Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852.

Bild:
<< vorherige Seite
Die Stadt.
Um grauen Strand, am grauen Meer,
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel deckt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

9
Die Stadt.
Um grauen Strand, am grauen Meer,
Und ſeitab liegt die Stadt;
Der Nebel deckt die Dächer ſchwer,
Und durch die Stille brauſt das Meer
Eintönig um die Stadt.
Es rauſcht kein Wald, es ſchlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbſtesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

9
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <pb facs="#f0139" n="129"/>
            </div>
          </div>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Die Stadt.</hi><lb/>
            </head>
            <lg type="poem">
              <lg n="1">
                <l><hi rendition="#in">U</hi>m grauen Strand, am grauen Meer,</l><lb/>
                <l>Und &#x017F;eitab liegt die Stadt;</l><lb/>
                <l>Der Nebel deckt die Dächer &#x017F;chwer,</l><lb/>
                <l>Und durch die Stille brau&#x017F;t das Meer</l><lb/>
                <l>Eintönig um die Stadt.</l><lb/>
              </lg>
              <lg n="2">
                <l>Es rau&#x017F;cht kein Wald, es &#x017F;chlägt im Mai</l><lb/>
                <l>Kein Vogel ohn' Unterlaß;</l><lb/>
                <l>Die Wandergans mit hartem Schrei</l><lb/>
                <l>Nur fliegt in Herb&#x017F;tesnacht vorbei,</l><lb/>
                <l>Am Strande weht das Gras.</l><lb/>
              </lg>
              <lg n="3">
                <l>Doch hängt mein ganzes Herz an dir,</l><lb/>
                <l>Du graue Stadt am Meer;</l><lb/>
                <l>Der Jugend Zauber für und für</l><lb/>
                <l>Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,</l><lb/>
                <l>Du graue Stadt am Meer.</l><lb/>
              </lg>
            </lg>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <fw type="sig" place="bottom">9<lb/></fw>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[129/0139] Die Stadt. Um grauen Strand, am grauen Meer, Und ſeitab liegt die Stadt; Der Nebel deckt die Dächer ſchwer, Und durch die Stille brauſt das Meer Eintönig um die Stadt. Es rauſcht kein Wald, es ſchlägt im Mai Kein Vogel ohn' Unterlaß; Die Wandergans mit hartem Schrei Nur fliegt in Herbſtesnacht vorbei, Am Strande weht das Gras. Doch hängt mein ganzes Herz an dir, Du graue Stadt am Meer; Der Jugend Zauber für und für Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir, Du graue Stadt am Meer. 9

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/139
Zitationshilfe: Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852, S. 129. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/139>, abgerufen am 20.04.2019.