniß wandren hin zu der Höllen
manche Qwaal.


Dis Gedonner aus der Höll) Bricht ein Don-
ner los/ jederman erschrikt billig: Ein Gedonner deu-
tet ein ungewönliches durcheinander schallendes Don-
neren an/ vigore praepositionis Ge/ vid. Opus de L.
G. p.)
bricht dieses Donnergeknall aus der Hölle/
dieses donnerende Qwaalgethön aus der Hölle/ die-
se durchdringende Donnerstimm von der höllischen
Ewigkeit
dich durch die Ohren/ laß es doch dein Hertz/
wie einen Donner berühren/ daß es für der eitelen Sün-
de zerqwitzschet werde/ und deine Augen dadurch Thrä-
nenblutig schwitzend mache.

Dieser Ewigkeiten Blitzen) Machet der
Blitz durchscheunigsten Glantz ein Schrekken/ so doch
im Augenblikke vorbei fleucht/ wie sol das schrekliche
Anstrahlen der feurigen Ewigkeit
nicht den aller-
grausamsten Blitz veruhrsachen/ und unseren Angst-
schweiß Thränenblutig machen/ sonderlich da man es
bedenket/ wie grausamlich die Angststrahlen aus dem
Höllenfeur nacheinander ohn Aufhören daher stieben/
und ein solches wundergrausames Blitzen aus allen
Winkelen der Ewigkeit hervor sprützen.

O witz-
Nachdenkliche Beſchreibung
XCVIII.
DJs Gedonner aus der Hoͤll/ dieſer Ewig-
keiten Blitzen/
Sol dich/ O witzdummer Menſch/ thraͤnenblu-
tig machen ſchwitzen/
Wan du eins nur denkeſt dran/ wan du laͤſſeſt
nur einmahl
Dein Gedaͤchtniß wandren hin zu der Hoͤllen
manche Qwaal.


Dis Gedonner aus der Hoͤll) Bricht ein Don-
ner los/ jederman erſchrikt billig: Ein Gedonner deu-
tet ein ungewoͤnliches durcheinander ſchallendes Don-
neren an/ vigore præpoſitionis Ge/ vid. Opus de L.
G. p.)
bricht dieſes Donnergeknall aus der Hoͤlle/
dieſes donnerende Qwaalgethoͤn aus der Hoͤlle/ die-
ſe durchdringende Donnerſtimm von der hoͤlliſchen
Ewigkeit
dich durch die Ohren/ laß es doch dein Hertz/
wie einen Donner beruͤhren/ daß es fuͤr der eitelen Suͤn-
de zerqwitzſchet werde/ und deine Augen dadurch Thraͤ-
nenblutig ſchwitzend mache.

Dieſer Ewigkeiten Blitzen) Machet der
Blitz durchſcheunigſten Glantz ein Schrekken/ ſo doch
im Augenblikke vorbei fleucht/ wie ſol das ſchrekliche
Anſtrahlen der feurigen Ewigkeit
nicht den aller-
grauſamſten Blitz veruhrſachen/ und unſeren Angſt-
ſchweiß Thraͤnenblutig machen/ ſonderlich da man es
bedenket/ wie grauſamlich die Angſtſtrahlen aus dem
Hoͤllenfeur nacheinander ohn Aufhoͤren daher ſtieben/
und ein ſolches wundergrauſames Blitzen aus allen
Winkelen der Ewigkeit hervor ſpruͤtzen.

O witz-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0386" n="318"/>
      <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Nachdenkliche Be&#x017F;chreibung</hi> </fw><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g">XCVIII.</hi> </hi> </head><lb/>
        <lg type="poem">
          <l><hi rendition="#in">D</hi>Js Gedonner aus der Ho&#x0364;ll/ die&#x017F;er Ewig-</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">keiten Blitzen/</hi> </l><lb/>
          <l>Sol dich/ O witzdummer Men&#x017F;ch/ thra&#x0364;nenblu-</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">tig machen &#x017F;chwitzen/</hi> </l><lb/>
          <l>Wan du eins nur denke&#x017F;t dran/ wan du la&#x0364;&#x017F;&#x017F;e&#x017F;t</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">nur einmahl</hi> </l><lb/>
          <l>Dein Geda&#x0364;chtniß wandren hin zu der Ho&#x0364;llen</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">manche Qwaal.</hi> </l>
        </lg><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Dis Gedonner aus der Ho&#x0364;ll)</hi> Bricht ein Don-<lb/>
ner los/ jederman er&#x017F;chrikt billig: Ein <hi rendition="#fr">Gedonner</hi> deu-<lb/>
tet ein ungewo&#x0364;nliches durcheinander &#x017F;challendes Don-<lb/>
neren an/ <hi rendition="#aq">vigore præpo&#x017F;itionis</hi> <hi rendition="#fr">Ge/</hi> <hi rendition="#aq">vid. Opus de L.<lb/>
G. p.)</hi> bricht die&#x017F;es <hi rendition="#fr">Donnergeknall</hi> aus der Ho&#x0364;lle/<lb/>
die&#x017F;es <hi rendition="#fr">donnerende Qwaalgetho&#x0364;n</hi> aus der Ho&#x0364;lle/ die-<lb/>
&#x017F;e durchdringende <hi rendition="#fr">Donner&#x017F;timm von der ho&#x0364;lli&#x017F;chen<lb/>
Ewigkeit</hi> dich durch die Ohren/ laß es doch dein Hertz/<lb/>
wie einen Donner beru&#x0364;hren/ daß es fu&#x0364;r der eitelen Su&#x0364;n-<lb/>
de zerqwitz&#x017F;chet werde/ und deine Augen dadurch Thra&#x0364;-<lb/>
nenblutig &#x017F;chwitzend mache.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Die&#x017F;er Ewigkeiten Blitzen)</hi> Machet der<lb/>
Blitz durch&#x017F;cheunig&#x017F;ten Glantz ein Schrekken/ &#x017F;o doch<lb/>
im Augenblikke vorbei fleucht/ wie &#x017F;ol das <hi rendition="#fr">&#x017F;chrekliche<lb/>
An&#x017F;trahlen der feurigen Ewigkeit</hi> nicht den aller-<lb/>
grau&#x017F;am&#x017F;ten Blitz veruhr&#x017F;achen/ und un&#x017F;eren Ang&#x017F;t-<lb/>
&#x017F;chweiß Thra&#x0364;nenblutig machen/ &#x017F;onderlich da man es<lb/>
bedenket/ wie grau&#x017F;amlich die <hi rendition="#fr">Ang&#x017F;t&#x017F;trahlen</hi> aus dem<lb/>
Ho&#x0364;llenfeur nacheinander ohn Aufho&#x0364;ren daher &#x017F;tieben/<lb/>
und ein &#x017F;olches wundergrau&#x017F;ames Blitzen aus allen<lb/>
Winkelen der Ewigkeit hervor &#x017F;pru&#x0364;tzen.</p><lb/>
        <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#fr">O witz-</hi> </fw><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[318/0386] Nachdenkliche Beſchreibung XCVIII. DJs Gedonner aus der Hoͤll/ dieſer Ewig- keiten Blitzen/ Sol dich/ O witzdummer Menſch/ thraͤnenblu- tig machen ſchwitzen/ Wan du eins nur denkeſt dran/ wan du laͤſſeſt nur einmahl Dein Gedaͤchtniß wandren hin zu der Hoͤllen manche Qwaal. Dis Gedonner aus der Hoͤll) Bricht ein Don- ner los/ jederman erſchrikt billig: Ein Gedonner deu- tet ein ungewoͤnliches durcheinander ſchallendes Don- neren an/ vigore præpoſitionis Ge/ vid. Opus de L. G. p.) bricht dieſes Donnergeknall aus der Hoͤlle/ dieſes donnerende Qwaalgethoͤn aus der Hoͤlle/ die- ſe durchdringende Donnerſtimm von der hoͤlliſchen Ewigkeit dich durch die Ohren/ laß es doch dein Hertz/ wie einen Donner beruͤhren/ daß es fuͤr der eitelen Suͤn- de zerqwitzſchet werde/ und deine Augen dadurch Thraͤ- nenblutig ſchwitzend mache. Dieſer Ewigkeiten Blitzen) Machet der Blitz durchſcheunigſten Glantz ein Schrekken/ ſo doch im Augenblikke vorbei fleucht/ wie ſol das ſchrekliche Anſtrahlen der feurigen Ewigkeit nicht den aller- grauſamſten Blitz veruhrſachen/ und unſeren Angſt- ſchweiß Thraͤnenblutig machen/ ſonderlich da man es bedenket/ wie grauſamlich die Angſtſtrahlen aus dem Hoͤllenfeur nacheinander ohn Aufhoͤren daher ſtieben/ und ein ſolches wundergrauſames Blitzen aus allen Winkelen der Ewigkeit hervor ſpruͤtzen. O witz-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/386
Zitationshilfe: Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676, S. 318. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/386>, abgerufen am 16.10.2019.