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Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815.

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jetzt schon öffentlich bekannt gemacht; was ich
sonst noch einige Jahre würde verschoben haben.
Doch sollen sie allerdings auch den würdigen
Männern zur Erinnerung dienen, die sich hier
früher zu rationellen Landwirthen bildeten, und
ihnen den Erfolg von dem nachweisen, was zu
ihrer Zeit hier geschah.

Von dem laufenden Jahre 1815 will ich
jetzt, nach vollendeter Ernte, noch folgendes über
den Einschnitt hinzufügen, nachdem ich über die
Fruchtbarkeit des Jahres in hiesiger Gegend ei-
niges bemerklich gemacht haben werde.

Wenn man in anderen Gegenden schon früh
über zu regnigte Witterung klagte, so hatten wir
hier nur den trüben Himmel, den Wind und die
Kälte davon. Von der Mitte des April bis
zum 10ten Junius war hier nur einmal, am
15ten Mai, einige Stunden lang ein naßma-
chender Regen gefallen; denn leichte Gestöber er-
frischten auch nicht einmal die Oberfläche, weil
der strenge Wind, der sie begleitete und darauf
folgte, auch jede Spur von Feuchtigkeit weg-
nahm. Es dauerte lange, bevor die um Jo-
hannis erfolgenden Regen die Erde auf einige
Zoll tief sättigen konnten. Dabei war es immer
kalt, und noch in den ersten Tagen des Julius

jetzt ſchon oͤffentlich bekannt gemacht; was ich
ſonſt noch einige Jahre wuͤrde verſchoben haben.
Doch ſollen ſie allerdings auch den wuͤrdigen
Maͤnnern zur Erinnerung dienen, die ſich hier
fruͤher zu rationellen Landwirthen bildeten, und
ihnen den Erfolg von dem nachweiſen, was zu
ihrer Zeit hier geſchah.

Von dem laufenden Jahre 1815 will ich
jetzt, nach vollendeter Ernte, noch folgendes uͤber
den Einſchnitt hinzufuͤgen, nachdem ich uͤber die
Fruchtbarkeit des Jahres in hieſiger Gegend ei-
niges bemerklich gemacht haben werde.

Wenn man in anderen Gegenden ſchon fruͤh
uͤber zu regnigte Witterung klagte, ſo hatten wir
hier nur den truͤben Himmel, den Wind und die
Kaͤlte davon. Von der Mitte des April bis
zum 10ten Junius war hier nur einmal, am
15ten Mai, einige Stunden lang ein naßma-
chender Regen gefallen; denn leichte Geſtoͤber er-
friſchten auch nicht einmal die Oberflaͤche, weil
der ſtrenge Wind, der ſie begleitete und darauf
folgte, auch jede Spur von Feuchtigkeit weg-
nahm. Es dauerte lange, bevor die um Jo-
hannis erfolgenden Regen die Erde auf einige
Zoll tief ſaͤttigen konnten. Dabei war es immer
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[317/0334] jetzt ſchon oͤffentlich bekannt gemacht; was ich ſonſt noch einige Jahre wuͤrde verſchoben haben. Doch ſollen ſie allerdings auch den wuͤrdigen Maͤnnern zur Erinnerung dienen, die ſich hier fruͤher zu rationellen Landwirthen bildeten, und ihnen den Erfolg von dem nachweiſen, was zu ihrer Zeit hier geſchah. Von dem laufenden Jahre 1815 will ich jetzt, nach vollendeter Ernte, noch folgendes uͤber den Einſchnitt hinzufuͤgen, nachdem ich uͤber die Fruchtbarkeit des Jahres in hieſiger Gegend ei- niges bemerklich gemacht haben werde. Wenn man in anderen Gegenden ſchon fruͤh uͤber zu regnigte Witterung klagte, ſo hatten wir hier nur den truͤben Himmel, den Wind und die Kaͤlte davon. Von der Mitte des April bis zum 10ten Junius war hier nur einmal, am 15ten Mai, einige Stunden lang ein naßma- chender Regen gefallen; denn leichte Geſtoͤber er- friſchten auch nicht einmal die Oberflaͤche, weil der ſtrenge Wind, der ſie begleitete und darauf folgte, auch jede Spur von Feuchtigkeit weg- nahm. Es dauerte lange, bevor die um Jo- hannis erfolgenden Regen die Erde auf einige Zoll tief ſaͤttigen konnten. Dabei war es immer kalt, und noch in den erſten Tagen des Julius

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Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815, S. 317. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815/334>, abgerufen am 25.04.2019.