Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Varnhagen von Ense, Karl August: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften. Bd. 1. Mannheim, 1837.

Bild:
<< vorherige Seite

Das Andenken des herrlichen Mannes wird fort¬
leben, und mit den Jahren, wir sind es gewiß, nur
mehr und mehr hervorleuchten. Der Name Bernstorff,
schon so vielfältig ruhmvoll und dankbar genannt, ist
durch ihn fortan auch in Preußen unvergeßlich.

Wie bei dem Grafen von Schlabrendorf wollen wir
auch von dem Grafen von Bernstorff einige Proben
seiner Geistesart und Ausdrucksweise beifügen. Die
einfach milden, aber sinnigen und feinen Reimsprüche,
welche hier folgen, sind zwar schon gedruckt, aber wenig
bekannt, und manches verwandte Herz wird die paar
Blätter, welche sie einnehmen, gern hier finden.


Stimmen aus Gräbern.
Vorwort.

Es ist oft gefragt worden, ob die Lehre des Welt¬
erlösers, diese Lehre der Liebe, des Lichtes und des
Heils, nicht bei ihrer ersten Verbreitung, in den Ge¬
sinnungen und Bedürfnissen der besseren Menschen, auch
unter den Völkern, denen jede unmittelbare Offenbarung
des Göttlichen fremd geblieben war, schon einen Grund
fand, in dem sie leicht und glücklich Wurzel fassen und
schnell zum weithinschattenden Baume emporwachsen
konnte. Daß dieses wirklich der Fall gewesen, war

Das Andenken des herrlichen Mannes wird fort¬
leben, und mit den Jahren, wir ſind es gewiß, nur
mehr und mehr hervorleuchten. Der Name Bernſtorff,
ſchon ſo vielfaͤltig ruhmvoll und dankbar genannt, iſt
durch ihn fortan auch in Preußen unvergeßlich.

Wie bei dem Grafen von Schlabrendorf wollen wir
auch von dem Grafen von Bernſtorff einige Proben
ſeiner Geiſtesart und Ausdrucksweiſe beifuͤgen. Die
einfach milden, aber ſinnigen und feinen Reimſpruͤche,
welche hier folgen, ſind zwar ſchon gedruckt, aber wenig
bekannt, und manches verwandte Herz wird die paar
Blaͤtter, welche ſie einnehmen, gern hier finden.


Stimmen aus Gräbern.
Vorwort.

Es iſt oft gefragt worden, ob die Lehre des Welt¬
erloͤſers, dieſe Lehre der Liebe, des Lichtes und des
Heils, nicht bei ihrer erſten Verbreitung, in den Ge¬
ſinnungen und Beduͤrfniſſen der beſſeren Menſchen, auch
unter den Voͤlkern, denen jede unmittelbare Offenbarung
des Goͤttlichen fremd geblieben war, ſchon einen Grund
fand, in dem ſie leicht und gluͤcklich Wurzel faſſen und
ſchnell zum weithinſchattenden Baume emporwachſen
konnte. Daß dieſes wirklich der Fall geweſen, war

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0395" n="381"/>
          <p>Das Andenken des herrlichen Mannes wird fort¬<lb/>
leben, und mit den Jahren, wir &#x017F;ind es gewiß, nur<lb/>
mehr und mehr hervorleuchten. Der Name Bern&#x017F;torff,<lb/>
&#x017F;chon &#x017F;o vielfa&#x0364;ltig ruhmvoll und dankbar genannt, i&#x017F;t<lb/>
durch ihn fortan auch in Preußen unvergeßlich.</p><lb/>
          <p>Wie bei dem Grafen von Schlabrendorf wollen wir<lb/>
auch von dem Grafen von Bern&#x017F;torff einige Proben<lb/>
&#x017F;einer Gei&#x017F;tesart und Ausdruckswei&#x017F;e beifu&#x0364;gen. Die<lb/>
einfach milden, aber &#x017F;innigen und feinen Reim&#x017F;pru&#x0364;che,<lb/>
welche hier folgen, &#x017F;ind zwar &#x017F;chon gedruckt, aber wenig<lb/>
bekannt, und manches verwandte Herz wird die paar<lb/>
Bla&#x0364;tter, welche &#x017F;ie einnehmen, gern hier finden.</p><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b #g">Stimmen aus Gräbern.</hi><lb/>
            </head>
            <div n="4">
              <head><hi rendition="#g">Vorwort</hi>.<lb/></head>
              <p>Es i&#x017F;t oft gefragt worden, ob die Lehre des Welt¬<lb/>
erlo&#x0364;&#x017F;ers, die&#x017F;e Lehre der Liebe, des Lichtes und des<lb/>
Heils, nicht bei ihrer er&#x017F;ten Verbreitung, in den Ge¬<lb/>
&#x017F;innungen und Bedu&#x0364;rfni&#x017F;&#x017F;en der be&#x017F;&#x017F;eren Men&#x017F;chen, auch<lb/>
unter den Vo&#x0364;lkern, denen jede unmittelbare Offenbarung<lb/>
des Go&#x0364;ttlichen fremd geblieben war, &#x017F;chon einen Grund<lb/>
fand, in dem &#x017F;ie leicht und glu&#x0364;cklich Wurzel fa&#x017F;&#x017F;en und<lb/>
&#x017F;chnell zum weithin&#x017F;chattenden Baume emporwach&#x017F;en<lb/>
konnte. Daß die&#x017F;es wirklich der Fall gewe&#x017F;en, war<lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[381/0395] Das Andenken des herrlichen Mannes wird fort¬ leben, und mit den Jahren, wir ſind es gewiß, nur mehr und mehr hervorleuchten. Der Name Bernſtorff, ſchon ſo vielfaͤltig ruhmvoll und dankbar genannt, iſt durch ihn fortan auch in Preußen unvergeßlich. Wie bei dem Grafen von Schlabrendorf wollen wir auch von dem Grafen von Bernſtorff einige Proben ſeiner Geiſtesart und Ausdrucksweiſe beifuͤgen. Die einfach milden, aber ſinnigen und feinen Reimſpruͤche, welche hier folgen, ſind zwar ſchon gedruckt, aber wenig bekannt, und manches verwandte Herz wird die paar Blaͤtter, welche ſie einnehmen, gern hier finden. Stimmen aus Gräbern. Vorwort. Es iſt oft gefragt worden, ob die Lehre des Welt¬ erloͤſers, dieſe Lehre der Liebe, des Lichtes und des Heils, nicht bei ihrer erſten Verbreitung, in den Ge¬ ſinnungen und Beduͤrfniſſen der beſſeren Menſchen, auch unter den Voͤlkern, denen jede unmittelbare Offenbarung des Goͤttlichen fremd geblieben war, ſchon einen Grund fand, in dem ſie leicht und gluͤcklich Wurzel faſſen und ſchnell zum weithinſchattenden Baume emporwachſen konnte. Daß dieſes wirklich der Fall geweſen, war

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/varnhagen_denkwuerdigkeiten01_1837
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/varnhagen_denkwuerdigkeiten01_1837/395
Zitationshilfe: Varnhagen von Ense, Karl August: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften. Bd. 1. Mannheim, 1837, S. 381. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/varnhagen_denkwuerdigkeiten01_1837/395>, abgerufen am 17.01.2021.