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Virchow, Rudolf: Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. Berlin, 1858.

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Achtzehnte Vorlesung.
21. April 1858.
Die normale und pathologische Neubildung.

Die Theorie der continuirlichen Entwickelung im Gegensatze zu der Blastem- und Exsudat-
theorie. Das Bindegewebe und seine Aequivalente als allgemeinster Keimstock der Neu-
bildungen. Die Uebereinstimmung der embryonalen und pathologischen Neubildung.
Die Zellentheilung als allgemeinster Ausgang der Neubildungen.
Endogene Bildung. Physaliden. Bruträume.
Verschiedene Richtung der Neubildung. Hyperplasie, directe und indirecte. Heteroplasie.
Die pathologischen Bildungszellen. Verschiedene Grösse und Bildungsdauer derselben.
Darstellung der Knochenentwickelung als einer Musterbildung. Unterschied von Formation
und Transformation. Der frische und wachsende Knochen im Gegensatze des macerir-
ten. Natur des Markgewebes. -- Längenwachsthum der Röhrenknochen: Knorpelwuche-
rung. Markbildung als Gewebstransformation: rothes und gelbes, normales und entzünd-
liches Mark. Tela ossea, verkalkter Knorpel, osteoides Gewebe. Knochenterritorien:
Caries, degenerative Ostitis. Knochengranulation. Knocheneiterung. Maturation des
Eiters. Ossification des Markes. -- Dickenwachsthum der Röhrenknochen: Structur und
Wucherung des Periostes.
Die Granulation als Analogon des Knochenmarkes und als Ausgangspunkt aller heteroplasti-
schen Entwichelung.



Meine Herren, ich gedenke Ihnen heute die wesentlichsten Züge
aus der Geschichte der pathologischen Neubildungen zu schil-
dern, die ja eben als Grundlage für eine Reihe von Vorgän-
gen, sowohl der mehr complicirten Geschwulstbildung, als auch
der einfacheren entzündlichen Reizungsprozesse gelten können.
Dass ich die Doctrin vom Blastem in ihren ursprünglichen
Grundzügen gegenwärtig vollständig zurückweise, haben Sie
aus den früheren Vorlesungen schon entnommen. An ihre
Stelle tritt die sehr einfache Lehre von der continuirlichen

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Achtzehnte Vorlesung.
21. April 1858.
Die normale und pathologische Neubildung.

Die Theorie der continuirlichen Entwickelung im Gegensatze zu der Blastem- und Exsudat-
theorie. Das Bindegewebe und seine Aequivalente als allgemeinster Keimstock der Neu-
bildungen. Die Uebereinstimmung der embryonalen und pathologischen Neubildung.
Die Zellentheilung als allgemeinster Ausgang der Neubildungen.
Endogene Bildung. Physaliden. Bruträume.
Verschiedene Richtung der Neubildung. Hyperplasie, directe und indirecte. Heteroplasie.
Die pathologischen Bildungszellen. Verschiedene Grösse und Bildungsdauer derselben.
Darstellung der Knochenentwickelung als einer Musterbildung. Unterschied von Formation
und Transformation. Der frische und wachsende Knochen im Gegensatze des macerir-
ten. Natur des Markgewebes. — Längenwachsthum der Röhrenknochen: Knorpelwuche-
rung. Markbildung als Gewebstransformation: rothes und gelbes, normales und entzünd-
liches Mark. Tela ossea, verkalkter Knorpel, osteoides Gewebe. Knochenterritorien:
Caries, degenerative Ostitis. Knochengranulation. Knocheneiterung. Maturation des
Eiters. Ossification des Markes. — Dickenwachsthum der Röhrenknochen: Structur und
Wucherung des Periostes.
Die Granulation als Analogon des Knochenmarkes und als Ausgangspunkt aller heteroplasti-
schen Entwichelung.



Meine Herren, ich gedenke Ihnen heute die wesentlichsten Züge
aus der Geschichte der pathologischen Neubildungen zu schil-
dern, die ja eben als Grundlage für eine Reihe von Vorgän-
gen, sowohl der mehr complicirten Geschwulstbildung, als auch
der einfacheren entzündlichen Reizungsprozesse gelten können.
Dass ich die Doctrin vom Blastem in ihren ursprünglichen
Grundzügen gegenwärtig vollständig zurückweise, haben Sie
aus den früheren Vorlesungen schon entnommen. An ihre
Stelle tritt die sehr einfache Lehre von der continuirlichen

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[[353]/0375] Achtzehnte Vorlesung. 21. April 1858. Die normale und pathologische Neubildung. Die Theorie der continuirlichen Entwickelung im Gegensatze zu der Blastem- und Exsudat- theorie. Das Bindegewebe und seine Aequivalente als allgemeinster Keimstock der Neu- bildungen. Die Uebereinstimmung der embryonalen und pathologischen Neubildung. Die Zellentheilung als allgemeinster Ausgang der Neubildungen. Endogene Bildung. Physaliden. Bruträume. Verschiedene Richtung der Neubildung. Hyperplasie, directe und indirecte. Heteroplasie. Die pathologischen Bildungszellen. Verschiedene Grösse und Bildungsdauer derselben. Darstellung der Knochenentwickelung als einer Musterbildung. Unterschied von Formation und Transformation. Der frische und wachsende Knochen im Gegensatze des macerir- ten. Natur des Markgewebes. — Längenwachsthum der Röhrenknochen: Knorpelwuche- rung. Markbildung als Gewebstransformation: rothes und gelbes, normales und entzünd- liches Mark. Tela ossea, verkalkter Knorpel, osteoides Gewebe. Knochenterritorien: Caries, degenerative Ostitis. Knochengranulation. Knocheneiterung. Maturation des Eiters. Ossification des Markes. — Dickenwachsthum der Röhrenknochen: Structur und Wucherung des Periostes. Die Granulation als Analogon des Knochenmarkes und als Ausgangspunkt aller heteroplasti- schen Entwichelung. Meine Herren, ich gedenke Ihnen heute die wesentlichsten Züge aus der Geschichte der pathologischen Neubildungen zu schil- dern, die ja eben als Grundlage für eine Reihe von Vorgän- gen, sowohl der mehr complicirten Geschwulstbildung, als auch der einfacheren entzündlichen Reizungsprozesse gelten können. Dass ich die Doctrin vom Blastem in ihren ursprünglichen Grundzügen gegenwärtig vollständig zurückweise, haben Sie aus den früheren Vorlesungen schon entnommen. An ihre Stelle tritt die sehr einfache Lehre von der continuirlichen 23

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Zitationshilfe: Virchow, Rudolf: Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. Berlin, 1858, S. [353]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/virchow_cellularpathologie_1858/375>, abgerufen am 22.04.2019.