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Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 4. Göttingen, 1814.

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und als ein Auswurfsstoff durch die Harnwerk-
zeuge ausgeleert wird.

§. 21.
Die Schilddrüse, die Thymus und die Nebennieren.

Mit der Milz haben die Schilddrüse, die Thy-
mus und die Nebennieren im Wesentlichen so
viele Aehnlichkeit, dass wir auch bey diesen eine
gleiche Funktion anzunehmen berechtigt sind. Sie
zeigen insgesammt einen drüsenartigen Bau, ohne
einen Ausführungsgang zu besitzen; alle haben
im Innern Zellen oder Höhlungen, die mit einem
chylösen Saft angefüllt sind, und bey einigen giebt
es eine deutliche Verbindung zwischen diesen Zel-
len und den letzten Zweigen der zu ihnen gehen-
den Venen; alle liegen ausserhalb dem Bauch-
und Brustfell, und stehen mit dem Zellgewebe,
das die äussere Fläche der Luftröhre und dieser
Häute bedeckt, und welches sich zwischen dem
Bauchfell und den Gedärmen über diese und den
ganzen Nahrungscanal ausbreitet, in genauem Zu-
sammenhang. Verschieden sind sie überhaupt darin
von der Milz, dass sie schon in den ersten Le-
bensjahren das Ziel ihres Wachsthums erreichen,
und zum Theil nach der Geburt an Grösse wie-
der abnehmen. Allein dieser Unterschied ist nicht
wesentlich. Der Grund desselben liegt blos darin,
dass jene Organe bey dem Kinde, wo Ernährung
die wichtigste Funktion ist und alle Nahrung blos

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und als ein Auswurfsstoff durch die Harnwerk-
zeuge ausgeleert wird.

§. 21.
Die Schilddrüse, die Thymus und die Nebennieren.

Mit der Milz haben die Schilddrüse, die Thy-
mus und die Nebennieren im Wesentlichen so
viele Aehnlichkeit, daſs wir auch bey diesen eine
gleiche Funktion anzunehmen berechtigt sind. Sie
zeigen insgesammt einen drüsenartigen Bau, ohne
einen Ausführungsgang zu besitzen; alle haben
im Innern Zellen oder Höhlungen, die mit einem
chylösen Saft angefüllt sind, und bey einigen giebt
es eine deutliche Verbindung zwischen diesen Zel-
len und den letzten Zweigen der zu ihnen gehen-
den Venen; alle liegen ausserhalb dem Bauch-
und Brustfell, und stehen mit dem Zellgewebe,
das die äussere Fläche der Luftröhre und dieser
Häute bedeckt, und welches sich zwischen dem
Bauchfell und den Gedärmen über diese und den
ganzen Nahrungscanal ausbreitet, in genauem Zu-
sammenhang. Verschieden sind sie überhaupt darin
von der Milz, daſs sie schon in den ersten Le-
bensjahren das Ziel ihres Wachsthums erreichen,
und zum Theil nach der Geburt an Gröſse wie-
der abnehmen. Allein dieser Unterschied ist nicht
wesentlich. Der Grund desselben liegt blos darin,
daſs jene Organe bey dem Kinde, wo Ernährung
die wichtigste Funktion ist und alle Nahrung blos

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[531/0547] und als ein Auswurfsstoff durch die Harnwerk- zeuge ausgeleert wird. §. 21. Die Schilddrüse, die Thymus und die Nebennieren. Mit der Milz haben die Schilddrüse, die Thy- mus und die Nebennieren im Wesentlichen so viele Aehnlichkeit, daſs wir auch bey diesen eine gleiche Funktion anzunehmen berechtigt sind. Sie zeigen insgesammt einen drüsenartigen Bau, ohne einen Ausführungsgang zu besitzen; alle haben im Innern Zellen oder Höhlungen, die mit einem chylösen Saft angefüllt sind, und bey einigen giebt es eine deutliche Verbindung zwischen diesen Zel- len und den letzten Zweigen der zu ihnen gehen- den Venen; alle liegen ausserhalb dem Bauch- und Brustfell, und stehen mit dem Zellgewebe, das die äussere Fläche der Luftröhre und dieser Häute bedeckt, und welches sich zwischen dem Bauchfell und den Gedärmen über diese und den ganzen Nahrungscanal ausbreitet, in genauem Zu- sammenhang. Verschieden sind sie überhaupt darin von der Milz, daſs sie schon in den ersten Le- bensjahren das Ziel ihres Wachsthums erreichen, und zum Theil nach der Geburt an Gröſse wie- der abnehmen. Allein dieser Unterschied ist nicht wesentlich. Der Grund desselben liegt blos darin, daſs jene Organe bey dem Kinde, wo Ernährung die wichtigste Funktion ist und alle Nahrung blos in L l 2

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Zitationshilfe: Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 4. Göttingen, 1814, S. 531. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/treviranus_biologie04_1814/547>, abgerufen am 24.03.2019.