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Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

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warmen Bade.
so das die Wirckung an den eingewurtzelten
Kranck heiten nicht vollbracht werden.

Gemein helt mans dafür/ daß die beste
vnd bequemeste Zeit zu Baden sey/ der Frü-
ling oder Mäye/ wegen der temperirten Lufft
vnd lustigsten Zeit/ in welcher sich gleich al-
le Kräuter vnd Gewächse verjüngen vnd
vernewern. Welches wol recht vnd war ist/
fürnehmlich in warmen Ländern/ als Italia,
Hispania,
vnd andern Orten mehr/ da im
Sommer grosse Hitze einfället/ welche die
Leiber vber die masse sehr abemattet.

Weiln aber in diesen kalten Mitternacht-
ländischen Gebürgen selten solche grosse hitze
gespüret wird/ das sie das Baden könne
verhindern/ kan man dieses Warme Bad
nützlich vnd füglich brauchen im Mäyen/
wenn der Schnee mehrentheils von den na-
he gelegenen Gebürgen verflossen/ anzufa-
hen/ biß zum ende deß Octobris. Vnd sind
die Hundstage selten so gar heiß/ daß sie das
Baden verhindern köndten/ es were dann
die Natur gar Cholerisch/ vnd befleissigte
sich gar starcker vnd hitziger Weine.

Auff waserley weise
dieser Warme Brunn recht
zugebrauchen sey.
Es

warmen Bade.
ſo das die Wirckung an den eingewurtzelten
Kranck heiten nicht vollbracht werden.

Gemein helt mans dafuͤr/ daß die beſte
vnd bequemeſte Zeit zu Baden ſey/ der Fruͤ-
ling oder Maͤye/ wegen der temperirten Lufft
vnd luſtigſten Zeit/ in welcher ſich gleich al-
le Kraͤuter vnd Gewaͤchſe verjuͤngen vnd
vernewern. Welches wol recht vnd war iſt/
fuͤrnehmlich in warmen Laͤndern/ als Italia,
Hiſpania,
vnd andern Orten mehr/ da im
Sommer groſſe Hitze einfaͤllet/ welche die
Leiber vber die maſſe ſehr abemattet.

Weiln aber in dieſen kalten Mitternacht-
laͤndiſchen Gebuͤrgen ſelten ſolche groſſe hitze
geſpuͤret wird/ das ſie das Baden koͤnne
verhindern/ kan man dieſes Warme Bad
nuͤtzlich vnd fuͤglich brauchen im Maͤyen/
wenn der Schnee mehrentheils von den na-
he gelegenen Gebuͤrgen verfloſſen/ anzufa-
hen/ biß zum ende deß Octobris. Vnd ſind
die Hundstage ſelten ſo gar heiß/ daß ſie das
Baden verhindern koͤndten/ es were dann
die Natur gar Choleriſch/ vnd befleiſſigte
ſich gar ſtarcker vnd hitziger Weine.

Auff waſerley weiſe
dieſer Warme Brunn recht
zugebrauchen ſey.
Es
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[63/0081] warmen Bade. ſo das die Wirckung an den eingewurtzelten Kranck heiten nicht vollbracht werden. Gemein helt mans dafuͤr/ daß die beſte vnd bequemeſte Zeit zu Baden ſey/ der Fruͤ- ling oder Maͤye/ wegen der temperirten Lufft vnd luſtigſten Zeit/ in welcher ſich gleich al- le Kraͤuter vnd Gewaͤchſe verjuͤngen vnd vernewern. Welches wol recht vnd war iſt/ fuͤrnehmlich in warmen Laͤndern/ als Italia, Hiſpania, vnd andern Orten mehr/ da im Sommer groſſe Hitze einfaͤllet/ welche die Leiber vber die maſſe ſehr abemattet. Weiln aber in dieſen kalten Mitternacht- laͤndiſchen Gebuͤrgen ſelten ſolche groſſe hitze geſpuͤret wird/ das ſie das Baden koͤnne verhindern/ kan man dieſes Warme Bad nuͤtzlich vnd fuͤglich brauchen im Maͤyen/ wenn der Schnee mehrentheils von den na- he gelegenen Gebuͤrgen verfloſſen/ anzufa- hen/ biß zum ende deß Octobris. Vnd ſind die Hundstage ſelten ſo gar heiß/ daß ſie das Baden verhindern koͤndten/ es were dann die Natur gar Choleriſch/ vnd befleiſſigte ſich gar ſtarcker vnd hitziger Weine. Auff waſerley weiſe dieſer Warme Brunn recht zugebrauchen ſey. Es

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Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 63. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/81>, abgerufen am 17.10.2019.