Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Swedenborg, Emanuel: Auserlesene Schriften. Bd. 4. Frankfurt (Main), 1776.

Bild:
<< vorherige Seite

welche von vorigen unterschieden.
jedes in Ordnung, und zwar diß beständig,
zu bringen ist, kann es nicht anders seyn,
als daß unsäglich vieles da vorhanden seyn
muß, welches niemal in eines Menschen Jdee
gekommen ist, und weil einer von der Hölle,
so wie von dem Himmel, kaum einen als
nur einigen dunklen Vegriff sich gemacht hat,
so kann es nicht anders seyn, als daß ihm
dieses fremd und wundersam vorkommen
wird, insonderheit deß wegen, weil man meynt,
die Geister haben keine Empfindung (Sensum)
da sie doch eine stärkere als die Menschen ha-
ben; auch von den bösen Geistern wird ih-
nen, durch auf der Welt unbekannte Kunst-
griffe, ein Sensus beygebracht, fast wie ein
leiblicher, der aber viel grösser ist.

Von dem Himmel und von der
himmlischen Freude.

Was der Himmel und die himmlische Freu-
de sey, weiß noch niemand: Diejeni-
gen, welche daran gedacht haben, haben sich
einen so gemeinen und so groben Begriff ge-
macht, daß es kaum einer ist: Von den Gei-
stern, welche erst aus der Welt in das ande-
re Leben kommen, habe ich am besten erfah-
ren können, was sie sich für einen Begriff
von dem Himmel und der himmlischen Freu-
de gemacht haben; Dann wann sie sich selbst
überlassen werden, gleich als wann sie auf

der

welche von vorigen unterſchieden.
jedes in Ordnung, und zwar diß beſtaͤndig,
zu bringen iſt, kann es nicht anders ſeyn,
als daß unſaͤglich vieles da vorhanden ſeyn
muß, welches niemal in eines Menſchen Jdee
gekommen iſt, und weil einer von der Hoͤlle,
ſo wie von dem Himmel, kaum einen als
nur einigen dunklen Vegriff ſich gemacht hat,
ſo kann es nicht anders ſeyn, als daß ihm
dieſes fremd und wunderſam vorkommen
wird, inſonderheit deß wegen, weil man meynt,
die Geiſter haben keine Empfindung (Senſum)
da ſie doch eine ſtaͤrkere als die Menſchen ha-
ben; auch von den boͤſen Geiſtern wird ih-
nen, durch auf der Welt unbekannte Kunſt-
griffe, ein Senſus beygebracht, faſt wie ein
leiblicher, der aber viel groͤſſer iſt.

Von dem Himmel und von der
himmliſchen Freude.

Was der Himmel und die himmliſche Freu-
de ſey, weiß noch niemand: Diejeni-
gen, welche daran gedacht haben, haben ſich
einen ſo gemeinen und ſo groben Begriff ge-
macht, daß es kaum einer iſt: Von den Gei-
ſtern, welche erſt aus der Welt in das ande-
re Leben kommen, habe ich am beſten erfah-
ren koͤnnen, was ſie ſich fuͤr einen Begriff
von dem Himmel und der himmliſchen Freu-
de gemacht haben; Dann wann ſie ſich ſelbſt
uͤberlaſſen werden, gleich als wann ſie auf

der
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0191" n="191"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">welche von vorigen unter&#x017F;chieden.</hi></fw><lb/>
jedes in Ordnung, und zwar diß be&#x017F;ta&#x0364;ndig,<lb/>
zu bringen i&#x017F;t, kann es nicht anders &#x017F;eyn,<lb/>
als daß un&#x017F;a&#x0364;glich vieles da vorhanden &#x017F;eyn<lb/>
muß, welches niemal in eines Men&#x017F;chen Jdee<lb/>
gekommen i&#x017F;t, und weil einer von der Ho&#x0364;lle,<lb/>
&#x017F;o wie von dem Himmel, kaum einen als<lb/>
nur einigen dunklen Vegriff &#x017F;ich gemacht hat,<lb/>
&#x017F;o kann es nicht anders &#x017F;eyn, als daß ihm<lb/>
die&#x017F;es fremd und wunder&#x017F;am vorkommen<lb/>
wird, in&#x017F;onderheit deß wegen, weil man meynt,<lb/>
die Gei&#x017F;ter haben keine Empfindung (<hi rendition="#aq">Sen&#x017F;um</hi>)<lb/>
da &#x017F;ie doch eine &#x017F;ta&#x0364;rkere als die Men&#x017F;chen ha-<lb/>
ben; auch von den bo&#x0364;&#x017F;en Gei&#x017F;tern wird ih-<lb/>
nen, durch auf der Welt unbekannte Kun&#x017F;t-<lb/>
griffe, ein <hi rendition="#aq">Sen&#x017F;us</hi> beygebracht, fa&#x017F;t wie ein<lb/>
leiblicher, der aber viel gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;er i&#x017F;t.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Von dem Himmel und von der<lb/>
himmli&#x017F;chen Freude.</hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">W</hi>as der Himmel und die himmli&#x017F;che Freu-<lb/>
de &#x017F;ey, weiß noch niemand: Diejeni-<lb/>
gen, welche daran gedacht haben, haben &#x017F;ich<lb/>
einen &#x017F;o gemeinen und &#x017F;o groben Begriff ge-<lb/>
macht, daß es kaum einer i&#x017F;t: Von den Gei-<lb/>
&#x017F;tern, welche er&#x017F;t aus der Welt in das ande-<lb/>
re Leben kommen, habe ich am be&#x017F;ten erfah-<lb/>
ren ko&#x0364;nnen, was &#x017F;ie &#x017F;ich fu&#x0364;r einen Begriff<lb/>
von dem Himmel und der himmli&#x017F;chen Freu-<lb/>
de gemacht haben; Dann wann &#x017F;ie &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
u&#x0364;berla&#x017F;&#x017F;en werden, gleich als wann &#x017F;ie auf<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">der</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[191/0191] welche von vorigen unterſchieden. jedes in Ordnung, und zwar diß beſtaͤndig, zu bringen iſt, kann es nicht anders ſeyn, als daß unſaͤglich vieles da vorhanden ſeyn muß, welches niemal in eines Menſchen Jdee gekommen iſt, und weil einer von der Hoͤlle, ſo wie von dem Himmel, kaum einen als nur einigen dunklen Vegriff ſich gemacht hat, ſo kann es nicht anders ſeyn, als daß ihm dieſes fremd und wunderſam vorkommen wird, inſonderheit deß wegen, weil man meynt, die Geiſter haben keine Empfindung (Senſum) da ſie doch eine ſtaͤrkere als die Menſchen ha- ben; auch von den boͤſen Geiſtern wird ih- nen, durch auf der Welt unbekannte Kunſt- griffe, ein Senſus beygebracht, faſt wie ein leiblicher, der aber viel groͤſſer iſt. Von dem Himmel und von der himmliſchen Freude. Was der Himmel und die himmliſche Freu- de ſey, weiß noch niemand: Diejeni- gen, welche daran gedacht haben, haben ſich einen ſo gemeinen und ſo groben Begriff ge- macht, daß es kaum einer iſt: Von den Gei- ſtern, welche erſt aus der Welt in das ande- re Leben kommen, habe ich am beſten erfah- ren koͤnnen, was ſie ſich fuͤr einen Begriff von dem Himmel und der himmliſchen Freu- de gemacht haben; Dann wann ſie ſich ſelbſt uͤberlaſſen werden, gleich als wann ſie auf der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/swedenborg_schriften04_1776
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/swedenborg_schriften04_1776/191
Zitationshilfe: Swedenborg, Emanuel: Auserlesene Schriften. Bd. 4. Frankfurt (Main), 1776, S. 191. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/swedenborg_schriften04_1776/191>, abgerufen am 22.04.2019.