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Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

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Bade zubegegnen.
Oehle/ Rosensälblin/ Papelsalbe/ die Stir-
ne vnd Nasehöler damit bestrichen/ oder
durch ein duppel Tüchlin auffgeleget.

Ein Vmbschlag zum Häupte.
. Rosenwasser/ Seeblumenwasser/
jedes 3. Loth.
Mäyenblümlin Wasser 2. Loth.
Rosen Oehle 2. Loth.
Rosen Essig 1. Loth.
Campffer 3. Grän.

Wol ver-
mischet/ Tüchlin darinn genetzet/ außge-
druckt/ vnd dreyfach auff die Stirne gebun-
den. Wer da wil mag darunter thun Gel-
ben Sandel/ Rosenwurtz/ jedes ein halb
quent/ vnd ein Eyerklar.

Jnnerlich sind dienstlich genossen/
Rosen Zucker/ Violen Zucker/ Graßneglin-
Zucker/ Eingemachte Quitten/ Eingemach-
te Wegewartwurtz. Nach dem Essen brauche
man Quitten Latwerge/ Quitten Safft/ ge-
bratene Byren mit Aniß bestreuet/ Vberzo-
gen Coriander/ Biscotten/ etc. Damit die
Speise nicht ins Häupt Dämpffe.

Wolte es darvon nicht weichen/ der Leib
verstopffet were/ vnd die Galle vberslüssig/
enthalte man sich etliche Tage des Bades/
vnd brauche frische ausgezogene Cassien,
oder Dia Prunis lenitivi 1. Loth/ des Mor-

gends
G v

Bade zubegegnen.
Oehle/ Roſenſaͤlblin/ Papelſalbe/ die Stir-
ne vnd Naſehoͤler damit beſtrichen/ oder
durch ein duppel Tuͤchlin auffgeleget.

Ein Vmbſchlag zum Haͤupte.
℞. Roſenwaſſer/ Seeblumenwaſſer/
jedes 3. Loth.
Maͤyenbluͤmlin Waſſer 2. Loth.
Roſen Oehle 2. Loth.
Roſen Eſſig 1. Loth.
Campffer 3. Graͤn.

Wol ver-
miſchet/ Tuͤchlin darinn genetzet/ außge-
druckt/ vnd dreyfach auff die Stirne gebun-
den. Wer da wil mag darunter thun Gel-
ben Sandel/ Roſenwurtz/ jedes ein halb
quent/ vnd ein Eyerklar.

Jnnerlich ſind dienſtlich genoſſen/
Roſen Zucker/ Violen Zucker/ Graßneglin-
Zucker/ Eingemachte Quitten/ Eingemach-
te Wegewartwurtz. Nach dem Eſſen brauche
man Quitten Latwerge/ Quitten Safft/ ge-
bratene Byren mit Aniß beſtreuet/ Vberzo-
gen Coriander/ Biſcotten/ ꝛc. Damit die
Speiſe nicht ins Haͤupt Daͤmpffe.

Wolte es darvon nicht weichen/ der Leib
verſtopffet were/ vnd die Galle vberſluͤſſig/
enthalte man ſich etliche Tage des Bades/
vnd brauche friſche ausgezogene Caſſien,
oder Dia Prunis lenitivi 1. Loth/ des Mor-

gends
G v
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[89/0107] Bade zubegegnen. Oehle/ Roſenſaͤlblin/ Papelſalbe/ die Stir- ne vnd Naſehoͤler damit beſtrichen/ oder durch ein duppel Tuͤchlin auffgeleget. Ein Vmbſchlag zum Haͤupte. ℞. Roſenwaſſer/ Seeblumenwaſſer/ jedes 3. Loth. Maͤyenbluͤmlin Waſſer 2. Loth. Roſen Oehle 2. Loth. Roſen Eſſig 1. Loth. Campffer 3. Graͤn. Wol ver- miſchet/ Tuͤchlin darinn genetzet/ außge- druckt/ vnd dreyfach auff die Stirne gebun- den. Wer da wil mag darunter thun Gel- ben Sandel/ Roſenwurtz/ jedes ein halb quent/ vnd ein Eyerklar. Jnnerlich ſind dienſtlich genoſſen/ Roſen Zucker/ Violen Zucker/ Graßneglin- Zucker/ Eingemachte Quitten/ Eingemach- te Wegewartwurtz. Nach dem Eſſen brauche man Quitten Latwerge/ Quitten Safft/ ge- bratene Byren mit Aniß beſtreuet/ Vberzo- gen Coriander/ Biſcotten/ ꝛc. Damit die Speiſe nicht ins Haͤupt Daͤmpffe. Wolte es darvon nicht weichen/ der Leib verſtopffet were/ vnd die Galle vberſluͤſſig/ enthalte man ſich etliche Tage des Bades/ vnd brauche friſche ausgezogene Caſſien, oder Dia Prunis lenitivi 1. Loth/ des Mor- gends G v

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Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 89. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/107>, abgerufen am 17.10.2019.