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Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

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Vom Hirschbergischen
dessen nicht zu viel brauche/ vnd der Leib da-
von ermüdet werde.

Der Schlaff sey mässig/ kan sich mit 7. oder
8. stunden benügen lassen. Denn des Nachts
lange sitzen vnd vbrig wachen/ hindert die dau-
ung/ schwechet vnd dörret den Leib aus. Zu
viel schlaffen/ gebüret gewaltig viel Flüsse/
schwechet das Gehirne, vnd die Fünffsinnen.

Letzlichen im Warmen Bade sol man frö-
lich vnd gutter dinge sein/ alle vnnütze sorgen
vnd traurigkeit daheime lassen. Denn trau-
rigkeit verzehret Marck vnd Bein/ hergegen
ein fröliches Hertze hilfft zur Gesundheit/ vnd
nimpt viel hinweg von der Kranckheit.



Was den Bade Gästen
schädlich vnd zu-
meiden.

HErgegen werden Bade Gäste
so jhnen wollen wol gerathen sein/ sich in
folgenden stücken moderiren, vnd derer so
viel möglichen enthalten/ Als da sind:

Kalte Lüffte vnd rauhe Schnee Winde/
sonderlich bald auffs Bad. Denn dadurch

wird

Vom Hirſchbergiſchen
deſſen nicht zu viel brauche/ vnd der Leib da-
von ermuͤdet werde.

Der Schlaff ſey maͤſſig/ kan ſich mit 7. oder
8. ſtunden benuͤgen laſſen. Denn des Nachts
lange ſitzen vñ vbrig wachen/ hindert die dau-
ung/ ſchwechet vnd doͤrret den Leib aus. Zu
viel ſchlaffen/ gebuͤret gewaltig viel Fluͤſſe/
ſchwechet das Gehirne, vñ die Fuͤnffſinnen.

Letzlichen im Warmen Bade ſol man froͤ-
lich vnd gutter dinge ſein/ alle vnnuͤtze ſorgen
vnd traurigkeit daheime laſſen. Denn trau-
rigkeit verzehret Marck vnd Bein/ hergegen
ein froͤliches Hertze hilfft zur Geſundheit/ vñ
nimpt viel hinweg von der Kranckheit.



Was den Bade Gaͤſten
ſchaͤdlich vnd zu-
meiden.

HErgegen werden Bade Gaͤſte
ſo jhnen wollen wol gerathen ſein/ ſich in
folgenden ſtuͤcken moderiren, vnd derer ſo
viel moͤglichen enthalten/ Als da ſind:

Kalte Luͤffte vnd rauhe Schnee Winde/
ſonderlich bald auffs Bad. Denn dadurch

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[84/0102] Vom Hirſchbergiſchen deſſen nicht zu viel brauche/ vnd der Leib da- von ermuͤdet werde. Der Schlaff ſey maͤſſig/ kan ſich mit 7. oder 8. ſtunden benuͤgen laſſen. Denn des Nachts lange ſitzen vñ vbrig wachen/ hindert die dau- ung/ ſchwechet vnd doͤrret den Leib aus. Zu viel ſchlaffen/ gebuͤret gewaltig viel Fluͤſſe/ ſchwechet das Gehirne, vñ die Fuͤnffſinnen. Letzlichen im Warmen Bade ſol man froͤ- lich vnd gutter dinge ſein/ alle vnnuͤtze ſorgen vnd traurigkeit daheime laſſen. Denn trau- rigkeit verzehret Marck vnd Bein/ hergegen ein froͤliches Hertze hilfft zur Geſundheit/ vñ nimpt viel hinweg von der Kranckheit. Was den Bade Gaͤſten ſchaͤdlich vnd zu- meiden. HErgegen werden Bade Gaͤſte ſo jhnen wollen wol gerathen ſein/ ſich in folgenden ſtuͤcken moderiren, vnd derer ſo viel moͤglichen enthalten/ Als da ſind: Kalte Luͤffte vnd rauhe Schnee Winde/ ſonderlich bald auffs Bad. Denn dadurch wird

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Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 84. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/102>, abgerufen am 18.10.2019.