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Semmelweis, Ignaz Philipp: Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers. Pest u. a., 1861.

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Im Schuljahre 1858/9, in welchem sich die Klinik noch
in den von Seite 85 bis Seite 101 als so sanitätswidrig geschil-
derten Localitäten befand, wurden verpflegt 578 Individuen,
darunter waren 577 Wöchnerinnen und ein gynaekologischer
Fall. Von den 577 Wöchnerinnen starben 16. und zwar 11 an
Febris puerperalis, also 1.89 %, 3 an Pneumonie, 1 an Tubercu-
losis pulmonum, 1 mit Typhus abdominalis wurde von der
medicinischen Klinik zu uns transferirt, welche unmittelbar
nach der Geburt starb. Die erste Geburt ereignete sich den
5. October 1858, die letzte den 19. Juli 1859. 53 Geburts-
helfer erhielten einen zweimonatlichen und 189 Hebammen
einen fünfmonatlichen praktisch-geburtshilflichen Unterricht.

Im Schuljahre 1859/60 wurde die Klinik in ein neues
Local verlegt. Verpflegt wurden 524 Individuen; darunter wa-
ren 520 Wöchnerinnen, 2 gynaekologische Fälle und zwei
Schülerinnen, welche wegen Armuth in der Klinik verpflegt
wurden. Sie starben beide, die eine an Tuberculosis pulmo-
num, die andere an Typhus abdominalis.

Von den 520 verpflegten Wöchnerinnen starben 11, und
zwar 5 an Febris puerperalis, also 0.96 %, darunter ein Fall
von Perforation bei einer Conjugate von 3", wo die Extraction
wegen ungewöhnlicher Grösse des Kindes ungemein schwie-
rig war.

4 Wöchnerinnen starben an Pneumonie, 1 an Tuberculo-
sis, 1 an Eclampsie. Die erste Geburt ereignete sich den 8. Oc-

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zur Seite 85, Zeile 4 von oben bis inclusive Seite 101.

Im Schuljahre 1858/9, in welchem sich die Klinik noch
in den von Seite 85 bis Seite 101 als so sanitätswidrig geschil-
derten Localitäten befand, wurden verpflegt 578 Individuen,
darunter waren 577 Wöchnerinnen und ein gynaekologischer
Fall. Von den 577 Wöchnerinnen starben 16. und zwar 11 an
Febris puerperalis, also 1.89 %, 3 an Pneumonie, 1 an Tubercu-
losis pulmonum, 1 mit Typhus abdominalis wurde von der
medicinischen Klinik zu uns transferirt, welche unmittelbar
nach der Geburt starb. Die erste Geburt ereignete sich den
5. October 1858, die letzte den 19. Juli 1859. 53 Geburts-
helfer erhielten einen zweimonatlichen und 189 Hebammen
einen fünfmonatlichen praktisch-geburtshilflichen Unterricht.

Im Schuljahre 1859/60 wurde die Klinik in ein neues
Local verlegt. Verpflegt wurden 524 Individuen; darunter wa-
ren 520 Wöchnerinnen, 2 gynaekologische Fälle und zwei
Schülerinnen, welche wegen Armuth in der Klinik verpflegt
wurden. Sie starben beide, die eine an Tuberculosis pulmo-
num, die andere an Typhus abdominalis.

Von den 520 verpflegten Wöchnerinnen starben 11, und
zwar 5 an Febris puerperalis, also 0.96 %, darunter ein Fall
von Perforation bei einer Conjugate von 3″, wo die Extraction
wegen ungewöhnlicher Grösse des Kindes ungemein schwie-
rig war.

4 Wöchnerinnen starben an Pneumonie, 1 an Tuberculo-
sis, 1 an Eclampsie. Die erste Geburt ereignete sich den 8. Oc-

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[[538]/0550] Nachtrag zur Seite 85, Zeile 4 von oben bis inclusive Seite 101. Im Schuljahre 1858/9, in welchem sich die Klinik noch in den von Seite 85 bis Seite 101 als so sanitätswidrig geschil- derten Localitäten befand, wurden verpflegt 578 Individuen, darunter waren 577 Wöchnerinnen und ein gynaekologischer Fall. Von den 577 Wöchnerinnen starben 16. und zwar 11 an Febris puerperalis, also 1.89 %, 3 an Pneumonie, 1 an Tubercu- losis pulmonum, 1 mit Typhus abdominalis wurde von der medicinischen Klinik zu uns transferirt, welche unmittelbar nach der Geburt starb. Die erste Geburt ereignete sich den 5. October 1858, die letzte den 19. Juli 1859. 53 Geburts- helfer erhielten einen zweimonatlichen und 189 Hebammen einen fünfmonatlichen praktisch-geburtshilflichen Unterricht. Im Schuljahre 1859/60 wurde die Klinik in ein neues Local verlegt. Verpflegt wurden 524 Individuen; darunter wa- ren 520 Wöchnerinnen, 2 gynaekologische Fälle und zwei Schülerinnen, welche wegen Armuth in der Klinik verpflegt wurden. Sie starben beide, die eine an Tuberculosis pulmo- num, die andere an Typhus abdominalis. Von den 520 verpflegten Wöchnerinnen starben 11, und zwar 5 an Febris puerperalis, also 0.96 %, darunter ein Fall von Perforation bei einer Conjugate von 3″, wo die Extraction wegen ungewöhnlicher Grösse des Kindes ungemein schwie- rig war. 4 Wöchnerinnen starben an Pneumonie, 1 an Tuberculo- sis, 1 an Eclampsie. Die erste Geburt ereignete sich den 8. Oc-

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Zitationshilfe: Semmelweis, Ignaz Philipp: Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers. Pest u. a., 1861, S. [538]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/semmelweis_kindbettfieber_1861/550>, abgerufen am 19.06.2019.