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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867.

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[Spaltenumbruch] 42 Wer den Acker säet, der mähet. - Eisenhart, III, 22.

Während das römische Recht die Früchte einer Aussaat in streitigen Fällen dem Eigenthümer des Bodens zuspricht, so erkennt das deutsche sie dem zu, der den Acker angebaut hat.

43 Wer den Acker zu gut baut, wenig Früchte schaut.

Zu gut kann man eigentlich etwas nicht machen; indess will dies alte, schon in Plinius vorkommende Sprichwort nur sagen, dass man in keiner Sache die Grenze überschreiten dürfe.

44 Wer den Acker zu sehr düngt, bekommt Kraut statt Knollen.

45 Wer seinen Acker bauet, der wird Brotes die Fülle haben. - Schulze, 58; Spr. Sal. 12, 11.

46 Wer seinen Acker brach liegen lässt, dem läuft Schaf- und Hornvieh darüber.

47 Wer seinen Acker fleissig baut, macht den Haufen gross. - Zehner, 80.

48 Wer seinen Acker mit armer Leute Schweiss will düngen, dem wird er keine Segengarben bringen.

49 Wer seinen Acker mit Fleiss baut, soll Brotes genug haben.

50 Wer seinen Acker wohl baut, geniesst sein auch wohl. - Seybold.

51 Wer seinen Acker wohl düngt, der hat desto mehr zu ernten. - Zehner, 79; Lehmann, Flor.

52 Wer unfruchtbaren Acker baut, vergeblich nach der Ernte schaut.

Lat.: Sterilem agrum ne colas. (Plat.)

53 Wer vom Acker lebt und vom Vieh, lebt wohl, wenn - er nicht wird zum Vieh.

54 Wie der Acker, so das Getreide.

55 Wie der Acker, so die Rüebe, wie der Aetti, so die Büebe.

56 Wie du den Acker wirst eggen, so wird das Getreide sich legen.

57 Wie man den Acker baut (bestellt), so trägt er auch Frucht.

Frz.: Le champ rend des fruits sclon qu'il est cultive.

It.: Secondo che si coltiva il campo rende i frutti.

Lat.: Fructus non multus, ager est ubi non bene cultus. - Sicut ager colitur, sic fructibus hic redimitur.

58 Wo der Acker braun, ist reiche Frucht zu schaun.

*59 Acker und Wiesen durch den Bauch führen.

*60 Auf einen solchen Acker gehört kein anderer Pflug.

Das verdient keine andere Behandlungsweise.

*61 Das ist mein Acker und mein Pflug.

*62 Den Acker pflügen und nichts hineinsäen.

*63 Er ist (wieder) auf seinem eigenen Acker.

*64 Es klebt kein Acker an dem, was er spricht.

In seiner Rede ist nichts Gemeines, Alltägliches, Niedriges, Triviales; sie zeigt von feiner Bildung.

Lat.: Nihil ex agro dicis. (Erasm., 294.)

*65 Fremde Aecker pflügen.

Seine Kräfte dem eigenen Wirkungskreise entziehen und damit in fremde Geschäftssphären eingreifen. - Auch von dem Umgang mit anderer Frauen.

Lat.: Alienum arare fundum. (Plaut.) (Erasm., 401.)

*66 Fremde Aecker pflügen, so eigene brache liegen.

*67 Mit einem zu Acker gehen.

Ihn derb vornehmen.

*68 Sein Acker ist so faul, wie er.

Frz.: Tant vaut l'homme, tant vaut sa terre.


Ackerbau.

Ackerbau und Bergwerk soll man nicht lassen feiern.


Ackergurren.

Ackergurren lässt man weiden ohne Zaum; die köstlichen Stuten werden wohl gehütet. - Geiler.


Ackerland.

Erst habe Ackerland, dann rechne nach Lofstellen. (Lett.)


Aeckerlein.

1 Kein Aeckerli, das er säet, kein Wiesli, das er mähet.

*2 Er meint, jedes Aeckerli müss' er säen, und jedes Wiesli mähen.


Ackermähre.

Was die Aekermähren (mit dürrem Rücken) bauen, das können die Barrenhengste kauen. - Fischart, Gesch.


[Spaltenumbruch]
Ackern.

1 Besser ackern und düngen, als beten und singen.

Sagen die Bauern in der Gegend von Zobten in Schlesien, wenn man sie zu frommen Vereinen einladet.

2 Da geschieht fürs Ackern wenig genug, wo der Bauer lauft vom Pflug, der Ochse verwirft das Joch und das Ross sein Kummet noch.

3 Mancher darf nicht ackern und nicht säen und kann doch Getreide mähen.

Lat.: Citra arationem citraque sementem. (Lucian.) (Erasmus, 143.)

4 Man muss nicht mehr ackern, als man eineggen kann. (Wend. Lausitz.)


Ackerochs.

Bist du ein Ackerochs, so begehr' keinen Sattel.


Ackerpferd.

Die Ackerpferde fressen am wenigsten.


Ackersenf.

* Von Ackersenf leben.

Dürftig. Es ist eine Pflanze, die als Unkraut wächst, aber auch wol genossen wird.

Lat.: Lapsana vivere. (Plin.) (Erasm., 875.)


Ackersmann.

1 Ackersmann - Slackersmann; viel beeter is en Handwerksmann. (Westf.)

Im Lippeschen heisst der Nachsatz: Eck lobe mui den Handwerksmann. Kothmann von slackern = sich beschmuzen.

2 Der geschickteste Ackersmann macht einmal eine krumme Furche.

It.: Non e si sperto aratore, che alcuna volta non faccia un solco torto.

3 Ein Ackermann, ein Wackermann.

Lat.: Agricolam impigrum esse oportet.

4 En Ackermann - en Plackermann, ghuad aere bai en Handwiärk kan, sach de Bessenbänner (Besenbinder). (Grafschaft Mark.) - Firmenich, I, 325.


Ackerslänge.

* Er nähm' eine Ackerslänge Weges für einen Spiess und wäre so freudig als ein anderer.


Ackerwerk.

1 Ackerwerk hat Mühe.

2 Ackerwerk soll nähren.

3 Ackerwerk - Wackerwerk.


Act.

* Den letzten Act spielen.

Die Sache ganz und gar beenden.

Lat.: Supremum fabulae actum addere. (Cicero.) (Erasmus, 730.)


Actie.

1 Wie die Actie, so die Rente (Dividende).

Um zu bezeichnen, dass jeder nach Verhältniss seines Antheils interessirt ist, sagen die Franzosen: Chacun y est pour sa vade, weil dasjenige Geld, welches man zu Anfange gewisser Spiele als Brelan u. s. w. einsetzt, la vade heisst.

*2 Mit diesen Actien ist nichts.

Die Sache hat keinen Werth.

*3 Seine Actien fallen (steigen).

Die Aussichten auf den Erfolg seiner Pläne, Speculationen, Hoffnungen u. s. w. mindern (mehren) sich. "Bei solchem Regiment", sagte der vertriebene Prinz, "steigen meine Actien."


Adam.

1 Adam hat das Obst gegessen und wir haben das Fieber davon.

*2 Adam hat genascht verbotne Bissen und wir müssen dafür büssen.

3 Adam iss. - Agricola, 746.

Von der Verführungsgewalt, welche das schwache Geschlecht seit Eva's Zeit über das starke ausübt.

Der Apfel aber, den Eva brach,

Bracht' uns in alles Ungemach

singt der Dichter, und Fischart leitet von diesem Spruche das Weiberregiment ab. (Fischart, Ehez.)

4 Adam mit Naschen hat verricht', all das Uebel, das uns anficht. - Petri.

5 Adam muss eine Eva han, der er zeiht, was er gethan.

Schildert die ziemlich allgemeine Neigung, in andern den Grund unserer fehlerhaften Handlungen zu suchen; andere für die eigenen Dummheiten verantwortlich zu machen.

6 Adam schiebt die Schuld auf Eva, und Eva auf die Schlange.

[Spaltenumbruch] 42 Wer den Acker säet, der mähet.Eisenhart, III, 22.

Während das römische Recht die Früchte einer Aussaat in streitigen Fällen dem Eigenthümer des Bodens zuspricht, so erkennt das deutsche sie dem zu, der den Acker angebaut hat.

43 Wer den Acker zu gut baut, wenig Früchte schaut.

Zu gut kann man eigentlich etwas nicht machen; indess will dies alte, schon in Plinius vorkommende Sprichwort nur sagen, dass man in keiner Sache die Grenze überschreiten dürfe.

44 Wer den Acker zu sehr düngt, bekommt Kraut statt Knollen.

45 Wer seinen Acker bauet, der wird Brotes die Fülle haben.Schulze, 58; Spr. Sal. 12, 11.

46 Wer seinen Acker brach liegen lässt, dem läuft Schaf- und Hornvieh darüber.

47 Wer seinen Acker fleissig baut, macht den Haufen gross.Zehner, 80.

48 Wer seinen Acker mit armer Leute Schweiss will düngen, dem wird er keine Segengarben bringen.

49 Wer seinen Acker mit Fleiss baut, soll Brotes genug haben.

50 Wer seinen Acker wohl baut, geniesst sein auch wohl.Seybold.

51 Wer seinen Acker wohl düngt, der hat desto mehr zu ernten.Zehner, 79; Lehmann, Flor.

52 Wer unfruchtbaren Acker baut, vergeblich nach der Ernte schaut.

Lat.: Sterilem agrum ne colas. (Plat.)

53 Wer vom Acker lebt und vom Vieh, lebt wohl, wenn – er nicht wird zum Vieh.

54 Wie der Acker, so das Getreide.

55 Wie der Acker, so die Rüebe, wie der Aetti, so die Büebe.

56 Wie du den Acker wirst eggen, so wird das Getreide sich legen.

57 Wie man den Acker baut (bestellt), so trägt er auch Frucht.

Frz.: Le champ rend des fruits sclon qu'il est cultivé.

It.: Secondo che si coltiva il campo rende i frutti.

Lat.: Fructus non multus, ager est ubi non bene cultus. – Sicut ager colitur, sic fructibus hic redimitur.

58 Wo der Acker braun, ist reiche Frucht zu schaun.

*59 Acker und Wiesen durch den Bauch führen.

*60 Auf einen solchen Acker gehört kein anderer Pflug.

Das verdient keine andere Behandlungsweise.

*61 Das ist mein Acker und mein Pflug.

*62 Den Acker pflügen und nichts hineinsäen.

*63 Er ist (wieder) auf seinem eigenen Acker.

*64 Es klebt kein Acker an dem, was er spricht.

In seiner Rede ist nichts Gemeines, Alltägliches, Niedriges, Triviales; sie zeigt von feiner Bildung.

Lat.: Nihil ex agro dicis. (Erasm., 294.)

*65 Fremde Aecker pflügen.

Seine Kräfte dem eigenen Wirkungskreise entziehen und damit in fremde Geschäftssphären eingreifen. – Auch von dem Umgang mit anderer Frauen.

Lat.: Alienum arare fundum. (Plaut.) (Erasm., 401.)

*66 Fremde Aecker pflügen, so eigene brache liegen.

*67 Mit einem zu Acker gehen.

Ihn derb vornehmen.

*68 Sein Acker ist so faul, wie er.

Frz.: Tant vaut l'homme, tant vaut sa terre.


Ackerbau.

Ackerbau und Bergwerk soll man nicht lassen feiern.


Ackergurren.

Ackergurren lässt man weiden ohne Zaum; die köstlichen Stuten werden wohl gehütet.Geiler.


Ackerland.

Erst habe Ackerland, dann rechne nach Lofstellen. (Lett.)


Aeckerlein.

1 Kein Aeckerli, das er säet, kein Wiesli, das er mähet.

*2 Er meint, jedes Aeckerli müss' er säen, und jedes Wiesli mähen.


Ackermähre.

Was die Aekermähren (mit dürrem Rücken) bauen, das können die Barrenhengste kauen.Fischart, Gesch.


[Spaltenumbruch]
Ackern.

1 Besser ackern und düngen, als beten und singen.

Sagen die Bauern in der Gegend von Zobten in Schlesien, wenn man sie zu frommen Vereinen einladet.

2 Da geschieht fürs Ackern wenig genug, wo der Bauer lauft vom Pflug, der Ochse verwirft das Joch und das Ross sein Kummet noch.

3 Mancher darf nicht ackern und nicht säen und kann doch Getreide mähen.

Lat.: Citra arationem citraque sementem. (Lucian.) (Erasmus, 143.)

4 Man muss nicht mehr ackern, als man eineggen kann. (Wend. Lausitz.)


Ackerochs.

Bist du ein Ackerochs, so begehr' keinen Sattel.


Ackerpferd.

Die Ackerpferde fressen am wenigsten.


Ackersenf.

* Von Ackersenf leben.

Dürftig. Es ist eine Pflanze, die als Unkraut wächst, aber auch wol genossen wird.

Lat.: Lapsana vivere. (Plin.) (Erasm., 875.)


Ackersmann.

1 Ackersmann – Slackersmann; viel beeter is en Handwerksmann. (Westf.)

Im Lippeschen heisst der Nachsatz: Eck lobe mui den Handwerksmann. Kothmann von slackern = sich beschmuzen.

2 Der geschickteste Ackersmann macht einmal eine krumme Furche.

It.: Non è si sperto aratore, che alcuna volta non faccia un solco torto.

3 Ein Ackermann, ein Wackermann.

Lat.: Agricolam impigrum esse oportet.

4 En Ackermann – en Plackermann, ghuad aere bai en Handwiärk kan, sach de Bessenbänner (Besenbinder). (Grafschaft Mark.) – Firmenich, I, 325.


Ackerslänge.

* Er nähm' eine Ackerslänge Weges für einen Spiess und wäre so freudig als ein anderer.


Ackerwerk.

1 Ackerwerk hat Mühe.

2 Ackerwerk soll nähren.

3 Ackerwerk – Wackerwerk.


Act.

* Den letzten Act spielen.

Die Sache ganz und gar beenden.

Lat.: Supremum fabulae actum addere. (Cicero.) (Erasmus, 730.)


Actie.

1 Wie die Actie, so die Rente (Dividende).

Um zu bezeichnen, dass jeder nach Verhältniss seines Antheils interessirt ist, sagen die Franzosen: Chacun y est pour sa vade, weil dasjenige Geld, welches man zu Anfange gewisser Spiele als Brélan u. s. w. einsetzt, la vade heisst.

*2 Mit diesen Actien ist nichts.

Die Sache hat keinen Werth.

*3 Seine Actien fallen (steigen).

Die Aussichten auf den Erfolg seiner Pläne, Speculationen, Hoffnungen u. s. w. mindern (mehren) sich. „Bei solchem Regiment“, sagte der vertriebene Prinz, „steigen meine Actien.“


Adam.

1 Adam hat das Obst gegessen und wir haben das Fieber davon.

*2 Adam hat genascht verbotne Bissen und wir müssen dafür büssen.

3 Adam iss.Agricola, 746.

Von der Verführungsgewalt, welche das schwache Geschlecht seit Eva's Zeit über das starke ausübt.

Der Apfel aber, den Eva brach,

Bracht' uns in alles Ungemach

singt der Dichter, und Fischart leitet von diesem Spruche das Weiberregiment ab. (Fischart, Ehez.)

4 Adam mit Naschen hat verricht', all das Uebel, das uns anficht.Petri.

5 Adam muss eine Eva han, der er zeiht, was er gethan.

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[[13]/0041] 42 Wer den Acker säet, der mähet. – Eisenhart, III, 22. Während das römische Recht die Früchte einer Aussaat in streitigen Fällen dem Eigenthümer des Bodens zuspricht, so erkennt das deutsche sie dem zu, der den Acker angebaut hat. 43 Wer den Acker zu gut baut, wenig Früchte schaut. Zu gut kann man eigentlich etwas nicht machen; indess will dies alte, schon in Plinius vorkommende Sprichwort nur sagen, dass man in keiner Sache die Grenze überschreiten dürfe. 44 Wer den Acker zu sehr düngt, bekommt Kraut statt Knollen. 45 Wer seinen Acker bauet, der wird Brotes die Fülle haben. – Schulze, 58; Spr. Sal. 12, 11. 46 Wer seinen Acker brach liegen lässt, dem läuft Schaf- und Hornvieh darüber. 47 Wer seinen Acker fleissig baut, macht den Haufen gross. – Zehner, 80. 48 Wer seinen Acker mit armer Leute Schweiss will düngen, dem wird er keine Segengarben bringen. 49 Wer seinen Acker mit Fleiss baut, soll Brotes genug haben. 50 Wer seinen Acker wohl baut, geniesst sein auch wohl. – Seybold. 51 Wer seinen Acker wohl düngt, der hat desto mehr zu ernten. – Zehner, 79; Lehmann, Flor. 52 Wer unfruchtbaren Acker baut, vergeblich nach der Ernte schaut. Lat.: Sterilem agrum ne colas. (Plat.) 53 Wer vom Acker lebt und vom Vieh, lebt wohl, wenn – er nicht wird zum Vieh. 54 Wie der Acker, so das Getreide. 55 Wie der Acker, so die Rüebe, wie der Aetti, so die Büebe. 56 Wie du den Acker wirst eggen, so wird das Getreide sich legen. 57 Wie man den Acker baut (bestellt), so trägt er auch Frucht. Frz.: Le champ rend des fruits sclon qu'il est cultivé. It.: Secondo che si coltiva il campo rende i frutti. Lat.: Fructus non multus, ager est ubi non bene cultus. – Sicut ager colitur, sic fructibus hic redimitur. 58 Wo der Acker braun, ist reiche Frucht zu schaun. *59 Acker und Wiesen durch den Bauch führen. *60 Auf einen solchen Acker gehört kein anderer Pflug. Das verdient keine andere Behandlungsweise. *61 Das ist mein Acker und mein Pflug. *62 Den Acker pflügen und nichts hineinsäen. *63 Er ist (wieder) auf seinem eigenen Acker. *64 Es klebt kein Acker an dem, was er spricht. In seiner Rede ist nichts Gemeines, Alltägliches, Niedriges, Triviales; sie zeigt von feiner Bildung. Lat.: Nihil ex agro dicis. (Erasm., 294.) *65 Fremde Aecker pflügen. Seine Kräfte dem eigenen Wirkungskreise entziehen und damit in fremde Geschäftssphären eingreifen. – Auch von dem Umgang mit anderer Frauen. Lat.: Alienum arare fundum. (Plaut.) (Erasm., 401.) *66 Fremde Aecker pflügen, so eigene brache liegen. *67 Mit einem zu Acker gehen. Ihn derb vornehmen. *68 Sein Acker ist so faul, wie er. Frz.: Tant vaut l'homme, tant vaut sa terre. Ackerbau. Ackerbau und Bergwerk soll man nicht lassen feiern. Ackergurren. Ackergurren lässt man weiden ohne Zaum; die köstlichen Stuten werden wohl gehütet. – Geiler. Ackerland. Erst habe Ackerland, dann rechne nach Lofstellen. (Lett.) Aeckerlein. 1 Kein Aeckerli, das er säet, kein Wiesli, das er mähet. *2 Er meint, jedes Aeckerli müss' er säen, und jedes Wiesli mähen. Ackermähre. Was die Aekermähren (mit dürrem Rücken) bauen, das können die Barrenhengste kauen. – Fischart, Gesch. Ackern. 1 Besser ackern und düngen, als beten und singen. Sagen die Bauern in der Gegend von Zobten in Schlesien, wenn man sie zu frommen Vereinen einladet. 2 Da geschieht fürs Ackern wenig genug, wo der Bauer lauft vom Pflug, der Ochse verwirft das Joch und das Ross sein Kummet noch. 3 Mancher darf nicht ackern und nicht säen und kann doch Getreide mähen. Lat.: Citra arationem citraque sementem. (Lucian.) (Erasmus, 143.) 4 Man muss nicht mehr ackern, als man eineggen kann. (Wend. Lausitz.) Ackerochs. Bist du ein Ackerochs, so begehr' keinen Sattel. Ackerpferd. Die Ackerpferde fressen am wenigsten. Ackersenf. * Von Ackersenf leben. Dürftig. Es ist eine Pflanze, die als Unkraut wächst, aber auch wol genossen wird. Lat.: Lapsana vivere. (Plin.) (Erasm., 875.) Ackersmann. 1 Ackersmann – Slackersmann; viel beeter is en Handwerksmann. (Westf.) Im Lippeschen heisst der Nachsatz: Eck lobe mui den Handwerksmann. Kothmann von slackern = sich beschmuzen. 2 Der geschickteste Ackersmann macht einmal eine krumme Furche. It.: Non è si sperto aratore, che alcuna volta non faccia un solco torto. 3 Ein Ackermann, ein Wackermann. Lat.: Agricolam impigrum esse oportet. 4 En Ackermann – en Plackermann, ghuad aere bai en Handwiärk kan, sach de Bessenbänner (Besenbinder). (Grafschaft Mark.) – Firmenich, I, 325. Ackerslänge. * Er nähm' eine Ackerslänge Weges für einen Spiess und wäre so freudig als ein anderer. Ackerwerk. 1 Ackerwerk hat Mühe. 2 Ackerwerk soll nähren. 3 Ackerwerk – Wackerwerk. Act. * Den letzten Act spielen. Die Sache ganz und gar beenden. Lat.: Supremum fabulae actum addere. (Cicero.) (Erasmus, 730.) Actie. 1 Wie die Actie, so die Rente (Dividende). Um zu bezeichnen, dass jeder nach Verhältniss seines Antheils interessirt ist, sagen die Franzosen: Chacun y est pour sa vade, weil dasjenige Geld, welches man zu Anfange gewisser Spiele als Brélan u. s. w. einsetzt, la vade heisst. *2 Mit diesen Actien ist nichts. Die Sache hat keinen Werth. *3 Seine Actien fallen (steigen). Die Aussichten auf den Erfolg seiner Pläne, Speculationen, Hoffnungen u. s. w. mindern (mehren) sich. „Bei solchem Regiment“, sagte der vertriebene Prinz, „steigen meine Actien.“ Adam. 1 Adam hat das Obst gegessen und wir haben das Fieber davon. *2 Adam hat genascht verbotne Bissen und wir müssen dafür büssen. 3 Adam iss. – Agricola, 746. Von der Verführungsgewalt, welche das schwache Geschlecht seit Eva's Zeit über das starke ausübt. Der Apfel aber, den Eva brach, Bracht' uns in alles Ungemach singt der Dichter, und Fischart leitet von diesem Spruche das Weiberregiment ab. (Fischart, Ehez.) 4 Adam mit Naschen hat verricht', all das Uebel, das uns anficht. – Petri. 5 Adam muss eine Eva han, der er zeiht, was er gethan. Schildert die ziemlich allgemeine Neigung, in andern den Grund unserer fehlerhaften Handlungen zu suchen; andere für die eigenen Dummheiten verantwortlich zu machen. 6 Adam schiebt die Schuld auf Eva, und Eva auf die Schlange.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867, S. [13]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/41>, abgerufen am 27.10.2020.