Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Seip, Johann Philipp: Neue Beschreibung der Pyrmontischen Gesund-Brunnen. Hannover, 1717.

Bild:
<< vorherige Seite

Cap. IV. Mineralischer Innhalt
Saltz enthalten ist, eine gelbe Eisen-Erde ge-
funden werde, sondern ich habe auch in denen
reichhaltigen Saltz-Quellen zu Naunheim bey
Friedberg in der Wetterau, woselbst die be-
rühmte Nassauische Saltzmacherey ist, obser-
vi
ret, daß wo die Quellen aus der Erden her-
für brodeln, welches daselbst an unzählig vielen
Oertern geschiehet, das Saltz-Wasser allent-
halben eine gelbe Eisen-Erde niedersetze.

§. 87.

Demnach ist offenbahr, daß sich das
Eisen unter der Erden in denen mineralischen
Wassern so bald zu der Säure des Küchen-
Saltzes, als zu der Schwefel-Säure geselle,
mit beyderley Säure aber in diesen Wassern
nicht vereiniget bleiben könne, weil solche zu-
gleich mit einer praedominirenden subtilen, alca-
li
schen Erde angefüllet sind, welche die Säure
allmählig von denen Eisen-Theilgen abreisset,
und sich an deren Stelle mit der Säure ver-
einiget.

§. 88.

An einigen Orten mögen auch wohl
die Kiese unter der Erden so vermischt unter ein-
ander liegen, oder in einem Kiese beyderley Aci-
da sulphuris & salis communis
* enthalten seyn,
weil nicht wenige mineralische Wasser ein Sal
commune,
und zugleich ein Sal wie unser
Brunen-Saltz mit sich führen. Mehr andere
Arten aber von Saltzen, als diese zweyerley sa-
lia enixa,
und das dritte, welches alcalisch, und

bald
* Acidum salis communis, & Vitrioli in Pyritis.

Cap. IV. Mineraliſcher Innhalt
Saltz enthalten iſt, eine gelbe Eiſen-Erde ge-
funden werde, ſondern ich habe auch in denen
reichhaltigen Saltz-Quellen zu Naunheim bey
Friedberg in der Wetterau, woſelbſt die be-
ruͤhmte Naſſauiſche Saltzmacherey iſt, obſer-
vi
ret, daß wo die Quellen aus der Erden her-
fuͤr brodeln, welches daſelbſt an unzaͤhlig vielen
Oertern geſchiehet, das Saltz-Waſſer allent-
halben eine gelbe Eiſen-Erde niederſetze.

§. 87.

Demnach iſt offenbahr, daß ſich das
Eiſen unter der Erden in denen mineraliſchen
Waſſern ſo bald zu der Saͤure des Kuͤchen-
Saltzes, als zu der Schwefel-Saͤure geſelle,
mit beyderley Saͤure aber in dieſen Waſſern
nicht vereiniget bleiben koͤnne, weil ſolche zu-
gleich mit einer prædominirenden ſubtilen, alca-
li
ſchen Erde angefuͤllet ſind, welche die Saͤure
allmaͤhlig von denen Eiſen-Theilgen abreiſſet,
und ſich an deren Stelle mit der Saͤure ver-
einiget.

§. 88.

An einigen Orten moͤgen auch wohl
die Kieſe unter der Erden ſo vermiſcht unter ein-
ander liegen, oder in einem Kieſe beyderley Aci-
da ſulphuris & ſalis communis
* enthalten ſeyn,
weil nicht wenige mineraliſche Waſſer ein Sal
commune,
und zugleich ein Sal wie unſer
Brunen-Saltz mit ſich fuͤhren. Mehr andere
Arten aber von Saltzen, als dieſe zweyerley ſa-
lia enixa,
und das dritte, welches alcaliſch, und

bald
* Acidum ſalis communis, & Vitrioli in Pyritis.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0154" n="134"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">Cap. IV. Minerali</hi>&#x017F;cher Innhalt</fw><lb/>
Saltz enthalten i&#x017F;t, eine gelbe Ei&#x017F;en-Erde ge-<lb/>
funden werde, &#x017F;ondern ich habe auch in denen<lb/>
reichhaltigen Saltz-Quellen zu Naunheim bey<lb/>
Friedberg in der Wetterau, wo&#x017F;elb&#x017F;t die be-<lb/>
ru&#x0364;hmte Na&#x017F;&#x017F;aui&#x017F;che Saltzmacherey i&#x017F;t, <hi rendition="#aq">ob&#x017F;er-<lb/>
vi</hi>ret, daß wo die Quellen aus der Erden her-<lb/>
fu&#x0364;r brodeln, welches da&#x017F;elb&#x017F;t an unza&#x0364;hlig vielen<lb/>
Oertern ge&#x017F;chiehet, das Saltz-Wa&#x017F;&#x017F;er allent-<lb/>
halben eine gelbe Ei&#x017F;en-Erde nieder&#x017F;etze.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 87.</head>
          <p>Demnach i&#x017F;t offenbahr, daß &#x017F;ich das<lb/>
Ei&#x017F;en unter der Erden in denen <hi rendition="#aq">minerali</hi>&#x017F;chen<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;ern &#x017F;o bald zu der Sa&#x0364;ure des Ku&#x0364;chen-<lb/>
Saltzes, als zu der Schwefel-Sa&#x0364;ure ge&#x017F;elle,<lb/>
mit beyderley Sa&#x0364;ure aber in die&#x017F;en Wa&#x017F;&#x017F;ern<lb/>
nicht vereiniget bleiben ko&#x0364;nne, weil &#x017F;olche zu-<lb/>
gleich mit einer <hi rendition="#aq">prædomini</hi>renden &#x017F;ubtilen, <hi rendition="#aq">alca-<lb/>
li</hi>&#x017F;chen Erde angefu&#x0364;llet &#x017F;ind, welche die Sa&#x0364;ure<lb/>
allma&#x0364;hlig von denen Ei&#x017F;en-Theilgen abrei&#x017F;&#x017F;et,<lb/>
und &#x017F;ich an deren Stelle mit der Sa&#x0364;ure ver-<lb/>
einiget.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 88.</head>
          <p>An einigen Orten mo&#x0364;gen auch wohl<lb/>
die Kie&#x017F;e unter der Erden &#x017F;o vermi&#x017F;cht unter ein-<lb/>
ander liegen, oder in einem Kie&#x017F;e beyderley <hi rendition="#aq">Aci-<lb/>
da &#x017F;ulphuris &amp; &#x017F;alis communis</hi> <note place="foot" n="*"><hi rendition="#aq">Acidum &#x017F;alis communis, &amp; Vitrioli in Pyritis.</hi></note> enthalten &#x017F;eyn,<lb/>
weil nicht wenige <hi rendition="#aq">minerali</hi>&#x017F;che Wa&#x017F;&#x017F;er ein <hi rendition="#aq">Sal<lb/>
commune,</hi> und zugleich ein <hi rendition="#aq">Sal</hi> wie un&#x017F;er<lb/>
Brunen-Saltz mit &#x017F;ich fu&#x0364;hren. Mehr andere<lb/>
Arten aber von Saltzen, als die&#x017F;e zweyerley <hi rendition="#aq">&#x017F;a-<lb/>
lia enixa,</hi> und das dritte, welches <hi rendition="#aq">alcali</hi>&#x017F;ch, und<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">bald</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[134/0154] Cap. IV. Mineraliſcher Innhalt Saltz enthalten iſt, eine gelbe Eiſen-Erde ge- funden werde, ſondern ich habe auch in denen reichhaltigen Saltz-Quellen zu Naunheim bey Friedberg in der Wetterau, woſelbſt die be- ruͤhmte Naſſauiſche Saltzmacherey iſt, obſer- viret, daß wo die Quellen aus der Erden her- fuͤr brodeln, welches daſelbſt an unzaͤhlig vielen Oertern geſchiehet, das Saltz-Waſſer allent- halben eine gelbe Eiſen-Erde niederſetze. §. 87. Demnach iſt offenbahr, daß ſich das Eiſen unter der Erden in denen mineraliſchen Waſſern ſo bald zu der Saͤure des Kuͤchen- Saltzes, als zu der Schwefel-Saͤure geſelle, mit beyderley Saͤure aber in dieſen Waſſern nicht vereiniget bleiben koͤnne, weil ſolche zu- gleich mit einer prædominirenden ſubtilen, alca- liſchen Erde angefuͤllet ſind, welche die Saͤure allmaͤhlig von denen Eiſen-Theilgen abreiſſet, und ſich an deren Stelle mit der Saͤure ver- einiget. §. 88. An einigen Orten moͤgen auch wohl die Kieſe unter der Erden ſo vermiſcht unter ein- ander liegen, oder in einem Kieſe beyderley Aci- da ſulphuris & ſalis communis * enthalten ſeyn, weil nicht wenige mineraliſche Waſſer ein Sal commune, und zugleich ein Sal wie unſer Brunen-Saltz mit ſich fuͤhren. Mehr andere Arten aber von Saltzen, als dieſe zweyerley ſa- lia enixa, und das dritte, welches alcaliſch, und bald * Acidum ſalis communis, & Vitrioli in Pyritis.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/seip_gesundbrunnen_1717
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/seip_gesundbrunnen_1717/154
Zitationshilfe: Seip, Johann Philipp: Neue Beschreibung der Pyrmontischen Gesund-Brunnen. Hannover, 1717, S. 134. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/seip_gesundbrunnen_1717/154>, abgerufen am 22.04.2019.