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Thaer, Albrecht: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Bd. 3. Berlin, 1812.

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Abwässerung.

Die kleine Insel L, ein vormaliger Sumpf, ist durch den Auswurf des her-
umgehenden Kanals erhöhet und mit Pappeln bepflanzt worden; wodurch auch die
untere Gegend bei Q völlig entwässert worden (der hier angelegte Kanal ist ver-
muthlich ein Wasserbehälter für die Mühle).

P war ein Morast, worin nichts wuchs, weil der Grund nicht höher als der
Wasserspiegel war. Durch die darin gezogenen Gräben ist er um 8 Zoll erhöhet,
und hat nur einen Abzug an der niedrigsten Stelle G. (Warum hat man hier nicht
einen Durchstich gemacht?)

Das Revier H, welches vormals ganz morastig war, hat jetzt einen prächti-
gen Rasen, und ist mit Pappeln bepflanzt.

Das umliegende Ackerland Q Q Q Q ist um 15 bis 18 Fuß höher als die
Wiese.

§. 264.

Desselben
zweiter Fall,
vergl. Taf.
IV.
Die Wiese A A war vormals ein Morast wegen des mangelnden Abzuges,
und diente nur auf einzelnen höhern Stellen bei der trockensten Jahreszeit dreien
benachbarten Gemeinden zur ungesunden Viehweide. Durch eine einfache und
sehr wenig kostspielige Einrichtung hat man eine Wiese von ungefähr 70 Arpents
(140 Morgen) gewonnen, welche das vortrefflichste Heu liefert, und dann dem
Vieh zur reichen Weide dient. Der umliegende Acker D D D D war 8 bis 9 Fuß
höher, und die Ufer des Flusses Croust 6 bis 7 Fuß, so daß sie nirgends
Abzug hatte.

Der Fluß Rouillon, obgleich beträchtlich entfernt, gab Gelegenheit, diese
Wiese trocken zu legen. Man legte eine von Steinen aufgemauerte Leitung F F
unter dem Flusse Croust durch, und zog einen Graben I durch eine andere Wiese
E E von 8 Fuß Breite durch, der das sämmtliche Wasser aus dem durch die Mitte
der Wiese A gehenden Hauptgraben aufnimmt und in den Rouillon führt.

Vor Ausführung dieser Operation mußte eine Verhandlung über die Thei-
lung dieser sumpfigten Fläche, die keinem gehörte, vorhergehen. Die zwei grän-
zenden Gutsherren und drei Gemeinden kamen sehr bald überein, und jeder bekam
seinen Antheil. Crette de Paluel fielen 14 Arpents davon zu.


Abwaͤſſerung.

Die kleine Inſel L, ein vormaliger Sumpf, iſt durch den Auswurf des her-
umgehenden Kanals erhoͤhet und mit Pappeln bepflanzt worden; wodurch auch die
untere Gegend bei Q voͤllig entwaͤſſert worden (der hier angelegte Kanal iſt ver-
muthlich ein Waſſerbehaͤlter fuͤr die Muͤhle).

P war ein Moraſt, worin nichts wuchs, weil der Grund nicht hoͤher als der
Waſſerſpiegel war. Durch die darin gezogenen Graͤben iſt er um 8 Zoll erhoͤhet,
und hat nur einen Abzug an der niedrigſten Stelle G. (Warum hat man hier nicht
einen Durchſtich gemacht?)

Das Revier H, welches vormals ganz moraſtig war, hat jetzt einen praͤchti-
gen Raſen, und iſt mit Pappeln bepflanzt.

Das umliegende Ackerland Q Q Q Q iſt um 15 bis 18 Fuß hoͤher als die
Wieſe.

§. 264.

Deſſelben
zweiter Fall,
vergl. Taf.
IV.
Die Wieſe A A war vormals ein Moraſt wegen des mangelnden Abzuges,
und diente nur auf einzelnen hoͤhern Stellen bei der trockenſten Jahreszeit dreien
benachbarten Gemeinden zur ungeſunden Viehweide. Durch eine einfache und
ſehr wenig koſtſpielige Einrichtung hat man eine Wieſe von ungefaͤhr 70 Arpents
(140 Morgen) gewonnen, welche das vortrefflichſte Heu liefert, und dann dem
Vieh zur reichen Weide dient. Der umliegende Acker D D D D war 8 bis 9 Fuß
hoͤher, und die Ufer des Fluſſes Crouſt 6 bis 7 Fuß, ſo daß ſie nirgends
Abzug hatte.

Der Fluß Rouillon, obgleich betraͤchtlich entfernt, gab Gelegenheit, dieſe
Wieſe trocken zu legen. Man legte eine von Steinen aufgemauerte Leitung F F
unter dem Fluſſe Crouſt durch, und zog einen Graben I durch eine andere Wieſe
E E von 8 Fuß Breite durch, der das ſaͤmmtliche Waſſer aus dem durch die Mitte
der Wieſe A gehenden Hauptgraben aufnimmt und in den Rouillon fuͤhrt.

Vor Ausfuͤhrung dieſer Operation mußte eine Verhandlung uͤber die Thei-
lung dieſer ſumpfigten Flaͤche, die keinem gehoͤrte, vorhergehen. Die zwei graͤn-
zenden Gutsherren und drei Gemeinden kamen ſehr bald uͤberein, und jeder bekam
ſeinen Antheil. Cretté de Paluel fielen 14 Arpents davon zu.


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[172/0194] Abwaͤſſerung. Die kleine Inſel L, ein vormaliger Sumpf, iſt durch den Auswurf des her- umgehenden Kanals erhoͤhet und mit Pappeln bepflanzt worden; wodurch auch die untere Gegend bei Q voͤllig entwaͤſſert worden (der hier angelegte Kanal iſt ver- muthlich ein Waſſerbehaͤlter fuͤr die Muͤhle). P war ein Moraſt, worin nichts wuchs, weil der Grund nicht hoͤher als der Waſſerſpiegel war. Durch die darin gezogenen Graͤben iſt er um 8 Zoll erhoͤhet, und hat nur einen Abzug an der niedrigſten Stelle G. (Warum hat man hier nicht einen Durchſtich gemacht?) Das Revier H, welches vormals ganz moraſtig war, hat jetzt einen praͤchti- gen Raſen, und iſt mit Pappeln bepflanzt. Das umliegende Ackerland Q Q Q Q iſt um 15 bis 18 Fuß hoͤher als die Wieſe. §. 264. Die Wieſe A A war vormals ein Moraſt wegen des mangelnden Abzuges, und diente nur auf einzelnen hoͤhern Stellen bei der trockenſten Jahreszeit dreien benachbarten Gemeinden zur ungeſunden Viehweide. Durch eine einfache und ſehr wenig koſtſpielige Einrichtung hat man eine Wieſe von ungefaͤhr 70 Arpents (140 Morgen) gewonnen, welche das vortrefflichſte Heu liefert, und dann dem Vieh zur reichen Weide dient. Der umliegende Acker D D D D war 8 bis 9 Fuß hoͤher, und die Ufer des Fluſſes Crouſt 6 bis 7 Fuß, ſo daß ſie nirgends Abzug hatte. Deſſelben zweiter Fall, vergl. Taf. IV. Der Fluß Rouillon, obgleich betraͤchtlich entfernt, gab Gelegenheit, dieſe Wieſe trocken zu legen. Man legte eine von Steinen aufgemauerte Leitung F F unter dem Fluſſe Crouſt durch, und zog einen Graben I durch eine andere Wieſe E E von 8 Fuß Breite durch, der das ſaͤmmtliche Waſſer aus dem durch die Mitte der Wieſe A gehenden Hauptgraben aufnimmt und in den Rouillon fuͤhrt. Vor Ausfuͤhrung dieſer Operation mußte eine Verhandlung uͤber die Thei- lung dieſer ſumpfigten Flaͤche, die keinem gehoͤrte, vorhergehen. Die zwei graͤn- zenden Gutsherren und drei Gemeinden kamen ſehr bald uͤberein, und jeder bekam ſeinen Antheil. Cretté de Paluel fielen 14 Arpents davon zu.

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Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Bd. 3. Berlin, 1812, S. 172. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_landwirthschaft03_1810/194>, abgerufen am 16.12.2018.