Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 3. Berlin, 1816.

Bild:
<< vorherige Seite
Zweite Abtheilung.
sie noch wieder; von uns getraut sich kein Mensch
hinein.
Marcus. Ich hole ihn, er muß Seile und
Lichter mitnehmen.

(geht ab.)
Abt. Schon so lange sind sie drinn! Niemand
kömmt mehr zu uns, den heiligen Ort zu besuchen,
wenn ein so erschreckliches Unglück uns begegnen
sollte. Und gerade ein so vornehmer, reicher, edler
Herr! Ich mag es nicht denken, so fürchterlich.
Kommt, kommt, Brüder, alle zum Gebet und
glücklichen Ausgang in die Kirche.

(alle gehn ab.)


Achte Scene.
(Unterirdische Gänge. Finsterniß.)


Fortunat, Leopold.
Fortunat.
Mein Leopold, bist Du in meiner Nähe?
Leopold.
Ja, edler Herr, ganz nah an Eurer Seite.
Fortunat.
Wie geht es Dir, mein guter treuer Freund?
Leopold.
Recht tief bekümmert um Euch, lieber Herr.
Fortunat.
In dieser wüsten, schreckenvollen Nacht,
Wo
Zweite Abtheilung.
ſie noch wieder; von uns getraut ſich kein Menſch
hinein.
Marcus. Ich hole ihn, er muß Seile und
Lichter mitnehmen.

(geht ab.)
Abt. Schon ſo lange ſind ſie drinn! Niemand
koͤmmt mehr zu uns, den heiligen Ort zu beſuchen,
wenn ein ſo erſchreckliches Ungluͤck uns begegnen
ſollte. Und gerade ein ſo vornehmer, reicher, edler
Herr! Ich mag es nicht denken, ſo fuͤrchterlich.
Kommt, kommt, Bruͤder, alle zum Gebet und
gluͤcklichen Ausgang in die Kirche.

(alle gehn ab.)


Achte Scene.
(Unterirdiſche Gaͤnge. Finſterniß.)


Fortunat, Leopold.
Fortunat.
Mein Leopold, biſt Du in meiner Naͤhe?
Leopold.
Ja, edler Herr, ganz nah an Eurer Seite.
Fortunat.
Wie geht es Dir, mein guter treuer Freund?
Leopold.
Recht tief bekuͤmmert um Euch, lieber Herr.
Fortunat.
In dieſer wuͤſten, ſchreckenvollen Nacht,
Wo
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <sp who="#Abt">
                <p><pb facs="#f0154" n="144"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Zweite Abtheilung</hi>.</fw><lb/>
&#x017F;ie noch wieder; von uns getraut &#x017F;ich kein Men&#x017F;ch<lb/>
hinein.</p>
              </sp><lb/>
              <sp who="#Marcus">
                <speaker><hi rendition="#g">Marcus</hi>.</speaker>
                <p>Ich hole ihn, er muß Seile und<lb/>
Lichter mitnehmen.</p><lb/>
                <stage> <hi rendition="#et">(geht ab.)</hi> </stage>
              </sp><lb/>
              <sp who="#Abt">
                <speaker><hi rendition="#g">Abt</hi>.</speaker>
                <p>Schon &#x017F;o lange &#x017F;ind &#x017F;ie drinn! Niemand<lb/>
ko&#x0364;mmt mehr zu uns, den heiligen Ort zu be&#x017F;uchen,<lb/>
wenn ein &#x017F;o er&#x017F;chreckliches Unglu&#x0364;ck uns begegnen<lb/>
&#x017F;ollte. Und gerade ein &#x017F;o vornehmer, reicher, edler<lb/>
Herr! Ich mag es nicht denken, &#x017F;o fu&#x0364;rchterlich.<lb/>
Kommt, kommt, Bru&#x0364;der, alle zum Gebet und<lb/>
glu&#x0364;cklichen Ausgang in die Kirche.</p><lb/>
                <stage> <hi rendition="#et">(alle gehn ab.)</hi> </stage>
              </sp>
            </div><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#c"><hi rendition="#g">Achte Scene</hi>.</hi> </head><lb/>
              <stage> <hi rendition="#c">(<hi rendition="#g">Unterirdi&#x017F;che Ga&#x0364;nge. Fin&#x017F;terniß</hi>.)</hi> </stage><lb/>
              <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
              <stage> <hi rendition="#c"><hi rendition="#g">Fortunat, Leopold</hi>.</hi> </stage><lb/>
              <sp who="#FORT">
                <speaker><hi rendition="#g">Fortunat</hi>.</speaker><lb/>
                <p>Mein Leopold, bi&#x017F;t Du in meiner Na&#x0364;he?</p>
              </sp><lb/>
              <sp who="#Leopold">
                <speaker><hi rendition="#g">Leopold</hi>.</speaker><lb/>
                <p>Ja, edler Herr, ganz nah an Eurer Seite.</p>
              </sp><lb/>
              <sp who="#FORT">
                <speaker><hi rendition="#g">Fortunat</hi>.</speaker><lb/>
                <p>Wie geht es Dir, mein guter treuer Freund?</p>
              </sp><lb/>
              <sp who="#Leopold">
                <speaker><hi rendition="#g">Leopold</hi>.</speaker><lb/>
                <p>Recht tief beku&#x0364;mmert um Euch, lieber Herr.</p>
              </sp><lb/>
              <sp who="#FORT">
                <speaker><hi rendition="#g">Fortunat</hi>.</speaker><lb/>
                <p>In die&#x017F;er wu&#x0364;&#x017F;ten, &#x017F;chreckenvollen Nacht,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Wo</fw><lb/></p>
              </sp>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[144/0154] Zweite Abtheilung. ſie noch wieder; von uns getraut ſich kein Menſch hinein. Marcus. Ich hole ihn, er muß Seile und Lichter mitnehmen. (geht ab.) Abt. Schon ſo lange ſind ſie drinn! Niemand koͤmmt mehr zu uns, den heiligen Ort zu beſuchen, wenn ein ſo erſchreckliches Ungluͤck uns begegnen ſollte. Und gerade ein ſo vornehmer, reicher, edler Herr! Ich mag es nicht denken, ſo fuͤrchterlich. Kommt, kommt, Bruͤder, alle zum Gebet und gluͤcklichen Ausgang in die Kirche. (alle gehn ab.) Achte Scene. (Unterirdiſche Gaͤnge. Finſterniß.) Fortunat, Leopold. Fortunat. Mein Leopold, biſt Du in meiner Naͤhe? Leopold. Ja, edler Herr, ganz nah an Eurer Seite. Fortunat. Wie geht es Dir, mein guter treuer Freund? Leopold. Recht tief bekuͤmmert um Euch, lieber Herr. Fortunat. In dieſer wuͤſten, ſchreckenvollen Nacht, Wo

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/tieck_phantasus03_1816
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/tieck_phantasus03_1816/154
Zitationshilfe: Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 3. Berlin, 1816, S. 144. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/tieck_phantasus03_1816/154>, abgerufen am 26.04.2019.