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Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 4. Göttingen, 1814.

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Nach einer Vermuthung Autenrieth's d) hat
Braunstein an der rothen Farbe des Bluts Antheil.
Um diese Meinung zu prüfen, vermischte ich eine
Auflösung des Braunsteins in Salpetersäure mit
Speichel, der durch salpetersaures Eisen geröthet
war. Die rothe Farbe verlor sich aber, und
die Mischung wurde anfangs grünlich, nachher
ganz farbenlos. Ich läugne hiermit nicht, dass
Phosphorsäure und Braunstein im Blute enthalten
sind. Ich glaube aber, dass diese Substanzen nicht
anders als in sehr zusammengesetzten Verbindun-
gen dem Blute beygemischt seyn können.

§. 23.
Uebergang des Bluts in feste und flüssige Theile.

So weit wir also das Blut kennen, sind die Ele-
mentarsubstanzen desselben: Eyweissstoff, milch-
saures Natrum, und blutsaures Eisen. Wenn sich
die Entstehung aller thierischen Theile aus diesen
Substanzen bey dem jetzigen Zustande der Chemie

noch
S. 583.). Grindel's Versuch, aus phosphorsaurem
Eisen, Kochsalz, Eyweiss und Wasser vermittelst der
Voltaischen Säule Blut zu bereiten, (Hufeland's
u. Himly's Journ. der prakt. Heilk. J. 1811. St. 1.
S. 24. -- St. 8. S. 98. -- J. 1812. St. 2. S. 99.) verdient
nach dem, was Fischer (Ebendas. J. 1811. St. 12.
S. 43.) darüber gesagt hat, keiner Erwähnung mehr.
d) Handbuch der empirischen menschl. Physiol. Th. 1.
S. 28.

Nach einer Vermuthung Autenrieth’s d) hat
Braunstein an der rothen Farbe des Bluts Antheil.
Um diese Meinung zu prüfen, vermischte ich eine
Auflösung des Braunsteins in Salpetersäure mit
Speichel, der durch salpetersaures Eisen geröthet
war. Die rothe Farbe verlor sich aber, und
die Mischung wurde anfangs grünlich, nachher
ganz farbenlos. Ich läugne hiermit nicht, daſs
Phosphorsäure und Braunstein im Blute enthalten
sind. Ich glaube aber, daſs diese Substanzen nicht
anders als in sehr zusammengesetzten Verbindun-
gen dem Blute beygemischt seyn können.

§. 23.
Uebergang des Bluts in feste und flüssige Theile.

So weit wir also das Blut kennen, sind die Ele-
mentarsubstanzen desselben: Eyweiſsstoff, milch-
saures Natrum, und blutsaures Eisen. Wenn sich
die Entstehung aller thierischen Theile aus diesen
Substanzen bey dem jetzigen Zustande der Chemie

noch
S. 583.). Grindel’s Versuch, aus phosphorsaurem
Eisen, Kochsalz, Eyweiſs und Wasser vermittelst der
Voltaischen Säule Blut zu bereiten, (Hufeland’s
u. Himly’s Journ. der prakt. Heilk. J. 1811. St. 1.
S. 24. — St. 8. S. 98. — J. 1812. St. 2. S. 99.) verdient
nach dem, was Fischer (Ebendas. J. 1811. St. 12.
S. 43.) darüber gesagt hat, keiner Erwähnung mehr.
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S. 28.
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[571/0587] Nach einer Vermuthung Autenrieth’s d) hat Braunstein an der rothen Farbe des Bluts Antheil. Um diese Meinung zu prüfen, vermischte ich eine Auflösung des Braunsteins in Salpetersäure mit Speichel, der durch salpetersaures Eisen geröthet war. Die rothe Farbe verlor sich aber, und die Mischung wurde anfangs grünlich, nachher ganz farbenlos. Ich läugne hiermit nicht, daſs Phosphorsäure und Braunstein im Blute enthalten sind. Ich glaube aber, daſs diese Substanzen nicht anders als in sehr zusammengesetzten Verbindun- gen dem Blute beygemischt seyn können. §. 23. Uebergang des Bluts in feste und flüssige Theile. So weit wir also das Blut kennen, sind die Ele- mentarsubstanzen desselben: Eyweiſsstoff, milch- saures Natrum, und blutsaures Eisen. Wenn sich die Entstehung aller thierischen Theile aus diesen Substanzen bey dem jetzigen Zustande der Chemie noch c) d) Handbuch der empirischen menschl. Physiol. Th. 1. S. 28. c) S. 583.). Grindel’s Versuch, aus phosphorsaurem Eisen, Kochsalz, Eyweiſs und Wasser vermittelst der Voltaischen Säule Blut zu bereiten, (Hufeland’s u. Himly’s Journ. der prakt. Heilk. J. 1811. St. 1. S. 24. — St. 8. S. 98. — J. 1812. St. 2. S. 99.) verdient nach dem, was Fischer (Ebendas. J. 1811. St. 12. S. 43.) darüber gesagt hat, keiner Erwähnung mehr.

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Zitationshilfe: Treviranus, Gottfried Reinhold: Biologie, oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte. Bd. 4. Göttingen, 1814, S. 571. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/treviranus_biologie04_1814/587>, abgerufen am 25.03.2019.