Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Spener, Philipp Jakob: Der innerliche und geistliche Friede. Frankfurt (Main), 1686.

Bild:
<< vorherige Seite

Psalm. 85/ 8. Justitia & pax sese oscula-
buntur:
Gerechtigkeit und friede
werden sich untereinander küssen.
Das ist/ zur zeit CHristi wird es so
lieblich und freundlich in der welt
zugehen: fürnemlich aber in den
hertzen der glaubigen/ das eitel
glaube und friede wird darinnen
vorhanden seyn. Ja daß sich glaube
und friede mit einander hertzen und
küssen werden. Der glaube wird
ein gefallen an seinem töchterlein ha-
ben/ das töchterlein wiederum ein
gefallen an seiner mutter. Die wer-
den sich untereinander freundlich
begegnen/ und lieblich zulachen/ sich
umfahen/ hertzen und küssen/ in
grosser freude JEsu Christi. Denn
wenn man glaubet/ daß man ge-
recht ist für GOtt/ so hat man auch
friede mit GOtt
/ Rom. 5.

§. 7.

Lasset uns nun sehen die mittel/ da-
durch wir zu diesem frieden gelangen/ und
darinnen beharren/ und auch wachsen mö-
gen/ das ist/ daß unser hertz sich beruhige
in dem vertrauen und liebe GOttes/ vor-
nehmlich mit einer empfindlichkeit. So

mag

Pſalm. 85/ 8. Juſtitia & pax ſeſe oſcula-
buntur:
Gerechtigkeit und friede
werden ſich untereinander kuͤſſen.
Das iſt/ zur zeit CHriſti wird es ſo
lieblich und freundlich in der welt
zugehen: fuͤrnemlich aber in den
hertzen der glaubigen/ das eitel
glaube und friede wird darinnen
vorhanden ſeyn. Ja daß ſich glaube
und friede mit einander hertzen und
kuͤſſen werden. Der glaube wird
ein gefallen an ſeinem toͤchterlein ha-
ben/ das toͤchterlein wiederum ein
gefallen an ſeiner mutter. Die wer-
den ſich untereinander freundlich
begegnen/ und lieblich zulachen/ ſich
umfahen/ hertzen und kuͤſſen/ in
groſſer freude JEſu Chriſti. Denn
wenn man glaubet/ daß man ge-
recht iſt fuͤr GOtt/ ſo hat man auch
friede mit GOtt
/ Rom. 5.

§. 7.

Laſſet uns nun ſehen die mittel/ da-
durch wir zu dieſem frieden gelangen/ und
darinnen beharren/ und auch wachſen moͤ-
gen/ das iſt/ daß unſer hertz ſich beruhige
in dem vertrauen und liebe GOttes/ vor-
nehmlich mit einer empfindlichkeit. So

mag
<TEI xml:id="dtabf">
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0055" n="43"/>
P&#x017F;alm. 85/ 8. <hi rendition="#aq">Ju&#x017F;titia &amp; pax &#x017F;e&#x017F;e o&#x017F;cula-<lb/>
buntur:</hi> <hi rendition="#fr">Gerechtigkeit und friede<lb/>
werden &#x017F;ich untereinander ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en.<lb/>
Das i&#x017F;t/ zur zeit CHri&#x017F;ti wird es &#x017F;o<lb/>
lieblich und freundlich in der welt<lb/>
zugehen: fu&#x0364;rnemlich aber in den<lb/>
hertzen der glaubigen/ das eitel<lb/>
glaube und friede wird darinnen<lb/>
vorhanden &#x017F;eyn. Ja daß &#x017F;ich glaube<lb/>
und friede mit einander hertzen und<lb/>
ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en werden. Der glaube wird<lb/>
ein gefallen an &#x017F;einem to&#x0364;chterlein ha-<lb/>
ben/ das to&#x0364;chterlein wiederum ein<lb/>
gefallen an &#x017F;einer mutter. Die wer-<lb/>
den &#x017F;ich untereinander freundlich<lb/>
begegnen/ und lieblich zulachen/ &#x017F;ich<lb/>
umfahen/ hertzen und ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ in<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;er freude JE&#x017F;u Chri&#x017F;ti. Denn<lb/>
wenn man glaubet/ daß man ge-<lb/>
recht i&#x017F;t fu&#x0364;r GOtt/ &#x017F;o hat man auch<lb/>
friede mit GOtt</hi>/ Rom. 5.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 7.</head>
          <p>La&#x017F;&#x017F;et uns nun &#x017F;ehen die mittel/ da-<lb/>
durch wir zu die&#x017F;em frieden gelangen/ und<lb/>
darinnen beharren/ und auch wach&#x017F;en mo&#x0364;-<lb/>
gen/ das i&#x017F;t/ daß un&#x017F;er hertz &#x017F;ich beruhige<lb/>
in dem vertrauen und liebe GOttes/ vor-<lb/>
nehmlich mit einer empfindlichkeit. So<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">mag</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[43/0055] Pſalm. 85/ 8. Juſtitia & pax ſeſe oſcula- buntur: Gerechtigkeit und friede werden ſich untereinander kuͤſſen. Das iſt/ zur zeit CHriſti wird es ſo lieblich und freundlich in der welt zugehen: fuͤrnemlich aber in den hertzen der glaubigen/ das eitel glaube und friede wird darinnen vorhanden ſeyn. Ja daß ſich glaube und friede mit einander hertzen und kuͤſſen werden. Der glaube wird ein gefallen an ſeinem toͤchterlein ha- ben/ das toͤchterlein wiederum ein gefallen an ſeiner mutter. Die wer- den ſich untereinander freundlich begegnen/ und lieblich zulachen/ ſich umfahen/ hertzen und kuͤſſen/ in groſſer freude JEſu Chriſti. Denn wenn man glaubet/ daß man ge- recht iſt fuͤr GOtt/ ſo hat man auch friede mit GOtt/ Rom. 5. §. 7. Laſſet uns nun ſehen die mittel/ da- durch wir zu dieſem frieden gelangen/ und darinnen beharren/ und auch wachſen moͤ- gen/ das iſt/ daß unſer hertz ſich beruhige in dem vertrauen und liebe GOttes/ vor- nehmlich mit einer empfindlichkeit. So mag

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686/55
Zitationshilfe: Spener, Philipp Jakob: Der innerliche und geistliche Friede. Frankfurt (Main), 1686, S. 43. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686/55>, abgerufen am 21.04.2019.