Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

Bild:
<< vorherige Seite

warmen Brunnen.
vnd wie mit einem Bast oder Haar gar vmb-
hüllet. Das Männlein ist einfach/ deß Weib-
lins doppelt/ Blühet im Junio vnd Julio.
Wird von den Land betriegern in Seidene
Tüchlin verhüllet/ vnd vor Alraun verkau-
fet. Jst gutt vor böse Nebel/ vngesunde Was-
ser/ vnd vor gifftiger Thieren Stiche vnd
Bisse.

Angerblümlin/ kleine weisse Blüm-
lin.

Bellis minima.

Archangelica grosse Geistwurtz/ wächset
an der Jser. Jst bitter/ scharff vnd räß am
Geschmack.

Aschbaum/ Esche/

Fraxinus Her-
barior.
Wächset an Steinichten Orthen/
auch an den Zeunen der Dörffer gemein vmb
das Schloß Greiffenstein. Da er bald im
Früling blühet/ vnd einen länglechten Sa-
men/ wie Vogels Zungen treget/ vnd von et-
lichen Eschen Mistel genennet wird. Jst bit-
ter vnd scharff/ in Apoteken Orneoglos-
son, Lingua Avis
genand. Die Rinde eröf-
net Miltz vnd Leber/ vertreibet Geelsucht/
vnd fördert den Stein. Das Holtz giebet
schönen Flader/ vnd ist sehr dienstlich zu
Tischen. Der Schatten des Baumes lei-
det keine Schlangen oder andere Giefftige
Thier.

Bach-
M v

warmen Brunnen.
vnd wie mit einem Baſt oder Haar gar vmb-
huͤllet. Das Maͤnnlein iſt einfach/ deß Weib-
lins doppelt/ Bluͤhet im Junio vnd Julio.
Wird von den Land betriegern in Seidene
Tuͤchlin verhuͤllet/ vnd vor Alraun verkau-
fet. Jſt gutt vor boͤſe Nebel/ vngeſunde Waſ-
ſer/ vnd vor gifftiger Thieren Stiche vnd
Biſſe.

Angerbluͤmlin/ kleine weiſſe Bluͤm-
lin.

Bellis minima.

Archangelica groſſe Geiſtwurtz/ waͤchſet
an der Jſer. Jſt bitter/ ſcharff vnd raͤß am
Geſchmack.

Aſchbaum/ Eſche/

Fraxinus Her-
barior.
Waͤchſet an Steinichten Orthen/
auch an den Zeunen der Doͤrffer gemein vmb
das Schloß Greiffenſtein. Da er bald im
Fruͤling bluͤhet/ vnd einen laͤnglechten Sa-
men/ wie Vogels Zungen treget/ vnd von et-
lichen Eſchen Miſtel genennet wird. Jſt bit-
ter vnd ſcharff/ in Apoteken Orneogloſ-
ſon, Lingua Avis
genand. Die Rinde eroͤf-
net Miltz vnd Leber/ vertreibet Geelſucht/
vnd foͤrdert den Stein. Das Holtz giebet
ſchoͤnen Flader/ vnd iſt ſehr dienſtlich zu
Tiſchen. Der Schatten des Baumes lei-
det keine Schlangen oder andere Giefftige
Thier.

Bach-
M v
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0203" n="185"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">warmen Brunnen.</hi></fw><lb/>
vnd wie mit einem Ba&#x017F;t oder Haar gar vmb-<lb/>
hu&#x0364;llet. Das Ma&#x0364;nnlein i&#x017F;t einfach/ deß Weib-<lb/>
lins doppelt/ Blu&#x0364;het im Junio vnd Julio.<lb/>
Wird von den Land betriegern in Seidene<lb/>
Tu&#x0364;chlin verhu&#x0364;llet/ vnd vor Alraun verkau-<lb/>
fet. J&#x017F;t gutt vor bo&#x0364;&#x017F;e Nebel/ vnge&#x017F;unde Wa&#x017F;-<lb/>
&#x017F;er/ vnd vor gifftiger Thieren Stiche vnd<lb/>
Bi&#x017F;&#x017F;e.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#fr">Angerblu&#x0364;mlin/ kleine wei&#x017F;&#x017F;e Blu&#x0364;m-<lb/>
lin.</hi> </head><lb/>
            <p> <hi rendition="#aq">Bellis minima.</hi> </p><lb/>
            <p><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Archangelica</hi></hi> gro&#x017F;&#x017F;e Gei&#x017F;twurtz/ wa&#x0364;ch&#x017F;et<lb/>
an der J&#x017F;er. J&#x017F;t bitter/ &#x017F;charff vnd ra&#x0364;ß am<lb/>
Ge&#x017F;chmack.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#fr">A&#x017F;chbaum/ E&#x017F;che/</hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#aq">Fraxinus <hi rendition="#i">Her-<lb/>
barior.</hi></hi> Wa&#x0364;ch&#x017F;et an Steinichten Orthen/<lb/>
auch an den Zeunen der Do&#x0364;rffer gemein vmb<lb/>
das Schloß Greiffen&#x017F;tein. Da er bald im<lb/>
Fru&#x0364;ling blu&#x0364;het/ vnd einen la&#x0364;nglechten Sa-<lb/>
men/ wie Vogels Zungen treget/ vnd von et-<lb/>
lichen E&#x017F;chen Mi&#x017F;tel genennet wird. J&#x017F;t bit-<lb/>
ter vnd &#x017F;charff/ in Apoteken <hi rendition="#aq">Orneoglo&#x017F;-<lb/>
&#x017F;on, Lingua Avis</hi> genand. Die Rinde ero&#x0364;f-<lb/>
net Miltz vnd Leber/ vertreibet Geel&#x017F;ucht/<lb/>
vnd fo&#x0364;rdert den Stein. Das Holtz giebet<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;nen Flader/ vnd i&#x017F;t &#x017F;ehr dien&#x017F;tlich zu<lb/>
Ti&#x017F;chen. Der Schatten des Baumes lei-<lb/>
det keine Schlangen oder andere Giefftige<lb/>
Thier.</p>
          </div><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">M v</fw>
          <fw place="bottom" type="catch">Bach-</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[185/0203] warmen Brunnen. vnd wie mit einem Baſt oder Haar gar vmb- huͤllet. Das Maͤnnlein iſt einfach/ deß Weib- lins doppelt/ Bluͤhet im Junio vnd Julio. Wird von den Land betriegern in Seidene Tuͤchlin verhuͤllet/ vnd vor Alraun verkau- fet. Jſt gutt vor boͤſe Nebel/ vngeſunde Waſ- ſer/ vnd vor gifftiger Thieren Stiche vnd Biſſe. Angerbluͤmlin/ kleine weiſſe Bluͤm- lin. Bellis minima. Archangelica groſſe Geiſtwurtz/ waͤchſet an der Jſer. Jſt bitter/ ſcharff vnd raͤß am Geſchmack. Aſchbaum/ Eſche/ Fraxinus Her- barior. Waͤchſet an Steinichten Orthen/ auch an den Zeunen der Doͤrffer gemein vmb das Schloß Greiffenſtein. Da er bald im Fruͤling bluͤhet/ vnd einen laͤnglechten Sa- men/ wie Vogels Zungen treget/ vnd von et- lichen Eſchen Miſtel genennet wird. Jſt bit- ter vnd ſcharff/ in Apoteken Orneogloſ- ſon, Lingua Avis genand. Die Rinde eroͤf- net Miltz vnd Leber/ vertreibet Geelſucht/ vnd foͤrdert den Stein. Das Holtz giebet ſchoͤnen Flader/ vnd iſt ſehr dienſtlich zu Tiſchen. Der Schatten des Baumes lei- det keine Schlangen oder andere Giefftige Thier. Bach- M v

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/203
Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 185. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/203>, abgerufen am 21.11.2019.