Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Spener, Philipp Jakob: Der innerliche und geistliche Friede. Frankfurt (Main), 1686.

Bild:
<< vorherige Seite


Das erste Capitel.
Der Friede GOttes gegen uns.
§. 1.

ALles das jenige/ was wir unter dem
nahmen des göttlichen friedens
begreiffen: hänget dermassen anein-
ander/ daß es in gewisser maaß eines ist/
oder doch eines auß dem andern fliesset. Jn
dessen weil wir eine sache nicht wol begreif-
fen können/ wo nicht das jenige/ so nur
etlicher massen unterschieden ist/ auch un-
terschieden vorgetragen wird/ und die sprü-
che der heiligen Schrifft/ darinnen des frie-
dens gedacht wird/ nicht gantz in einer ab-
sicht davon reden/ so haben wir billich
solchen frieden GOttes in unterschiedliche
arten abzutheilen/ und möchten wir son-
derlich sagen/ daß derselbe dreyerley seye.
1. Der friede GOttes mit uns/ 2.
unser friede mit GOTT/ 3. unser
friede in GOTT.
Der erste ist die gött-
liche gnade selbs/ dadurch er sich mit uns

befrie-


Das erſte Capitel.
Der Friede GOttes gegen uns.
§. 1.

ALles das jenige/ was wir unter dem
nahmen des goͤttlichen friedens
begreiffen: haͤnget dermaſſen anein-
ander/ daß es in gewiſſer maaß eines iſt/
oder doch eines auß dem andern flieſſet. Jn
deſſen weil wir eine ſache nicht wol begreif-
fen koͤnnen/ wo nicht das jenige/ ſo nur
etlicher maſſen unterſchieden iſt/ auch un-
terſchieden vorgetragen wird/ und die ſpruͤ-
che der heiligen Schrifft/ darinnen des frie-
dens gedacht wird/ nicht gantz in einer ab-
ſicht davon reden/ ſo haben wir billich
ſolchen frieden GOttes in unterſchiedliche
arten abzutheilen/ und moͤchten wir ſon-
derlich ſagen/ daß derſelbe dreyerley ſeye.
1. Der friede GOttes mit uns/ 2.
unſer friede mit GOTT/ 3. unſer
friede in GOTT.
Der erſte iſt die goͤtt-
liche gnade ſelbs/ dadurch er ſich mit uns

befrie-
<TEI xml:id="dtabf">
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0027" n="15"/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Das er&#x017F;te Capitel.<lb/>
Der Friede GOttes gegen uns.</hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 1.</head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">A</hi>Lles das jenige/ was wir unter dem<lb/>
nahmen des <hi rendition="#fr">go&#x0364;ttlichen friedens</hi><lb/>
begreiffen: ha&#x0364;nget derma&#x017F;&#x017F;en anein-<lb/>
ander/ daß es in gewi&#x017F;&#x017F;er maaß eines i&#x017F;t/<lb/>
oder doch eines auß dem andern flie&#x017F;&#x017F;et. Jn<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en weil wir eine &#x017F;ache nicht wol begreif-<lb/>
fen ko&#x0364;nnen/ wo nicht das jenige/ &#x017F;o nur<lb/>
etlicher ma&#x017F;&#x017F;en unter&#x017F;chieden i&#x017F;t/ auch un-<lb/>
ter&#x017F;chieden vorgetragen wird/ und die &#x017F;pru&#x0364;-<lb/>
che der heiligen Schrifft/ darinnen des frie-<lb/>
dens gedacht wird/ nicht gantz in einer ab-<lb/>
&#x017F;icht davon reden/ &#x017F;o haben wir billich<lb/>
&#x017F;olchen frieden GOttes in unter&#x017F;chiedliche<lb/>
arten abzutheilen/ und mo&#x0364;chten wir &#x017F;on-<lb/>
derlich &#x017F;agen/ daß der&#x017F;elbe dreyerley &#x017F;eye.<lb/><hi rendition="#fr">1. Der friede GOttes mit uns/ 2.<lb/>
un&#x017F;er friede mit GOTT/ 3. un&#x017F;er<lb/>
friede in GOTT.</hi> Der er&#x017F;te i&#x017F;t die go&#x0364;tt-<lb/>
liche gnade &#x017F;elbs/ dadurch er &#x017F;ich mit uns<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">befrie-</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[15/0027] Das erſte Capitel. Der Friede GOttes gegen uns. §. 1. ALles das jenige/ was wir unter dem nahmen des goͤttlichen friedens begreiffen: haͤnget dermaſſen anein- ander/ daß es in gewiſſer maaß eines iſt/ oder doch eines auß dem andern flieſſet. Jn deſſen weil wir eine ſache nicht wol begreif- fen koͤnnen/ wo nicht das jenige/ ſo nur etlicher maſſen unterſchieden iſt/ auch un- terſchieden vorgetragen wird/ und die ſpruͤ- che der heiligen Schrifft/ darinnen des frie- dens gedacht wird/ nicht gantz in einer ab- ſicht davon reden/ ſo haben wir billich ſolchen frieden GOttes in unterſchiedliche arten abzutheilen/ und moͤchten wir ſon- derlich ſagen/ daß derſelbe dreyerley ſeye. 1. Der friede GOttes mit uns/ 2. unſer friede mit GOTT/ 3. unſer friede in GOTT. Der erſte iſt die goͤtt- liche gnade ſelbs/ dadurch er ſich mit uns befrie-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686/27
Zitationshilfe: Spener, Philipp Jakob: Der innerliche und geistliche Friede. Frankfurt (Main), 1686, S. 15. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686/27>, abgerufen am 23.04.2019.