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Spener, Philipp Jakob: Der innerliche und geistliche Friede. Frankfurt (Main), 1686.

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vermehrung solches friedens in sich erlan-
get; Und wäre also den jenigen/ welche in
anfechtung wegen deß mangels der em-
pfindlichkeit solches friedens stehen/ dieses
sehr nützlich/ wo sie auch offt von andern
glaubigen mitbrüdern besprochen/ gnade
und friede ihnen angewünsehet/ und sie da-
hin verwisen würden/ solches nicht gering
zuhalten: da es nicht ohne nutzen abgehen
würde.

§. 17.

Wie zu dem Göttlichen Wort
allezeit die heilige Sacramenten als dessen
siegel gehören/ also haben wir sie auch
hier nicht zu trennen/ daher wir als
das dritte mittel der stärckung dieses in-
nerlichen friedens anführen die heilige
Tauff/
nicht zwar ob müßte dieselbige
mehrmal widerholet werden/ da es doch
an dem einmaligen bunde/ den GOTT
darinnen mit uns gemacht hat/ genug ist:
sondern wie dieselbe fleissig betrachtet/ und
damit derselbigen einmalige krafft immer
bey uns erneuret wird. Dann weil der
gedachte bund GOttes in der Tauff/ nicht
auff eine gewisse zeit mit uns gemachet wird/
sondern das gantze leben durch währet/ so
gar daß den jenigen/ die auch auß demsel-

ben

vermehrung ſolches friedens in ſich erlan-
get; Und waͤre alſo den jenigen/ welche in
anfechtung wegen deß mangels der em-
pfindlichkeit ſolches friedens ſtehen/ dieſes
ſehr nuͤtzlich/ wo ſie auch offt von andern
glaubigen mitbruͤdern beſprochen/ gnade
und friede ihnen angewuͤnſehet/ und ſie da-
hin verwiſen wuͤrden/ ſolches nicht gering
zuhalten: da es nicht ohne nutzen abgehen
wuͤrde.

§. 17.

Wie zu dem Goͤttlichen Wort
allezeit die heilige Sacramenten als deſſen
ſiegel gehoͤren/ alſo haben wir ſie auch
hier nicht zu trennen/ daher wir als
das dritte mittel der ſtaͤrckung dieſes in-
nerlichen friedens anfuͤhren die heilige
Tauff/
nicht zwar ob muͤßte dieſelbige
mehrmal widerholet werden/ da es doch
an dem einmaligen bunde/ den GOTT
darinnen mit uns gemacht hat/ genug iſt:
ſondern wie dieſelbe fleiſſig betrachtet/ und
damit derſelbigen einmalige krafft immer
bey uns erneuret wird. Dann weil der
gedachte bund GOttes in der Tauff/ nicht
auff eine gewiſſe zeit mit uns gemachet wird/
ſondern das gantze leben durch waͤhret/ ſo
gar daß den jenigen/ die auch auß demſel-

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[72/0084] vermehrung ſolches friedens in ſich erlan- get; Und waͤre alſo den jenigen/ welche in anfechtung wegen deß mangels der em- pfindlichkeit ſolches friedens ſtehen/ dieſes ſehr nuͤtzlich/ wo ſie auch offt von andern glaubigen mitbruͤdern beſprochen/ gnade und friede ihnen angewuͤnſehet/ und ſie da- hin verwiſen wuͤrden/ ſolches nicht gering zuhalten: da es nicht ohne nutzen abgehen wuͤrde. §. 17. Wie zu dem Goͤttlichen Wort allezeit die heilige Sacramenten als deſſen ſiegel gehoͤren/ alſo haben wir ſie auch hier nicht zu trennen/ daher wir als das dritte mittel der ſtaͤrckung dieſes in- nerlichen friedens anfuͤhren die heilige Tauff/ nicht zwar ob muͤßte dieſelbige mehrmal widerholet werden/ da es doch an dem einmaligen bunde/ den GOTT darinnen mit uns gemacht hat/ genug iſt: ſondern wie dieſelbe fleiſſig betrachtet/ und damit derſelbigen einmalige krafft immer bey uns erneuret wird. Dann weil der gedachte bund GOttes in der Tauff/ nicht auff eine gewiſſe zeit mit uns gemachet wird/ ſondern das gantze leben durch waͤhret/ ſo gar daß den jenigen/ die auch auß demſel- ben

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Zitationshilfe: Spener, Philipp Jakob: Der innerliche und geistliche Friede. Frankfurt (Main), 1686, S. 72. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/spener_friede_1686/84>, abgerufen am 20.04.2019.