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Siemens, Werner von: Gesammelte Abhandlungen und Vorträge. Berlin, 1881.

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Abriss der Principien und des praktischen
Verfahrens bei der Prüfung submariner
Telegraphenleitungen auf ihrem Leitungs-
zustand.

(Zeitschr. d. deutsch-österr. Telegr.-Vereins. Bd. 7.)

1860.



Die Störungen, welche ausgedehntere submarine elektrische
Telegraphenlinien seither nur zu oft erfahren, sind in fast allen
Fällen durch eine allmälige Abnahme der Isolation veranlasst
worden. Bei der Ausbesserung dieser Linien fand man in der
Regel, dass die Guttapercha an einzelnen Stellen durch die elek-
trolytische Wirkung des zum Betriebe der Linie benutzten Stromes
zerstört worden, und zwar an den Stellen, wo die Dicke der
isolirenden Schicht von Hause aus geringer war als die durch-
schnittliche, sei es in Folge irgend einer mechanischen Verletzung,
sei es, wie häufiger der Fall war, in Folge einer Blase im Ma-
terial, welche vom Wasser eingedrückt worden, oder in Folge
einer excentrischen Lage des Drahtes.

An solchen Stellen, wo die isolirende Guttaperchaschicht
von gleichförmiger und genügender Dicke war, ist nie eine Zer-
setzung oder theilweise Zerstörung des Materials wahrgenommen
worden, selbst wenn die Linie Jahre lang in Betrieb gewesen.
Die Schnelligkeit, mit der das Werk der Zerstörung an fehler-
haften Stellen fortschreitet, hängt ganz von der Intensität und
der Dauer des beim Betriebe der Linie angewendeten Stromes
ab. In langen Linien treten, wegen des grösseren Widerstandes
des metallischen Leiters, Störungen verhältnissmässig rascher ein.
Ihr Fortschritt kann durch Anwendung schwacher und alterni-

Abriss der Principien und des praktischen
Verfahrens bei der Prüfung submariner
Telegraphenleitungen auf ihrem Leitungs-
zustand.

(Zeitschr. d. deutsch-österr. Telegr.-Vereins. Bd. 7.)

1860.



Die Störungen, welche ausgedehntere submarine elektrische
Telegraphenlinien seither nur zu oft erfahren, sind in fast allen
Fällen durch eine allmälige Abnahme der Isolation veranlasst
worden. Bei der Ausbesserung dieser Linien fand man in der
Regel, dass die Guttapercha an einzelnen Stellen durch die elek-
trolytische Wirkung des zum Betriebe der Linie benutzten Stromes
zerstört worden, und zwar an den Stellen, wo die Dicke der
isolirenden Schicht von Hause aus geringer war als die durch-
schnittliche, sei es in Folge irgend einer mechanischen Verletzung,
sei es, wie häufiger der Fall war, in Folge einer Blase im Ma-
terial, welche vom Wasser eingedrückt worden, oder in Folge
einer excentrischen Lage des Drahtes.

An solchen Stellen, wo die isolirende Guttaperchaschicht
von gleichförmiger und genügender Dicke war, ist nie eine Zer-
setzung oder theilweise Zerstörung des Materials wahrgenommen
worden, selbst wenn die Linie Jahre lang in Betrieb gewesen.
Die Schnelligkeit, mit der das Werk der Zerstörung an fehler-
haften Stellen fortschreitet, hängt ganz von der Intensität und
der Dauer des beim Betriebe der Linie angewendeten Stromes
ab. In langen Linien treten, wegen des grösseren Widerstandes
des metallischen Leiters, Störungen verhältnissmässig rascher ein.
Ihr Fortschritt kann durch Anwendung schwacher und alterni-

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[[215]/0233] Abriss der Principien und des praktischen Verfahrens bei der Prüfung submariner Telegraphenleitungen auf ihrem Leitungs- zustand. (Zeitschr. d. deutsch-österr. Telegr.-Vereins. Bd. 7.) 1860. Die Störungen, welche ausgedehntere submarine elektrische Telegraphenlinien seither nur zu oft erfahren, sind in fast allen Fällen durch eine allmälige Abnahme der Isolation veranlasst worden. Bei der Ausbesserung dieser Linien fand man in der Regel, dass die Guttapercha an einzelnen Stellen durch die elek- trolytische Wirkung des zum Betriebe der Linie benutzten Stromes zerstört worden, und zwar an den Stellen, wo die Dicke der isolirenden Schicht von Hause aus geringer war als die durch- schnittliche, sei es in Folge irgend einer mechanischen Verletzung, sei es, wie häufiger der Fall war, in Folge einer Blase im Ma- terial, welche vom Wasser eingedrückt worden, oder in Folge einer excentrischen Lage des Drahtes. An solchen Stellen, wo die isolirende Guttaperchaschicht von gleichförmiger und genügender Dicke war, ist nie eine Zer- setzung oder theilweise Zerstörung des Materials wahrgenommen worden, selbst wenn die Linie Jahre lang in Betrieb gewesen. Die Schnelligkeit, mit der das Werk der Zerstörung an fehler- haften Stellen fortschreitet, hängt ganz von der Intensität und der Dauer des beim Betriebe der Linie angewendeten Stromes ab. In langen Linien treten, wegen des grösseren Widerstandes des metallischen Leiters, Störungen verhältnissmässig rascher ein. Ihr Fortschritt kann durch Anwendung schwacher und alterni-

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Zitationshilfe: Siemens, Werner von: Gesammelte Abhandlungen und Vorträge. Berlin, 1881, S. [215]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siemens_abhandlungen_1881/233>, abgerufen am 21.04.2019.