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Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852.

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Käuzlein.
Da sitzt der Kauz im Ulmenbaum,
Und heult und heult im Ulmenbaum.
Die Welt hat für uns beide Raum!
Was heult der Kauz im Ulmenbaum
Von Sterben und von Sterben?
Und über'n Weg die Nachtigall,
Genüber pfeift die Nachtigall.
O weh, die Lieb' ist gangen all!
Was pfeift so süß die Nachtigall
Von Liebe und von Liebe?
Zur Rechten hell ein Liebeslied,
Zur Linken grell ein Sterbelied!
Ach, bleibt denn nichts, wenn Liebe schied,
Denn nichts, als nur ein Sterbelied
Kaum wegbreit noch hinüber?

Käuzlein.
Da ſitzt der Kauz im Ulmenbaum,
Und heult und heult im Ulmenbaum.
Die Welt hat für uns beide Raum!
Was heult der Kauz im Ulmenbaum
Von Sterben und von Sterben?
Und über'n Weg die Nachtigall,
Genüber pfeift die Nachtigall.
O weh, die Lieb' iſt gangen all!
Was pfeift ſo ſüß die Nachtigall
Von Liebe und von Liebe?
Zur Rechten hell ein Liebeslied,
Zur Linken grell ein Sterbelied!
Ach, bleibt denn nichts, wenn Liebe ſchied,
Denn nichts, als nur ein Sterbelied
Kaum wegbreit noch hinüber?

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[148/0158] Käuzlein. Da ſitzt der Kauz im Ulmenbaum, Und heult und heult im Ulmenbaum. Die Welt hat für uns beide Raum! Was heult der Kauz im Ulmenbaum Von Sterben und von Sterben? Und über'n Weg die Nachtigall, Genüber pfeift die Nachtigall. O weh, die Lieb' iſt gangen all! Was pfeift ſo ſüß die Nachtigall Von Liebe und von Liebe? Zur Rechten hell ein Liebeslied, Zur Linken grell ein Sterbelied! Ach, bleibt denn nichts, wenn Liebe ſchied, Denn nichts, als nur ein Sterbelied Kaum wegbreit noch hinüber?

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Zitationshilfe: Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852, S. 148. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/158>, abgerufen am 20.04.2019.