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Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 2. Berlin, 1812.

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Däumchen.
ster zu lassen, und ein Glück, daß uns Niemand
dabei überrascht hat.
Peter. Ach, was werden unsre Eltern dazu
sagen, wenn sie die erschrecklichen Geschichten er-
fahren?
Thoms. Jetzt laßt uns laufen, was wir
können, daß wir irgendwo hin kommen, wo der
Wüthrich uns nicht mehr findet, oder unter Men-
schen, wo wir sicher sind.
Peter. Komm, lieber kleiner Bruder, ich
will dich ein Weilchen tragen, weil du mit deinen
Beinchen keine sonderliche Schritte machen kannst.
Nun rasch, rasch, schnell fort, und still, daß der
Satan dort uns etwa nicht noch hört.
(gehn ab.)


Fünfte Scene.
(Die Hütte.)


Leidgast kommt mit dem Messer.
Ich bin wohl ein rechter Narr, daß ich bis
morgen warten will, ich kann sie ja wenigstens ab-
schlachten, und den einen verzehren, um zu kosten,
wie sie thun, so bleiben gerade für unsre Gesell-
schaft noch sechs. Gleich will ich hinauf und das
gute Werk verrichten.
(geht ab.)
Malwina kommt mit Licht.
Malwina. Was ihm nur heut ist! Er ist
Daͤumchen.
ſter zu laſſen, und ein Gluͤck, daß uns Niemand
dabei uͤberraſcht hat.
Peter. Ach, was werden unſre Eltern dazu
ſagen, wenn ſie die erſchrecklichen Geſchichten er-
fahren?
Thoms. Jetzt laßt uns laufen, was wir
koͤnnen, daß wir irgendwo hin kommen, wo der
Wuͤthrich uns nicht mehr findet, oder unter Men-
ſchen, wo wir ſicher ſind.
Peter. Komm, lieber kleiner Bruder, ich
will dich ein Weilchen tragen, weil du mit deinen
Beinchen keine ſonderliche Schritte machen kannſt.
Nun raſch, raſch, ſchnell fort, und ſtill, daß der
Satan dort uns etwa nicht noch hoͤrt.
(gehn ab.)


Fuͤnfte Scene.
(Die Huͤtte.)


Leidgaſt kommt mit dem Meſſer.
Ich bin wohl ein rechter Narr, daß ich bis
morgen warten will, ich kann ſie ja wenigſtens ab-
ſchlachten, und den einen verzehren, um zu koſten,
wie ſie thun, ſo bleiben gerade fuͤr unſre Geſell-
ſchaft noch ſechs. Gleich will ich hinauf und das
gute Werk verrichten.
(geht ab.)
Malwina kommt mit Licht.
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[509/0518] Daͤumchen. ſter zu laſſen, und ein Gluͤck, daß uns Niemand dabei uͤberraſcht hat. Peter. Ach, was werden unſre Eltern dazu ſagen, wenn ſie die erſchrecklichen Geſchichten er- fahren? Thoms. Jetzt laßt uns laufen, was wir koͤnnen, daß wir irgendwo hin kommen, wo der Wuͤthrich uns nicht mehr findet, oder unter Men- ſchen, wo wir ſicher ſind. Peter. Komm, lieber kleiner Bruder, ich will dich ein Weilchen tragen, weil du mit deinen Beinchen keine ſonderliche Schritte machen kannſt. Nun raſch, raſch, ſchnell fort, und ſtill, daß der Satan dort uns etwa nicht noch hoͤrt. (gehn ab.) Fuͤnfte Scene. (Die Huͤtte.) Leidgaſt kommt mit dem Meſſer. Ich bin wohl ein rechter Narr, daß ich bis morgen warten will, ich kann ſie ja wenigſtens ab- ſchlachten, und den einen verzehren, um zu koſten, wie ſie thun, ſo bleiben gerade fuͤr unſre Geſell- ſchaft noch ſechs. Gleich will ich hinauf und das gute Werk verrichten. (geht ab.) Malwina kommt mit Licht. Malwina. Was ihm nur heut iſt! Er iſt

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Zitationshilfe: Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 2. Berlin, 1812, S. 509. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/tieck_phantasus02_1812/518>, abgerufen am 20.04.2019.