Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Seyfried, Johann Heinrich: Medulla Mirabilium Naturae. Nürnberg, 1679.

Bild:
<< vorherige Seite

Von der Natur.
Um den Strand desselben/ siehet man in einer
langen Zeile lauter stattlicher aneinander gebau-
te Palatia, mit darzwischen-stehenden Stadt-
Thoren. Denen nun/ die auf der Strassen
zwischen den Pallästen und dem Hafen auf- und
ab spatzieren/ bildet das Vor-Gebürg Scyllam in
Calabria, so gerad gegen dem in der Jnsul Sici-
li
en gelegenen Vor-Gebürge Peloro überstehet/
einen Kopff/ mit Augen/ Nasen/ und Bart/ der-
gestalt künstlich vor/ daß man meinen solte/ ob
wäre es also mit dem Pinsel schattieret: Oder
mit dem Grabstichel ausgeholet. Von andern
Stellungen/ und Orten/ wird dergleichen an die-
sem Vor-Gebürge nicht gesehen.Idem.

In Asia.

10. Jn dem Königreich China, ist ein
Berg Utung genandt/ der stellet sich vor/ wie ein
Mensch der das Haupt neiget. Abentheur
Natür- und Künstl. Sachen in China und Eu-
ropa.

11. So hat der Berg Monien in be-
sagtem Königreich bey der Stadt Pinglo, auf
seinem obersten Gipffel/ zwey von Natur derge-
stalt künstlich formirte steinerne Augen/ daß in
denen Aug-äpffeln man beyde humores, wie in
einem natürlichen Auge sehen und unterscheiden
kan. Dieses hat die Land-Leute verursachet/
daß sie den Berg/ die Spitze der Augen nennen.
Idem.

12. Glei-
E e ij

Von der Natur.
Um den Strand deſſelben/ ſiehet man in einer
langen Zeile lauter ſtattlicher aneinander gebau-
te Palatia, mit darzwiſchen-ſtehenden Stadt-
Thoren. Denen nun/ die auf der Straſſen
zwiſchen den Palläſten und dem Hafen auf- und
ab ſpatzieren/ bildet das Vor-Gebürg Scyllam in
Calabria, ſo gerad gegen dem in der Jnſul Sici-
li
en gelegenen Vor-Gebürge Peloro überſtehet/
einen Kopff/ mit Augen/ Naſen/ und Bart/ der-
geſtalt künſtlich vor/ daß man meinen ſolte/ ob
wäre es alſo mit dem Pinſel ſchattieret: Oder
mit dem Grabſtichel ausgeholet. Von andern
Stellungen/ und Orten/ wird dergleichen an die-
ſem Vor-Gebürge nicht geſehen.Idem.

In Aſia.

10. Jn dem Königreich China, iſt ein
Berg Utung genandt/ der ſtellet ſich vor/ wie ein
Menſch der das Haupt neiget. Abentheur
Natür- und Künſtl. Sachen in China und Eu-
ropa.

11. So hat der Berg Monien in be-
ſagtem Königreich bey der Stadt Pinglo, auf
ſeinem oberſten Gipffel/ zwey von Natur derge-
ſtalt künſtlich formirte ſteinerne Augen/ daß in
denen Aug-äpffeln man beyde humores, wie in
einem natürlichen Auge ſehen und unterſcheiden
kan. Dieſes hat die Land-Leute verurſachet/
daß ſie den Berg/ die Spitze der Augen nennen.
Idem.

12. Glei-
E e ij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0549" n="435"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von der Natur.</hi></fw><lb/>
Um den Strand de&#x017F;&#x017F;elben/ &#x017F;iehet man in einer<lb/>
langen Zeile lauter &#x017F;tattlicher aneinander gebau-<lb/>
te <hi rendition="#aq">Palatia,</hi> mit darzwi&#x017F;chen-&#x017F;tehenden Stadt-<lb/>
Thoren. Denen nun/ die auf der Stra&#x017F;&#x017F;en<lb/>
zwi&#x017F;chen den Pallä&#x017F;ten und dem Hafen auf- und<lb/>
ab &#x017F;patzieren/ bildet das Vor-Gebürg <hi rendition="#aq">Scyllam</hi> in<lb/><hi rendition="#aq">Calabria,</hi> &#x017F;o gerad gegen dem in der Jn&#x017F;ul <hi rendition="#aq">Sici-<lb/>
li</hi>en gelegenen Vor-Gebürge <hi rendition="#aq">Peloro</hi> über&#x017F;tehet/<lb/>
einen Kopff/ mit Augen/ Na&#x017F;en/ und Bart/ der-<lb/>
ge&#x017F;talt kün&#x017F;tlich vor/ daß man meinen &#x017F;olte/ ob<lb/>
wäre es al&#x017F;o mit dem Pin&#x017F;el &#x017F;chattieret: Oder<lb/>
mit dem Grab&#x017F;tichel ausgeholet. Von andern<lb/>
Stellungen/ und Orten/ wird dergleichen an die-<lb/>
&#x017F;em Vor-Gebürge nicht ge&#x017F;ehen.<hi rendition="#et"><hi rendition="#aq">Idem.</hi></hi></p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq">In A&#x017F;ia.</hi> </head><lb/>
            <p>10. Jn dem Königreich <hi rendition="#aq">China,</hi> i&#x017F;t ein<lb/>
Berg <hi rendition="#aq">Utung</hi> genandt/ der &#x017F;tellet &#x017F;ich vor/ wie ein<lb/>
Men&#x017F;ch der das Haupt neiget. Abentheur<lb/>
Natür- und Kün&#x017F;tl. Sachen in <hi rendition="#aq">China</hi> und <hi rendition="#aq">Eu-<lb/>
ropa.</hi></p><lb/>
            <p>11. So hat der Berg <hi rendition="#aq">Moni</hi>en in be-<lb/>
&#x017F;agtem Königreich bey der Stadt <hi rendition="#aq">Pinglo,</hi> auf<lb/>
&#x017F;einem ober&#x017F;ten Gipffel/ zwey von Natur derge-<lb/>
&#x017F;talt kün&#x017F;tlich formirte &#x017F;teinerne Augen/ daß in<lb/>
denen Aug-äpffeln man beyde <hi rendition="#aq">humores,</hi> wie in<lb/>
einem natürlichen Auge &#x017F;ehen und unter&#x017F;cheiden<lb/>
kan. Die&#x017F;es hat die Land-Leute verur&#x017F;achet/<lb/>
daß &#x017F;ie den Berg/ die Spitze der Augen nennen.<lb/><hi rendition="#aq">Idem.</hi></p><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">E e ij</fw>
            <fw place="bottom" type="catch">12. Glei-</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[435/0549] Von der Natur. Um den Strand deſſelben/ ſiehet man in einer langen Zeile lauter ſtattlicher aneinander gebau- te Palatia, mit darzwiſchen-ſtehenden Stadt- Thoren. Denen nun/ die auf der Straſſen zwiſchen den Palläſten und dem Hafen auf- und ab ſpatzieren/ bildet das Vor-Gebürg Scyllam in Calabria, ſo gerad gegen dem in der Jnſul Sici- lien gelegenen Vor-Gebürge Peloro überſtehet/ einen Kopff/ mit Augen/ Naſen/ und Bart/ der- geſtalt künſtlich vor/ daß man meinen ſolte/ ob wäre es alſo mit dem Pinſel ſchattieret: Oder mit dem Grabſtichel ausgeholet. Von andern Stellungen/ und Orten/ wird dergleichen an die- ſem Vor-Gebürge nicht geſehen.Idem. In Aſia. 10. Jn dem Königreich China, iſt ein Berg Utung genandt/ der ſtellet ſich vor/ wie ein Menſch der das Haupt neiget. Abentheur Natür- und Künſtl. Sachen in China und Eu- ropa. 11. So hat der Berg Monien in be- ſagtem Königreich bey der Stadt Pinglo, auf ſeinem oberſten Gipffel/ zwey von Natur derge- ſtalt künſtlich formirte ſteinerne Augen/ daß in denen Aug-äpffeln man beyde humores, wie in einem natürlichen Auge ſehen und unterſcheiden kan. Dieſes hat die Land-Leute verurſachet/ daß ſie den Berg/ die Spitze der Augen nennen. Idem. 12. Glei- E e ij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/seyfried_medulla_1679
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/seyfried_medulla_1679/549
Zitationshilfe: Seyfried, Johann Heinrich: Medulla Mirabilium Naturae. Nürnberg, 1679, S. 435. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/seyfried_medulla_1679/549>, abgerufen am 21.08.2019.