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Thaer, Albrecht: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Bd. 4. Berlin, 1812.

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Die Ernte.
den. Man hat sie von sehr verschiedener Stärke, und zum Triebe mit Wasser,
mit Wind, mit 6, 4 und 2 Pferden eingerichtet. Ihr Mechanismus ist compli-
zirt aber dauerhaft. Deshalb ist sie kostbar jedoch zu sehr billigen Preisen zu
Friedrichswerk auf Seeland ausgeboten; nämlich die größte und complizirteste
Art zu 6 Pferden für 510 Rthlr., die kleinste zu 2 Pferden für 180 Rthlr. Sie
drischt sehr rein und nach Verhältniß ihrer verschiedenen Stärke sehr schnell aus.
Das einzige was man ihr vorwirft, ist, daß sie das Stroh zerknickt, wodurch es
aber zur Fütterung und Einstreuung eher verbessert als verschlechtert und nur zu
anderm Gebrauch untauglich wird. Bei der Organisation unserer Wirthschaften,
wo das Dreschen ein nothwendiger Wintererwerb unserer Arbeiter bleiben muß,
können Dreschmühlen freilich nur zum Abdreschen eines Theils gebraucht, aber zur
Förderung der Arbeit in gewissen Zeiten doch höchst nutzbar werden.

§. 45.

Aufbewah-
rang des
Korns.
Die Aufbewahrung des Korns geschiehet bei uns auf Böden, die mehrentheils
über Wohngebäude, am besten über offene Schuppen angelegt sind. In sehr großen
Wirthschaften hat man besondere Magazingebäude. Ueber ihre Einrichtung siehe:

Die beste Art Kornmagazine und Fruchtboden anzulegen etc. eine Preisschrift
(von Dillinger). Hannover 1768.

Cancrin vom Bau der vortheilhaftesten den Wurmfraß nicht ausgesetzten
Fruchtmagazine. Frankfurt am Main 1792.

Meinerts landwirthschaftliche Bauwissenschaft Th. I.

Gilly Handbuch der Landbaukunst Th. III. Abth. I. Herausgegeben von
Friderici 1811. S. 202.

Zur langen Aufbewahrung großer Getreidevorräthe schicken sich die in Rußland
und Schweden aufgeführten massiven Gebäude am besten, in welchen die Kornbehälter,
wie Schornsteine, von oben bis unten hinab gehen und ganz voll geschüttet, dann
oben gegen den Zutritt der Luft fest verschlossen werden. Man leeret sie unten und
dann einen solchen Behälter auf einmal aus: das Korn muß aber, wo nicht ge-
dörret, doch sehr ausgetrocknet seyn, bevor es aufgeschüttet wird.

Entwurf eines Kornmagazins, welches gegen Ungeziefer und Feuersgefahr
völlig gesichert ist, von Engelmann, in den Abhandlungen der ökonomischen Gesell-
schaft zu Petersburg Bd. I.


Die Ernte.
den. Man hat ſie von ſehr verſchiedener Staͤrke, und zum Triebe mit Waſſer,
mit Wind, mit 6, 4 und 2 Pferden eingerichtet. Ihr Mechanismus iſt compli-
zirt aber dauerhaft. Deshalb iſt ſie koſtbar jedoch zu ſehr billigen Preiſen zu
Friedrichswerk auf Seeland ausgeboten; naͤmlich die groͤßte und complizirteſte
Art zu 6 Pferden fuͤr 510 Rthlr., die kleinſte zu 2 Pferden fuͤr 180 Rthlr. Sie
driſcht ſehr rein und nach Verhaͤltniß ihrer verſchiedenen Staͤrke ſehr ſchnell aus.
Das einzige was man ihr vorwirft, iſt, daß ſie das Stroh zerknickt, wodurch es
aber zur Fuͤtterung und Einſtreuung eher verbeſſert als verſchlechtert und nur zu
anderm Gebrauch untauglich wird. Bei der Organiſation unſerer Wirthſchaften,
wo das Dreſchen ein nothwendiger Wintererwerb unſerer Arbeiter bleiben muß,
koͤnnen Dreſchmuͤhlen freilich nur zum Abdreſchen eines Theils gebraucht, aber zur
Foͤrderung der Arbeit in gewiſſen Zeiten doch hoͤchſt nutzbar werden.

§. 45.

Aufbewah-
rang des
Korns.
Die Aufbewahrung des Korns geſchiehet bei uns auf Boͤden, die mehrentheils
uͤber Wohngebaͤude, am beſten uͤber offene Schuppen angelegt ſind. In ſehr großen
Wirthſchaften hat man beſondere Magazingebaͤude. Ueber ihre Einrichtung ſiehe:

Die beſte Art Kornmagazine und Fruchtboden anzulegen ꝛc. eine Preisſchrift
(von Dillinger). Hannover 1768.

Cancrin vom Bau der vortheilhafteſten den Wurmfraß nicht ausgeſetzten
Fruchtmagazine. Frankfurt am Main 1792.

Meinerts landwirthſchaftliche Bauwiſſenſchaft Th. I.

Gilly Handbuch der Landbaukunſt Th. III. Abth. I. Herausgegeben von
Friderici 1811. S. 202.

Zur langen Aufbewahrung großer Getreidevorraͤthe ſchicken ſich die in Rußland
und Schweden aufgefuͤhrten maſſiven Gebaͤude am beſten, in welchen die Kornbehaͤlter,
wie Schornſteine, von oben bis unten hinab gehen und ganz voll geſchuͤttet, dann
oben gegen den Zutritt der Luft feſt verſchloſſen werden. Man leeret ſie unten und
dann einen ſolchen Behaͤlter auf einmal aus: das Korn muß aber, wo nicht ge-
doͤrret, doch ſehr ausgetrocknet ſeyn, bevor es aufgeſchuͤttet wird.

Entwurf eines Kornmagazins, welches gegen Ungeziefer und Feuersgefahr
voͤllig geſichert iſt, von Engelmann, in den Abhandlungen der oͤkonomiſchen Geſell-
ſchaft zu Petersburg Bd. I.


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[46/0070] Die Ernte. den. Man hat ſie von ſehr verſchiedener Staͤrke, und zum Triebe mit Waſſer, mit Wind, mit 6, 4 und 2 Pferden eingerichtet. Ihr Mechanismus iſt compli- zirt aber dauerhaft. Deshalb iſt ſie koſtbar jedoch zu ſehr billigen Preiſen zu Friedrichswerk auf Seeland ausgeboten; naͤmlich die groͤßte und complizirteſte Art zu 6 Pferden fuͤr 510 Rthlr., die kleinſte zu 2 Pferden fuͤr 180 Rthlr. Sie driſcht ſehr rein und nach Verhaͤltniß ihrer verſchiedenen Staͤrke ſehr ſchnell aus. Das einzige was man ihr vorwirft, iſt, daß ſie das Stroh zerknickt, wodurch es aber zur Fuͤtterung und Einſtreuung eher verbeſſert als verſchlechtert und nur zu anderm Gebrauch untauglich wird. Bei der Organiſation unſerer Wirthſchaften, wo das Dreſchen ein nothwendiger Wintererwerb unſerer Arbeiter bleiben muß, koͤnnen Dreſchmuͤhlen freilich nur zum Abdreſchen eines Theils gebraucht, aber zur Foͤrderung der Arbeit in gewiſſen Zeiten doch hoͤchſt nutzbar werden. §. 45. Die Aufbewahrung des Korns geſchiehet bei uns auf Boͤden, die mehrentheils uͤber Wohngebaͤude, am beſten uͤber offene Schuppen angelegt ſind. In ſehr großen Wirthſchaften hat man beſondere Magazingebaͤude. Ueber ihre Einrichtung ſiehe: Aufbewah- rang des Korns. Die beſte Art Kornmagazine und Fruchtboden anzulegen ꝛc. eine Preisſchrift (von Dillinger). Hannover 1768. Cancrin vom Bau der vortheilhafteſten den Wurmfraß nicht ausgeſetzten Fruchtmagazine. Frankfurt am Main 1792. Meinerts landwirthſchaftliche Bauwiſſenſchaft Th. I. Gilly Handbuch der Landbaukunſt Th. III. Abth. I. Herausgegeben von Friderici 1811. S. 202. Zur langen Aufbewahrung großer Getreidevorraͤthe ſchicken ſich die in Rußland und Schweden aufgefuͤhrten maſſiven Gebaͤude am beſten, in welchen die Kornbehaͤlter, wie Schornſteine, von oben bis unten hinab gehen und ganz voll geſchuͤttet, dann oben gegen den Zutritt der Luft feſt verſchloſſen werden. Man leeret ſie unten und dann einen ſolchen Behaͤlter auf einmal aus: das Korn muß aber, wo nicht ge- doͤrret, doch ſehr ausgetrocknet ſeyn, bevor es aufgeſchuͤttet wird. Entwurf eines Kornmagazins, welches gegen Ungeziefer und Feuersgefahr voͤllig geſichert iſt, von Engelmann, in den Abhandlungen der oͤkonomiſchen Geſell- ſchaft zu Petersburg Bd. I.

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Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Bd. 4. Berlin, 1812, S. 46. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_landwirthschaft04_1812/70>, abgerufen am 18.10.2018.