Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Thomasius, Christian: Einleitung zu der Vernunfft-Lehre. Halle (Saale), 1691.

Bild:
<< vorherige Seite

Classen warer u. warscheinl. Dinge.
vermögend sey/ des andern seine Gedancken/
wenn er auch noch so sehre dieselben zu ver-
bergen sucht/ mit einen solchen Grad der
Wahrscheinligkeit/ die unstreitigen War-
heiten an nächsten kömmt/ grösten theils zu
erkennen.

88. Er weiß/ daß wenn er sich selbsten recht
hat kennen lernen/ er einen andern/ der sich
darinnen nicht geübet/ besser und gewisser
kennet/ als dieser sich selbst.

89. Endlich so weiß er/ daß er durch diese
Wissenschafft seines und eines anderen Nu-
tzen zu wege bringen/ seines und eines andern
Schaden verhüten/ und mit einem Wort die
allgemeine Menschliche Glückseeligkeit be-
fördern
könne.

Das 12. Hauptstück.
Von denen Mitteln/ auch der
Art und Weise neue Warhei-
ten zuerfinden.
Jnnhalt.

Connexion n. 1. 2. Was neue Warheiten seyn/ n. 3. 4. 5. 6.
Dieselbigen werden durch die natürliche Würckung des
wohl eingerichteten Verstandes erfunden/ n. 7. 8. Ver-
gebene Mühe der Philosophen, neu Warheiten durch

die
R 4

Claſſen warer u. warſcheinl. Dinge.
vermoͤgend ſey/ des andern ſeine Gedancken/
wenn er auch noch ſo ſehre dieſelben zu ver-
bergen ſucht/ mit einen ſolchen Grad der
Wahrſcheinligkeit/ die unſtreitigen War-
heiten an naͤchſten koͤmmt/ groͤſten theils zu
erkennen.

88. Er weiß/ daß wenn er ſich ſelbſten recht
hat kennen lernen/ er einen andern/ der ſich
darinnen nicht geuͤbet/ beſſer und gewiſſer
kennet/ als dieſer ſich ſelbſt.

89. Endlich ſo weiß er/ daß er durch dieſe
Wiſſenſchafft ſeines und eines anderen Nu-
tzen zu wege bringen/ ſeines und eines andern
Schaden verhuͤten/ und mit einem Wort die
allgemeine Menſchliche Gluͤckſeeligkeit be-
foͤrdern
koͤnne.

Das 12. Hauptſtuͤck.
Von denen Mitteln/ auch der
Art und Weiſe neue Warhei-
ten zuerfinden.
Jnnhalt.

Connexion n. 1. 2. Was neue Warheiten ſeyn/ n. 3. 4. 5. 6.
Dieſelbigen werden durch die natuͤrliche Wuͤrckung des
wohl eingerichteten Verſtandes erfunden/ n. 7. 8. Ver-
gebene Muͤhe der Philoſophen, neu Warheiten durch

die
R 4
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0281" n="263"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Cla&#x017F;&#x017F;en warer u. war&#x017F;cheinl. Dinge.</hi></fw><lb/>
vermo&#x0364;gend &#x017F;ey/ des andern &#x017F;eine <hi rendition="#fr">Gedancken/</hi><lb/>
wenn er auch noch &#x017F;o &#x017F;ehre die&#x017F;elben zu ver-<lb/>
bergen &#x017F;ucht/ mit einen &#x017F;olchen Grad der<lb/><hi rendition="#fr">Wahr&#x017F;cheinligkeit/</hi> die un&#x017F;treitigen War-<lb/>
heiten <hi rendition="#fr">an na&#x0364;ch&#x017F;ten</hi> ko&#x0364;mmt/ gro&#x0364;&#x017F;ten theils zu<lb/>
erkennen.</p><lb/>
        <p>88. Er weiß/ daß wenn er &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;ten recht<lb/>
hat kennen lernen/ er <hi rendition="#fr">einen andern/</hi> der &#x017F;ich<lb/>
darinnen nicht geu&#x0364;bet/ be&#x017F;&#x017F;er und <hi rendition="#fr">gewi&#x017F;&#x017F;er<lb/>
kennet/ als die&#x017F;er &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t.</hi></p><lb/>
        <p>89. Endlich &#x017F;o weiß er/ daß er durch die&#x017F;e<lb/>
Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chafft &#x017F;eines und eines anderen Nu-<lb/>
tzen zu wege bringen/ &#x017F;eines und eines andern<lb/>
Schaden verhu&#x0364;ten/ und mit einem Wort die<lb/><hi rendition="#fr">allgemeine Men&#x017F;chliche Glu&#x0364;ck&#x017F;eeligkeit be-<lb/>
fo&#x0364;rdern</hi> ko&#x0364;nne.</p>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Das 12. Haupt&#x017F;tu&#x0364;ck.<lb/>
Von denen Mitteln/ auch der<lb/>
Art und Wei&#x017F;e neue Warhei-<lb/>
ten zuerfinden.</hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Jnnhalt.</hi> </head>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="contents">
        <p><hi rendition="#aq">Connexion <hi rendition="#i">n.</hi></hi><hi rendition="#i">1. 2.</hi> Was neue Warheiten &#x017F;eyn/ <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">n.</hi></hi> 3. 4. 5. 6.<lb/>
Die&#x017F;elbigen werden durch die natu&#x0364;rliche Wu&#x0364;rckung des<lb/>
wohl eingerichteten Ver&#x017F;tandes erfunden/ <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">n.</hi></hi> 7. 8. Ver-<lb/>
gebene Mu&#x0364;he der <hi rendition="#aq">Philo&#x017F;ophen,</hi> neu Warheiten durch<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">R 4</fw><fw place="bottom" type="catch">die</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[263/0281] Claſſen warer u. warſcheinl. Dinge. vermoͤgend ſey/ des andern ſeine Gedancken/ wenn er auch noch ſo ſehre dieſelben zu ver- bergen ſucht/ mit einen ſolchen Grad der Wahrſcheinligkeit/ die unſtreitigen War- heiten an naͤchſten koͤmmt/ groͤſten theils zu erkennen. 88. Er weiß/ daß wenn er ſich ſelbſten recht hat kennen lernen/ er einen andern/ der ſich darinnen nicht geuͤbet/ beſſer und gewiſſer kennet/ als dieſer ſich ſelbſt. 89. Endlich ſo weiß er/ daß er durch dieſe Wiſſenſchafft ſeines und eines anderen Nu- tzen zu wege bringen/ ſeines und eines andern Schaden verhuͤten/ und mit einem Wort die allgemeine Menſchliche Gluͤckſeeligkeit be- foͤrdern koͤnne. Das 12. Hauptſtuͤck. Von denen Mitteln/ auch der Art und Weiſe neue Warhei- ten zuerfinden. Jnnhalt. Connexion n. 1. 2. Was neue Warheiten ſeyn/ n. 3. 4. 5. 6. Dieſelbigen werden durch die natuͤrliche Wuͤrckung des wohl eingerichteten Verſtandes erfunden/ n. 7. 8. Ver- gebene Muͤhe der Philoſophen, neu Warheiten durch die R 4

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_einleitungvernufftlehre_1691
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_einleitungvernufftlehre_1691/281
Zitationshilfe: Thomasius, Christian: Einleitung zu der Vernunfft-Lehre. Halle (Saale), 1691, S. 263. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_einleitungvernufftlehre_1691/281>, abgerufen am 26.05.2020.