Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] Dän.: Art fölger art. - Art vil ei af art, Kattene ville gjerne muse.

Engl.: That which is bred in the bone, will never out of the flesh.

Frz.: Bon chien chasse de race. - Bon sang ne peut mentir. - La caque sent toujours le hareng. - Qui naeit poule, aime a gratter.

It.: Chi di gallina nasce, convien che razzoli.

Lat.: Ad inopes (mores) natura recurrit. - Lignum tortum haud umquam rectum. (Galen.) - Lupus pilum mutat, non animum. - Naturam expellas furca, tamen usque recurret. (Horaz.) - Natura sequitur semina quisque sua. (Prop.) - Nativos mores occultare difficile.

4 Art lässt nicht von Art, der Bock hat seinen Bart. - Eiselein, 41.

5 Art lässt nicht von Art, der Speck nicht von der Schwart, der Bock nicht seinen Bart. - Simrock, 533.

Es ist nicht zu leugnen, dass gute und böse Eigenschaften der Aeltern durchs Geblüt fortgepflanzt werden können; aber es wäre durchaus falsch, von den Fehlern der Aeltern unbedingt auf die gleichen der Kinder schliessen zu wollen. Früher hat man allerdings in peinlichen Fällen von diesem Sprichworte eine solche unglückliche Anwendung gemacht, indem man aus dem Umstande, dass Vater oder Mutter eines in Verdacht Gerathenen ein gleiches Verbrechen begangen habe, den Schluss zog, dass der Verdächtige auch der Thäter sein müsse, was mehrere Sprichwörter, z. B.: Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe, beweisen.

6 Art lasst von art nicht (nit), die Katze (katz) lasst yhres (jrs) mausens nicht. - Agricola, 131; Tappius, 7.

7 Art lasst von art nit. - Egenolff, 265b.

8 Art lätt nicht vun Bart. (Kiel.)

9 Art lätt van Art nit; de Katte lätt dat Musen nit; de Bock bliwt ut dem Goaren nit. (Westf.)

10 Art wil von arde nit, dat vnkrüyt will vyth dem garden nicht. - Tappius, 7a.

11 Bliyw bi diy Oart, dann werste nit verkoart. (Westf.)

12 Böse Art ablegen ist so schwer als rechte Art anfahen.

Holl.: De aard gaat voor alle gewoonte. (Harrebomee, I, 5.)

13 Böse Art nie gut ward. - Grimm. I, 570.

14 Böse Art und Unkraut sterben nicht ab.

15 Böse Art verliert sich nicht.

Holl.: Wie uit den aard heeft zotte kuren, dien zullen ze al zijn leven duren. (Harrebomee, I, 5.)

It.: Taglia la coda al cane, e riman cane.

Lat.: Non cito decrescit mala planta, sed usque virescit.

16 Das ist eine andere Art von Krebsen, sagt Hans, da hatte er einen Frosch gefangen.

17 Diebische Art erbet ins Geschlecht. - Grimm, I, 570.

18 Diebische Art nie gut ward.

19 Eine gute Art lässt sich bei Zeiten sehen.

Lat.: Protinus apparet, quem fructum planta datura est.

20 Es ist wider die Art, dass ein Bock ist ohne Bart.

21 Es muss 'ne Art haben, wenn's schreien soll.

22 Freche Art will lehren, eh' ihr wächst der Bart.

Lat.: Ante barbam doces senes.

23 Je edler Art, je leichter Zorn. - Grimm, I, 570.

24 Na de Ort un Weis, seggt Brookstedt. (Holst.)

25 Oart lett nich von Oart: de Katt lett dat Musen nich, de Schnirer lett dat Stälent nich un 't blivt all'ns as 't is. (Strelitz.) - Firmenich, III, 73, 114.

26 Ort lätt nich van Ort, säd' de Stendörper Köster, as sein Dochter dre Kinner up'n mal kreg; mi gungt' eierst just so. - Hoefer, 633.

27 Sparst, du mir 'ne Art, so spar' ich dir 'ne Fahrt, sagte der Acker zum Bauer. - Körte, 308.

Wenn der Landmann sein Feld mit der rechten Fruchtart bestellt, so erspart er sich manche Mühe.

28 Uf die Oart no (nach) Geleigenheit d'r Imstände, sagen die Bauern. (Kreis Görlitz.)

29 Ungleiche Art trägt nicht gleichen Bart.

Holl.: Verschieden aard dient niet gepaard. (Harrebomee, I, 8.)

30 Untreue Art hält Piderpart. - Alte Handschrift.

[Spaltenumbruch] 31 Von böser Art muss man auch kein Junges leben lassen.

Das Böse muss bis auf den Grund vertilgt werden.

Lat.: Ex genere malo ne catulus quidem relinquendus. - Ex pessimo genere et catulus tollendus. - Stultus, qui patre caeso liberis pepercerit. (Aristoteles.) (Tappius, 101b.)

32 Wie Art, so Schwart'.

33 Wie die Art, so trägt sie Frucht.

Holl.: Hij moet van eenen kwaden aard zijn, die nooit vreugde zien mag. (Harrebomee, I, 5.)

34 Wilde Art nie recht zahm ward.

Lat.: Saeva feris natura redit.

35 Zwei Arten von Menschen sind untröstlich; Reiche, wenn sie sterben sollen, und Weiber, wenn sie ihre Schönheit verlieren.

*36 Aus der Art schlagen.

Holl.: Hij is buiten den aard geslagen. (Harrebomee, I, 5.)

Lat.: Haud canit paternas cantiones.

*37 Das ist eine andere Art von Krebsen. (Schles.)

*38 Er ist aus der Art geschlagen, wie jener Kracht.

Von jemand, der das Mass nicht hat. Die Krachte sagten nämlich von jedem Familiengliede, das unter 6 Fuss mass, es sei aus der Art geschlagen. Ein Hildebrand von Kracht war Commandant von Küstrin.

*39 Er ist nicht von der Art, viel und klug zu reden.

Gegen die Schwätzerei; viel und gut ist nicht beisammen.

*40 Er ist nit von Art geboren. - Eiselein, 47.

Nicht von gutem Geschlecht.

Lat.: Quisquis colit et amat, das ihn sin Art gelehret hat. (14. Jahrhundert.)

*41 Es hat weder Art noch Geschick.

*42 Es ist eine rare Art, sie hat immerfort Eier und Junge.

Sprichwort der Taubenhändler und Liebhaber; auch von fruchtbaren Eheleuten.


Aert.

Wer äwer (über) den Aert1 itt, mutt säm Jahr umsonst frien. (Rendsburg.)

1) Aert = Handgriff, Henkel an einer Schale.


Artig.

1 Artig und fein bringt viel ein. - Müller, 4, 2.

2 Was artig ist, ist klein. - Eiselein, 42.


Artigkeit.

1 Artigkeit geht vor Schönheit.

2 Artigkeit ist ein schönes Kleid.

Frz.: La simple honnetete est la meilleure politesse, et la temperance le meilleur medecin.

3 Artigkeit macht keinen Topf fett. (Lit.)

Leere Worte helfen keine Speise kochen, glatte Worte nützen nichts in der Wirthschaft. Wer sich gut nähren will, muss arbeiten. (Wurzbach I, 467.)

4 Eine Artigkeit erfordert die andere, sagte das Weib zur Nachbarin, da warf sie ihr faule Aepfel ins Gesicht.

5 Eine Artigkeit erfordert die andere und eine Grobheit stösst die andere. (Schles.)


Artikel.

Wer den Artikel Wahrheit sucht, muss sich kein Lexikon vom Teufel borgen.


Artillerist.

Ein Artillerist muss nie in Verlegenheit kommen.

Sprichwort der breslauer Artillerie.


Artischocken.

Wer immer Artischocken gegessen, sehnt sich nach Kartoffeln. (Moskau.) - Altmann V.


Arznei.

1 Arznei führt nicht über das Lebensziel; sie dient dem, der's erreichen will.

2 Arznei gehört für die Kranken. - Eiselein, 42.

3 Arznei hilft nicht für allen Schaden. - Grimm, I, 576.

4 Arznei hilft, wenn Gott will, wo nicht, so ist's des Lebens Ziel. - Simrock, 589.

Oder auch ein Fehlgriff des Arztes.

5 Arznei ist galgenfrei. - Simrock, 586; Grimm, I, 576.

Aber Gift nicht.

6 Arznei ist oft schädlicher (ärger) als die Krankheit.

Holl.: Dat is een geneesmiddel, waar een paard van barsten zou. - Het geneesmiddel is erger dan de kwaal. (Harrebomee, I, 229.)

Poln.: Przykrzejsze czasem lekarstwo, niz choroba.

7 Arznei und Juristerei geben guten fetten Brei.

It.: La penna dell' avvocato e un coltello di vendemmia.

Lat.: Dat Galenus opes, dat Justinianus honores.

[Spaltenumbruch] Dän.: Art følger art. – Art vil ei af art, Kattene ville gjerne muse.

Engl.: That which is bred in the bone, will never out of the flesh.

Frz.: Bon chien chasse de race. – Bon sang ne peut mentir. – La caque sent toujours le hareng. – Qui naît poule, aime a gratter.

It.: Chi di gallina nasce, convien che razzoli.

Lat.: Ad inopes (mores) natura recurrit. – Lignum tortum haud umquam rectum. (Galen.) – Lupus pilum mutat, non animum. – Naturam expellas furca, tamen usque recurret. (Horaz.) – Natura sequitur semina quisque sua. (Prop.) – Nativos mores occultare difficile.

4 Art lässt nicht von Art, der Bock hat seinen Bart.Eiselein, 41.

5 Art lässt nicht von Art, der Speck nicht von der Schwart, der Bock nicht seinen Bart.Simrock, 533.

Es ist nicht zu leugnen, dass gute und böse Eigenschaften der Aeltern durchs Geblüt fortgepflanzt werden können; aber es wäre durchaus falsch, von den Fehlern der Aeltern unbedingt auf die gleichen der Kinder schliessen zu wollen. Früher hat man allerdings in peinlichen Fällen von diesem Sprichworte eine solche unglückliche Anwendung gemacht, indem man aus dem Umstande, dass Vater oder Mutter eines in Verdacht Gerathenen ein gleiches Verbrechen begangen habe, den Schluss zog, dass der Verdächtige auch der Thäter sein müsse, was mehrere Sprichwörter, z. B.: Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe, beweisen.

6 Art lasst von art nicht (nit), die Katze (katz) lasst yhres (jrs) mausens nicht.Agricola, 131; Tappius, 7.

7 Art lasst von art nit.Egenolff, 265b.

8 Art lätt nicht vun Bart. (Kiel.)

9 Art lätt van Art nit; de Katte lätt dat Musen nit; de Bock bliwt ut dem Goaren nit. (Westf.)

10 Art wil von arde nit, dat vnkrüyt will vyth dem garden nicht.Tappius, 7a.

11 Bliyw bi diy Oart, dann werste nit verkoart. (Westf.)

12 Böse Art ablegen ist so schwer als rechte Art anfahen.

Holl.: De aard gaat voor alle gewoonte. (Harrebomée, I, 5.)

13 Böse Art nie gut ward.Grimm. I, 570.

14 Böse Art und Unkraut sterben nicht ab.

15 Böse Art verliert sich nicht.

Holl.: Wie uit den aard heeft zotte kuren, dien zullen ze al zijn leven duren. (Harrebomée, I, 5.)

It.: Taglia la coda al cane, e riman cane.

Lat.: Non cito decrescit mala planta, sed usque virescit.

16 Das ist eine andere Art von Krebsen, sagt Hans, da hatte er einen Frosch gefangen.

17 Diebische Art erbet ins Geschlecht.Grimm, I, 570.

18 Diebische Art nie gut ward.

19 Eine gute Art lässt sich bei Zeiten sehen.

Lat.: Protinus apparet, quem fructum planta datura est.

20 Es ist wider die Art, dass ein Bock ist ohne Bart.

21 Es muss 'ne Art haben, wenn's schreien soll.

22 Freche Art will lehren, eh' ihr wächst der Bart.

Lat.: Ante barbam doces senes.

23 Je edler Art, je leichter Zorn.Grimm, I, 570.

24 Nâ de Ort un Wîs, seggt Brookstedt. (Holst.)

25 Oart lett nich von Oart: de Katt lett dat Musen nich, de Schnirer lett dat Stälent nich un 't blivt all'ns as 't is. (Strelitz.) – Firmenich, III, 73, 114.

26 Ôrt lätt nich van Ôrt, säd' de Stêndörper Köster, as sîn Dochter drê Kinner up'n mal krêg; mi gungt' îerst just so.Hoefer, 633.

27 Sparst, du mir 'ne Art, so spar' ich dir 'ne Fahrt, sagte der Acker zum Bauer.Körte, 308.

Wenn der Landmann sein Feld mit der rechten Fruchtart bestellt, so erspart er sich manche Mühe.

28 Uf die Oart no (nach) Geleigenheit d'r Imstände, sagen die Bauern. (Kreis Görlitz.)

29 Ungleiche Art trägt nicht gleichen Bart.

Holl.: Verschieden aard dient niet gepaard. (Harrebomée, I, 8.)

30 Untreue Art hält Piderpart.Alte Handschrift.

[Spaltenumbruch] 31 Von böser Art muss man auch kein Junges leben lassen.

Das Böse muss bis auf den Grund vertilgt werden.

Lat.: Ex genere malo ne catulus quidem relinquendus. – Ex pessimo genere et catulus tollendus. – Stultus, qui patre caeso liberis pepercerit. (Aristoteles.) (Tappius, 101b.)

32 Wie Art, so Schwart'.

33 Wie die Art, so trägt sie Frucht.

Holl.: Hij moet van eenen kwaden aard zijn, die nooit vreugde zien mag. (Harrebomée, I, 5.)

34 Wilde Art nie recht zahm ward.

Lat.: Saeva feris natura redit.

35 Zwei Arten von Menschen sind untröstlich; Reiche, wenn sie sterben sollen, und Weiber, wenn sie ihre Schönheit verlieren.

*36 Aus der Art schlagen.

Holl.: Hij is buiten den aard geslagen. (Harrebomée, I, 5.)

Lat.: Haud canit paternas cantiones.

*37 Das ist eine andere Art von Krebsen. (Schles.)

*38 Er ist aus der Art geschlagen, wie jener Kracht.

Von jemand, der das Mass nicht hat. Die Krachte sagten nämlich von jedem Familiengliede, das unter 6 Fuss mass, es sei aus der Art geschlagen. Ein Hildebrand von Kracht war Commandant von Küstrin.

*39 Er ist nicht von der Art, viel und klug zu reden.

Gegen die Schwätzerei; viel und gut ist nicht beisammen.

*40 Er ist nit von Art geboren.Eiselein, 47.

Nicht von gutem Geschlecht.

Lat.: Quisquis colit et amat, das ihn sin Art gelehret hat. (14. Jahrhundert.)

*41 Es hat weder Art noch Geschick.

*42 Es ist eine rare Art, sie hat immerfort Eier und Junge.

Sprichwort der Taubenhändler und Liebhaber; auch von fruchtbaren Eheleuten.


Aert.

Wer äwer (über) den Aert1 itt, mutt säm Jahr umsonst frien. (Rendsburg.)

1) Aert = Handgriff, Henkel an einer Schale.


Artig.

1 Artig und fein bringt viel ein.Müller, 4, 2.

2 Was artig ist, ist klein.Eiselein, 42.


Artigkeit.

1 Artigkeit geht vor Schönheit.

2 Artigkeit ist ein schönes Kleid.

Frz.: La simple honnêteté est la meilleure politesse, et la tempérance le meilleur médecin.

3 Artigkeit macht keinen Topf fett. (Lit.)

Leere Worte helfen keine Speise kochen, glatte Worte nützen nichts in der Wirthschaft. Wer sich gut nähren will, muss arbeiten. (Wurzbach I, 467.)

4 Eine Artigkeit erfordert die andere, sagte das Weib zur Nachbarin, da warf sie ihr faule Aepfel ins Gesicht.

5 Eine Artigkeit erfordert die andere und eine Grobheit stösst die andere. (Schles.)


Artikel.

Wer den Artikel Wahrheit sucht, muss sich kein Lexikon vom Teufel borgen.


Artillerist.

Ein Artillerist muss nie in Verlegenheit kommen.

Sprichwort der breslauer Artillerie.


Artischocken.

Wer immer Artischocken gegessen, sehnt sich nach Kartoffeln. (Moskau.) – Altmann V.


Arznei.

1 Arznei führt nicht über das Lebensziel; sie dient dem, der's erreichen will.

2 Arznei gehört für die Kranken.Eiselein, 42.

3 Arznei hilft nicht für allen Schaden.Grimm, I, 576.

4 Arznei hilft, wenn Gott will, wo nicht, so ist's des Lebens Ziel.Simrock, 589.

Oder auch ein Fehlgriff des Arztes.

5 Arznei ist galgenfrei.Simrock, 586; Grimm, I, 576.

Aber Gift nicht.

6 Arznei ist oft schädlicher (ärger) als die Krankheit.

Holl.: Dat is een geneesmiddel, waar een paard van barsten zou. – Het geneesmiddel is erger dan de kwaal. (Harrebomée, I, 229.)

Poln.: Przykrzejsze czasem lekarstwo, niż choroba.

7 Arznei und Juristerei geben guten fetten Brei.

It.: La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.

Lat.: Dat Galenus opes, dat Justinianus honores.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i"><pb facs="#f0103" n="[75]"/><cb n="149"/>
Dän.</hi>: Art følger art. &#x2013; Art vil ei af art, Kattene ville gjerne muse.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: That which is bred in the bone, will never out of the flesh.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Bon chien chasse de race. &#x2013; Bon sang ne peut mentir. &#x2013; La caque sent toujours le hareng. &#x2013; Qui naît poule, aime a gratter.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Chi di gallina nasce, convien che razzoli.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ad inopes (mores) natura recurrit. &#x2013; Lignum tortum haud umquam rectum. (<hi rendition="#i">Galen.</hi>) &#x2013; Lupus pilum mutat, non animum. &#x2013; Naturam expellas furca, tamen usque recurret. (<hi rendition="#i">Horaz.</hi>) &#x2013; Natura sequitur semina quisque sua. (<hi rendition="#i">Prop.</hi>) &#x2013; Nativos mores occultare difficile.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Art lässt nicht von Art, der Bock hat seinen Bart.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 41.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Art lässt nicht von Art, der Speck nicht von der Schwart, der Bock nicht seinen Bart.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 533.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Es ist nicht zu leugnen, dass gute und böse Eigenschaften der Aeltern durchs Geblüt fortgepflanzt werden können; aber es wäre durchaus falsch, von den Fehlern der Aeltern unbedingt auf die gleichen der Kinder schliessen zu wollen. Früher hat man allerdings in peinlichen Fällen von diesem Sprichworte eine solche unglückliche Anwendung gemacht, indem man aus dem Umstande, dass Vater oder Mutter eines in Verdacht Gerathenen ein gleiches Verbrechen begangen habe, den Schluss zog, dass der Verdächtige auch der Thäter sein müsse, was mehrere Sprichwörter, z. B.: Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe, beweisen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Art lasst von art nicht (nit), die Katze (katz) lasst yhres (jrs) mausens nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola, 131; Tappius, 7.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Art lasst von art nit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Egenolff, 265<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Art lätt nicht vun Bart.</hi> (<hi rendition="#i">Kiel.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Art lätt van Art nit; de Katte lätt dat Musen nit; de Bock bliwt ut dem Goaren nit.</hi> (<hi rendition="#i">Westf.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">10 Art wil von arde nit, dat vnkrüyt will vyth dem garden nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tappius, 7<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Bliyw bi diy Oart, dann werste nit verkoart.</hi> (<hi rendition="#i">Westf.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">12 Böse Art ablegen ist so schwer als rechte Art anfahen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: De aard gaat voor alle gewoonte. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 5.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Böse Art nie gut ward.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Grimm. I, 570.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">14 Böse Art und Unkraut sterben nicht ab.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 Böse Art verliert sich nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Wie uit den aard heeft zotte kuren, dien zullen ze al zijn leven duren. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 5.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Taglia la coda al cane, e riman cane.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Non cito decrescit mala planta, sed usque virescit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">16 Das ist eine andere Art von Krebsen, sagt Hans, da hatte er einen Frosch gefangen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">17 Diebische Art erbet ins Geschlecht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Grimm, I, 570.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">18 Diebische Art nie gut ward.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">19 Eine gute Art lässt sich bei Zeiten sehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Protinus apparet, quem fructum planta datura est.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">20 Es ist wider die Art, dass ein Bock ist ohne Bart.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">21 Es muss 'ne Art haben, wenn's schreien soll.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">22 Freche Art will lehren, eh' ihr wächst der Bart.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ante barbam doces senes.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">23 Je edler Art, je leichter Zorn.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Grimm, I, 570.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">24 Nâ de Ort un Wîs, seggt Brookstedt.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">25 Oart lett nich von Oart: de Katt lett dat Musen nich, de Schnirer lett dat Stälent nich un 't blivt all'ns as 't is.</hi> (<hi rendition="#i">Strelitz.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, III, 73, 114.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">26 Ôrt lätt nich van Ôrt, säd' de Stêndörper Köster, as sîn Dochter drê Kinner up'n mal krêg; mi gungt' îerst just so.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hoefer, 633.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">27 Sparst, du mir 'ne Art, so spar' ich dir 'ne Fahrt, sagte der Acker zum Bauer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 308.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn der Landmann sein Feld mit der rechten Fruchtart bestellt, so erspart er sich manche Mühe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">28 Uf die Oart no (nach) Geleigenheit d'r Imstände, sagen die Bauern.</hi> (<hi rendition="#i">Kreis Görlitz.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">29 Ungleiche Art trägt nicht gleichen Bart.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Verschieden aard dient niet gepaard. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 8.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">30 Untreue Art hält Piderpart.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Alte Handschrift.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="150"/>
31 Von böser Art muss man auch kein Junges leben lassen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Das Böse muss bis auf den Grund vertilgt werden.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ex genere malo ne catulus quidem relinquendus. &#x2013; Ex pessimo genere et catulus tollendus. &#x2013; Stultus, qui patre caeso liberis pepercerit. (<hi rendition="#i">Aristoteles.</hi>) (<hi rendition="#i">Tappius, 101<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">32 Wie Art, so Schwart'.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">33 Wie die Art, so trägt sie Frucht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij moet van eenen kwaden aard zijn, die nooit vreugde zien mag. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 5.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">34 Wilde Art nie recht zahm ward.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Saeva feris natura redit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">35 Zwei Arten von Menschen sind untröstlich; Reiche, wenn sie sterben sollen, und Weiber, wenn sie ihre Schönheit verlieren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*36 Aus der Art schlagen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij is buiten den aard geslagen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 5.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Haud canit paternas cantiones.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*37 Das ist eine andere Art von Krebsen.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*38 Er ist aus der Art geschlagen, wie jener Kracht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von jemand, der das Mass nicht hat. Die Krachte sagten nämlich von jedem Familiengliede, das unter 6 Fuss mass, es sei aus der Art geschlagen. Ein Hildebrand von Kracht war Commandant von Küstrin.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*39 Er ist nicht von der Art, viel und klug zu reden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Gegen die Schwätzerei; viel und gut ist nicht beisammen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*40 Er ist nit von Art geboren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 47.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Nicht von gutem Geschlecht.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Quisquis colit et amat, das ihn sin Art gelehret hat. (14. Jahrhundert.)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*41 Es hat weder Art noch Geschick.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*42 Es ist eine rare Art, sie hat immerfort Eier und Junge.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sprichwort der Taubenhändler und Liebhaber; auch von fruchtbaren Eheleuten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aert.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer äwer (über) den Aert<hi rendition="#sup">1</hi> itt, mutt säm Jahr umsonst frien.</hi> (<hi rendition="#i">Rendsburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Aert = Handgriff, Henkel an einer Schale.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Artig.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Artig und fein bringt viel ein.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Müller, 4, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Was artig ist, ist klein.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 42.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Artigkeit.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Artigkeit geht vor Schönheit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Artigkeit ist ein schönes Kleid.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: La simple honnêteté est la meilleure politesse, et la tempérance le meilleur médecin.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Artigkeit macht keinen Topf fett.</hi> (<hi rendition="#i">Lit.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Leere Worte helfen keine Speise kochen, glatte Worte nützen nichts in der Wirthschaft. Wer sich gut nähren will, muss arbeiten. (<hi rendition="#i">Wurzbach I, 467.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Eine Artigkeit erfordert die andere, sagte das Weib zur Nachbarin, da warf sie ihr faule Aepfel ins Gesicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Eine Artigkeit erfordert die andere und eine Grobheit stösst die andere.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Artikel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Wer den Artikel Wahrheit sucht, muss sich kein Lexikon vom Teufel borgen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Artillerist.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Ein Artillerist muss nie in Verlegenheit kommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sprichwort der breslauer Artillerie.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Artischocken.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer immer Artischocken gegessen, sehnt sich nach Kartoffeln.</hi> (<hi rendition="#i">Moskau.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Altmann V.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Arznei.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Arznei führt nicht über das Lebensziel; sie dient dem, der's erreichen will.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Arznei gehört für die Kranken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 42.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Arznei hilft nicht für allen Schaden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Grimm, I, 576.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Arznei hilft, wenn Gott will, wo nicht, so ist's des Lebens Ziel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 589.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Oder auch ein Fehlgriff des Arztes.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Arznei ist galgenfrei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 586; Grimm, I, 576.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Aber Gift nicht.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Arznei ist oft schädlicher (ärger) als die Krankheit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Dat is een geneesmiddel, waar een paard van barsten zou. &#x2013; Het geneesmiddel is erger dan de kwaal. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 229.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Przykrzejsze czasem lekarstwo, ni&#x017C; choroba.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Arznei und Juristerei geben guten fetten Brei.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Dat Galenus opes, dat Justinianus honores.</p><lb/>
          <p rendition="#et">
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[75]/0103] Dän.: Art følger art. – Art vil ei af art, Kattene ville gjerne muse. Engl.: That which is bred in the bone, will never out of the flesh. Frz.: Bon chien chasse de race. – Bon sang ne peut mentir. – La caque sent toujours le hareng. – Qui naît poule, aime a gratter. It.: Chi di gallina nasce, convien che razzoli. Lat.: Ad inopes (mores) natura recurrit. – Lignum tortum haud umquam rectum. (Galen.) – Lupus pilum mutat, non animum. – Naturam expellas furca, tamen usque recurret. (Horaz.) – Natura sequitur semina quisque sua. (Prop.) – Nativos mores occultare difficile. 4 Art lässt nicht von Art, der Bock hat seinen Bart. – Eiselein, 41. 5 Art lässt nicht von Art, der Speck nicht von der Schwart, der Bock nicht seinen Bart. – Simrock, 533. Es ist nicht zu leugnen, dass gute und böse Eigenschaften der Aeltern durchs Geblüt fortgepflanzt werden können; aber es wäre durchaus falsch, von den Fehlern der Aeltern unbedingt auf die gleichen der Kinder schliessen zu wollen. Früher hat man allerdings in peinlichen Fällen von diesem Sprichworte eine solche unglückliche Anwendung gemacht, indem man aus dem Umstande, dass Vater oder Mutter eines in Verdacht Gerathenen ein gleiches Verbrechen begangen habe, den Schluss zog, dass der Verdächtige auch der Thäter sein müsse, was mehrere Sprichwörter, z. B.: Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe, beweisen. 6 Art lasst von art nicht (nit), die Katze (katz) lasst yhres (jrs) mausens nicht. – Agricola, 131; Tappius, 7. 7 Art lasst von art nit. – Egenolff, 265b. 8 Art lätt nicht vun Bart. (Kiel.) 9 Art lätt van Art nit; de Katte lätt dat Musen nit; de Bock bliwt ut dem Goaren nit. (Westf.) 10 Art wil von arde nit, dat vnkrüyt will vyth dem garden nicht. – Tappius, 7a. 11 Bliyw bi diy Oart, dann werste nit verkoart. (Westf.) 12 Böse Art ablegen ist so schwer als rechte Art anfahen. Holl.: De aard gaat voor alle gewoonte. (Harrebomée, I, 5.) 13 Böse Art nie gut ward. – Grimm. I, 570. 14 Böse Art und Unkraut sterben nicht ab. 15 Böse Art verliert sich nicht. Holl.: Wie uit den aard heeft zotte kuren, dien zullen ze al zijn leven duren. (Harrebomée, I, 5.) It.: Taglia la coda al cane, e riman cane. Lat.: Non cito decrescit mala planta, sed usque virescit. 16 Das ist eine andere Art von Krebsen, sagt Hans, da hatte er einen Frosch gefangen. 17 Diebische Art erbet ins Geschlecht. – Grimm, I, 570. 18 Diebische Art nie gut ward. 19 Eine gute Art lässt sich bei Zeiten sehen. Lat.: Protinus apparet, quem fructum planta datura est. 20 Es ist wider die Art, dass ein Bock ist ohne Bart. 21 Es muss 'ne Art haben, wenn's schreien soll. 22 Freche Art will lehren, eh' ihr wächst der Bart. Lat.: Ante barbam doces senes. 23 Je edler Art, je leichter Zorn. – Grimm, I, 570. 24 Nâ de Ort un Wîs, seggt Brookstedt. (Holst.) 25 Oart lett nich von Oart: de Katt lett dat Musen nich, de Schnirer lett dat Stälent nich un 't blivt all'ns as 't is. (Strelitz.) – Firmenich, III, 73, 114. 26 Ôrt lätt nich van Ôrt, säd' de Stêndörper Köster, as sîn Dochter drê Kinner up'n mal krêg; mi gungt' îerst just so. – Hoefer, 633. 27 Sparst, du mir 'ne Art, so spar' ich dir 'ne Fahrt, sagte der Acker zum Bauer. – Körte, 308. Wenn der Landmann sein Feld mit der rechten Fruchtart bestellt, so erspart er sich manche Mühe. 28 Uf die Oart no (nach) Geleigenheit d'r Imstände, sagen die Bauern. (Kreis Görlitz.) 29 Ungleiche Art trägt nicht gleichen Bart. Holl.: Verschieden aard dient niet gepaard. (Harrebomée, I, 8.) 30 Untreue Art hält Piderpart. – Alte Handschrift. 31 Von böser Art muss man auch kein Junges leben lassen. Das Böse muss bis auf den Grund vertilgt werden. Lat.: Ex genere malo ne catulus quidem relinquendus. – Ex pessimo genere et catulus tollendus. – Stultus, qui patre caeso liberis pepercerit. (Aristoteles.) (Tappius, 101b.) 32 Wie Art, so Schwart'. 33 Wie die Art, so trägt sie Frucht. Holl.: Hij moet van eenen kwaden aard zijn, die nooit vreugde zien mag. (Harrebomée, I, 5.) 34 Wilde Art nie recht zahm ward. Lat.: Saeva feris natura redit. 35 Zwei Arten von Menschen sind untröstlich; Reiche, wenn sie sterben sollen, und Weiber, wenn sie ihre Schönheit verlieren. *36 Aus der Art schlagen. Holl.: Hij is buiten den aard geslagen. (Harrebomée, I, 5.) Lat.: Haud canit paternas cantiones. *37 Das ist eine andere Art von Krebsen. (Schles.) *38 Er ist aus der Art geschlagen, wie jener Kracht. Von jemand, der das Mass nicht hat. Die Krachte sagten nämlich von jedem Familiengliede, das unter 6 Fuss mass, es sei aus der Art geschlagen. Ein Hildebrand von Kracht war Commandant von Küstrin. *39 Er ist nicht von der Art, viel und klug zu reden. Gegen die Schwätzerei; viel und gut ist nicht beisammen. *40 Er ist nit von Art geboren. – Eiselein, 47. Nicht von gutem Geschlecht. Lat.: Quisquis colit et amat, das ihn sin Art gelehret hat. (14. Jahrhundert.) *41 Es hat weder Art noch Geschick. *42 Es ist eine rare Art, sie hat immerfort Eier und Junge. Sprichwort der Taubenhändler und Liebhaber; auch von fruchtbaren Eheleuten. Aert. Wer äwer (über) den Aert1 itt, mutt säm Jahr umsonst frien. (Rendsburg.) 1) Aert = Handgriff, Henkel an einer Schale. Artig. 1 Artig und fein bringt viel ein. – Müller, 4, 2. 2 Was artig ist, ist klein. – Eiselein, 42. Artigkeit. 1 Artigkeit geht vor Schönheit. 2 Artigkeit ist ein schönes Kleid. Frz.: La simple honnêteté est la meilleure politesse, et la tempérance le meilleur médecin. 3 Artigkeit macht keinen Topf fett. (Lit.) Leere Worte helfen keine Speise kochen, glatte Worte nützen nichts in der Wirthschaft. Wer sich gut nähren will, muss arbeiten. (Wurzbach I, 467.) 4 Eine Artigkeit erfordert die andere, sagte das Weib zur Nachbarin, da warf sie ihr faule Aepfel ins Gesicht. 5 Eine Artigkeit erfordert die andere und eine Grobheit stösst die andere. (Schles.) Artikel. Wer den Artikel Wahrheit sucht, muss sich kein Lexikon vom Teufel borgen. Artillerist. Ein Artillerist muss nie in Verlegenheit kommen. Sprichwort der breslauer Artillerie. Artischocken. Wer immer Artischocken gegessen, sehnt sich nach Kartoffeln. (Moskau.) – Altmann V. Arznei. 1 Arznei führt nicht über das Lebensziel; sie dient dem, der's erreichen will. 2 Arznei gehört für die Kranken. – Eiselein, 42. 3 Arznei hilft nicht für allen Schaden. – Grimm, I, 576. 4 Arznei hilft, wenn Gott will, wo nicht, so ist's des Lebens Ziel. – Simrock, 589. Oder auch ein Fehlgriff des Arztes. 5 Arznei ist galgenfrei. – Simrock, 586; Grimm, I, 576. Aber Gift nicht. 6 Arznei ist oft schädlicher (ärger) als die Krankheit. Holl.: Dat is een geneesmiddel, waar een paard van barsten zou. – Het geneesmiddel is erger dan de kwaal. (Harrebomée, I, 229.) Poln.: Przykrzejsze czasem lekarstwo, niż choroba. 7 Arznei und Juristerei geben guten fetten Brei. It.: La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia. Lat.: Dat Galenus opes, dat Justinianus honores.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:38Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:38Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/103
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867, S. [75]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/103>, abgerufen am 28.10.2020.