Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Swedenborg, Emanuel: Auserlesene Schriften. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1776.

Bild:
<< vorherige Seite
Von den Geistern und
Von den Geistern und Einwohnern
des Monds.

Einige Geister erscheinen über dem Haupt,
und es liessen sich von dannen Stimmen
wie Donner hören, denn ihre Stimmen tönten
nicht anderst, als wie Donner aus den Wol-
ken nach den Blitzen, ich hielte dafür, daß
es eine grosse Menge Geister wäre, welche durch
Kunst, Stimmen mit einem so starken Laut
von sich hören lassen konnten. Die etwas ein-
fältige Geister, die bey mir waren, lachten sie
aus, worüber ich mich sehr verwunderte; die
Ursach dieses Spottes wurde bald endeckt, sie
war diese: daß die Geister, welche töneten,
nicht viel, sondern wenig, und auch klein wie
Knaben waren, und daß sie ihnen vorher durch
solche Getöse einen Schrecken eingejagt haben,
und doch keinen Schaden zufügen könnten. Da-
mit ich wüßte, wie sie beschaffen wären, lies-
sen sich einige von der Höhe, wo sie töneten,
herab, und es trug zum verwundern einer den
andern auf dem Rücken, und so näherten sich
je zween und zween zu mir; sie liessen sich in kei-
nem unfeinen Angesicht sehen, es war aber
länger als das Angesicht der übrigen Geister,
ihre Statur war gleich der Grösse eines Kna-
ben von 7 Jahren, aber von stärkerm Leibe,
es waren also kleine Menschen. Mir wurde
von Engeln gesagt, daß sie aus dem Mond

waren.
Von den Geiſtern und
Von den Geiſtern und Einwohnern
des Monds.

Einige Geiſter erſcheinen über dem Haupt,
und es lieſſen ſich von dannen Stimmen
wie Donner hören, denn ihre Stimmen tönten
nicht anderſt, als wie Donner aus den Wol-
ken nach den Blitzen, ich hielte dafür, daß
es eine groſſe Menge Geiſter wäre, welche durch
Kunſt, Stimmen mit einem ſo ſtarken Laut
von ſich hören laſſen konnten. Die etwas ein-
fältige Geiſter, die bey mir waren, lachten ſie
aus, worüber ich mich ſehr verwunderte; die
Urſach dieſes Spottes wurde bald endeckt, ſie
war dieſe: daß die Geiſter, welche töneten,
nicht viel, ſondern wenig, und auch klein wie
Knaben waren, und daß ſie ihnen vorher durch
ſolche Getöſe einen Schrecken eingejagt haben,
und doch keinen Schaden zufügen könnten. Da-
mit ich wüßte, wie ſie beſchaffen wären, lieſ-
ſen ſich einige von der Höhe, wo ſie töneten,
herab, und es trug zum verwundern einer den
andern auf dem Rücken, und ſo näherten ſich
je zween und zween zu mir; ſie lieſſen ſich in kei-
nem unfeinen Angeſicht ſehen, es war aber
länger als das Angeſicht der übrigen Geiſter,
ihre Statur war gleich der Gröſſe eines Kna-
ben von 7 Jahren, aber von ſtärkerm Leibe,
es waren alſo kleine Menſchen. Mir wurde
von Engeln geſagt, daß ſie aus dem Mond

waren.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0202" n="198"/>
          <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Von den Gei&#x017F;tern und</hi> </fw><lb/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#b">Von den Gei&#x017F;tern und Einwohnern</hi><lb/>
des Monds.</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">E</hi>inige Gei&#x017F;ter er&#x017F;cheinen über dem Haupt,<lb/>
und es lie&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ich von dannen Stimmen<lb/>
wie Donner hören, denn ihre Stimmen tönten<lb/>
nicht ander&#x017F;t, als wie Donner aus den Wol-<lb/>
ken nach den Blitzen, ich hielte dafür, daß<lb/>
es eine gro&#x017F;&#x017F;e Menge Gei&#x017F;ter wäre, welche durch<lb/>
Kun&#x017F;t, Stimmen mit einem &#x017F;o &#x017F;tarken Laut<lb/>
von &#x017F;ich hören la&#x017F;&#x017F;en konnten. Die etwas ein-<lb/>
fältige Gei&#x017F;ter, die bey mir waren, lachten &#x017F;ie<lb/>
aus, worüber ich mich &#x017F;ehr verwunderte; die<lb/>
Ur&#x017F;ach die&#x017F;es Spottes wurde bald endeckt, &#x017F;ie<lb/>
war die&#x017F;e: daß die Gei&#x017F;ter, welche töneten,<lb/>
nicht viel, &#x017F;ondern wenig, und auch klein wie<lb/>
Knaben waren, und daß &#x017F;ie ihnen vorher durch<lb/>
&#x017F;olche Getö&#x017F;e einen Schrecken eingejagt haben,<lb/>
und doch keinen Schaden zufügen könnten. Da-<lb/>
mit ich wüßte, wie &#x017F;ie be&#x017F;chaffen wären, lie&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en &#x017F;ich einige von der Höhe, wo &#x017F;ie töneten,<lb/>
herab, und es trug zum verwundern einer den<lb/>
andern auf dem Rücken, und &#x017F;o näherten &#x017F;ich<lb/>
je zween und zween zu mir; &#x017F;ie lie&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ich in kei-<lb/>
nem unfeinen Ange&#x017F;icht &#x017F;ehen, es war aber<lb/>
länger als das Ange&#x017F;icht der übrigen Gei&#x017F;ter,<lb/>
ihre Statur war gleich der Grö&#x017F;&#x017F;e eines Kna-<lb/>
ben von 7 Jahren, aber von &#x017F;tärkerm Leibe,<lb/>
es waren al&#x017F;o kleine Men&#x017F;chen. Mir wurde<lb/>
von Engeln ge&#x017F;agt, daß &#x017F;ie aus dem Mond<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">waren.</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[198/0202] Von den Geiſtern und Von den Geiſtern und Einwohnern des Monds. Einige Geiſter erſcheinen über dem Haupt, und es lieſſen ſich von dannen Stimmen wie Donner hören, denn ihre Stimmen tönten nicht anderſt, als wie Donner aus den Wol- ken nach den Blitzen, ich hielte dafür, daß es eine groſſe Menge Geiſter wäre, welche durch Kunſt, Stimmen mit einem ſo ſtarken Laut von ſich hören laſſen konnten. Die etwas ein- fältige Geiſter, die bey mir waren, lachten ſie aus, worüber ich mich ſehr verwunderte; die Urſach dieſes Spottes wurde bald endeckt, ſie war dieſe: daß die Geiſter, welche töneten, nicht viel, ſondern wenig, und auch klein wie Knaben waren, und daß ſie ihnen vorher durch ſolche Getöſe einen Schrecken eingejagt haben, und doch keinen Schaden zufügen könnten. Da- mit ich wüßte, wie ſie beſchaffen wären, lieſ- ſen ſich einige von der Höhe, wo ſie töneten, herab, und es trug zum verwundern einer den andern auf dem Rücken, und ſo näherten ſich je zween und zween zu mir; ſie lieſſen ſich in kei- nem unfeinen Angeſicht ſehen, es war aber länger als das Angeſicht der übrigen Geiſter, ihre Statur war gleich der Gröſſe eines Kna- ben von 7 Jahren, aber von ſtärkerm Leibe, es waren alſo kleine Menſchen. Mir wurde von Engeln geſagt, daß ſie aus dem Mond waren.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/swedenborg_schriften03_1776
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/swedenborg_schriften03_1776/202
Zitationshilfe: Swedenborg, Emanuel: Auserlesene Schriften. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1776, S. 198. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/swedenborg_schriften03_1776/202>, abgerufen am 13.08.2020.