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Urbanitzky, Alfred von: Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Wien; Leipzig, 1885.

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der Mitte der Membranen sind nämlich die Kohlenscheibchen B B befestigt, gegen welche sich
ein beiderseits konisch abgerundetes Kohlenstück von beiläufig 12 Millimeter Länge unter
regulirbarem Drucke stemmt. Um das Kohlenstück ist nämlich in seiner Mitte der Draht
F F geschlungen, dessen eines Ende an der Holzfassung festgemacht wurde, während das andere
Ende in dem Knopfe E endigt. Da durch Drehen dieses Knopfes und somit auch des Kohlen-
stückes, die Neigung des letzteren gegen die Kohlenscheibchen B B verändert wird, ändert sich
auch die Innigkeit der Contacte und daher die Empfindlichkeit des Mikrophones. Da dasselbe
zwei Membranen besitzt, können auch gleichzeitig zwei Stimmen in bequemer Weise über-
tragen werden.

Wie bereits mitgetheilt wurde (Seite 913), ist es Ader gelungen, die Sprache dadurch
zu reproduciren, daß er Wellenströme durch einen gespannten Eisendraht leitet, welcher mit
größeren Metallmassen in Verbindung steht. Wildbrant zeigte, daß die Reproducirung auch
mit Drähten aus irgend einem anderen Materiale gelingt, wenn nur die Wellenströme
hinlänglich stark sind. Als sich nun Preece von der Richtigkeit dieser Thatsachen durch eigene
Experimente überzeugen wollte, gelangte er zur Construction des in Fig 682 abgebildeten
Termophones. F. J. Pisko beschreibt dasselbe in seiner Telephonie*) in nachstehender
Weise:

"Ursprünglich bestand dieses Instrument aus einem dünnen, zwischen einer Membrane
und einer Stellschraube gespannten Platindrahte. Die durch letzteren geleiteten Wellenströme
erzeugen, je nach ihrer wechselnden Stärke, eine undulirende Wärmewirkung, welche sich als
Ausdehnung und Zusammenziehung des Drahtes und mithin als Vibration der Membrane
äußert. An der jüngsten Form des Thermophones von Preece sieht man jedoch (in der Fig.
links) eine mit einem Korkstöpsel geschlossene Glasröhre. Durch jenen gehen zwei Drähte in
die letztere, wo zwischen denselben eine etwa fünf Centimeter lange, möglichst dünne Platin-
spirale geschaltet ist. Die undulirenden Ströme rufen in der letzteren Wärmewellen, und in
Folge dessen Ausdehnungen und Zusammenziehungen des Drahtes hervor, wodurch die Luft
in der Röhre in Schwingung geräth. Daher kommt es, daß man das Instrument wie ein
Telephon benützen kann, indem man es mit seinem unteren Schalltrichter dicht an's Ohr
legt. Bisher konnte jedoch damit nur ein schwaches Hören erzielt werden."

Die Telephon-Anlagen.
A. Doppelstationen.

Um zwischen zwei Stationen einen telephonischen Verkehr zu ermöglichen,
genügt es nicht, in jeder der Stationen ein Telephon aufzustellen und beide durch
eine Doppelleitung oder durch eine einfache Leitung und die Erde, wie dies in
Fig. 653 (Seite 896) dargestellt wurde, miteinander zu verbinden. Würde schon
die Aufstellung von nur je einem Telephone in jeder Station den bereits ein-
geleiteten Verkehr sehr unsicher machen, weil es dann sehr leicht vorkommen kann,
daß beide Personen gleichzeitig ihr Telephon an's Ohr halten oder gleichzeitig in
dasselbe hineinsprechen, so fehlt bei dieser Verbindung überdies auch noch jedes
Mittel, um der einen Station mitzutheilen, daß man von der anderen her zu
sprechen wünsche. Um den ersten Uebelstand zu beseitigen, hat man deshalb in
jeder Station zwei Apparate, nämlich einen zum Hören und den andern zum
Sprechen anzubringen; zur Beseitigung der zweiten Unzukömmlichkeit muß jede
Station mit einem Alarm-Apparate oder einer Anrufvorrichtung versehen werden.
Das Studium der Schaltung und Verbindung von Telephonen zu einer Doppel-
station wird daher unsere nächste Aufgabe bilden müssen.

Die Verbindung magnetelektrischer Telephone zu einer Doppelstation A B
zeigt schematisch Fig. 683. Hierbei stellen S S' die Sprechtelephone, H H' die

*) "Bericht über die internationale elektrische Ausstellung", Wien 1883, von Dipl.
Ing. F. Klein, p. 259.

der Mitte der Membranen ſind nämlich die Kohlenſcheibchen B B befeſtigt, gegen welche ſich
ein beiderſeits koniſch abgerundetes Kohlenſtück von beiläufig 12 Millimeter Länge unter
regulirbarem Drucke ſtemmt. Um das Kohlenſtück iſt nämlich in ſeiner Mitte der Draht
F F geſchlungen, deſſen eines Ende an der Holzfaſſung feſtgemacht wurde, während das andere
Ende in dem Knopfe E endigt. Da durch Drehen dieſes Knopfes und ſomit auch des Kohlen-
ſtückes, die Neigung des letzteren gegen die Kohlenſcheibchen B B verändert wird, ändert ſich
auch die Innigkeit der Contacte und daher die Empfindlichkeit des Mikrophones. Da dasſelbe
zwei Membranen beſitzt, können auch gleichzeitig zwei Stimmen in bequemer Weiſe über-
tragen werden.

Wie bereits mitgetheilt wurde (Seite 913), iſt es Ader gelungen, die Sprache dadurch
zu reproduciren, daß er Wellenſtröme durch einen geſpannten Eiſendraht leitet, welcher mit
größeren Metallmaſſen in Verbindung ſteht. Wildbrant zeigte, daß die Reproducirung auch
mit Drähten aus irgend einem anderen Materiale gelingt, wenn nur die Wellenſtröme
hinlänglich ſtark ſind. Als ſich nun Preece von der Richtigkeit dieſer Thatſachen durch eigene
Experimente überzeugen wollte, gelangte er zur Conſtruction des in Fig 682 abgebildeten
Termophones. F. J. Pisko beſchreibt dasſelbe in ſeiner Telephonie*) in nachſtehender
Weiſe:

„Urſprünglich beſtand dieſes Inſtrument aus einem dünnen, zwiſchen einer Membrane
und einer Stellſchraube geſpannten Platindrahte. Die durch letzteren geleiteten Wellenſtröme
erzeugen, je nach ihrer wechſelnden Stärke, eine undulirende Wärmewirkung, welche ſich als
Ausdehnung und Zuſammenziehung des Drahtes und mithin als Vibration der Membrane
äußert. An der jüngſten Form des Thermophones von Preece ſieht man jedoch (in der Fig.
links) eine mit einem Korkſtöpſel geſchloſſene Glasröhre. Durch jenen gehen zwei Drähte in
die letztere, wo zwiſchen denſelben eine etwa fünf Centimeter lange, möglichſt dünne Platin-
ſpirale geſchaltet iſt. Die undulirenden Ströme rufen in der letzteren Wärmewellen, und in
Folge deſſen Ausdehnungen und Zuſammenziehungen des Drahtes hervor, wodurch die Luft
in der Röhre in Schwingung geräth. Daher kommt es, daß man das Inſtrument wie ein
Telephon benützen kann, indem man es mit ſeinem unteren Schalltrichter dicht an’s Ohr
legt. Bisher konnte jedoch damit nur ein ſchwaches Hören erzielt werden.“

Die Telephon-Anlagen.
A. Doppelſtationen.

Um zwiſchen zwei Stationen einen telephoniſchen Verkehr zu ermöglichen,
genügt es nicht, in jeder der Stationen ein Telephon aufzuſtellen und beide durch
eine Doppelleitung oder durch eine einfache Leitung und die Erde, wie dies in
Fig. 653 (Seite 896) dargeſtellt wurde, miteinander zu verbinden. Würde ſchon
die Aufſtellung von nur je einem Telephone in jeder Station den bereits ein-
geleiteten Verkehr ſehr unſicher machen, weil es dann ſehr leicht vorkommen kann,
daß beide Perſonen gleichzeitig ihr Telephon an’s Ohr halten oder gleichzeitig in
dasſelbe hineinſprechen, ſo fehlt bei dieſer Verbindung überdies auch noch jedes
Mittel, um der einen Station mitzutheilen, daß man von der anderen her zu
ſprechen wünſche. Um den erſten Uebelſtand zu beſeitigen, hat man deshalb in
jeder Station zwei Apparate, nämlich einen zum Hören und den andern zum
Sprechen anzubringen; zur Beſeitigung der zweiten Unzukömmlichkeit muß jede
Station mit einem Alarm-Apparate oder einer Anrufvorrichtung verſehen werden.
Das Studium der Schaltung und Verbindung von Telephonen zu einer Doppel-
ſtation wird daher unſere nächſte Aufgabe bilden müſſen.

Die Verbindung magnetelektriſcher Telephone zu einer Doppelſtation A B
zeigt ſchematiſch Fig. 683. Hierbei ſtellen S S' die Sprechtelephone, H H' die

*) „Bericht über die internationale elektriſche Ausſtellung“, Wien 1883, von Dipl.
Ing. F. Klein, p. 259.
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[918/0932] der Mitte der Membranen ſind nämlich die Kohlenſcheibchen B B befeſtigt, gegen welche ſich ein beiderſeits koniſch abgerundetes Kohlenſtück von beiläufig 12 Millimeter Länge unter regulirbarem Drucke ſtemmt. Um das Kohlenſtück iſt nämlich in ſeiner Mitte der Draht F F geſchlungen, deſſen eines Ende an der Holzfaſſung feſtgemacht wurde, während das andere Ende in dem Knopfe E endigt. Da durch Drehen dieſes Knopfes und ſomit auch des Kohlen- ſtückes, die Neigung des letzteren gegen die Kohlenſcheibchen B B verändert wird, ändert ſich auch die Innigkeit der Contacte und daher die Empfindlichkeit des Mikrophones. Da dasſelbe zwei Membranen beſitzt, können auch gleichzeitig zwei Stimmen in bequemer Weiſe über- tragen werden. Wie bereits mitgetheilt wurde (Seite 913), iſt es Ader gelungen, die Sprache dadurch zu reproduciren, daß er Wellenſtröme durch einen geſpannten Eiſendraht leitet, welcher mit größeren Metallmaſſen in Verbindung ſteht. Wildbrant zeigte, daß die Reproducirung auch mit Drähten aus irgend einem anderen Materiale gelingt, wenn nur die Wellenſtröme hinlänglich ſtark ſind. Als ſich nun Preece von der Richtigkeit dieſer Thatſachen durch eigene Experimente überzeugen wollte, gelangte er zur Conſtruction des in Fig 682 abgebildeten Termophones. F. J. Pisko beſchreibt dasſelbe in ſeiner Telephonie *) in nachſtehender Weiſe: „Urſprünglich beſtand dieſes Inſtrument aus einem dünnen, zwiſchen einer Membrane und einer Stellſchraube geſpannten Platindrahte. Die durch letzteren geleiteten Wellenſtröme erzeugen, je nach ihrer wechſelnden Stärke, eine undulirende Wärmewirkung, welche ſich als Ausdehnung und Zuſammenziehung des Drahtes und mithin als Vibration der Membrane äußert. An der jüngſten Form des Thermophones von Preece ſieht man jedoch (in der Fig. links) eine mit einem Korkſtöpſel geſchloſſene Glasröhre. Durch jenen gehen zwei Drähte in die letztere, wo zwiſchen denſelben eine etwa fünf Centimeter lange, möglichſt dünne Platin- ſpirale geſchaltet iſt. Die undulirenden Ströme rufen in der letzteren Wärmewellen, und in Folge deſſen Ausdehnungen und Zuſammenziehungen des Drahtes hervor, wodurch die Luft in der Röhre in Schwingung geräth. Daher kommt es, daß man das Inſtrument wie ein Telephon benützen kann, indem man es mit ſeinem unteren Schalltrichter dicht an’s Ohr legt. Bisher konnte jedoch damit nur ein ſchwaches Hören erzielt werden.“ Die Telephon-Anlagen. A. Doppelſtationen. Um zwiſchen zwei Stationen einen telephoniſchen Verkehr zu ermöglichen, genügt es nicht, in jeder der Stationen ein Telephon aufzuſtellen und beide durch eine Doppelleitung oder durch eine einfache Leitung und die Erde, wie dies in Fig. 653 (Seite 896) dargeſtellt wurde, miteinander zu verbinden. Würde ſchon die Aufſtellung von nur je einem Telephone in jeder Station den bereits ein- geleiteten Verkehr ſehr unſicher machen, weil es dann ſehr leicht vorkommen kann, daß beide Perſonen gleichzeitig ihr Telephon an’s Ohr halten oder gleichzeitig in dasſelbe hineinſprechen, ſo fehlt bei dieſer Verbindung überdies auch noch jedes Mittel, um der einen Station mitzutheilen, daß man von der anderen her zu ſprechen wünſche. Um den erſten Uebelſtand zu beſeitigen, hat man deshalb in jeder Station zwei Apparate, nämlich einen zum Hören und den andern zum Sprechen anzubringen; zur Beſeitigung der zweiten Unzukömmlichkeit muß jede Station mit einem Alarm-Apparate oder einer Anrufvorrichtung verſehen werden. Das Studium der Schaltung und Verbindung von Telephonen zu einer Doppel- ſtation wird daher unſere nächſte Aufgabe bilden müſſen. Die Verbindung magnetelektriſcher Telephone zu einer Doppelſtation A B zeigt ſchematiſch Fig. 683. Hierbei ſtellen S S' die Sprechtelephone, H H' die *) „Bericht über die internationale elektriſche Ausſtellung“, Wien 1883, von Dipl. Ing. F. Klein, p. 259.

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Zitationshilfe: Urbanitzky, Alfred von: Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Wien; Leipzig, 1885, S. 918. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/urbanitzky_electricitaet_1885/932>, abgerufen am 23.04.2019.