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Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.

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Moralische Oden.
An den April.

Bey Gelegenheit
Einer, auf Jhro Hochfürstl. Durchl.
des Herrn Herzogs zu Sachsen-Gotha

und Altenburg höchsterfreutem Gebuhrts-Fest
1745 angestellten prächtigen Erleuchtung der
mittagwärts gelegenen Gallerie des
Schloßhofes.

April! du Blumen-Wiederbringer!
Du Stifter unsrer Fröhlichkeit!
Wie gern wär ich dein Lob-Besinger,
Gern hätt ich dir ein Lied geweiht;
Jedoch dein wandelbar Gesichte
Jst diesesmahl so runzelnvoll,
Daß dich mein feuriges Gedichte
Jm Ernst nicht mehr erhitzen soll.
Wie? haben wir für dein Geschenke
Dir nicht vielleicht genug gedankt?
Da doch, so viel ich rückwärts denke,
Des Volkes Herze nie gewankt;
Ein Herze, das bey ieden Schlägen
Der Sinnlichkeit entzückend lehrt;
Was für ein ungemeiner Segen
Mit dir beständig wiederkehrt.
O!
Moraliſche Oden.
An den April.

Bey Gelegenheit
Einer, auf Jhro Hochfuͤrſtl. Durchl.
des Herrn Herzogs zu Sachſen-Gotha

und Altenburg hoͤchſterfreutem Gebuhrts-Feſt
1745 angeſtellten praͤchtigen Erleuchtung der
mittagwaͤrts gelegenen Gallerie des
Schloßhofes.

April! du Blumen-Wiederbringer!
Du Stifter unſrer Froͤhlichkeit!
Wie gern waͤr ich dein Lob-Beſinger,
Gern haͤtt ich dir ein Lied geweiht;
Jedoch dein wandelbar Geſichte
Jſt dieſesmahl ſo runzelnvoll,
Daß dich mein feuriges Gedichte
Jm Ernſt nicht mehr erhitzen ſoll.
Wie? haben wir fuͤr dein Geſchenke
Dir nicht vielleicht genug gedankt?
Da doch, ſo viel ich ruͤckwaͤrts denke,
Des Volkes Herze nie gewankt;
Ein Herze, das bey ieden Schlaͤgen
Der Sinnlichkeit entzuͤckend lehrt;
Was fuͤr ein ungemeiner Segen
Mit dir beſtaͤndig wiederkehrt.
O!
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[191/0211] Moraliſche Oden. An den April. Bey Gelegenheit Einer, auf Jhro Hochfuͤrſtl. Durchl. des Herrn Herzogs zu Sachſen-Gotha und Altenburg hoͤchſterfreutem Gebuhrts-Feſt 1745 angeſtellten praͤchtigen Erleuchtung der mittagwaͤrts gelegenen Gallerie des Schloßhofes. April! du Blumen-Wiederbringer! Du Stifter unſrer Froͤhlichkeit! Wie gern waͤr ich dein Lob-Beſinger, Gern haͤtt ich dir ein Lied geweiht; Jedoch dein wandelbar Geſichte Jſt dieſesmahl ſo runzelnvoll, Daß dich mein feuriges Gedichte Jm Ernſt nicht mehr erhitzen ſoll. Wie? haben wir fuͤr dein Geſchenke Dir nicht vielleicht genug gedankt? Da doch, ſo viel ich ruͤckwaͤrts denke, Des Volkes Herze nie gewankt; Ein Herze, das bey ieden Schlaͤgen Der Sinnlichkeit entzuͤckend lehrt; Was fuͤr ein ungemeiner Segen Mit dir beſtaͤndig wiederkehrt. O!

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Zitationshilfe: Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749, S. 191. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/suppius_oden_1749/211>, abgerufen am 26.04.2019.