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Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851.

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Ordnungen: Die Schuppenlurche (Lepidota) mit durchaus be-
schupptem, fischähnlichem Körper; die Schleichenlurche (Apoda)
mit wurmförmig geringeltem extremitätenlosem Körper, die Schwanz-
lurche
(Caudata) mit wenigstens einem Paare Extremitäten und mehr
oder minder langem bleibendem Schwanze und endlich die Frosch-
lurche
(Ecaudata) mit vier wohlentwickelten Füßen und ohne eine
Spur von Schwanz, der nur im Larvenzustande vorhanden ist.

Ordnung der Schuppenlurche. (Lepidota).
[Abbildung] Fig. 1121.

Der südamerikanische Schuppenlurch (Lepidosiren paradoxa).

Die beiden Gattungen, welche diese Familie und Ordnung bilden,
wurden erst in der neueren Zeit in Sümpfen und Flüssen der tropi-
schen Gegenden Südamerika's und Westafrika's aufgefunden. Das
äußere Ansehen des Körpers ist durchaus fischähnlich, der Kopf breit,
dreieckig, der Rachen weit gespalten, die Augen ziemlich klein, die Na-
senlöcher an der Spitze der Schnauze gelegen. Die Wangentheile des
Schädels sind beschuppt und unmittelbar hinter denselben findet sich
an derselben Stelle, wie bei den Fischen, eine kleine senkrechte Kiemen-
spalte, an welcher bei einer Gattung drei äußere kleine gefranzte feder-
artige Kiemenbäumchen stehen, welche bei der anderen fehlen. Hinter
den Kiemen stehen die Brustgliedmaßen, zwei stielförmige, zugespitzte
Knochen, an deren Innenseite man einen sehr kleinen, kurzen, durch
hornige Strahlen gestützten Flossenbart bemerkt, der in der Haut ver-
borgen ist. In gleicher Weise sind die hinteren Gliedmaßen gebildet,
welche sehr weit nach hinten, unmittelbar neben dem After liegen.
Außerdem zeigt sich noch eine senkrechte, durch Hornstrahlen gestützte

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Ordnungen: Die Schuppenlurche (Lepidota) mit durchaus be-
ſchupptem, fiſchähnlichem Körper; die Schleichenlurche (Apoda)
mit wurmförmig geringeltem extremitätenloſem Körper, die Schwanz-
lurche
(Caudata) mit wenigſtens einem Paare Extremitäten und mehr
oder minder langem bleibendem Schwanze und endlich die Froſch-
lurche
(Ecaudata) mit vier wohlentwickelten Füßen und ohne eine
Spur von Schwanz, der nur im Larvenzuſtande vorhanden iſt.

Ordnung der Schuppenlurche. (Lepidota).
[Abbildung] Fig. 1121.

Der ſüdamerikaniſche Schuppenlurch (Lepidosiren paradoxa).

Die beiden Gattungen, welche dieſe Familie und Ordnung bilden,
wurden erſt in der neueren Zeit in Sümpfen und Flüſſen der tropi-
ſchen Gegenden Südamerika’s und Weſtafrika’s aufgefunden. Das
äußere Anſehen des Körpers iſt durchaus fiſchähnlich, der Kopf breit,
dreieckig, der Rachen weit geſpalten, die Augen ziemlich klein, die Na-
ſenlöcher an der Spitze der Schnauze gelegen. Die Wangentheile des
Schädels ſind beſchuppt und unmittelbar hinter denſelben findet ſich
an derſelben Stelle, wie bei den Fiſchen, eine kleine ſenkrechte Kiemen-
ſpalte, an welcher bei einer Gattung drei äußere kleine gefranzte feder-
artige Kiemenbäumchen ſtehen, welche bei der anderen fehlen. Hinter
den Kiemen ſtehen die Bruſtgliedmaßen, zwei ſtielförmige, zugeſpitzte
Knochen, an deren Innenſeite man einen ſehr kleinen, kurzen, durch
hornige Strahlen geſtützten Floſſenbart bemerkt, der in der Haut ver-
borgen iſt. In gleicher Weiſe ſind die hinteren Gliedmaßen gebildet,
welche ſehr weit nach hinten, unmittelbar neben dem After liegen.
Außerdem zeigt ſich noch eine ſenkrechte, durch Hornſtrahlen geſtützte

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[211/0217] Ordnungen: Die Schuppenlurche (Lepidota) mit durchaus be- ſchupptem, fiſchähnlichem Körper; die Schleichenlurche (Apoda) mit wurmförmig geringeltem extremitätenloſem Körper, die Schwanz- lurche (Caudata) mit wenigſtens einem Paare Extremitäten und mehr oder minder langem bleibendem Schwanze und endlich die Froſch- lurche (Ecaudata) mit vier wohlentwickelten Füßen und ohne eine Spur von Schwanz, der nur im Larvenzuſtande vorhanden iſt. Ordnung der Schuppenlurche. (Lepidota). [Abbildung Fig. 1121. Der ſüdamerikaniſche Schuppenlurch (Lepidosiren paradoxa). ] Die beiden Gattungen, welche dieſe Familie und Ordnung bilden, wurden erſt in der neueren Zeit in Sümpfen und Flüſſen der tropi- ſchen Gegenden Südamerika’s und Weſtafrika’s aufgefunden. Das äußere Anſehen des Körpers iſt durchaus fiſchähnlich, der Kopf breit, dreieckig, der Rachen weit geſpalten, die Augen ziemlich klein, die Na- ſenlöcher an der Spitze der Schnauze gelegen. Die Wangentheile des Schädels ſind beſchuppt und unmittelbar hinter denſelben findet ſich an derſelben Stelle, wie bei den Fiſchen, eine kleine ſenkrechte Kiemen- ſpalte, an welcher bei einer Gattung drei äußere kleine gefranzte feder- artige Kiemenbäumchen ſtehen, welche bei der anderen fehlen. Hinter den Kiemen ſtehen die Bruſtgliedmaßen, zwei ſtielförmige, zugeſpitzte Knochen, an deren Innenſeite man einen ſehr kleinen, kurzen, durch hornige Strahlen geſtützten Floſſenbart bemerkt, der in der Haut ver- borgen iſt. In gleicher Weiſe ſind die hinteren Gliedmaßen gebildet, welche ſehr weit nach hinten, unmittelbar neben dem After liegen. Außerdem zeigt ſich noch eine ſenkrechte, durch Hornſtrahlen geſtützte 14*

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Zitationshilfe: Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851, S. 211. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/vogt_briefe02_1851/217>, abgerufen am 19.08.2019.