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Spener, Philipp Jakob: Theologische Bedencken. Bd. 1. Halle (Saale), 1700.

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ARTIC. VI. SECT. VI.
sich auff seine Praeceptores beruffe/ werde auch deroselben meinung und dero grün-
de wol gefast haben.

2. Welcher sich auff seine Praeceptores verlässet/ kan entweder solches un-
sträfflich thun/ oder auch also/ daß er darinnen nicht recht thäte. Dieses letzte
geschehe alsdenn/ wo er sich diß oder jenes zu statuiren liesse bewegen/ nicht durch
die rationes, welche über jegliche thesin seine Praeceptores aus GOttes wort zu
dero bestätigung anführten/ und er sie nach seiner prüffung gültig und überzeugend
befunden hätte/ sondern ohn geprüffet ihrer rationum allein um ihrer autoritet
willen. Dann weil damit sein beyfall und glauben ruhete auff menschen anse-
hen/ nicht aber/ wie es gleichwol seyn solte/ auff göttlichem wort und eigener
überzeugung der wahrheit/ würde solches zwar nicht ein köhler glaube seyn/
aber dannoch der Papisten principio/ welche der kirchen um dero autoritet wil-
len glauben/ gantz nahe treten. Daß erste aber geschiehet damit/ wo er seine
Lehrer danckbarlich ansiehet als diejenige werckzeuge/ durch welche ihm GOTT
die wahrheit aus seinem wort habe deutlich zeigen lassen/ die er vielleicht ohne
ihre anzeige mit eigenem fleiß nicht also hätte finden können/ also solche die
nicht Herren über seinen glauben/ sondern gehülffen seiner freude 2. Cor. 1/ 24.
wären: wo er daher ihre lehr fleißig untersuchet/ und nach GOttes wort prüfet/
auch da er sie demselben gemäß findet/ derselben beypflichtet/ nicht um der mit-
telursach sondern eigenen göttlichen offenbahrung in der schrifft willen (siehe
Joh. 4/ 42.) wo er deswegen auch von der aus GOttes wort durch sie erkan-
ten wahrheit nicht abweichet/ und also ihre arbeit an sich gewandt nicht verge-
bens an sich seyn lässet. Dieses ist alle die ehre/ welche er bey sich seinen Praece-
ptoribus
erzeigen/ und sich so fern auff sie verlassen kan/ als die er der schrifft
gleich lehrend erkannt habe.

3. Also auch gegen andere kan er sich auff seine Praeceptores beruffen/ nicht
diejenige/ so ihm nicht beyfallen wolten/ dahin zu nöthigen/ daß sie derselben
meinung ungeprüffet annehmen müßten/ da wir doch keinem menschlichen lehrer
einige herrschafft über die gewissen zu gestatten haben/ sondern 1. dieselbe an sol-
che also zu weisen/ daß sie dero gründe und rationes ansehen und examiniren
solten/ um wie er selbs dardurch in seinem hertzen überzeuget worden/ zu einer
gleichen überzeugung zu kommen. 2. So dann wo jemand etwa gegen ihn mit den
waffen der autorität seiner eignen person/ oder auch anderer unserer kirchen-lehrer
streiten wolte/ denselben diese entgegen zu setzen. Da solches ein argumentum
kat' anthropon gegen diejenige seyn wird/ die durch die nahmen der lehrer andere
eintreiben wollen/ daß man gleiche wehr ihnen entgegen setzet.

4. Jst ein solcher lehrer von seiner meinung/ die er von seinen Praeceptoribus
gefast/ und derselben autorität vor sich hat/ aus anderer ansehen zu weichen ni[verlorenes Material - 2 Zeichen fehlen]t
verbunden/ es seye dann sache/ daß die ursachen und gründe/ worauf dieselbige ge-

bauet
d d 2

ARTIC. VI. SECT. VI.
ſich auff ſeine Præceptores beruffe/ werde auch deroſelben meinung und dero gruͤn-
de wol gefaſt haben.

2. Welcher ſich auff ſeine Præceptores verlaͤſſet/ kan entweder ſolches un-
ſtraͤfflich thun/ oder auch alſo/ daß er darinnen nicht recht thaͤte. Dieſes letzte
geſchehe alsdenn/ wo er ſich diß oder jenes zu ſtatuiren lieſſe bewegen/ nicht durch
die rationes, welche uͤber jegliche theſin ſeine Præceptores aus GOttes wort zu
dero beſtaͤtigung anfuͤhrten/ und er ſie nach ſeiner pruͤffung guͤltig und uͤberzeugend
befunden haͤtte/ ſondern ohn gepruͤffet ihrer rationum allein um ihrer autoritet
willen. Dann weil damit ſein beyfall und glauben ruhete auff menſchen anſe-
hen/ nicht aber/ wie es gleichwol ſeyn ſolte/ auff goͤttlichem wort und eigener
uͤberzeugung der wahrheit/ wuͤrde ſolches zwar nicht ein koͤhler glaube ſeyn/
aber dannoch der Papiſten principio/ welche der kirchen um dero autoritet wil-
len glauben/ gantz nahe treten. Daß erſte aber geſchiehet damit/ wo er ſeine
Lehrer danckbarlich anſiehet als diejenige werckzeuge/ durch welche ihm GOTT
die wahrheit aus ſeinem wort habe deutlich zeigen laſſen/ die er vielleicht ohne
ihre anzeige mit eigenem fleiß nicht alſo haͤtte finden koͤnnen/ alſo ſolche die
nicht Herren uͤber ſeinen glauben/ ſondern gehuͤlffen ſeiner freude 2. Cor. 1/ 24.
waͤren: wo er daher ihre lehr fleißig unterſuchet/ und nach GOttes wort pruͤfet/
auch da er ſie demſelben gemaͤß findet/ derſelben beypflichtet/ nicht um der mit-
telurſach ſondern eigenen goͤttlichen offenbahrung in der ſchrifft willen (ſiehe
Joh. 4/ 42.) wo er deswegen auch von der aus GOttes wort durch ſie erkan-
ten wahrheit nicht abweichet/ und alſo ihre arbeit an ſich gewandt nicht verge-
bens an ſich ſeyn laͤſſet. Dieſes iſt alle die ehre/ welche er bey ſich ſeinen Præce-
ptoribus
erzeigen/ und ſich ſo fern auff ſie verlaſſen kan/ als die er der ſchrifft
gleich lehrend erkannt habe.

3. Alſo auch gegen andere kan er ſich auff ſeine Præceptores beruffen/ nicht
diejenige/ ſo ihm nicht beyfallen wolten/ dahin zu noͤthigen/ daß ſie derſelben
meinung ungepruͤffet annehmen muͤßten/ da wir doch keinem menſchlichen lehrer
einige herrſchafft uͤber die gewiſſen zu geſtatten haben/ ſondern 1. dieſelbe an ſol-
che alſo zu weiſen/ daß ſie dero gruͤnde und rationes anſehen und examiniren
ſolten/ um wie er ſelbs dardurch in ſeinem hertzen uͤberzeuget worden/ zu einer
gleichen uͤberzeugung zu kommen. 2. So dann wo jemand etwa gegen ihn mit den
waffen der autoritaͤt ſeiner eignen perſon/ oder auch anderer unſerer kirchen-lehrer
ſtreiten wolte/ denſelben dieſe entgegen zu ſetzen. Da ſolches ein argumentum
κατ᾽ ἄνϑρωπον gegen diejenige ſeyn wird/ die durch die nahmen der lehrer andere
eintreiben wollen/ daß man gleiche wehr ihnen entgegen ſetzet.

4. Jſt ein ſolcher lehrer von ſeiner meinung/ die er von ſeinen Præceptoribus
gefaſt/ und derſelben autoritaͤt vor ſich hat/ aus anderer anſehen zu weichen ni[verlorenes Material – 2 Zeichen fehlen]t
verbunden/ es ſeye dann ſache/ daß die urſachen und gruͤnde/ worauf dieſelbige ge-

bauet
d d 2
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[111[211]/1011] ARTIC. VI. SECT. VI. ſich auff ſeine Præceptores beruffe/ werde auch deroſelben meinung und dero gruͤn- de wol gefaſt haben. 2. Welcher ſich auff ſeine Præceptores verlaͤſſet/ kan entweder ſolches un- ſtraͤfflich thun/ oder auch alſo/ daß er darinnen nicht recht thaͤte. Dieſes letzte geſchehe alsdenn/ wo er ſich diß oder jenes zu ſtatuiren lieſſe bewegen/ nicht durch die rationes, welche uͤber jegliche theſin ſeine Præceptores aus GOttes wort zu dero beſtaͤtigung anfuͤhrten/ und er ſie nach ſeiner pruͤffung guͤltig und uͤberzeugend befunden haͤtte/ ſondern ohn gepruͤffet ihrer rationum allein um ihrer autoritet willen. Dann weil damit ſein beyfall und glauben ruhete auff menſchen anſe- hen/ nicht aber/ wie es gleichwol ſeyn ſolte/ auff goͤttlichem wort und eigener uͤberzeugung der wahrheit/ wuͤrde ſolches zwar nicht ein koͤhler glaube ſeyn/ aber dannoch der Papiſten principio/ welche der kirchen um dero autoritet wil- len glauben/ gantz nahe treten. Daß erſte aber geſchiehet damit/ wo er ſeine Lehrer danckbarlich anſiehet als diejenige werckzeuge/ durch welche ihm GOTT die wahrheit aus ſeinem wort habe deutlich zeigen laſſen/ die er vielleicht ohne ihre anzeige mit eigenem fleiß nicht alſo haͤtte finden koͤnnen/ alſo ſolche die nicht Herren uͤber ſeinen glauben/ ſondern gehuͤlffen ſeiner freude 2. Cor. 1/ 24. waͤren: wo er daher ihre lehr fleißig unterſuchet/ und nach GOttes wort pruͤfet/ auch da er ſie demſelben gemaͤß findet/ derſelben beypflichtet/ nicht um der mit- telurſach ſondern eigenen goͤttlichen offenbahrung in der ſchrifft willen (ſiehe Joh. 4/ 42.) wo er deswegen auch von der aus GOttes wort durch ſie erkan- ten wahrheit nicht abweichet/ und alſo ihre arbeit an ſich gewandt nicht verge- bens an ſich ſeyn laͤſſet. Dieſes iſt alle die ehre/ welche er bey ſich ſeinen Præce- ptoribus erzeigen/ und ſich ſo fern auff ſie verlaſſen kan/ als die er der ſchrifft gleich lehrend erkannt habe. 3. Alſo auch gegen andere kan er ſich auff ſeine Præceptores beruffen/ nicht diejenige/ ſo ihm nicht beyfallen wolten/ dahin zu noͤthigen/ daß ſie derſelben meinung ungepruͤffet annehmen muͤßten/ da wir doch keinem menſchlichen lehrer einige herrſchafft uͤber die gewiſſen zu geſtatten haben/ ſondern 1. dieſelbe an ſol- che alſo zu weiſen/ daß ſie dero gruͤnde und rationes anſehen und examiniren ſolten/ um wie er ſelbs dardurch in ſeinem hertzen uͤberzeuget worden/ zu einer gleichen uͤberzeugung zu kommen. 2. So dann wo jemand etwa gegen ihn mit den waffen der autoritaͤt ſeiner eignen perſon/ oder auch anderer unſerer kirchen-lehrer ſtreiten wolte/ denſelben dieſe entgegen zu ſetzen. Da ſolches ein argumentum κατ᾽ ἄνϑρωπον gegen diejenige ſeyn wird/ die durch die nahmen der lehrer andere eintreiben wollen/ daß man gleiche wehr ihnen entgegen ſetzet. 4. Jſt ein ſolcher lehrer von ſeiner meinung/ die er von ſeinen Præceptoribus gefaſt/ und derſelben autoritaͤt vor ſich hat/ aus anderer anſehen zu weichen ni__t verbunden/ es ſeye dann ſache/ daß die urſachen und gruͤnde/ worauf dieſelbige ge- bauet d d 2

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Zitationshilfe: Spener, Philipp Jakob: Theologische Bedencken. Bd. 1. Halle (Saale), 1700, S. 111[211]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/spener_bedencken01_1700/1011>, abgerufen am 15.11.2019.