Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *279 Hei süt ut, as wenn 'e vam Galgen schüddet (sneien) wör. (Westf.)

*280 Hi sjoht ütj, üs wan 'r apspeid as. (Nordfries.)

Er sieht aus, als wenn er ausgespien ist.

*281 Hier sieht es bunt aus.

Verworren.

*282 Se sütt ut as Melk un Kenrok. - Richey.

Spott auf zweifelhafte Schönheit.

*283 Se sütt ut as Moder Marie, de dat Gold afkleit is.

D. i. abgekratzt.

*284 Se sütt ut os 'n Legeheuneken. (Paderborn.) - Firmenich, I, 362.

So blühend wie ein Legehühnchen.

*285 Se sütt uth, as 'n stenantlaten Pupp. (Ostfries.)

*286 Sehen als eyn wald voller teuffel. - Tappius, 36b.

*287 Sei süht ut, as wenn sei Wiehwater(Weihwasser)suppen gegetten hedde. (Hildesheim.)

*288 Sid a duch aus, as wenn a vum Golgen gefollen wär'. (Schles.) - Frommann, III, 408.

*289 Sie sehen als weren sie aus dem grabe vom tode auffgestanden. - Tappius, 139b.

*290 Sie sieht aus wie ein Floh im Milchtopf.

Von sehr dunkelfarbigen Frauen in weisser Kleidung.

*291 Sie sieht aus wie Milch und Blut.

*292 Sie sütt ut, as wenn se vum Pesthofe weglopen weer. (Hamburg.)

So elend ist sie gekleidet, so verdächtig erscheint sie. Der hamburger Pesthof, der wol jetzt einen andern Namen führt, ward zur Pestzeit angelegt.

*293 'S sieht aus wie drei Heller im Kasten. (Hirschberg.)

Grossthuerei und nichts dahinter.

*294 Sisste doch oas wie der Ufe-Bartz. - Gomolcke, 926.

*295 'T sügt der dick ut, hadde de Jung segd, do hadde sin Moor1 in de Ners keken. (Ostfries.)

1) Mutter.

*296 'T sütt ut as 'n Mutt mit 'n golden Halsband. (Ostfries.)

*297 Wie sieht's in deinem kleinen Hofe aus, Iwanicka am hohen Fenster? (Russ.)

*298 Wo (wie) de en autsüt, so het de anner. (Strelitz) - Firmenich, III, 71.

Beide sind Schelme.


Aussein.

1 Es ist aus, dass man Speck auf Kohlen brät.

2 Es ist aus, zu Funken aus, wie Metzelklos (Klaus) sein Komede. (Eifel.)

In Wehren sollte bei einem Manne Namens Metzelklos einmal Komödie gehalten werden. Als die Leute glaubten, es werde nun das Hauptstück vorgeführt werden, sagte er auf einmal: "Es ist aus, zu Funken aus." Erzählt nun jemand eine Geschichte, und er hört, während man noch auf etwas Besonderes hofft, auf einmal auf, so fragt man: "Ist es aus?", worauf dieser antwortet: "Es ist aus, zu Funken aus, wie" u. s. w.

3 Es ist noch nicht aus, das Grobe kommt nach erst.

4 'S ist aus mit aller Poesie, sagt Joseph Max und Compagnie. (Breslau, um das Jahr 1830.)

5 Was auss ist, das schwirt nit. - Franck2, 14a.

Frz.: Morte la bete, mort le venin.

Lat.: Mortui non mordent. (Plut.) (Tappius, 15b.)

6 Wenn's aus will sein, sieht Gott darein.

*7 Es ist aus.

Lat.: Actum est.

*8 Es ist aus mit ihm.

Sein Wohlstand, sein Leben geht zu Ende; auch: er leistet nichts mehr.

Lat.: Actum est de eo.

*9 Es ist aus mit uns.

Es ist aus mit mir! - Ich bin ein Mann des Todes! - Ich bin vernichtet! sind sprichwörtliche Hyperbeln, um die Verzweiflung oder ein grosses Unglück zu bezeichnen.

Lat.: Fuimus Troes. (Virgil.) - Nullus sum. (Euripides.) (Erasm., 205.)

*10 Es ist aus und Amen.

*11 'S is no ne aus, se urgeln noch. (Oberlausitz.)


Aussen.

1 Aussen blank, innen Stank.

Lat.: Nitens cutis sordidum ostendit animum.

2 Aussen nix - innen fix. - Steiger, 15; Simrock, 672.

3 Buten glei, binnen auwai. (Lübeck.)

Buten = aussen. - Bettelstaat.

4 Von aussen beglissen, von innen beschissen.

[Spaltenumbruch] 5 Von aussen einfältiger Kalk, inwendig ein echter Schalk.

Lat.: Ovem in fronte, vulpem in corde gerit.

6 Von aussen fix, von innen nix. - Körte, 355.

Aeusserer Flitterstaat und innere Armuth.

Holl.: Het uiterlijk is bedriegelik. - Men moet niet naar het uiterlijke oordeelen. (Harrebomee, II, 352.)

7 Von aussen hui, von innen pfui.

8 Von aussen Schaf, von innen Wolf.

9 Was von aussen kommt herein, soll immer besser als das Eigne sein.

Lat.: Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur.

*10 Aussen rum gehn, wie d' Katz' um'n Brei. - Zaupser, Idiot.

Lange Umschweife machen, bis man zur Hauptsache kommt.


Aussenkram.

* Doas eis a Aussenkroam. (Codlewe.)

So sagt man in der Gegend von Militsch in Schlesien, wenn jemand statt Gewinn Verlust hat.


Aeusserstes.

1 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen, sagte die Braut, als sie das Hemd auszog.

Holl.: Die ligt op zijn uiterste, zei de meid, en zij zag een botertonnetje, dat ten naastenbij leeg was. (Harrebomee, II, 352.)

2 Wenn's bis zum Aeussersten kommt, so bricht's. - Simrock, 673.

*3 Das Aeusserste versuchen (wagen).

Holl.: Op het uiterste van de wereld. (Harrebomee, II, 352.)

Lat.: Commovere sacra. (Plautus.) - Sacram anchoram solvere. (Lucian.) - Venimus ad summam lineam. (Erasm., 4.)

*4 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen.

Holl.: Het is tot het uiterste gekomen. (Harrebomee, II, 352.)


Aussetzen.

Wenn he wat utseten hat, denn geit he schuln.


Aus sich bringen.

Er bringt's aus sich wie die Spinne.

Z. B. ein Lügenerfinder.

Lat.: E se finxit velut aranea. (Erasm., 436.)


Aus sich machen.

Wer nichts aus sich macht, der ist nichts. - Ramann, II. Pred., 8; Steiger, 268.


Aussicht.

Er sitzt auf der Aussicht. - Sprenger II.

Er wartet auf etwas, will etwas entdecken. Von Matrosen entlehnt, die sich in der Vorrichtung oben am Vorderbramsegel aufhalten, um ein Schiff oder Land zu erspähen.


Aussingen.

Er hat ausgesungen.

Er ist todt. Zu dieser Redensart soll die Grabschrift Veranlassung gegeben haben, die zu Marienburg dem Cantor Rudroff gesetzt ist. Auf dem Grabmal desselben befindet sich ein Skelet mit einem Notenblatt. Der Knochenmann deutet mit den darunter befindlichen Worten: "Der hat ausgesungen!" auf die Schlusspause.


Ausspannen.

1 Spann' mich aus, o frommer Gott, sang der Küster, da ging er mit dem Pfaffen zur Kirche.

*2 Ausgespannt und (oder: gibt) freie Hand.

Holl.: Uitspanning is geoorloofd. ( Harrebomee, II, 352.)

*3 Er ist ausgespannt. (Schles.)

*4 He hett utspannt. (Rügen.)

Ist gestorben.


Ausspeien.

*1 Sie speien alle einerlei Speichel aus.

Sagen alle dasselbe.

*2 Spei ut un sprick anders. - Richey.

Zu dem, der etwas Albernes gesagt hat.


Ausspielen.

Wer schön ausspielt, dem gibt man schön zu.

Wie man es gegen einen macht, so macht er es wieder.

Frz.: A beau jeu, beau retour.

Ung.: A tromfot tromffal szoktak leütni.


Aussprache.

* Florentinische Aussprache in einem römischen Munde.

Ein altes Sprichwort, das die Forderungen enthält, die man an den macht, der gut italienisch sprechen will.

Lat.: Lingua Toscana in bocca Romana.


Ausspreien.

Was einer nicht hat ausgespreit, das ist zu schneiden ihm verseid. - Brandt.


[Spaltenumbruch] *279 Hei süt ut, as wenn 'e vam Galgen schüddet (snîën) wör. (Westf.)

*280 Hi sjoht ütj, üs wan 'r apspeid as. (Nordfries.)

Er sieht aus, als wenn er ausgespien ist.

*281 Hier sieht es bunt aus.

Verworren.

*282 Se sütt ut as Melk un Kênrôk.Richey.

Spott auf zweifelhafte Schönheit.

*283 Se sütt ut as Moder Marie, de dat Gold afkleit is.

D. i. abgekratzt.

*284 Se sütt ut os 'n Legeheuneken. (Paderborn.) – Firmenich, I, 362.

So blühend wie ein Legehühnchen.

*285 Se sütt uth, as 'n stênantlâten Pupp. (Ostfries.)

*286 Sehen als eyn wald voller teuffel.Tappius, 36b.

*287 Sei süht ut, as wenn sei Wiehwater(Weihwasser)suppen gegetten hedde. (Hildesheim.)

*288 Sid a duch aus, as wenn a vum Golgen gefollen wär'. (Schles.) – Frommann, III, 408.

*289 Sie sehen als weren sie aus dem grabe vom tode auffgestanden.Tappius, 139b.

*290 Sie sieht aus wie ein Floh im Milchtopf.

Von sehr dunkelfarbigen Frauen in weisser Kleidung.

*291 Sie sieht aus wie Milch und Blut.

*292 Sie sütt ut, as wenn se vum Pesthofe weglopen weer. (Hamburg.)

So elend ist sie gekleidet, so verdächtig erscheint sie. Der hamburger Pesthof, der wol jetzt einen andern Namen führt, ward zur Pestzeit angelegt.

*293 'S sieht aus wie drei Heller im Kasten. (Hirschberg.)

Grossthuerei und nichts dahinter.

*294 Sisste doch oas wie der Ufe-Bartz.Gomolcke, 926.

*295 'T sügt der dick ut, hadde de Jung segd, do hadde sin Moor1 in de Nêrs kêken. (Ostfries.)

1) Mutter.

*296 'T sütt ut as 'n Mutt mit 'n golden Halsband. (Ostfries.)

*297 Wie sieht's in deinem kleinen Hofe aus, Iwanicka am hohen Fenster? (Russ.)

*298 Wo (wie) de en ûtsüt, so hêt de anner. (Strelitz) – Firmenich, III, 71.

Beide sind Schelme.


Aussein.

1 Es ist aus, dass man Speck auf Kohlen brät.

2 Es ist aus, zu Funken aus, wie Metzelklos (Klaus) sein Komede. (Eifel.)

In Wehren sollte bei einem Manne Namens Metzelklos einmal Komödie gehalten werden. Als die Leute glaubten, es werde nun das Hauptstück vorgeführt werden, sagte er auf einmal: „Es ist aus, zu Funken aus.“ Erzählt nun jemand eine Geschichte, und er hört, während man noch auf etwas Besonderes hofft, auf einmal auf, so fragt man: „Ist es aus?“, worauf dieser antwortet: „Es ist aus, zu Funken aus, wie“ u. s. w.

3 Es ist noch nicht aus, das Grobe kommt nach erst.

4 'S ist aus mit aller Poesie, sagt Joseph Max und Compagnie. (Breslau, um das Jahr 1830.)

5 Was auss ist, das schwirt nit.Franck2, 14a.

Frz.: Morte la bête, mort le venin.

Lat.: Mortui non mordent. (Plut.) (Tappius, 15b.)

6 Wenn's aus will sein, sieht Gott darein.

*7 Es ist aus.

Lat.: Actum est.

*8 Es ist aus mit ihm.

Sein Wohlstand, sein Leben geht zu Ende; auch: er leistet nichts mehr.

Lat.: Actum est de eo.

*9 Es ist aus mit uns.

Es ist aus mit mir! – Ich bin ein Mann des Todes! – Ich bin vernichtet! sind sprichwörtliche Hyperbeln, um die Verzweiflung oder ein grosses Unglück zu bezeichnen.

Lat.: Fuimus Troes. (Virgil.) – Nullus sum. (Euripides.) (Erasm., 205.)

*10 Es ist aus und Amen.

*11 'S is no ne aus, se urgeln noch. (Oberlausitz.)


Aussen.

1 Aussen blank, innen Stank.

Lat.: Nitens cutis sordidum ostendit animum.

2 Aussen nix – innen fix.Steiger, 15; Simrock, 672.

3 Buten glei, binnen auwai. (Lübeck.)

Buten = aussen. – Bettelstaat.

4 Von aussen beglissen, von innen beschissen.

[Spaltenumbruch] 5 Von aussen einfältiger Kalk, inwendig ein echter Schalk.

Lat.: Ovem in fronte, vulpem in corde gerit.

6 Von aussen fix, von innen nix.Körte, 355.

Aeusserer Flitterstaat und innere Armuth.

Holl.: Het uiterlijk is bedriegelik. – Men moet niet naar het uiterlijke oordeelen. (Harrebomée, II, 352.)

7 Von aussen hui, von innen pfui.

8 Von aussen Schaf, von innen Wolf.

9 Was von aussen kommt herein, soll immer besser als das Eigne sein.

Lat.: Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur.

*10 Aussen rum gehn, wie d' Katz' um'n Brei.Zaupser, Idiot.

Lange Umschweife machen, bis man zur Hauptsache kommt.


Aussenkram.

* Doas eis a Aussenkroam. (Codlewe.)

So sagt man in der Gegend von Militsch in Schlesien, wenn jemand statt Gewinn Verlust hat.


Aeusserstes.

1 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen, sagte die Braut, als sie das Hemd auszog.

Holl.: Die ligt op zijn uiterste, zei de meid, en zij zag een botertonnetje, dat ten naastenbij leêg was. (Harrebomée, II, 352.)

2 Wenn's bis zum Aeussersten kommt, so bricht's.Simrock, 673.

*3 Das Aeusserste versuchen (wagen).

Holl.: Op het uiterste van de wereld. (Harrebomée, II, 352.)

Lat.: Commovere sacra. (Plautus.) – Sacram anchoram solvere. (Lucian.) – Venimus ad summam lineam. (Erasm., 4.)

*4 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen.

Holl.: Het is tot het uiterste gekomen. (Harrebomée, II, 352.)


Aussetzen.

Wenn he wat utseten hat, denn geit he schuln.


Aus sich bringen.

Er bringt's aus sich wie die Spinne.

Z. B. ein Lügenerfinder.

Lat.: E se finxit velut aranea. (Erasm., 436.)


Aus sich machen.

Wer nichts aus sich macht, der ist nichts.Ramann, II. Pred., 8; Steiger, 268.


Aussicht.

Er sitzt auf der Aussicht.Sprenger II.

Er wartet auf etwas, will etwas entdecken. Von Matrosen entlehnt, die sich in der Vorrichtung oben am Vorderbramsegel aufhalten, um ein Schiff oder Land zu erspähen.


Aussingen.

Er hat ausgesungen.

Er ist todt. Zu dieser Redensart soll die Grabschrift Veranlassung gegeben haben, die zu Marienburg dem Cantor Rudroff gesetzt ist. Auf dem Grabmal desselben befindet sich ein Skelet mit einem Notenblatt. Der Knochenmann deutet mit den darunter befindlichen Worten: „Der hat ausgesungen!“ auf die Schlusspause.


Ausspannen.

1 Spann' mich aus, o frommer Gott, sang der Küster, da ging er mit dem Pfaffen zur Kirche.

*2 Ausgespannt und (oder: gibt) freie Hand.

Holl.: Uitspanning is geoorloofd. ( Harrebomée, II, 352.)

*3 Er ist ausgespannt. (Schles.)

*4 He hett utspannt. (Rügen.)

Ist gestorben.


Ausspeien.

*1 Sie speien alle einerlei Speichel aus.

Sagen alle dasselbe.

*2 Spei ut un sprick anders.Richey.

Zu dem, der etwas Albernes gesagt hat.


Ausspielen.

Wer schön ausspielt, dem gibt man schön zu.

Wie man es gegen einen macht, so macht er es wieder.

Frz.: A beau jeu, beau retour.

Ung.: A tromfot tromffal szokták leütni.


Aussprache.

* Florentinische Aussprache in einem römischen Munde.

Ein altes Sprichwort, das die Forderungen enthält, die man an den macht, der gut italienisch sprechen will.

Lat.: Lingua Toscana in bocca Romana.


Ausspreien.

Was einer nicht hat ausgespreit, das ist zu schneiden ihm verseid.Brandt.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0132" n="[104]"/><cb n="207"/>
*279 Hei süt ut, as wenn 'e vam Galgen schüddet (snîën) wör.</hi> (<hi rendition="#i">Westf.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*280 Hi sjoht ütj, üs wan 'r apspeid as.</hi> (<hi rendition="#i">Nordfries.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Er sieht aus, als wenn er ausgespien ist.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*281 Hier sieht es bunt aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Verworren.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*282 Se sütt ut as Melk un Kênrôk.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Richey.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Spott auf zweifelhafte Schönheit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*283 Se sütt ut as Moder Marie, de dat Gold afkleit is.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">D. i. abgekratzt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*284 Se sütt ut os 'n Legeheuneken.</hi> (<hi rendition="#i">Paderborn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 362.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">So blühend wie ein Legehühnchen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*285 Se sütt uth, as 'n stênantlâten Pupp.</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*286 Sehen als eyn wald voller teuffel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tappius, 36<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*287 Sei süht ut, as wenn sei Wiehwater(Weihwasser)suppen gegetten hedde.</hi> (<hi rendition="#i">Hildesheim.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*288 Sid a duch aus, as wenn a vum Golgen gefollen wär'.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, III, 408.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*289 Sie sehen als weren sie aus dem grabe vom tode auffgestanden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tappius, 139<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*290 Sie sieht aus wie ein Floh im Milchtopf.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von sehr dunkelfarbigen Frauen in weisser Kleidung.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*291 Sie sieht aus wie Milch und Blut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*292 Sie sütt ut, as wenn se vum Pesthofe weglopen weer.</hi> (<hi rendition="#i">Hamburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">So elend ist sie gekleidet, so verdächtig erscheint sie. Der hamburger Pesthof, der wol jetzt einen andern Namen führt, ward zur Pestzeit angelegt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*293 'S sieht aus wie drei Heller im Kasten.</hi> (<hi rendition="#i">Hirschberg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Grossthuerei und nichts dahinter.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*294 Sisste doch oas wie der Ufe-Bartz.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gomolcke, 926.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*295 'T sügt der dick ut, hadde de Jung segd, do hadde sin Moor<hi rendition="#sup">1</hi> in de Nêrs kêken.</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Mutter.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*296 'T sütt ut as 'n Mutt mit 'n golden Halsband.</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*297 Wie sieht's in deinem kleinen Hofe aus, Iwanicka am hohen Fenster?</hi> (<hi rendition="#i">Russ.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*298 Wo (wie) de en ûtsüt, so hêt de anner.</hi> (<hi rendition="#i">Strelitz</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, III, 71.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Beide sind Schelme.</p><lb/>
          <p/><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Es ist aus, dass man Speck auf Kohlen brät.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Es ist aus, zu Funken aus, wie Metzelklos (Klaus) sein Komede.</hi> (<hi rendition="#i">Eifel.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">In Wehren sollte bei einem Manne Namens Metzelklos einmal Komödie gehalten werden. Als die Leute glaubten, es werde nun das Hauptstück vorgeführt werden, sagte er auf einmal: &#x201E;Es ist aus, zu Funken aus.&#x201C; Erzählt nun jemand eine Geschichte, und er hört, während man noch auf etwas Besonderes hofft, auf einmal auf, so fragt man: &#x201E;Ist es aus?&#x201C;, worauf dieser antwortet: &#x201E;Es ist aus, zu Funken aus, wie&#x201C; u. s. w.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Es ist noch nicht aus, das Grobe kommt nach erst.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 'S ist aus mit aller Poesie, sagt Joseph Max und Compagnie.</hi> (<hi rendition="#i">Breslau, um das Jahr 1830.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Was auss ist, das schwirt nit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck<hi rendition="#sup">2</hi>, 14<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Morte la bête, mort le venin.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Mortui non mordent. (<hi rendition="#i">Plut.</hi>) (<hi rendition="#i">Tappius, 15<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Wenn's aus will sein, sieht Gott darein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*7 Es ist aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Actum est.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*8 Es ist aus mit ihm.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sein Wohlstand, sein Leben geht zu Ende; auch: er leistet nichts mehr.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Actum est de eo.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*9 Es ist aus mit uns.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Es ist aus mit mir! &#x2013; Ich bin ein Mann des Todes! &#x2013; Ich bin vernichtet! sind sprichwörtliche Hyperbeln, um die Verzweiflung oder ein grosses Unglück zu bezeichnen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Fuimus Troes. (<hi rendition="#i">Virgil.</hi>) &#x2013; Nullus sum. (<hi rendition="#i">Euripides.</hi>) (<hi rendition="#i">Erasm., 205.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*10 Es ist aus und Amen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*11 'S is no ne aus, se urgeln noch.</hi> (<hi rendition="#i">Oberlausitz.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Aussen blank, innen Stank.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Nitens cutis sordidum ostendit animum.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Aussen nix &#x2013; innen fix.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Steiger, 15; Simrock, 672.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Buten glei, binnen auwai.</hi> (<hi rendition="#i">Lübeck.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Buten = aussen. &#x2013; Bettelstaat.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Von aussen beglissen, von innen beschissen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="208"/>
5 Von aussen einfältiger Kalk, inwendig ein echter Schalk.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ovem in fronte, vulpem in corde gerit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Von aussen fix, von innen nix.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 355.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Aeusserer Flitterstaat und innere Armuth.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het uiterlijk is bedriegelik. &#x2013; Men moet niet naar het uiterlijke oordeelen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Von aussen hui, von innen pfui.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Von aussen Schaf, von innen Wolf.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Was von aussen kommt herein, soll immer besser als das Eigne sein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*10 Aussen rum gehn, wie d' Katz' um'n Brei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Zaupser, Idiot.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Lange Umschweife machen, bis man zur Hauptsache kommt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussenkram.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Doas eis a Aussenkroam.</hi> (<hi rendition="#i">Codlewe.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">So sagt man in der Gegend von Militsch in Schlesien, wenn jemand statt Gewinn Verlust hat.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aeusserstes.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen, sagte die Braut, als sie das Hemd auszog.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Die ligt op zijn uiterste, zei de meid, en zij zag een botertonnetje, dat ten naastenbij leêg was. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wenn's bis zum Aeussersten kommt, so bricht's.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 673.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*3 Das Aeusserste versuchen (wagen).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Op het uiterste van de wereld. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Commovere sacra. (<hi rendition="#i">Plautus.</hi>) &#x2013; Sacram anchoram solvere. (<hi rendition="#i">Lucian.</hi>) &#x2013; Venimus ad summam lineam. (<hi rendition="#i">Erasm., 4.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*4 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het is tot het uiterste gekomen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussetzen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Wenn he wat utseten hat, denn geit he schuln.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aus sich bringen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Er bringt's aus sich wie die Spinne.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Z. B. ein Lügenerfinder.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: E se finxit velut aranea. (<hi rendition="#i">Erasm., 436.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aus sich machen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer nichts aus sich macht, der ist nichts.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Ramann, II. Pred., 8; Steiger, 268.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussicht.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Er sitzt auf der Aussicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sprenger II.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er wartet auf etwas, will etwas entdecken. Von Matrosen entlehnt, die sich in der Vorrichtung oben am Vorderbramsegel aufhalten, um ein Schiff oder Land zu erspähen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussingen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Er hat ausgesungen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Er ist todt. Zu dieser Redensart soll die Grabschrift Veranlassung gegeben haben, die zu Marienburg dem Cantor Rudroff gesetzt ist. Auf dem Grabmal desselben befindet sich ein Skelet mit einem Notenblatt. Der Knochenmann deutet mit den darunter befindlichen Worten: &#x201E;Der hat ausgesungen!&#x201C; auf die Schlusspause.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausspannen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Spann' mich aus, o frommer Gott, sang der Küster, da ging er mit dem Pfaffen zur Kirche.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Ausgespannt und (oder: gibt) freie Hand.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Uitspanning is geoorloofd. ( <hi rendition="#i">Harrebomée, II, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Er ist ausgespannt.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 He hett utspannt.</hi> (<hi rendition="#i">Rügen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist gestorben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausspeien.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1 Sie speien alle einerlei Speichel aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sagen alle dasselbe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Spei ut un sprick anders.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Richey.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Zu dem, der etwas Albernes gesagt hat.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausspielen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Wer schön ausspielt, dem gibt man schön zu.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wie man es gegen einen macht, so macht er es wieder.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: A beau jeu, beau retour.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Ung.</hi>: A tromfot tromffal szokták leütni.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Aussprache.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Florentinische Aussprache in einem römischen Munde.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein altes Sprichwort, das die Forderungen enthält, die man an den macht, der gut italienisch sprechen will.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Lingua Toscana in bocca Romana.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Ausspreien.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Was einer nicht hat ausgespreit, das ist zu schneiden ihm verseid.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Brandt.</hi></p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[104]/0132] *279 Hei süt ut, as wenn 'e vam Galgen schüddet (snîën) wör. (Westf.) *280 Hi sjoht ütj, üs wan 'r apspeid as. (Nordfries.) Er sieht aus, als wenn er ausgespien ist. *281 Hier sieht es bunt aus. Verworren. *282 Se sütt ut as Melk un Kênrôk. – Richey. Spott auf zweifelhafte Schönheit. *283 Se sütt ut as Moder Marie, de dat Gold afkleit is. D. i. abgekratzt. *284 Se sütt ut os 'n Legeheuneken. (Paderborn.) – Firmenich, I, 362. So blühend wie ein Legehühnchen. *285 Se sütt uth, as 'n stênantlâten Pupp. (Ostfries.) *286 Sehen als eyn wald voller teuffel. – Tappius, 36b. *287 Sei süht ut, as wenn sei Wiehwater(Weihwasser)suppen gegetten hedde. (Hildesheim.) *288 Sid a duch aus, as wenn a vum Golgen gefollen wär'. (Schles.) – Frommann, III, 408. *289 Sie sehen als weren sie aus dem grabe vom tode auffgestanden. – Tappius, 139b. *290 Sie sieht aus wie ein Floh im Milchtopf. Von sehr dunkelfarbigen Frauen in weisser Kleidung. *291 Sie sieht aus wie Milch und Blut. *292 Sie sütt ut, as wenn se vum Pesthofe weglopen weer. (Hamburg.) So elend ist sie gekleidet, so verdächtig erscheint sie. Der hamburger Pesthof, der wol jetzt einen andern Namen führt, ward zur Pestzeit angelegt. *293 'S sieht aus wie drei Heller im Kasten. (Hirschberg.) Grossthuerei und nichts dahinter. *294 Sisste doch oas wie der Ufe-Bartz. – Gomolcke, 926. *295 'T sügt der dick ut, hadde de Jung segd, do hadde sin Moor1 in de Nêrs kêken. (Ostfries.) 1) Mutter. *296 'T sütt ut as 'n Mutt mit 'n golden Halsband. (Ostfries.) *297 Wie sieht's in deinem kleinen Hofe aus, Iwanicka am hohen Fenster? (Russ.) *298 Wo (wie) de en ûtsüt, so hêt de anner. (Strelitz) – Firmenich, III, 71. Beide sind Schelme. Aussein. 1 Es ist aus, dass man Speck auf Kohlen brät. 2 Es ist aus, zu Funken aus, wie Metzelklos (Klaus) sein Komede. (Eifel.) In Wehren sollte bei einem Manne Namens Metzelklos einmal Komödie gehalten werden. Als die Leute glaubten, es werde nun das Hauptstück vorgeführt werden, sagte er auf einmal: „Es ist aus, zu Funken aus.“ Erzählt nun jemand eine Geschichte, und er hört, während man noch auf etwas Besonderes hofft, auf einmal auf, so fragt man: „Ist es aus?“, worauf dieser antwortet: „Es ist aus, zu Funken aus, wie“ u. s. w. 3 Es ist noch nicht aus, das Grobe kommt nach erst. 4 'S ist aus mit aller Poesie, sagt Joseph Max und Compagnie. (Breslau, um das Jahr 1830.) 5 Was auss ist, das schwirt nit. – Franck2, 14a. Frz.: Morte la bête, mort le venin. Lat.: Mortui non mordent. (Plut.) (Tappius, 15b.) 6 Wenn's aus will sein, sieht Gott darein. *7 Es ist aus. Lat.: Actum est. *8 Es ist aus mit ihm. Sein Wohlstand, sein Leben geht zu Ende; auch: er leistet nichts mehr. Lat.: Actum est de eo. *9 Es ist aus mit uns. Es ist aus mit mir! – Ich bin ein Mann des Todes! – Ich bin vernichtet! sind sprichwörtliche Hyperbeln, um die Verzweiflung oder ein grosses Unglück zu bezeichnen. Lat.: Fuimus Troes. (Virgil.) – Nullus sum. (Euripides.) (Erasm., 205.) *10 Es ist aus und Amen. *11 'S is no ne aus, se urgeln noch. (Oberlausitz.) Aussen. 1 Aussen blank, innen Stank. Lat.: Nitens cutis sordidum ostendit animum. 2 Aussen nix – innen fix. – Steiger, 15; Simrock, 672. 3 Buten glei, binnen auwai. (Lübeck.) Buten = aussen. – Bettelstaat. 4 Von aussen beglissen, von innen beschissen. 5 Von aussen einfältiger Kalk, inwendig ein echter Schalk. Lat.: Ovem in fronte, vulpem in corde gerit. 6 Von aussen fix, von innen nix. – Körte, 355. Aeusserer Flitterstaat und innere Armuth. Holl.: Het uiterlijk is bedriegelik. – Men moet niet naar het uiterlijke oordeelen. (Harrebomée, II, 352.) 7 Von aussen hui, von innen pfui. 8 Von aussen Schaf, von innen Wolf. 9 Was von aussen kommt herein, soll immer besser als das Eigne sein. Lat.: Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur. *10 Aussen rum gehn, wie d' Katz' um'n Brei. – Zaupser, Idiot. Lange Umschweife machen, bis man zur Hauptsache kommt. Aussenkram. * Doas eis a Aussenkroam. (Codlewe.) So sagt man in der Gegend von Militsch in Schlesien, wenn jemand statt Gewinn Verlust hat. Aeusserstes. 1 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen, sagte die Braut, als sie das Hemd auszog. Holl.: Die ligt op zijn uiterste, zei de meid, en zij zag een botertonnetje, dat ten naastenbij leêg was. (Harrebomée, II, 352.) 2 Wenn's bis zum Aeussersten kommt, so bricht's. – Simrock, 673. *3 Das Aeusserste versuchen (wagen). Holl.: Op het uiterste van de wereld. (Harrebomée, II, 352.) Lat.: Commovere sacra. (Plautus.) – Sacram anchoram solvere. (Lucian.) – Venimus ad summam lineam. (Erasm., 4.) *4 Es ist bis aufs Aeusserste gekommen. Holl.: Het is tot het uiterste gekomen. (Harrebomée, II, 352.) Aussetzen. Wenn he wat utseten hat, denn geit he schuln. Aus sich bringen. Er bringt's aus sich wie die Spinne. Z. B. ein Lügenerfinder. Lat.: E se finxit velut aranea. (Erasm., 436.) Aus sich machen. Wer nichts aus sich macht, der ist nichts. – Ramann, II. Pred., 8; Steiger, 268. Aussicht. Er sitzt auf der Aussicht. – Sprenger II. Er wartet auf etwas, will etwas entdecken. Von Matrosen entlehnt, die sich in der Vorrichtung oben am Vorderbramsegel aufhalten, um ein Schiff oder Land zu erspähen. Aussingen. Er hat ausgesungen. Er ist todt. Zu dieser Redensart soll die Grabschrift Veranlassung gegeben haben, die zu Marienburg dem Cantor Rudroff gesetzt ist. Auf dem Grabmal desselben befindet sich ein Skelet mit einem Notenblatt. Der Knochenmann deutet mit den darunter befindlichen Worten: „Der hat ausgesungen!“ auf die Schlusspause. Ausspannen. 1 Spann' mich aus, o frommer Gott, sang der Küster, da ging er mit dem Pfaffen zur Kirche. *2 Ausgespannt und (oder: gibt) freie Hand. Holl.: Uitspanning is geoorloofd. ( Harrebomée, II, 352.) *3 Er ist ausgespannt. (Schles.) *4 He hett utspannt. (Rügen.) Ist gestorben. Ausspeien. *1 Sie speien alle einerlei Speichel aus. Sagen alle dasselbe. *2 Spei ut un sprick anders. – Richey. Zu dem, der etwas Albernes gesagt hat. Ausspielen. Wer schön ausspielt, dem gibt man schön zu. Wie man es gegen einen macht, so macht er es wieder. Frz.: A beau jeu, beau retour. Ung.: A tromfot tromffal szokták leütni. Aussprache. * Florentinische Aussprache in einem römischen Munde. Ein altes Sprichwort, das die Forderungen enthält, die man an den macht, der gut italienisch sprechen will. Lat.: Lingua Toscana in bocca Romana. Ausspreien. Was einer nicht hat ausgespreit, das ist zu schneiden ihm verseid. – Brandt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:38Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:38Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/132
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867, S. [104]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/132>, abgerufen am 19.10.2020.