Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schubert, Gotthilf Heinrich: Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft. Dresden, 1808.

Bild:
<< vorherige Seite

während wenigstens die Sonnenferne das Biquadrat
dieser Zahl ist; bey Saturn ist 12,48 die Cubicwurzel
der Sonnennähe nach Sonnenhalbmessern, während
wenigstens die Sonnenferne nach eigenen, das Biqua-
drat dieser Zahl ist (genauer von 12,47). Dagegen ist
bey Uranus die Cubicwurzel der Zahl des Abstandes
nach der ersteren Weise ausgedrückt, nur wenig mehr
als 16, während die Biquadratwurzel der andren Zahl
fast 18 ist.

Von einer gewissen Seite bildet ein andres Ver-
hältniß dieser Art, das bey dreyen der 4 zuletzt ent-
deckten Planeten statt findet, zu jenem das wir bey
Jupiter, Saturn und Uranus fanden, den Uebergang.
Wir erkennen nämlich vorzüglich bey Ceres, in der Son-
nennähe nach Sonnenhalbmessern, fast die Quadratwur-
zel derselben Entfernung nach Cereshalbmessern (jene
ist 551,97 diese das Quadrat von 550,1). Eine
Annäherung an dieses Verhältniß wird auch bey Pallas
bemerkt, während dasselbe bey Juno in einem Theil
ihrer Bahn, der der mittleren Entfernung ziemlich
nahe liegt, genau statt findet. Dieses Verhältniß a
zu a2 gleicht nämlich jenem von a3 zu a4 schon dar-
in daß a in a2 eben so viel mal enthalten ist als a3
in a4, nämlich a mal.

4.

So unbedeutend jene beyläufigen Verhältnisse für
sich allein seyn würden, so wichtig und bedeutend wer-
den uns dieselben in ihrer anderweitigen Anwendung.
Es leuchtet von selber ein, daß sie auf dem Verhältniß
der beyderseitigen Halbmesser beruhen. Wenn wir
demnächst jenes erstere Verhältniß von a2 zu 2a3,

waͤhrend wenigſtens die Sonnenferne das Biquadrat
dieſer Zahl iſt; bey Saturn iſt 12,48 die Cubicwurzel
der Sonnennaͤhe nach Sonnenhalbmeſſern, waͤhrend
wenigſtens die Sonnenferne nach eigenen, das Biqua-
drat dieſer Zahl iſt (genauer von 12,47). Dagegen iſt
bey Uranus die Cubicwurzel der Zahl des Abſtandes
nach der erſteren Weiſe ausgedruͤckt, nur wenig mehr
als 16, waͤhrend die Biquadratwurzel der andren Zahl
faſt 18 iſt.

Von einer gewiſſen Seite bildet ein andres Ver-
haͤltniß dieſer Art, das bey dreyen der 4 zuletzt ent-
deckten Planeten ſtatt findet, zu jenem das wir bey
Jupiter, Saturn und Uranus fanden, den Uebergang.
Wir erkennen naͤmlich vorzuͤglich bey Ceres, in der Son-
nennaͤhe nach Sonnenhalbmeſſern, faſt die Quadratwur-
zel derſelben Entfernung nach Cereshalbmeſſern (jene
iſt 551,97 dieſe das Quadrat von 550,1). Eine
Annaͤherung an dieſes Verhaͤltniß wird auch bey Pallas
bemerkt, waͤhrend daſſelbe bey Juno in einem Theil
ihrer Bahn, der der mittleren Entfernung ziemlich
nahe liegt, genau ſtatt findet. Dieſes Verhaͤltniß a
zu a2 gleicht naͤmlich jenem von a3 zu a4 ſchon dar-
in daß a in a2 eben ſo viel mal enthalten iſt als a3
in a4, naͤmlich a mal.

4.

So unbedeutend jene beylaͤufigen Verhaͤltniſſe fuͤr
ſich allein ſeyn wuͤrden, ſo wichtig und bedeutend wer-
den uns dieſelben in ihrer anderweitigen Anwendung.
Es leuchtet von ſelber ein, daß ſie auf dem Verhaͤltniß
der beyderſeitigen Halbmeſſer beruhen. Wenn wir
demnaͤchſt jenes erſtere Verhaͤltniß von a2 zu 2a3,

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0411" n="397"/>
wa&#x0364;hrend wenig&#x017F;tens die Sonnenferne das Biquadrat<lb/>
die&#x017F;er Zahl i&#x017F;t; bey Saturn i&#x017F;t 12,<hi rendition="#sub">48</hi> die Cubicwurzel<lb/>
der Sonnenna&#x0364;he nach Sonnenhalbme&#x017F;&#x017F;ern, wa&#x0364;hrend<lb/>
wenig&#x017F;tens die Sonnenferne nach eigenen, das Biqua-<lb/>
drat die&#x017F;er Zahl i&#x017F;t (genauer von 12,<hi rendition="#sub">47</hi>). Dagegen i&#x017F;t<lb/>
bey Uranus die Cubicwurzel der Zahl des Ab&#x017F;tandes<lb/>
nach der er&#x017F;teren Wei&#x017F;e ausgedru&#x0364;ckt, nur wenig mehr<lb/>
als 16, wa&#x0364;hrend die Biquadratwurzel der andren Zahl<lb/>
fa&#x017F;t 18 i&#x017F;t.</p><lb/>
              <p>Von einer gewi&#x017F;&#x017F;en Seite bildet ein andres Ver-<lb/>
ha&#x0364;ltniß die&#x017F;er Art, das bey dreyen der 4 zuletzt ent-<lb/>
deckten Planeten &#x017F;tatt findet, zu jenem das wir bey<lb/>
Jupiter, Saturn und Uranus fanden, den Uebergang.<lb/>
Wir erkennen na&#x0364;mlich vorzu&#x0364;glich bey Ceres, in der Son-<lb/>
nenna&#x0364;he nach Sonnenhalbme&#x017F;&#x017F;ern, fa&#x017F;t die Quadratwur-<lb/>
zel der&#x017F;elben Entfernung nach Cereshalbme&#x017F;&#x017F;ern (jene<lb/>
i&#x017F;t 551,<hi rendition="#sub">97</hi> die&#x017F;e das Quadrat von 550,<hi rendition="#sub">1</hi>). Eine<lb/>
Anna&#x0364;herung an die&#x017F;es Verha&#x0364;ltniß wird auch bey Pallas<lb/>
bemerkt, wa&#x0364;hrend da&#x017F;&#x017F;elbe bey Juno in einem Theil<lb/>
ihrer Bahn, der der mittleren Entfernung ziemlich<lb/>
nahe liegt, genau &#x017F;tatt findet. Die&#x017F;es Verha&#x0364;ltniß <hi rendition="#aq">a</hi><lb/>
zu <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">2</hi> gleicht na&#x0364;mlich jenem von <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">3</hi> zu <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">4</hi> &#x017F;chon dar-<lb/>
in daß <hi rendition="#aq">a</hi> in <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">2</hi> eben &#x017F;o viel mal enthalten i&#x017F;t als <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">3</hi><lb/>
in <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">4</hi>, na&#x0364;mlich <hi rendition="#aq">a</hi> mal.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>4.</head><lb/>
              <p>So unbedeutend jene beyla&#x0364;ufigen Verha&#x0364;ltni&#x017F;&#x017F;e fu&#x0364;r<lb/>
&#x017F;ich allein &#x017F;eyn wu&#x0364;rden, &#x017F;o wichtig und bedeutend wer-<lb/>
den uns die&#x017F;elben in ihrer anderweitigen Anwendung.<lb/>
Es leuchtet von &#x017F;elber ein, daß &#x017F;ie auf dem Verha&#x0364;ltniß<lb/>
der beyder&#x017F;eitigen Halbme&#x017F;&#x017F;er beruhen. Wenn wir<lb/>
demna&#x0364;ch&#x017F;t jenes er&#x017F;tere Verha&#x0364;ltniß von <hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">2</hi> zu 2<hi rendition="#aq">a</hi><hi rendition="#sup">3</hi>,<lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[397/0411] waͤhrend wenigſtens die Sonnenferne das Biquadrat dieſer Zahl iſt; bey Saturn iſt 12,48 die Cubicwurzel der Sonnennaͤhe nach Sonnenhalbmeſſern, waͤhrend wenigſtens die Sonnenferne nach eigenen, das Biqua- drat dieſer Zahl iſt (genauer von 12,47). Dagegen iſt bey Uranus die Cubicwurzel der Zahl des Abſtandes nach der erſteren Weiſe ausgedruͤckt, nur wenig mehr als 16, waͤhrend die Biquadratwurzel der andren Zahl faſt 18 iſt. Von einer gewiſſen Seite bildet ein andres Ver- haͤltniß dieſer Art, das bey dreyen der 4 zuletzt ent- deckten Planeten ſtatt findet, zu jenem das wir bey Jupiter, Saturn und Uranus fanden, den Uebergang. Wir erkennen naͤmlich vorzuͤglich bey Ceres, in der Son- nennaͤhe nach Sonnenhalbmeſſern, faſt die Quadratwur- zel derſelben Entfernung nach Cereshalbmeſſern (jene iſt 551,97 dieſe das Quadrat von 550,1). Eine Annaͤherung an dieſes Verhaͤltniß wird auch bey Pallas bemerkt, waͤhrend daſſelbe bey Juno in einem Theil ihrer Bahn, der der mittleren Entfernung ziemlich nahe liegt, genau ſtatt findet. Dieſes Verhaͤltniß a zu a2 gleicht naͤmlich jenem von a3 zu a4 ſchon dar- in daß a in a2 eben ſo viel mal enthalten iſt als a3 in a4, naͤmlich a mal. 4. So unbedeutend jene beylaͤufigen Verhaͤltniſſe fuͤr ſich allein ſeyn wuͤrden, ſo wichtig und bedeutend wer- den uns dieſelben in ihrer anderweitigen Anwendung. Es leuchtet von ſelber ein, daß ſie auf dem Verhaͤltniß der beyderſeitigen Halbmeſſer beruhen. Wenn wir demnaͤchſt jenes erſtere Verhaͤltniß von a2 zu 2a3,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schubert_naturwissenschaft_1808
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schubert_naturwissenschaft_1808/411
Zitationshilfe: Schubert, Gotthilf Heinrich: Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft. Dresden, 1808, S. 397. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schubert_naturwissenschaft_1808/411>, abgerufen am 22.04.2019.