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Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676.

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der Hölle und Höllischen Zustandes.
III.
BJstu aber solcher Art/ der dem Teuffel sich
ergeben/
Weder GOtt noch GOttes Wort/ weder Höll
noch ewigs Leben
Glauben kan noch glauben wil: Ei laß ligen
dieses Buch/
Bleib bei Frommen Scheusal nur/ bleib in E-
wigkeit ein Fluch.


Der dem Teuffel sich ergeben/ weder GOtt
noch GOttes Wort etc.
) Gleich wie in diesem Bu-
che nicht weniges mit Teutschen Worten wird vorge-
stellet/ welches ein Christliches Hertz/ und einen Teutschen
Leser/ der seine Seligkeit liebet/ sonderlich mit bewegen
möchte; also wird hergegen der jenige/ welcher der wah-
ren Gottliebenheit abhold/ und nur seiner Welt Klug-
heit und Einbildungs-Weißheit nachhanget/ und das
jenige/ wohin die Betrachtung seiner Unseligkeit ihn
sonst anweiset/ hönisch hält/ und im Hertzen verlachet/
wenig Lust zu Betrachtung dieser grausamen Ewigkeit
empfinden.

Offenbare Ruchlosigkeit und Gottlosigkeit/ oder
ipsum Atheismum wil man zwar von sich nicht eben ge-
saget haben/ aber die Geringschätzung der Gottselig-
keit/
Verkleisterung des wahren Christenthums/ und
nur nach Freundschaft der Welt daher leben/ solches
sol den eingebildeten Gottesdienst/ und ein gewöhnli-
ches untadeliches Staat-Wesen bei vielen heissen. Da
doch der Apostel Jacobus cap. 4. v. 4. deutlich also sagt:
Wisset ihr nicht/ daß der Welt Freundschaft GOttes
Feindschaft sei? Wer der Welt Freund seyn wil/ der wird

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der Hoͤlle und Hoͤlliſchen Zuſtandes.
III.
BJſtu aber ſolcher Art/ der dem Teuffel ſich
ergeben/
Weder GOtt noch GOttes Wort/ weder Hoͤll
noch ewigs Leben
Glauben kan noch glauben wil: Ei laß ligen
dieſes Buch/
Bleib bei Frommen Scheuſal nur/ bleib in E-
wigkeit ein Fluch.


Der dem Teuffel ſich ergeben/ weder GOtt
noch GOttes Wort ꝛc.
) Gleich wie in dieſem Bu-
che nicht weniges mit Teutſchen Worten wird vorge-
ſtellet/ welches ein Chriſtliches Hertz/ und einen Teutſchen
Leſer/ der ſeine Seligkeit liebet/ ſonderlich mit bewegen
moͤchte; alſo wird hergegen der jenige/ welcher der wah-
ren Gottliebenheit abhold/ und nur ſeiner Welt Klug-
heit und Einbildungs-Weißheit nachhanget/ und das
jenige/ wohin die Betrachtung ſeiner Unſeligkeit ihn
ſonſt anweiſet/ hoͤniſch haͤlt/ und im Hertzen verlachet/
wenig Luſt zu Betrachtung dieſer grauſamen Ewigkeit
empfinden.

Offenbare Ruchloſigkeit und Gottloſigkeit/ oder
ipſum Atheiſmum wil man zwar von ſich nicht eben ge-
ſaget haben/ aber die Geringſchaͤtzung der Gottſelig-
keit/
Verkleiſterung des wahren Chriſtenthums/ und
nur nach Freundſchaft der Welt daher leben/ ſolches
ſol den eingebildeten Gottesdienſt/ und ein gewoͤhnli-
ches untadeliches Staat-Weſen bei vielen heiſſen. Da
doch der Apoſtel Jacobus cap. 4. v. 4. deutlich alſo ſagt:
Wiſſet ihr nicht/ daß der Welt Freundſchaft GOttes
Feindſchaft ſei? Wer der Welt Freund ſeyn wil/ der wird

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[7/0075] der Hoͤlle und Hoͤlliſchen Zuſtandes. III. BJſtu aber ſolcher Art/ der dem Teuffel ſich ergeben/ Weder GOtt noch GOttes Wort/ weder Hoͤll noch ewigs Leben Glauben kan noch glauben wil: Ei laß ligen dieſes Buch/ Bleib bei Frommen Scheuſal nur/ bleib in E- wigkeit ein Fluch. Der dem Teuffel ſich ergeben/ weder GOtt noch GOttes Wort ꝛc.) Gleich wie in dieſem Bu- che nicht weniges mit Teutſchen Worten wird vorge- ſtellet/ welches ein Chriſtliches Hertz/ und einen Teutſchen Leſer/ der ſeine Seligkeit liebet/ ſonderlich mit bewegen moͤchte; alſo wird hergegen der jenige/ welcher der wah- ren Gottliebenheit abhold/ und nur ſeiner Welt Klug- heit und Einbildungs-Weißheit nachhanget/ und das jenige/ wohin die Betrachtung ſeiner Unſeligkeit ihn ſonſt anweiſet/ hoͤniſch haͤlt/ und im Hertzen verlachet/ wenig Luſt zu Betrachtung dieſer grauſamen Ewigkeit empfinden. Offenbare Ruchloſigkeit und Gottloſigkeit/ oder ipſum Atheiſmum wil man zwar von ſich nicht eben ge- ſaget haben/ aber die Geringſchaͤtzung der Gottſelig- keit/ Verkleiſterung des wahren Chriſtenthums/ und nur nach Freundſchaft der Welt daher leben/ ſolches ſol den eingebildeten Gottesdienſt/ und ein gewoͤhnli- ches untadeliches Staat-Weſen bei vielen heiſſen. Da doch der Apoſtel Jacobus cap. 4. v. 4. deutlich alſo ſagt: Wiſſet ihr nicht/ daß der Welt Freundſchaft GOttes Feindſchaft ſei? Wer der Welt Freund ſeyn wil/ der wird GOt- A iiij

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Zitationshilfe: Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676, S. 7. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/75>, abgerufen am 25.01.2020.