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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867.

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[Spaltenumbruch] *24 Es ist ein guter Bote nach dem Tode zu schicken.

Holl.: Het is een goede bode, om den dood te halen. (Harrebomee, I, 64.)

*25 Man hat dir einen Boten geschickt. - Kirchhofer, 261; Eiselein, 90.

*26 Man hat dir keinen Boten geschickt.


Botenbrot.

* Einem das Botenbrot ankündigen (geben). - Eiselein, 90.

Ihm sagen, dass er eine Ehrenstelle, ein Amt erhalten habe. "Gebt mir das Botenbrot, sprach sie, vor Freuden bleich und roth."


Botenläufer.

Ein Botenläufer hat für jeden Füsse, der zahlt.


Botenlohn.

Wie das Botenlohn, so die Botenschritte. - Scheidemünze, II, 172.


Botenneuigkeit.

Das ist eine Boten(auch Bader-)neuigkeit. - Mayer, II, 42.

Eine unbegründete Nachricht, glimpflich auch für Lüge.


Botmässigkeit.

Botmässigkeit ist nicht flugs Gerichtsbarkeit. - Pistor., III, 20; Eisenhart, 514; Eiselein, 90.

Unter der Botmässigkeit ist hier die dem Richter vom Landesherrn übertragene Gerichtsbarkeit und unter Gerichtsbarkeit die landesherrliche zu verstehen. Das Sprichwort will daher sagen: die Verwaltung des Richteramtes berechtigt den Beamten nicht, die seiner Gerichtsbarkeit (Botmässigkeit) unterworfenen Personen als seine Unterthanen zu betrachten, und, die Richtergewalt misbrauchend, Dinge zu fordern, die wol ein Regent von seinen Unterthanen, aber kein Richter fordern kann.


Botschaft.

1 Böse (schlimme) Botschaft bringt man bald.

It.: Le cattive nuove sono le prime. (Bohn I, 108.)

Ung.: A rosz hir szarnyon röpül, a jo pedig kullogva is alig jar. (Gaal, 237.)

2 Eine gute Botschaft ist das Botenbrot wol werth. - Kirchhofer, 66; Körte, 705; Eiselein, 90.

Wenn jemand ein Amt oder eine Ehrenstelle erhalten, so wurde ihm dies in der Kegel durch die Rathsdiener angekündigt, welche dann das Botenbrot, ein Trinkgeld, erhielten, was anfänglich ein Brot gewesen, aber gewiss bald in ein grösseres Geschenk verwandelt worden sein mag.

3 Eine schlimme Botschaft ist immer wahr.

Span.: Las malas nuevas siempre son ciertas. (Bohn I, 228.)

4 Ueble Botschaft kommt immer zu früh. - Simrock, 1264; Tunn., 15, 13.

Dän.: Onde tidninger have vinger og ere gierne visse. (Prov. dan., 436.)

Frz.: Les mauvaises nouvelles ont des ailes. (Bohn I, 35.) - Trop tot vient qui mauvaise nouvelle apporte.

Holl.: Hi comt al vroech ghenoech, die quade bootschap brinct. (Fallersleben, 406.)

Lat.: Prava revelare si vis, noli properare.

5 Ueble Botschaft verdient kein Botenbrot. - Simrock, 1248; Eiselein, 90.

6 Wenn man gute botschafft bringt, so spitzt man die ohren. - Henisch, 469.

7 Wer gute Botschaft bringt, darf nicht lange klopfen.

Engl.: To him of good judgment the sound of a gnat suffices, to him who lacks it the noise of an orchestre availeth not.

8 Wer gute Botschaft bringt, klopft derb.

Lat.: Audax pulsus bona afferentis aut nunciantis. (Bovill, III, 113.)

9 Wer schlechte Botschaft bringt, kommt früh genug. - Körte, 706; Simrock, 1247.

Holl.: Hij komt vroeg genoeg, die eene kwade boodschap brengt. (Harrebomee, I, 76.)

Lat.: Prava revelare si vis, noli properare. (Sutor, 907.)

*10 Dass dich die vier bottschafft ankommen. - Agricola, 528.

Ein sprichwörtlicher Fluch, wodurch man jemand die vier Uebel wünschte, welche nach dem Heiligenglauben die vier Heiligen: Sanct- Antonius (s. d.), Sanct-Ruprecht, Sanct-Valentin und Sanct-Cornelius heilten.


Botzen.

Do kanns mer gebotz1 wäde. (Köln.) - Firmenich, I, 474, 124.)

1) Gestohlen.


[Spaltenumbruch]
Bouteille.

Dat 's 'n Buddel1, säd de Baur, un drunk ut'n Läpel2.

1) Bouteille, Flasche.

2) Löffel.

Holl.: Dat is een onwinbaar kasteel, zei de boer, en hij stond voor een' kalkoven. - Dat is eene ladder met rare sporten, zei de boer, en hij zag een' graadboog. (Harrebomee, I, 68.)


Bowke.

* Er ist ein Bowke1. (Königsberg.)

1) Spitzbube; bowen = stehlen.


Brache.

1 Je härta Broak, je gebta Koahr. (Ukermark.)

Je härter die Brache, desto grösser das Korn.

2 Man muss erst seine Brache düngen, eh' man dem Nachbar Dünger verkauft.

3 Seicht gebracht und tief gewandt, bringt den Wohlstand in das Land. (Neisse.) - Boebel, 133.

*4 Auf der Brache liegen. - Körte, 706.

Unthätig, ohne Berufsarbeit sein.

*5 Auff die brach schlagen. - Franck, I, 38a; Körte, 706.


Brachen.

Wei nit broaket1 un nit Sunndag fiyert, dei heat kein Glück. (Westf.)

1) Zur Brache liegen lässt.


Brachmonat.

1 Brachmond (Juni) nass, leert Scheuer und Fass. - Kirchhofer, 314; Boebel, 97.

2 Brachmonds Brach und Augusts Rohr gibt das beste Korn im Flor (Flur). (Eifel.)

Um schönes Korn zu bekommen, soll man das Land im Juni zum ersten, im August zum andern mal pflügen.

3 Hat der Brachmonat zuweilen Regen, dann bringt er reichen Segen. - Kirchhofer, 314.

4 Im Brachmonat wehen die Winde Korn ins Land. - Kirchhofer, 314.

5 Ist der Brachmond warm und nass, so füllet sich Scheune und Fass.


Brachmondschein.

Im neuen hellen Brachmondschein soll gerathen Frucht und Wein. - Boebel, 137.


Bracke.

1 Brak und Bafel. - Eiselein, 91.

Ausschuss und verlegene Waare.

2 Es beisst kein brack eine breckin. - Franck, II, 159b; Lehmann, II, 126, 103; Henisch, 472; Simrock, 1252.

Brack, ein altes deutsches, nur im Süddeutschen gebräuchliches Wort zur Bezeichnung eines Jagdhundes. Ausführlicher Grimm, I, 289.


Brader.

En Brader is'n Butt werth. - Eichwald, 172.


Bramsegel.

* Er führt Bram(segel) über Bram(segel). (Fries.)

Der Bram ist das höchste Segel. Man führt auf den drei Masten der Kriegs- und Kauffahrteischiffe nicht allein Bramen, sondern auch darüber noch Bramsegel. Die Redensart wird angewandt, wenn von jemand die Rede ist, der grossen Aufwand und durch seine ganze Haltung viel Aufsehen macht, oder um einen unsinnigen Verschwender, einen Stolzen und Aufgeblasenen zu charakterisiren. (S. Schlemmer.)

Holl.: Hij voert bram boven bram. (Sprenger I, 69, u. II, 33.)


Brand.

1 A niade1 hat an Broand ein Oa'sch, brinnt e' nit, so schmöcht2 e'. (Innsbruck.) - Frommann, VI, 39, 69.

1) Ein jeder.

2) Glimmt.

2 Brand macht arme Leute. - Henisch, 477.

3 Brand um Brand. - 2 Mos. 21, 24; Schulze, 10.

4 Dat is Düerkop-Brand1, see Woltert, do leh he de Viole up't Füer. (Ostfries.) - Hoefer, 1143.

1) Ein theuer erkaufter Brand, einer der viel kostet.

5 De Brand söcht de Nägel in der Wand. - Schambach, 384.

Zur Bezeichnung der alles verzehrenden Gewalt des Feuers.

6 Der Brand nimmt die Schuhe von der Wand. - Henisch, 477.

7 Der Brand wird vom Feuer leicht ergriffen.

8 Der brand zieret den krieg, wie das Magnificat die Vesper. - Henisch, 477.

9 Ein Brand allein kieffet (brennt) nicht lauge. - Bücking, 267; Henisch, 477; Simrock, 1280; Körte, 707.

Die Glückseligkeit in einer Ehe, wo blos einseitige Liebe stattfindet, ist nicht von Bestand. Wird auch

[Spaltenumbruch] *24 Es ist ein guter Bote nach dem Tode zu schicken.

Holl.: Het is een goede bode, om den dood te halen. (Harrebomée, I, 64.)

*25 Man hat dir einen Boten geschickt.Kirchhofer, 261; Eiselein, 90.

*26 Man hat dir keinen Boten geschickt.


Botenbrot.

* Einem das Botenbrot ankündigen (geben).Eiselein, 90.

Ihm sagen, dass er eine Ehrenstelle, ein Amt erhalten habe. „Gebt mir das Botenbrot, sprach sie, vor Freuden bleich und roth.“


Botenläufer.

Ein Botenläufer hat für jeden Füsse, der zahlt.


Botenlohn.

Wie das Botenlohn, so die Botenschritte.Scheidemünze, II, 172.


Botenneuigkeit.

Das ist eine Boten(auch Bader-)neuigkeit.Mayer, II, 42.

Eine unbegründete Nachricht, glimpflich auch für Lüge.


Botmässigkeit.

Botmässigkeit ist nicht flugs Gerichtsbarkeit.Pistor., III, 20; Eisenhart, 514; Eiselein, 90.

Unter der Botmässigkeit ist hier die dem Richter vom Landesherrn übertragene Gerichtsbarkeit und unter Gerichtsbarkeit die landesherrliche zu verstehen. Das Sprichwort will daher sagen: die Verwaltung des Richteramtes berechtigt den Beamten nicht, die seiner Gerichtsbarkeit (Botmässigkeit) unterworfenen Personen als seine Unterthanen zu betrachten, und, die Richtergewalt misbrauchend, Dinge zu fordern, die wol ein Regent von seinen Unterthanen, aber kein Richter fordern kann.


Botschaft.

1 Böse (schlimme) Botschaft bringt man bald.

It.: Le cattive nuove sono le prime. (Bohn I, 108.)

Ung.: A rosz hír szárnyon röpül, a jó pedig kullogva is alig jár. (Gaal, 237.)

2 Eine gute Botschaft ist das Botenbrot wol werth.Kirchhofer, 66; Körte, 705; Eiselein, 90.

Wenn jemand ein Amt oder eine Ehrenstelle erhalten, so wurde ihm dies in der Kegel durch die Rathsdiener angekündigt, welche dann das Botenbrot, ein Trinkgeld, erhielten, was anfänglich ein Brot gewesen, aber gewiss bald in ein grösseres Geschenk verwandelt worden sein mag.

3 Eine schlimme Botschaft ist immer wahr.

Span.: Las malas nuevas siempre son ciertas. (Bohn I, 228.)

4 Ueble Botschaft kommt immer zu früh.Simrock, 1264; Tunn., 15, 13.

Dän.: Onde tidninger have vinger og ere gierne visse. (Prov. dan., 436.)

Frz.: Les mauvaises nouvelles ont des ailes. (Bohn I, 35.) – Trop tôt vient qui mauvaise nouvelle apporte.

Holl.: Hi comt al vroech ghenoech, die quade bootschap brinct. (Fallersleben, 406.)

Lat.: Prava revelare si vis, noli properare.

5 Ueble Botschaft verdient kein Botenbrot.Simrock, 1248; Eiselein, 90.

6 Wenn man gute botschafft bringt, so spitzt man die ohren.Henisch, 469.

7 Wer gute Botschaft bringt, darf nicht lange klopfen.

Engl.: To him of good judgment the sound of a gnat suffices, to him who lacks it the noise of an orchestre availeth not.

8 Wer gute Botschaft bringt, klopft derb.

Lat.: Audax pulsus bona afferentis aut nunciantis. (Bovill, III, 113.)

9 Wer schlechte Botschaft bringt, kommt früh genug.Körte, 706; Simrock, 1247.

Holl.: Hij komt vroeg genoeg, die eene kwade boodschap brengt. (Harrebomée, I, 76.)

Lat.: Prava revelare si vis, noli properare. (Sutor, 907.)

*10 Dass dich die vier bottschafft ankommen.Agricola, 528.

Ein sprichwörtlicher Fluch, wodurch man jemand die vier Uebel wünschte, welche nach dem Heiligenglauben die vier Heiligen: Sanct- Antonius (s. d.), Sanct-Ruprecht, Sanct-Valentin und Sanct-Cornelius heilten.


Botzen.

Do kanns mêr gebotz1 wäde. (Köln.) – Firmenich, I, 474, 124.)

1) Gestohlen.


[Spaltenumbruch]
Bouteille.

Dat 's 'n Buddel1, säd de Bûr, un drunk ut'n Läpel2.

1) Bouteille, Flasche.

2) Löffel.

Holl.: Dat is een onwinbaar kasteel, zei de boer, en hij stond voor een' kalkoven. – Dat is eene ladder met rare sporten, zei de boer, en hij zag een' graadboog. (Harrebomée, I, 68.)


Bowke.

* Er ist ein Bowke1. (Königsberg.)

1) Spitzbube; bowen = stehlen.


Brache.

1 Je härta Broak, je gebta Koahr. (Ukermark.)

Je härter die Brache, desto grösser das Korn.

2 Man muss erst seine Brache düngen, eh' man dem Nachbar Dünger verkauft.

3 Seicht gebracht und tief gewandt, bringt den Wohlstand in das Land. (Neisse.) – Boebel, 133.

*4 Auf der Brache liegen.Körte, 706.

Unthätig, ohne Berufsarbeit sein.

*5 Auff die brach schlagen.Franck, I, 38a; Körte, 706.


Brachen.

Wei nit broaket1 un nit Sunndag fiyert, dei heat kein Glück. (Westf.)

1) Zur Brache liegen lässt.


Brachmonat.

1 Brachmond (Juni) nass, leert Scheuer und Fass.Kirchhofer, 314; Boebel, 97.

2 Brachmonds Brach und Augusts Rohr gibt das beste Korn im Flor (Flur). (Eifel.)

Um schönes Korn zu bekommen, soll man das Land im Juni zum ersten, im August zum andern mal pflügen.

3 Hat der Brachmonat zuweilen Regen, dann bringt er reichen Segen.Kirchhofer, 314.

4 Im Brachmonat wehen die Winde Korn ins Land.Kirchhofer, 314.

5 Ist der Brachmond warm und nass, so füllet sich Scheune und Fass.


Brachmondschein.

Im neuen hellen Brachmondschein soll gerathen Frucht und Wein.Boebel, 137.


Bracke.

1 Brak und Bafel.Eiselein, 91.

Ausschuss und verlegene Waare.

2 Es beisst kein brack eine breckin.Franck, II, 159b; Lehmann, II, 126, 103; Henisch, 472; Simrock, 1252.

Brack, ein altes deutsches, nur im Süddeutschen gebräuchliches Wort zur Bezeichnung eines Jagdhundes. Ausführlicher Grimm, I, 289.


Brader.

En Brader is'n Butt werth.Eichwald, 172.


Bramsegel.

* Er führt Bram(segel) über Bram(segel). (Fries.)

Der Bram ist das höchste Segel. Man führt auf den drei Masten der Kriegs- und Kauffahrteischiffe nicht allein Bramen, sondern auch darüber noch Bramsegel. Die Redensart wird angewandt, wenn von jemand die Rede ist, der grossen Aufwand und durch seine ganze Haltung viel Aufsehen macht, oder um einen unsinnigen Verschwender, einen Stolzen und Aufgeblasenen zu charakterisiren. (S. Schlemmer.)

Holl.: Hij voert bram boven bram. (Sprenger I, 69, u. II, 33.)


Brand.

1 A niade1 hat an Broand ein Oa'sch, brinnt e' nit, so schmöcht2 e'. (Innsbruck.) – Frommann, VI, 39, 69.

1) Ein jeder.

2) Glimmt.

2 Brand macht arme Leute.Henisch, 477.

3 Brand um Brand.2 Mos. 21, 24; Schulze, 10.

4 Dât is Düerkop-Brand1, see Woltert, dô leh he de Viole up't Füer. (Ostfries.) – Hoefer, 1143.

1) Ein theuer erkaufter Brand, einer der viel kostet.

5 De Brand söcht de Nägel in der Wand.Schambach, 384.

Zur Bezeichnung der alles verzehrenden Gewalt des Feuers.

6 Der Brand nimmt die Schuhe von der Wand.Henisch, 477.

7 Der Brand wird vom Feuer leicht ergriffen.

8 Der brand zieret den krieg, wie das Magnificat die Vesper.Henisch, 477.

9 Ein Brand allein kieffet (brennt) nicht lauge.Bücking, 267; Henisch, 477; Simrock, 1280; Körte, 707.

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[[222]/0250] *24 Es ist ein guter Bote nach dem Tode zu schicken. Holl.: Het is een goede bode, om den dood te halen. (Harrebomée, I, 64.) *25 Man hat dir einen Boten geschickt. – Kirchhofer, 261; Eiselein, 90. *26 Man hat dir keinen Boten geschickt. Botenbrot. * Einem das Botenbrot ankündigen (geben). – Eiselein, 90. Ihm sagen, dass er eine Ehrenstelle, ein Amt erhalten habe. „Gebt mir das Botenbrot, sprach sie, vor Freuden bleich und roth.“ Botenläufer. Ein Botenläufer hat für jeden Füsse, der zahlt. Botenlohn. Wie das Botenlohn, so die Botenschritte. – Scheidemünze, II, 172. Botenneuigkeit. Das ist eine Boten(auch Bader-)neuigkeit. – Mayer, II, 42. Eine unbegründete Nachricht, glimpflich auch für Lüge. Botmässigkeit. Botmässigkeit ist nicht flugs Gerichtsbarkeit. – Pistor., III, 20; Eisenhart, 514; Eiselein, 90. Unter der Botmässigkeit ist hier die dem Richter vom Landesherrn übertragene Gerichtsbarkeit und unter Gerichtsbarkeit die landesherrliche zu verstehen. Das Sprichwort will daher sagen: die Verwaltung des Richteramtes berechtigt den Beamten nicht, die seiner Gerichtsbarkeit (Botmässigkeit) unterworfenen Personen als seine Unterthanen zu betrachten, und, die Richtergewalt misbrauchend, Dinge zu fordern, die wol ein Regent von seinen Unterthanen, aber kein Richter fordern kann. Botschaft. 1 Böse (schlimme) Botschaft bringt man bald. It.: Le cattive nuove sono le prime. (Bohn I, 108.) Ung.: A rosz hír szárnyon röpül, a jó pedig kullogva is alig jár. (Gaal, 237.) 2 Eine gute Botschaft ist das Botenbrot wol werth. – Kirchhofer, 66; Körte, 705; Eiselein, 90. Wenn jemand ein Amt oder eine Ehrenstelle erhalten, so wurde ihm dies in der Kegel durch die Rathsdiener angekündigt, welche dann das Botenbrot, ein Trinkgeld, erhielten, was anfänglich ein Brot gewesen, aber gewiss bald in ein grösseres Geschenk verwandelt worden sein mag. 3 Eine schlimme Botschaft ist immer wahr. Span.: Las malas nuevas siempre son ciertas. (Bohn I, 228.) 4 Ueble Botschaft kommt immer zu früh. – Simrock, 1264; Tunn., 15, 13. Dän.: Onde tidninger have vinger og ere gierne visse. (Prov. dan., 436.) Frz.: Les mauvaises nouvelles ont des ailes. (Bohn I, 35.) – Trop tôt vient qui mauvaise nouvelle apporte. Holl.: Hi comt al vroech ghenoech, die quade bootschap brinct. (Fallersleben, 406.) Lat.: Prava revelare si vis, noli properare. 5 Ueble Botschaft verdient kein Botenbrot. – Simrock, 1248; Eiselein, 90. 6 Wenn man gute botschafft bringt, so spitzt man die ohren. – Henisch, 469. 7 Wer gute Botschaft bringt, darf nicht lange klopfen. Engl.: To him of good judgment the sound of a gnat suffices, to him who lacks it the noise of an orchestre availeth not. 8 Wer gute Botschaft bringt, klopft derb. Lat.: Audax pulsus bona afferentis aut nunciantis. (Bovill, III, 113.) 9 Wer schlechte Botschaft bringt, kommt früh genug. – Körte, 706; Simrock, 1247. Holl.: Hij komt vroeg genoeg, die eene kwade boodschap brengt. (Harrebomée, I, 76.) Lat.: Prava revelare si vis, noli properare. (Sutor, 907.) *10 Dass dich die vier bottschafft ankommen. – Agricola, 528. Ein sprichwörtlicher Fluch, wodurch man jemand die vier Uebel wünschte, welche nach dem Heiligenglauben die vier Heiligen: Sanct- Antonius (s. d.), Sanct-Ruprecht, Sanct-Valentin und Sanct-Cornelius heilten. Botzen. Do kanns mêr gebotz1 wäde. (Köln.) – Firmenich, I, 474, 124.) 1) Gestohlen. Bouteille. Dat 's 'n Buddel1, säd de Bûr, un drunk ut'n Läpel2. 1) Bouteille, Flasche. 2) Löffel. Holl.: Dat is een onwinbaar kasteel, zei de boer, en hij stond voor een' kalkoven. – Dat is eene ladder met rare sporten, zei de boer, en hij zag een' graadboog. (Harrebomée, I, 68.) Bowke. * Er ist ein Bowke1. (Königsberg.) 1) Spitzbube; bowen = stehlen. Brache. 1 Je härta Broak, je gebta Koahr. (Ukermark.) Je härter die Brache, desto grösser das Korn. 2 Man muss erst seine Brache düngen, eh' man dem Nachbar Dünger verkauft. 3 Seicht gebracht und tief gewandt, bringt den Wohlstand in das Land. (Neisse.) – Boebel, 133. *4 Auf der Brache liegen. – Körte, 706. Unthätig, ohne Berufsarbeit sein. *5 Auff die brach schlagen. – Franck, I, 38a; Körte, 706. Brachen. Wei nit broaket1 un nit Sunndag fiyert, dei heat kein Glück. (Westf.) 1) Zur Brache liegen lässt. Brachmonat. 1 Brachmond (Juni) nass, leert Scheuer und Fass. – Kirchhofer, 314; Boebel, 97. 2 Brachmonds Brach und Augusts Rohr gibt das beste Korn im Flor (Flur). (Eifel.) Um schönes Korn zu bekommen, soll man das Land im Juni zum ersten, im August zum andern mal pflügen. 3 Hat der Brachmonat zuweilen Regen, dann bringt er reichen Segen. – Kirchhofer, 314. 4 Im Brachmonat wehen die Winde Korn ins Land. – Kirchhofer, 314. 5 Ist der Brachmond warm und nass, so füllet sich Scheune und Fass. Brachmondschein. Im neuen hellen Brachmondschein soll gerathen Frucht und Wein. – Boebel, 137. Bracke. 1 Brak und Bafel. – Eiselein, 91. Ausschuss und verlegene Waare. 2 Es beisst kein brack eine breckin. – Franck, II, 159b; Lehmann, II, 126, 103; Henisch, 472; Simrock, 1252. Brack, ein altes deutsches, nur im Süddeutschen gebräuchliches Wort zur Bezeichnung eines Jagdhundes. Ausführlicher Grimm, I, 289. Brader. En Brader is'n Butt werth. – Eichwald, 172. Bramsegel. * Er führt Bram(segel) über Bram(segel). (Fries.) Der Bram ist das höchste Segel. Man führt auf den drei Masten der Kriegs- und Kauffahrteischiffe nicht allein Bramen, sondern auch darüber noch Bramsegel. Die Redensart wird angewandt, wenn von jemand die Rede ist, der grossen Aufwand und durch seine ganze Haltung viel Aufsehen macht, oder um einen unsinnigen Verschwender, einen Stolzen und Aufgeblasenen zu charakterisiren. (S. Schlemmer.) Holl.: Hij voert bram boven bram. (Sprenger I, 69, u. II, 33.) Brand. 1 A niade1 hat an Broand ein Oa'sch, brinnt e' nit, so schmöcht2 e'. (Innsbruck.) – Frommann, VI, 39, 69. 1) Ein jeder. 2) Glimmt. 2 Brand macht arme Leute. – Henisch, 477. 3 Brand um Brand. – 2 Mos. 21, 24; Schulze, 10. 4 Dât is Düerkop-Brand1, see Woltert, dô leh he de Viole up't Füer. (Ostfries.) – Hoefer, 1143. 1) Ein theuer erkaufter Brand, einer der viel kostet. 5 De Brand söcht de Nägel in der Wand. – Schambach, 384. Zur Bezeichnung der alles verzehrenden Gewalt des Feuers. 6 Der Brand nimmt die Schuhe von der Wand. – Henisch, 477. 7 Der Brand wird vom Feuer leicht ergriffen. 8 Der brand zieret den krieg, wie das Magnificat die Vesper. – Henisch, 477. 9 Ein Brand allein kieffet (brennt) nicht lauge. – Bücking, 267; Henisch, 477; Simrock, 1280; Körte, 707. Die Glückseligkeit in einer Ehe, wo blos einseitige Liebe stattfindet, ist nicht von Bestand. Wird auch

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867, S. [222]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/250>, abgerufen am 27.10.2020.