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Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863.

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Gattung: Abramis.
Donau-Gebiet steigt dieser Fisch nicht über Oberöstreich hinauf, denn in
Bayern weiss man nichts von seinem Vorkommen. Im Rhein-Gebiet scheint
die Zope nicht über Holland hinauszukommen, da ausser Bennet und Olivier
(Nr. 65: pag. 89), welche ihn als holländischen Flussfisch aufführen, kein
einziger der vielen Faunisten des Rhein-Gebiets den A. Ballerus erwähnt. In
Bezug auf das Weser-Gebiet habe ich nur allein von Heineken (Nr. 69: pag. 148)
das Vorkommen der Zope in der Weser bei Bremen in Erfahrung bringen
können. Auch im Elbe-Gebiet gehört die Zope nur dem unteren Theile der
Elbe an, was mir zwei aus Magdeburg eingesendete Exemplare dieses Fisches
bewiesen haben. An der ganzen Ostseeküste entlang wird die Zope, welche
in Meklenburg und Pommern auch "Schwuppe" genannt wird, in den dem
Meere ganz nahe gelegenen und mit demselben unmittelbar in Verbindung
stehenden Süsswasserseen, sowie in den grossen, unter dem Namen "Haff"
bekannten seeartigen Ausbreitungen der grossen Flüsse sehr häufig ange-
troffen, von wo aus dieser Fisch dann auch die Flüsse Oder, Weichsel und
Pregel hinaufsteigt.

Als Laichzeit der Zope wird der Monat April und Mai angegeben.

5. Art. A. Sapa Pall.

Syn. u. Citate.

Pallas: Zoographia rosso-asiatica. Petropoli, 1831. Tom. III. pag. 328. Cyprinus Sapa.

Heckel: Nr. 11 a: pag. 227. Taf. 20. Fig. 4. Abramis Schreibersii.

Agassiz: Nr. 7: pag. 39 u. Wiegmann's Archiv a. a. O. pag. 81. Abramis Balleropsis.

Nordmann: Observations sur la Faune pontique. a. a. O. pag. 506. Tab. 21. Fig. 2. Abramis
Sapa.

Valenciennes Nr. 5: T. XVII. pag. 49. Leuciscus Sapa.

Heckel und Kner Nr. 43: pag. 115. Fig. 60. Abramis Sapa.

Artcharakter: Mund halb unterständig, Schnauze sehr stumpf,
hoch und dick; Körper seitlich sehr zusammengedrückt und
gestreckt; die sehr lange Afterflosse mit 38 bis 45 weichen
zertheilten Strahlen beginnt vor dem Ende der Rücken-
flosse.

D. 3/8, P. 1/15, V. 2/8, A. 3/38--45, C. 19. Squ. 9--10/50--52/6--7.

Es hat dieser Abramide ein äusserst charakteristisches Ansehen; um
so mehr muss es auffallen, dass diese ausgezeichnete Cyprinoiden-Form von
den Fischern keinen besondern Namen erhalten hat und auch von den Ich-
thyologen, welche auf die Fischfauna Bayerns aufmerksam gewesen sind, un-
beachtet geblieben ist.

Von allen Abramiden besitzt A. Sapa die längste Afterflosse, und die
längste untere Spitze der gabelförmigen Schwanzflosse, sowie den am mei-

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Gattung: Abramis.
Donau-Gebiet steigt dieser Fisch nicht über Oberöstreich hinauf, denn in
Bayern weiss man nichts von seinem Vorkommen. Im Rhein-Gebiet scheint
die Zope nicht über Holland hinauszukommen, da ausser Bennet und Olivier
(Nr. 65: pag. 89), welche ihn als holländischen Flussfisch aufführen, kein
einziger der vielen Faunisten des Rhein-Gebiets den A. Ballerus erwähnt. In
Bezug auf das Weser-Gebiet habe ich nur allein von Heineken (Nr. 69: pag. 148)
das Vorkommen der Zope in der Weser bei Bremen in Erfahrung bringen
können. Auch im Elbe-Gebiet gehört die Zope nur dem unteren Theile der
Elbe an, was mir zwei aus Magdeburg eingesendete Exemplare dieses Fisches
bewiesen haben. An der ganzen Ostseeküste entlang wird die Zope, welche
in Meklenburg und Pommern auch »Schwuppe« genannt wird, in den dem
Meere ganz nahe gelegenen und mit demselben unmittelbar in Verbindung
stehenden Süsswasserseen, sowie in den grossen, unter dem Namen »Haff«
bekannten seeartigen Ausbreitungen der grossen Flüsse sehr häufig ange-
troffen, von wo aus dieser Fisch dann auch die Flüsse Oder, Weichsel und
Pregel hinaufsteigt.

Als Laichzeit der Zope wird der Monat April und Mai angegeben.

5. Art. A. Sapa Pall.

Syn. u. Citate.

Pallas: Zoographia rosso-asiatica. Petropoli, 1831. Tom. III. pag. 328. Cyprinus Sapa.

Heckel: Nr. 11 a: pag. 227. Taf. 20. Fig. 4. Abramis Schreibersii.

Agassiz: Nr. 7: pag. 39 u. Wiegmann’s Archiv a. a. O. pag. 81. Abramis Balleropsis.

Nordmann: Observations sur la Faune pontique. a. a. O. pag. 506. Tab. 21. Fig. 2. Abramis
Sapa.

Valenciennes Nr. 5: T. XVII. pag. 49. Leuciscus Sapa.

Heckel und Kner Nr. 43: pag. 115. Fig. 60. Abramis Sapa.

Artcharakter: Mund halb unterständig, Schnauze sehr stumpf,
hoch und dick; Körper seitlich sehr zusammengedrückt und
gestreckt; die sehr lange Afterflosse mit 38 bis 45 weichen
zertheilten Strahlen beginnt vor dem Ende der Rücken-
flosse.

D. 3/8, P. 1/15, V. 2/8, A. 3/38—45, C. 19. Squ. 9—10/50—52/6—7.

Es hat dieser Abramide ein äusserst charakteristisches Ansehen; um
so mehr muss es auffallen, dass diese ausgezeichnete Cyprinoiden-Form von
den Fischern keinen besondern Namen erhalten hat und auch von den Ich-
thyologen, welche auf die Fischfauna Bayerns aufmerksam gewesen sind, un-
beachtet geblieben ist.

Von allen Abramiden besitzt A. Sapa die längste Afterflosse, und die
längste untere Spitze der gabelförmigen Schwanzflosse, sowie den am mei-

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[131/0144] Gattung: Abramis. Donau-Gebiet steigt dieser Fisch nicht über Oberöstreich hinauf, denn in Bayern weiss man nichts von seinem Vorkommen. Im Rhein-Gebiet scheint die Zope nicht über Holland hinauszukommen, da ausser Bennet und Olivier (Nr. 65: pag. 89), welche ihn als holländischen Flussfisch aufführen, kein einziger der vielen Faunisten des Rhein-Gebiets den A. Ballerus erwähnt. In Bezug auf das Weser-Gebiet habe ich nur allein von Heineken (Nr. 69: pag. 148) das Vorkommen der Zope in der Weser bei Bremen in Erfahrung bringen können. Auch im Elbe-Gebiet gehört die Zope nur dem unteren Theile der Elbe an, was mir zwei aus Magdeburg eingesendete Exemplare dieses Fisches bewiesen haben. An der ganzen Ostseeküste entlang wird die Zope, welche in Meklenburg und Pommern auch »Schwuppe« genannt wird, in den dem Meere ganz nahe gelegenen und mit demselben unmittelbar in Verbindung stehenden Süsswasserseen, sowie in den grossen, unter dem Namen »Haff« bekannten seeartigen Ausbreitungen der grossen Flüsse sehr häufig ange- troffen, von wo aus dieser Fisch dann auch die Flüsse Oder, Weichsel und Pregel hinaufsteigt. Als Laichzeit der Zope wird der Monat April und Mai angegeben. 5. Art. A. Sapa Pall. Syn. u. Citate. Pallas: Zoographia rosso-asiatica. Petropoli, 1831. Tom. III. pag. 328. Cyprinus Sapa. Heckel: Nr. 11 a: pag. 227. Taf. 20. Fig. 4. Abramis Schreibersii. Agassiz: Nr. 7: pag. 39 u. Wiegmann’s Archiv a. a. O. pag. 81. Abramis Balleropsis. Nordmann: Observations sur la Faune pontique. a. a. O. pag. 506. Tab. 21. Fig. 2. Abramis Sapa. Valenciennes Nr. 5: T. XVII. pag. 49. Leuciscus Sapa. Heckel und Kner Nr. 43: pag. 115. Fig. 60. Abramis Sapa. Artcharakter: Mund halb unterständig, Schnauze sehr stumpf, hoch und dick; Körper seitlich sehr zusammengedrückt und gestreckt; die sehr lange Afterflosse mit 38 bis 45 weichen zertheilten Strahlen beginnt vor dem Ende der Rücken- flosse. D. 3/8, P. 1/15, V. 2/8, A. 3/38—45, C. 19. Squ. 9—10/50—52/6—7. Es hat dieser Abramide ein äusserst charakteristisches Ansehen; um so mehr muss es auffallen, dass diese ausgezeichnete Cyprinoiden-Form von den Fischern keinen besondern Namen erhalten hat und auch von den Ich- thyologen, welche auf die Fischfauna Bayerns aufmerksam gewesen sind, un- beachtet geblieben ist. Von allen Abramiden besitzt A. Sapa die längste Afterflosse, und die längste untere Spitze der gabelförmigen Schwanzflosse, sowie den am mei- 9*

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Zitationshilfe: Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863, S. 131. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863/144>, abgerufen am 25.03.2019.