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Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.

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Viertes Buch.
Auf die
Hochfreyherrlich-Bachovische
und
von Ditfurtische
Verbindung zu Gotha
den 24 May 1746.
Jch soll der Liebe Macht besingen;
O Himmel! welch ein neues Lied!
Entzücken muß es, reizend klingen,
So, daß es Herzen an sich zieht;
Jch Aermster! der von Menschen ferne,
Mich selbst noch erst versuchen lerne
Mit meiner Feldschallmeye Ton;
Wer kann, den Vorsatz zu erzielen,
Wohl zärtlicher als Sappho spielen,
Wer schöner als Anakreon?
Du Göttin bist es! Wunderschöne!
Du Göttin von der kleinen Welt,
Die heute meine schlechten Töne
Durch holde Reizung unterhält;
Bezwingerin gerührter Herzen,
Hier brennen schon die Hochzeitkerzen,
Auf! eile! komm! erscheine mir!
Laß dich von deinem Himmel nieder,
Sey itzt der Jnhalt meiner Lieder,
Die Ehrfurcht spielt! sie singt von dir!
Welch
Viertes Buch.
Auf die
Hochfreyherrlich-Bachoviſche
und
von Ditfurtiſche
Verbindung zu Gotha
den 24 May 1746.
Jch ſoll der Liebe Macht beſingen;
O Himmel! welch ein neues Lied!
Entzuͤcken muß es, reizend klingen,
So, daß es Herzen an ſich zieht;
Jch Aermſter! der von Menſchen ferne,
Mich ſelbſt noch erſt verſuchen lerne
Mit meiner Feldſchallmeye Ton;
Wer kann, den Vorſatz zu erzielen,
Wohl zaͤrtlicher als Sappho ſpielen,
Wer ſchoͤner als Anakreon?
Du Goͤttin biſt es! Wunderſchoͤne!
Du Goͤttin von der kleinen Welt,
Die heute meine ſchlechten Toͤne
Durch holde Reizung unterhaͤlt;
Bezwingerin geruͤhrter Herzen,
Hier brennen ſchon die Hochzeitkerzen,
Auf! eile! komm! erſcheine mir!
Laß dich von deinem Himmel nieder,
Sey itzt der Jnhalt meiner Lieder,
Die Ehrfurcht ſpielt! ſie ſingt von dir!
Welch
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[242/0262] Viertes Buch. Auf die Hochfreyherrlich-Bachoviſche und von Ditfurtiſche Verbindung zu Gotha den 24 May 1746. Jch ſoll der Liebe Macht beſingen; O Himmel! welch ein neues Lied! Entzuͤcken muß es, reizend klingen, So, daß es Herzen an ſich zieht; Jch Aermſter! der von Menſchen ferne, Mich ſelbſt noch erſt verſuchen lerne Mit meiner Feldſchallmeye Ton; Wer kann, den Vorſatz zu erzielen, Wohl zaͤrtlicher als Sappho ſpielen, Wer ſchoͤner als Anakreon? Du Goͤttin biſt es! Wunderſchoͤne! Du Goͤttin von der kleinen Welt, Die heute meine ſchlechten Toͤne Durch holde Reizung unterhaͤlt; Bezwingerin geruͤhrter Herzen, Hier brennen ſchon die Hochzeitkerzen, Auf! eile! komm! erſcheine mir! Laß dich von deinem Himmel nieder, Sey itzt der Jnhalt meiner Lieder, Die Ehrfurcht ſpielt! ſie ſingt von dir! Welch

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Zitationshilfe: Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749, S. 242. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/suppius_oden_1749/262>, abgerufen am 20.04.2019.