Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 2 Man muoss iuch zu iumer Usfart anders beleiten. - Hartmann.

3 Man weiss seine Ausfahrt wol, aber nicht seine Ein(Heim)fahrt.


Ausfall.

Er is e Ausfall. (Jüd.-deutsch.) - Tendlau, 48.

Ein Ausbund im bessern Sinne.


Ausfenstern.

* Einen ausfenstern.

Jemand derbe Verweise geben.


Ausfliegen.

1 Flieg aus als Adler, und hast du kein Glück, kommst du doch als Krebs zurück.

2 Wer viel ausfliegen will zu Wald, der wird zu einer Grasmück' bald. - Brandt, Nsch., XXIII.

Von Ehemännern, die sich auf die Treue ihrer Frauen nicht verlassen können, weil in das Nest der Grasmücke der Kukuk gern seine Eier legt.

*3 So früh ausfliegen wie die Mistelgauer (s. d.). (Franken.)


Ausflucht.

1 Er findet immer eine Ausflucht.

Holl.: Het is eene blaauwe uitvlugt. - Hij betaalt met kale uitvlugten. Hij zoekt altijd uitvlugten. (Harrebomee, II, 352.)

Lat.: Reperire rimam. (Plautus.) - Via cum adsit, semitam quaeris.

2 Et is sin eerste Utflugt.


Ausfragen.

1 Een utfragen bet uppen Peddik (das Innerste, das Mark).

2 So fragt man die Bauern aus.

Lat.: Meos corymbos necto.

3 Su fregt mer de Leit aus. (Harz.) - Lohrengel, 472.

Lat.: Ad interrogata non semper respondendum est.


Ausfressen.

* Et is ein Utfräten. - Schambach, 167.

Um zu einer Handlung zu ermuthigen, welche die bereits in Aussicht stehenden Nachtheile oder Strafen steigert.


Ausführen.

Das führe' sie nit aus, da is unser Harjet (Herrgott) dazwische'. (Jüd.-deutsch.) - Tendlau, 919.

Wenn etwas gegen das Judenthum, auch religiöse Neuerungen aus der eigenen Mitte, unternommen ward.


Ausgabe.

1 Gewisse Ausgabe und ungewisse Einnahme sind der Haushaltung Tod.

Frz.: Le gain est incertain et passager; mais la depense est toujours continue et certaine.

2 Grosse Ausgabe ist kleiner Einnahme Tod.

3 Wo die Ausgabe grösser ist als die Einnahme, währt die Haushaltung nicht lange.

It.: Bisogna far la spesa secondo l'entrata.

*4 Die Ausgabe mit einer längern Elle messen als den Empfang.

Nicht ehrlich handeln.


Ausgang.

1 Der Ausgang ist das Haupt des Geschäfts. (S. Ende.) (Türk.)

*2 Der Ausgang ist oft besser als der Anfang.

Frz.: Le retour vaut bien matines.

3 Der Ausgang ist oft schlimmer als der Eingang.

Frz.: Le retour est pis que matines.

4 Der Ausgang krönt das Werk.

5 Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Dorn sticht.

6 Der Ausgang liegt in Gottes Hand.

Wenn etwas nicht von uns, sondern von dem Gutdünken, der Willkür anderer, besonders einer höhern Macht abhing, sagten die Alten: Das liegt auf den Knien der fünf Richter. (In quinque judicum genibus situm est. Zenod. Erasm., 527.) Daher, weil es bei den Griechen fünf Richtern übertragen war, über die Stücke der Komiker ein öffentliches Urtheil zu fällen.

7 Der Ausgang macht da selten klug, wo der Anfang nicht hat Witz genug.

8 Guter Ausgang entschuldigt schlechten Anfang.

Lat.: Honesta quaedam scelera successus facit.

9 Man muss den Ausgang abwarten.

Die Bestätigung der Sache.

Frz.: Il faut attendre le boiteux.

10 Wer nach dem Ausgange eine Sache lobt oder schilt, redet, was nur wenig gilt.

Lat.: Careat successibus opto, quisquis ab eventu facta notanda putat. (Ovid.)

[Spaltenumbruch] *11 Der Ausgang wird's lehren. - Schonheim, E, 14; Simrock, 658.

Lat.: Exitus acta probat.

*12 Jemandem zum Ausgang spielen.


Ausgeben.

1 Ausgeben ist eintragen.

2 De sick warför utgifft, de wurd warför holden. (Ostfries.)

3 Im Ausgeben besteht der Vortheil.

4 Man muss nicht mehr ausgeben, als man eingenommen hat.

Frz.: Bien depenser et peu gagner, c'est le chemin de l'hopital.

Lat.: Ratio quaestuum et necessitas erogationum inter se debent congruere. (Tacitus.)

5 Viel ausgeben und wenig einnehmen, macht arm.

Frz.: A depenser beaucoup et avoir peu de revenu on devient pauvre.

It.: Mal guadagna chi tutto spende.

6 Wer ausgibt, muss auch einnehmen. - Pistor., III, 76; Siebenkees, 239.

Wer sich über andere lustig machen will, muss es auch ertragen können, wenn andere ebenso mit ihm verfahren.

Frz.: Les daubeurs ont leur tour.

Holl.: Waar uitgaven zijn, zijn inkomsten onontbeerlijk. (Harrebomee, II, 352.)

Lat.: Qui vexant alois tandem vexantur et ipsi.

7 Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, verarmet ohne dass er's spürt.

8 Wer mehr ausgibt als er soll, spinnt sich selbst ein Seil zum Hängen.

Engl.: He who spends more than he should, shall not have to spend, when he would.

It.: Amico mio cortese secondo l'entrata regola le spese.

9 Wer mehr ausgibt als er soll, wird nichts geben können, wenn er will.

10 Wer mehr ausgibt, der gibt am wenigsten aus.

Der Einkauf guter Waare ist der vortheilhaftere.

It.: Chi piu spende, meno spende.

11 Wie du uthgyfst, so krigst du wedder.

12 Wo man ausgibt und nimmt ein, hat man immer Hudelei'n. (Russ.)

*13 Das Ausgeben ist ihm geläufiger als das Aufheben.

Von einem Verschwender, und entlehnt von Ausgebern, Speisemeistern und Kellnern.


Ausgeberin.

* Sie ist eine gute Ausgeberin.

Versteht das Verthun besser als das Sammeln, Sparen und Zusammenhalten.

Lat.: Promus magis, quam condus. (Ausonius.) (Erasmus, 556.)


Ausgehen.

1 Ausgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser. - Agricola, 720; Tappius, 174a.

Lat.: Domi manere oportet, belle fortunatum. (Tappius, 174a.) - Esse domi praestat, quia damnosum foris esse. (Hesiod.)

2 Besser nicht ausgegangen als auf halbem Wege stehen geblieben.

3 Es geht selten wol aus, was on radt wirt angefangen. - Agricola, 728; Latendorf, 109.

Holl.: Het gaat zelden wel, wat zonder raad wordt aangevangen. (Campen, 86.)

4 Gehe aus, gehe ein, der Tod wartet dein.

Lat.: Tempora longa tibi vitae promittere noli, quocunque ingrederis, sequitur mors corpus ut umbra. (Cato.)

5 Mancher geht nach Wolle aus und kommt geschoren nach Haus.

6 Wenn du ausgehst, vergiss den Stock nicht. (Altgr.)

Sei nie waffenlos, habe stets etwas zur Hand, um Beleidigungen u. s. w. abzuwehren. Entstanden von Kleomenes, einem Feldherrn der Athener, der in Wahnsinn gefallen, alle Menschen für seine Feinde hielt, stets mit einem Stocke umherging, um die auf ihn Eindringenden abzuwehren.

Lat.: Absque baculo ne ingreditor. (Horaz.) (Erasm., 623.)

7 Wenn ick utgoae, dann teie (ziehe) ick 't Haus upp'n Balken (Boden). (Bielefeld.) - Firmenich, I, 281.

8 Wer nie ausgeht, kommt nie heim. - Günther, 31.

9 Wer weit geht aus, hat weit nach Haus.

10 Wer zu spät ausgeht, kommt zu spät heim.

It.: Chi esce tardi, tardi ritorna.

[Spaltenumbruch] 2 Man muoss iuch zu iumer Usfart anders beleiten.Hartmann.

3 Man weiss seine Ausfahrt wol, aber nicht seine Ein(Heim)fahrt.


Ausfall.

Er is e Ausfall. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 48.

Ein Ausbund im bessern Sinne.


Ausfenstern.

* Einen ausfenstern.

Jemand derbe Verweise geben.


Ausfliegen.

1 Flieg aus als Adler, und hast du kein Glück, kommst du doch als Krebs zurück.

2 Wer viel ausfliegen will zu Wald, der wird zu einer Grasmück' bald.Brandt, Nsch., XXIII.

Von Ehemännern, die sich auf die Treue ihrer Frauen nicht verlassen können, weil in das Nest der Grasmücke der Kukuk gern seine Eier legt.

*3 So früh ausfliegen wie die Mistelgauer (s. d.). (Franken.)


Ausflucht.

1 Er findet immer eine Ausflucht.

Holl.: Het is eene blaauwe uitvlugt. – Hij betaalt met kale uitvlugten. Hij zoekt altijd uitvlugten. (Harrebomée, II, 352.)

Lat.: Reperire rimam. (Plautus.) – Via cum adsit, semitam quaeris.

2 Et is sin eerste Utflugt.


Ausfragen.

1 Een utfragen bet uppen Peddik (das Innerste, das Mark).

2 So fragt man die Bauern aus.

Lat.: Meos corymbos necto.

3 Su fregt mer de Leit aus. (Harz.) – Lohrengel, 472.

Lat.: Ad interrogata non semper respondendum est.


Ausfressen.

* Et is ein Utfräten.Schambach, 167.

Um zu einer Handlung zu ermuthigen, welche die bereits in Aussicht stehenden Nachtheile oder Strafen steigert.


Ausführen.

Das führe' sie nit aus, da is unser Harjet (Herrgott) dazwische'. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 919.

Wenn etwas gegen das Judenthum, auch religiöse Neuerungen aus der eigenen Mitte, unternommen ward.


Ausgabe.

1 Gewisse Ausgabe und ungewisse Einnahme sind der Haushaltung Tod.

Frz.: Le gain est incertain et passager; mais la dépense est toujours continue et certaine.

2 Grosse Ausgabe ist kleiner Einnahme Tod.

3 Wo die Ausgabe grösser ist als die Einnahme, währt die Haushaltung nicht lange.

It.: Bisogna far la spesa secondo l'entrata.

*4 Die Ausgabe mit einer längern Elle messen als den Empfang.

Nicht ehrlich handeln.


Ausgang.

1 Der Ausgang ist das Haupt des Geschäfts. (S. Ende.) (Türk.)

*2 Der Ausgang ist oft besser als der Anfang.

Frz.: Le retour vaut bien matines.

3 Der Ausgang ist oft schlimmer als der Eingang.

Frz.: Le retour est pis que matines.

4 Der Ausgang krönt das Werk.

5 Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Dorn sticht.

6 Der Ausgang liegt in Gottes Hand.

Wenn etwas nicht von uns, sondern von dem Gutdünken, der Willkür anderer, besonders einer höhern Macht abhing, sagten die Alten: Das liegt auf den Knien der fünf Richter. (In quinque judicum genibus situm est. Zenod. Erasm., 527.) Daher, weil es bei den Griechen fünf Richtern übertragen war, über die Stücke der Komiker ein öffentliches Urtheil zu fällen.

7 Der Ausgang macht da selten klug, wo der Anfang nicht hat Witz genug.

8 Guter Ausgang entschuldigt schlechten Anfang.

Lat.: Honesta quaedam scelera successus facit.

9 Man muss den Ausgang abwarten.

Die Bestätigung der Sache.

Frz.: Il faut attendre le boiteux.

10 Wer nach dem Ausgange eine Sache lobt oder schilt, redet, was nur wenig gilt.

Lat.: Careat successibus opto, quisquis ab eventu facta notanda putat. (Ovid.)

[Spaltenumbruch] *11 Der Ausgang wird's lehren.Schonheim, E, 14; Simrock, 658.

Lat.: Exitus acta probat.

*12 Jemandem zum Ausgang spielen.


Ausgeben.

1 Ausgeben ist eintragen.

2 De sick warför utgifft, de wurd warför holden. (Ostfries.)

3 Im Ausgeben besteht der Vortheil.

4 Man muss nicht mehr ausgeben, als man eingenommen hat.

Frz.: Bien dépenser et peu gagner, c'est le chemin de l'hôpital.

Lat.: Ratio quaestuum et necessitas erogationum inter se debent congruere. (Tacitus.)

5 Viel ausgeben und wenig einnehmen, macht arm.

Frz.: A dépenser beaucoup et avoir peu de revenu on devient pauvre.

It.: Mal guadagna chi tutto spende.

6 Wer ausgibt, muss auch einnehmen.Pistor., III, 76; Siebenkees, 239.

Wer sich über andere lustig machen will, muss es auch ertragen können, wenn andere ebenso mit ihm verfahren.

Frz.: Les daubeurs ont leur tour.

Holl.: Waar uitgaven zijn, zijn inkomsten onontbeerlijk. (Harrebomée, II, 352.)

Lat.: Qui vexant alois tandem vexantur et ipsi.

7 Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, verarmet ohne dass er's spürt.

8 Wer mehr ausgibt als er soll, spinnt sich selbst ein Seil zum Hängen.

Engl.: He who spends more than he should, shall not have to spend, when he would.

It.: Amico mio cortese secondo l'entrata regola le spese.

9 Wer mehr ausgibt als er soll, wird nichts geben können, wenn er will.

10 Wer mehr ausgibt, der gibt am wenigsten aus.

Der Einkauf guter Waare ist der vortheilhaftere.

It.: Chi più spende, meno spende.

11 Wie du uthgyfst, so krigst du wedder.

12 Wo man ausgibt und nimmt ein, hat man immer Hudelei'n. (Russ.)

*13 Das Ausgeben ist ihm geläufiger als das Aufheben.

Von einem Verschwender, und entlehnt von Ausgebern, Speisemeistern und Kellnern.


Ausgeberin.

* Sie ist eine gute Ausgeberin.

Versteht das Verthun besser als das Sammeln, Sparen und Zusammenhalten.

Lat.: Promus magis, quam condus. (Ausonius.) (Erasmus, 556.)


Ausgehen.

1 Ausgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser.Agricola, 720; Tappius, 174a.

Lat.: Domi manere oportet, belle fortunatum. (Tappius, 174a.) – Esse domi praestat, quia damnosum foris esse. (Hesiod.)

2 Besser nicht ausgegangen als auf halbem Wege stehen geblieben.

3 Es geht selten wol aus, was on radt wirt angefangen.Agricola, 728; Latendorf, 109.

Holl.: Het gaat zelden wel, wat zonder raad wordt aangevangen. (Campen, 86.)

4 Gehe aus, gehe ein, der Tod wartet dein.

Lat.: Tempora longa tibi vitae promittere noli, quocunque ingrederis, sequitur mors corpus ut umbra. (Cato.)

5 Mancher geht nach Wolle aus und kommt geschoren nach Haus.

6 Wenn du ausgehst, vergiss den Stock nicht. (Altgr.)

Sei nie waffenlos, habe stets etwas zur Hand, um Beleidigungen u. s. w. abzuwehren. Entstanden von Kleomenes, einem Feldherrn der Athener, der in Wahnsinn gefallen, alle Menschen für seine Feinde hielt, stets mit einem Stocke umherging, um die auf ihn Eindringenden abzuwehren.

Lat.: Absque baculo ne ingreditor. (Horaz.) (Erasm., 623.)

7 Wenn ick utgoae, dann teie (ziehe) ick 't Hûs upp'n Balken (Boden). (Bielefeld.) – Firmenich, I, 281.

8 Wer nie ausgeht, kommt nie heim.Günther, 31.

9 Wer weit geht aus, hat weit nach Haus.

10 Wer zu spät ausgeht, kommt zu spät heim.

It.: Chi esce tardi, tardi ritorna.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0123" n="[95]"/><cb n="189"/>
2 Man muoss iuch zu iumer Usfart anders beleiten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hartmann.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Man weiss seine Ausfahrt wol, aber nicht seine Ein(Heim)fahrt.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausfall.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Er is e Ausfall.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 48.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Ausbund im bessern Sinne.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausfenstern.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Einen ausfenstern.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Jemand derbe Verweise geben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausfliegen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Flieg aus als Adler, und hast du kein Glück, kommst du doch als Krebs zurück.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wer viel ausfliegen will zu Wald, der wird zu einer Grasmück' bald.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Brandt, Nsch., XXIII.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von Ehemännern, die sich auf die Treue ihrer Frauen nicht verlassen können, weil in das Nest der Grasmücke der Kukuk gern seine Eier legt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 So früh ausfliegen wie die  Mistelgauer (s. d.).</hi> (<hi rendition="#i">Franken.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausflucht.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Er findet immer eine Ausflucht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het is eene blaauwe uitvlugt. &#x2013; Hij betaalt met kale uitvlugten. Hij zoekt altijd uitvlugten. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Reperire rimam. (<hi rendition="#i">Plautus.</hi>) &#x2013; Via cum adsit, semitam quaeris.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Et is sin eerste Utflugt.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausfragen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Een utfragen bet uppen Peddik (das Innerste, das Mark).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 So fragt man die Bauern aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Meos corymbos necto.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Su fregt mer de Leit aus.</hi> (<hi rendition="#i">Harz.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Lohrengel, 472.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ad interrogata non semper respondendum est.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausfressen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Et is ein Utfräten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, 167.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Um zu einer Handlung zu ermuthigen, welche die bereits in Aussicht stehenden Nachtheile oder Strafen steigert.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausführen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Das führe' sie nit aus, da is unser Harjet (Herrgott) dazwische'.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 919.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn etwas gegen das Judenthum, auch religiöse Neuerungen aus der eigenen Mitte, unternommen ward.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausgabe.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Gewisse Ausgabe und ungewisse Einnahme sind der Haushaltung Tod.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Le gain est incertain et passager; mais la dépense est toujours continue et certaine.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Grosse Ausgabe ist kleiner Einnahme Tod.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Wo die Ausgabe grösser ist als die Einnahme, währt die Haushaltung nicht lange.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Bisogna far la spesa secondo l'entrata.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*4 Die Ausgabe mit einer längern Elle messen als den Empfang.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Nicht ehrlich handeln.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausgang.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Der Ausgang ist das Haupt des Geschäfts. (S.  Ende.)</hi> (<hi rendition="#i">Türk.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Der Ausgang ist oft besser als der Anfang.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Le retour vaut bien matines.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Der Ausgang ist oft schlimmer als der Eingang.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Le retour est pis que matines.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Der Ausgang krönt das Werk.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Dorn sticht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Der Ausgang liegt in Gottes Hand.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn etwas nicht von uns, sondern von dem Gutdünken, der Willkür anderer, besonders einer höhern Macht abhing, sagten die Alten: Das liegt auf den Knien der fünf Richter. (In quinque judicum genibus situm est. <hi rendition="#i">Zenod</hi>. <hi rendition="#i">Erasm., 527.</hi>) Daher, weil es bei den Griechen fünf Richtern übertragen war, über die Stücke der Komiker ein öffentliches Urtheil zu fällen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Der Ausgang macht da selten klug, wo der Anfang nicht hat Witz genug.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Guter Ausgang entschuldigt schlechten Anfang.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Honesta quaedam scelera successus facit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Man muss den Ausgang abwarten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Bestätigung der Sache.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il faut attendre le boiteux.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Wer nach dem Ausgange eine Sache lobt oder schilt, redet, was nur wenig gilt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Careat successibus opto, quisquis ab eventu facta notanda putat. (<hi rendition="#i">Ovid.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="190"/>
*11 Der Ausgang wird's lehren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schonheim, E, 14; Simrock, 658.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Exitus acta probat.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*12 Jemandem zum Ausgang spielen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausgeben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Ausgeben ist eintragen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 De sick warför utgifft, de wurd warför holden.</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Im Ausgeben besteht der Vortheil.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Man muss nicht mehr ausgeben, als man eingenommen hat.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Bien dépenser et peu gagner, c'est le chemin de l'hôpital.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ratio quaestuum et necessitas erogationum inter se debent congruere. (<hi rendition="#i">Tacitus.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Viel ausgeben und wenig einnehmen, macht arm.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: A dépenser beaucoup et avoir peu de revenu on devient pauvre.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Mal guadagna chi tutto spende.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Wer ausgibt, muss auch einnehmen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Pistor., III, 76; Siebenkees, 239.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer sich über andere lustig machen will, muss es auch ertragen können, wenn andere ebenso mit ihm verfahren.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Les daubeurs ont leur tour.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Waar uitgaven zijn, zijn inkomsten onontbeerlijk. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Qui vexant alois tandem vexantur et ipsi.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, verarmet ohne dass er's spürt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Wer mehr ausgibt als er soll, spinnt sich selbst ein Seil zum Hängen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: He who spends more than he should, shall not have to spend, when he would.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Amico mio cortese secondo l'entrata regola le spese.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Wer mehr ausgibt als er soll, wird nichts geben können, wenn er will.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Wer mehr ausgibt, der gibt am wenigsten aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Einkauf guter Waare ist der vortheilhaftere.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Chi più spende, meno spende.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">11 Wie du uthgyfst, so krigst du wedder.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 Wo man ausgibt und nimmt ein, hat man immer Hudelei'n.</hi> (<hi rendition="#i">Russ.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*13 Das Ausgeben ist ihm geläufiger als das Aufheben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von einem Verschwender, und entlehnt von Ausgebern, Speisemeistern und Kellnern.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausgeberin.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Sie ist eine gute Ausgeberin.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Versteht das Verthun besser als das Sammeln, Sparen und Zusammenhalten.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Promus magis, quam condus. (<hi rendition="#i">Ausonius.</hi>) (<hi rendition="#i">Erasmus, 556.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausgehen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Ausgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola, 720; Tappius, 174<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Domi manere oportet, belle fortunatum. (<hi rendition="#i">Tappius, 174<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>) &#x2013; Esse domi praestat, quia damnosum foris esse. (<hi rendition="#i">Hesiod.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Besser nicht ausgegangen als auf halbem Wege stehen geblieben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Es geht selten wol aus, was on radt wirt angefangen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola, 728; Latendorf, 109.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het gaat zelden wel, wat zonder raad wordt aangevangen. (<hi rendition="#i">Campen, 86.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Gehe aus, gehe ein, der Tod wartet dein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Tempora longa tibi vitae promittere noli, quocunque ingrederis, sequitur mors corpus ut umbra. (<hi rendition="#i">Cato.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Mancher geht nach Wolle aus und kommt geschoren nach Haus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Wenn du ausgehst, vergiss den Stock nicht.</hi> (<hi rendition="#i">Altgr.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Sei nie waffenlos, habe stets etwas zur Hand, um Beleidigungen u. s. w. abzuwehren. Entstanden von Kleomenes, einem Feldherrn der Athener, der in Wahnsinn gefallen, alle Menschen für seine Feinde hielt, stets mit einem Stocke umherging, um die auf ihn Eindringenden abzuwehren.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Absque baculo ne ingreditor. (<hi rendition="#i">Horaz.</hi>) (<hi rendition="#i">Erasm., 623.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Wenn ick utgoae, dann teie (ziehe) ick 't Hûs upp'n Balken (Boden).</hi> (<hi rendition="#i">Bielefeld.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 281.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Wer nie ausgeht, kommt nie heim.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Günther, 31.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Wer weit geht aus, hat weit nach Haus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Wer zu spät ausgeht, kommt zu spät heim.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Chi esce tardi, tardi ritorna.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[95]/0123] 2 Man muoss iuch zu iumer Usfart anders beleiten. – Hartmann. 3 Man weiss seine Ausfahrt wol, aber nicht seine Ein(Heim)fahrt. Ausfall. Er is e Ausfall. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 48. Ein Ausbund im bessern Sinne. Ausfenstern. * Einen ausfenstern. Jemand derbe Verweise geben. Ausfliegen. 1 Flieg aus als Adler, und hast du kein Glück, kommst du doch als Krebs zurück. 2 Wer viel ausfliegen will zu Wald, der wird zu einer Grasmück' bald. – Brandt, Nsch., XXIII. Von Ehemännern, die sich auf die Treue ihrer Frauen nicht verlassen können, weil in das Nest der Grasmücke der Kukuk gern seine Eier legt. *3 So früh ausfliegen wie die Mistelgauer (s. d.). (Franken.) Ausflucht. 1 Er findet immer eine Ausflucht. Holl.: Het is eene blaauwe uitvlugt. – Hij betaalt met kale uitvlugten. Hij zoekt altijd uitvlugten. (Harrebomée, II, 352.) Lat.: Reperire rimam. (Plautus.) – Via cum adsit, semitam quaeris. 2 Et is sin eerste Utflugt. Ausfragen. 1 Een utfragen bet uppen Peddik (das Innerste, das Mark). 2 So fragt man die Bauern aus. Lat.: Meos corymbos necto. 3 Su fregt mer de Leit aus. (Harz.) – Lohrengel, 472. Lat.: Ad interrogata non semper respondendum est. Ausfressen. * Et is ein Utfräten. – Schambach, 167. Um zu einer Handlung zu ermuthigen, welche die bereits in Aussicht stehenden Nachtheile oder Strafen steigert. Ausführen. Das führe' sie nit aus, da is unser Harjet (Herrgott) dazwische'. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 919. Wenn etwas gegen das Judenthum, auch religiöse Neuerungen aus der eigenen Mitte, unternommen ward. Ausgabe. 1 Gewisse Ausgabe und ungewisse Einnahme sind der Haushaltung Tod. Frz.: Le gain est incertain et passager; mais la dépense est toujours continue et certaine. 2 Grosse Ausgabe ist kleiner Einnahme Tod. 3 Wo die Ausgabe grösser ist als die Einnahme, währt die Haushaltung nicht lange. It.: Bisogna far la spesa secondo l'entrata. *4 Die Ausgabe mit einer längern Elle messen als den Empfang. Nicht ehrlich handeln. Ausgang. 1 Der Ausgang ist das Haupt des Geschäfts. (S. Ende.) (Türk.) *2 Der Ausgang ist oft besser als der Anfang. Frz.: Le retour vaut bien matines. 3 Der Ausgang ist oft schlimmer als der Eingang. Frz.: Le retour est pis que matines. 4 Der Ausgang krönt das Werk. 5 Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Dorn sticht. 6 Der Ausgang liegt in Gottes Hand. Wenn etwas nicht von uns, sondern von dem Gutdünken, der Willkür anderer, besonders einer höhern Macht abhing, sagten die Alten: Das liegt auf den Knien der fünf Richter. (In quinque judicum genibus situm est. Zenod. Erasm., 527.) Daher, weil es bei den Griechen fünf Richtern übertragen war, über die Stücke der Komiker ein öffentliches Urtheil zu fällen. 7 Der Ausgang macht da selten klug, wo der Anfang nicht hat Witz genug. 8 Guter Ausgang entschuldigt schlechten Anfang. Lat.: Honesta quaedam scelera successus facit. 9 Man muss den Ausgang abwarten. Die Bestätigung der Sache. Frz.: Il faut attendre le boiteux. 10 Wer nach dem Ausgange eine Sache lobt oder schilt, redet, was nur wenig gilt. Lat.: Careat successibus opto, quisquis ab eventu facta notanda putat. (Ovid.) *11 Der Ausgang wird's lehren. – Schonheim, E, 14; Simrock, 658. Lat.: Exitus acta probat. *12 Jemandem zum Ausgang spielen. Ausgeben. 1 Ausgeben ist eintragen. 2 De sick warför utgifft, de wurd warför holden. (Ostfries.) 3 Im Ausgeben besteht der Vortheil. 4 Man muss nicht mehr ausgeben, als man eingenommen hat. Frz.: Bien dépenser et peu gagner, c'est le chemin de l'hôpital. Lat.: Ratio quaestuum et necessitas erogationum inter se debent congruere. (Tacitus.) 5 Viel ausgeben und wenig einnehmen, macht arm. Frz.: A dépenser beaucoup et avoir peu de revenu on devient pauvre. It.: Mal guadagna chi tutto spende. 6 Wer ausgibt, muss auch einnehmen. – Pistor., III, 76; Siebenkees, 239. Wer sich über andere lustig machen will, muss es auch ertragen können, wenn andere ebenso mit ihm verfahren. Frz.: Les daubeurs ont leur tour. Holl.: Waar uitgaven zijn, zijn inkomsten onontbeerlijk. (Harrebomée, II, 352.) Lat.: Qui vexant alois tandem vexantur et ipsi. 7 Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, verarmet ohne dass er's spürt. 8 Wer mehr ausgibt als er soll, spinnt sich selbst ein Seil zum Hängen. Engl.: He who spends more than he should, shall not have to spend, when he would. It.: Amico mio cortese secondo l'entrata regola le spese. 9 Wer mehr ausgibt als er soll, wird nichts geben können, wenn er will. 10 Wer mehr ausgibt, der gibt am wenigsten aus. Der Einkauf guter Waare ist der vortheilhaftere. It.: Chi più spende, meno spende. 11 Wie du uthgyfst, so krigst du wedder. 12 Wo man ausgibt und nimmt ein, hat man immer Hudelei'n. (Russ.) *13 Das Ausgeben ist ihm geläufiger als das Aufheben. Von einem Verschwender, und entlehnt von Ausgebern, Speisemeistern und Kellnern. Ausgeberin. * Sie ist eine gute Ausgeberin. Versteht das Verthun besser als das Sammeln, Sparen und Zusammenhalten. Lat.: Promus magis, quam condus. (Ausonius.) (Erasmus, 556.) Ausgehen. 1 Ausgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser. – Agricola, 720; Tappius, 174a. Lat.: Domi manere oportet, belle fortunatum. (Tappius, 174a.) – Esse domi praestat, quia damnosum foris esse. (Hesiod.) 2 Besser nicht ausgegangen als auf halbem Wege stehen geblieben. 3 Es geht selten wol aus, was on radt wirt angefangen. – Agricola, 728; Latendorf, 109. Holl.: Het gaat zelden wel, wat zonder raad wordt aangevangen. (Campen, 86.) 4 Gehe aus, gehe ein, der Tod wartet dein. Lat.: Tempora longa tibi vitae promittere noli, quocunque ingrederis, sequitur mors corpus ut umbra. (Cato.) 5 Mancher geht nach Wolle aus und kommt geschoren nach Haus. 6 Wenn du ausgehst, vergiss den Stock nicht. (Altgr.) Sei nie waffenlos, habe stets etwas zur Hand, um Beleidigungen u. s. w. abzuwehren. Entstanden von Kleomenes, einem Feldherrn der Athener, der in Wahnsinn gefallen, alle Menschen für seine Feinde hielt, stets mit einem Stocke umherging, um die auf ihn Eindringenden abzuwehren. Lat.: Absque baculo ne ingreditor. (Horaz.) (Erasm., 623.) 7 Wenn ick utgoae, dann teie (ziehe) ick 't Hûs upp'n Balken (Boden). (Bielefeld.) – Firmenich, I, 281. 8 Wer nie ausgeht, kommt nie heim. – Günther, 31. 9 Wer weit geht aus, hat weit nach Haus. 10 Wer zu spät ausgeht, kommt zu spät heim. It.: Chi esce tardi, tardi ritorna.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:38Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:38Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/123
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867, S. [95]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/123>, abgerufen am 28.11.2020.