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Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815.

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Anfangs hielt ich mehrere gute Zuchtstuten
daselbst, die die Arbeit verrichteten; aber die
Pferdezucht verunglückte aus Mangel verständi-
ger Aufsicht. Jetzt sind nur einige Absetzer da,
die kein Korn bekommen. Zur Frühjahrsbestel-
lung, die in Möglin sehr leicht ist, gehen die
Ochsen zur Hülfe hinunter.

Das Jungvieh wird dort aufgezogen, sobald
es hier abgesetzt ist. Es wird dann, seinem
Werthe nach, Königshof zugeschrieben, und wenn
es wieder herauf kommt, wird ihm der Werth
wiederum berechnet. Dann wird im Winter viel
Mastvieh daselbst aufgestellt. Kühe werden gar
nicht, nicht einmal für den Haushalt, daselbst
gehalten.

Königshof hat allerdings Möglin mit Heu
und Stroh unterstützt. Diese Unterstützung ist
aber nicht beträchtlich und hat immer mehr ab-
genommen.

Folgendes ist von Königshof an Heu ge-
liefert worden:

im Jahre 1805     1212 Centner.
" " 1806     1032 "
" " 1807     880 "
" " 1808     847 "
" " 1809     620 "

Anfangs hielt ich mehrere gute Zuchtſtuten
daſelbſt, die die Arbeit verrichteten; aber die
Pferdezucht verungluͤckte aus Mangel verſtaͤndi-
ger Aufſicht. Jetzt ſind nur einige Abſetzer da,
die kein Korn bekommen. Zur Fruͤhjahrsbeſtel-
lung, die in Moͤglin ſehr leicht iſt, gehen die
Ochſen zur Huͤlfe hinunter.

Das Jungvieh wird dort aufgezogen, ſobald
es hier abgeſetzt iſt. Es wird dann, ſeinem
Werthe nach, Koͤnigshof zugeſchrieben, und wenn
es wieder herauf kommt, wird ihm der Werth
wiederum berechnet. Dann wird im Winter viel
Maſtvieh daſelbſt aufgeſtellt. Kuͤhe werden gar
nicht, nicht einmal fuͤr den Haushalt, daſelbſt
gehalten.

Koͤnigshof hat allerdings Moͤglin mit Heu
und Stroh unterſtuͤtzt. Dieſe Unterſtuͤtzung iſt
aber nicht betraͤchtlich und hat immer mehr ab-
genommen.

Folgendes iſt von Koͤnigshof an Heu ge-
liefert worden:

im Jahre 1805     1212 Centner.
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[196/0213] Anfangs hielt ich mehrere gute Zuchtſtuten daſelbſt, die die Arbeit verrichteten; aber die Pferdezucht verungluͤckte aus Mangel verſtaͤndi- ger Aufſicht. Jetzt ſind nur einige Abſetzer da, die kein Korn bekommen. Zur Fruͤhjahrsbeſtel- lung, die in Moͤglin ſehr leicht iſt, gehen die Ochſen zur Huͤlfe hinunter. Das Jungvieh wird dort aufgezogen, ſobald es hier abgeſetzt iſt. Es wird dann, ſeinem Werthe nach, Koͤnigshof zugeſchrieben, und wenn es wieder herauf kommt, wird ihm der Werth wiederum berechnet. Dann wird im Winter viel Maſtvieh daſelbſt aufgeſtellt. Kuͤhe werden gar nicht, nicht einmal fuͤr den Haushalt, daſelbſt gehalten. Koͤnigshof hat allerdings Moͤglin mit Heu und Stroh unterſtuͤtzt. Dieſe Unterſtuͤtzung iſt aber nicht betraͤchtlich und hat immer mehr ab- genommen. Folgendes iſt von Koͤnigshof an Heu ge- liefert worden: im Jahre 1805 1212 Centner. ″ ″ 1806 1032 ″ ″ ″ 1807 880 ″ ″ ″ 1808 847 ″ ″ ″ 1809 620 ″

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Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815, S. 196. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815/213>, abgerufen am 20.04.2019.