Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *14 Up de Hacken sitt'n. - Danneil, 72.

Zu etwas antreiben.

*15 Up'n scheiwen Hacken gahn. (Hannover.) - Gebhard.

Betrunken sein.

*16 Van den Hacken bet to'm Nacken (nichts dögen). (Holst.) - Eichwald, 707; Schütze, II, 91; für Altmark: Danneil, 72.

Von den Füssen bis zum Kopfe.


Hacke (Werkzeug).

1 Deara Hocka wea ma do a non'n'an (noch einen) Schdül finden. (Niederösterreich.) - Frommann, III, 391, 43.

2 Der Hacke ist leicht ein Stiel zu finden. - Simrock, 4189.

3 Hacke und Spat(en) erhält den Staat.

Frz.: C'est par la pioche et par la pelle qu'on bastit et qu'on renverse les citadelles. (Leroux, II, 2.)

4 Ma kon der Hacke bald en Stiel finden. - Robinson, 151.

5 Was eine gute Hacke werden will, krümmt sich bald.

Lat.: Hoc cito fit curvum, quod crescere debet in uncum.

6 Wenn die Hacke heirathen will, so guckt sie auf den Spaten.

Von der Hochzeit zweier, die wegen Gleichheit des Standes u. s. w. füreinander passen.

7 Wer eine Hacke hat, hat einen Mantel.

*8 Auf die alte Hacke! - Weinhold, 32.

Schlesischer Trinkspruch, soviel wie auf altschlesische Treue und Redlichkeit. Ein kleines silbernes Aextlein, schlesisch auch Hacke genannt, wird ans Glas, woraus einer Gesundheit trinkt, oben an den Rand des Glases, dass es nur daran bummelt, gehängt. Das Glas wird dann rein ausgetrunken, bis auf die Nagelprobe, das Aextlein darf dabei aber nicht herunterfallen. (Vgl. K. von Holtei, Die Eselsfresser, Breslau 1859, III, 286.)

*9 Das ist eine Hacke auf deinen Stiel.

*10 Der Hacke einen Stiel finden. - Blum, 389; Parömiakon, 1069; Körte, 2539; Braun, I, 1061.

Leicht einen Vorwand, eine Veranlassung zu etwas, einen Ausweg, ein Mittel finden.

*11 Die Hacke in den Winkel legen. - Parömiakon, 2214.

Nichts mehr thun.

*12 Die Hacke nennt man eben Hacke. - Eiselein, 273.

D. h. das Kind beim rechten Namen.

Lat.: Ficus ficus, liogenem liogenem vocat. (Eiselein, 273.)

*13 Er ist nicht Hack im Stiel. - Frischbier2, 1430.

Nicht recht gesund.

*14 Er weiss nicht, wie er der Hacke einen Stiel finden soll. - Parömiakon, 245.

*15 Hacke und Spaten mitbringen. (Westf.)

Nämlich in die Ehe; wird von einer Braut gesagt, die muthmasslich bald sterben wird.

*16 Schmaiss d' Hacke nei zu weit naus. (Troppau.) - Peter, 448.

Mache nicht zu grosse Pläne.

*17 Von der alten Hacke reden. - Frisch, I, 391.


Hackeklotz.

* Er kann einen Hackeklotz von einem Pudelhunde unterscheiden.

Wozu wenig Scharfsicht nöthig ist.


Hackel.

1 Hackel a (und) Packel. (Würzburg.)

"Alles zusammen, gemischtes Publikum mit überwiegendem Lumpengesindel. Vielleicht von huckeln und packen, alles, was man aufhucken und einpacken kann." (Sartorius, 163.)

2 Mein lieber Hackel, das ist ein Spektakel. (Wien.)

Hackel gehörte mit Brandstetter (s. d.) zu den Häuptern einer in Oesterreich (1793-95) entstandenen, sogenannten Jakobinerverschwörung. Bevor er zu seiner dreissigjährigen Kerkerhaft abgeführt wurde, ward er in Wien auf der Schandbühne ausgestellt, wobei das leichtfertige Gassenpublikum die obige Namenwitzelei machte, welche sich in Wien bisjetzt als Sprichwort erhalten hat. (Vgl. Gräffer, Franciscäische Curiosa, Wien 1849, S. 9.)

[Spaltenumbruch] 3 Nemm' mer meinen Hackel-jeducho weg. - Tendlau, 219.

Um zu sagen: Du kannst mir wenig anhaben, höchstens kannst du mir das Gebetstück (hackol jeducho) wegnehmen, das ich mit dem Vorbeter sprechen könnte.


Hackelnberg.

Hackelnberg kommt (wol) angezogen.

Um einen grossen Lärm oder Spektakel zu bezeichnen. Soviel wie: Der wilde Jäger kommt! Die Sage lässt den Ritter Hans von Hackelnberg als Jäger in der Luft umherschweifen, ein wildes Schwein vor sich treibend, eben dasjenige, welches ihn im Traum besiegt hatte. Zwar hatte er es dessenungeachtet erlegt; da er jedoch lachend und triumphirend sagte: "Du sollst mir nun nichts mehr thun", und es bei diesen Worten verächtlich mit dem Fuss an den Kopf stiess, so drang der Hohnzahn so tief in seinen Fuss, dass er an der Wunde sterben musste. Seine Geliebte Ursel, die ein Mönch in einen hohlen Baum im Hackel verbannt hat, schliesst sich der Jagd durch Pfeifen an.


Hacken (Verbum).

1 De sick det Dages haggen, liegen 't Nachts unner den Plaggen. - Körte, 5840.

2 De wohl (god) hackt, de wohl (god) kakt (kocht). (Ostfries.) - Frommann, IV, 143, 360; Bueren, 328; Hauskalender, III; Eichwald, 933.

3 Hacke to, Bror, 't geit väör't Vaoderland. (Altmark.) - Danneil, 72.

Scherzhafter Zuruf an Personen, die sich schlagen, und dadurch ermuntert werden sollen, fortzufahren.

4 Wer hackt, macht Späne.

Dän.: Hugg, saa falder spaaner. (Bohn I, 379.)


Hackenschütz.

* Das sind unsere Hackenschützen.

"Wenn uns Gott nicht hätte die lieben Engel zu Hütern und Hackenschützen gegeben, so wäre es bald mit uns aus." (Luther's Tischreden, 95a; Saltzmann, Anh. 38a.)


Hacker.

*1 Einen Hacker wegkriegen.

Einen Zungenhieb. "Mache a mers nich goar zu bunt; ich hoa och noch Zähne am Maule. Wird a wieder an hacker wegkriegen, so mag a sich's behalten als wenn 'n a Hund gebissen hätte." (Keller, Das im Sprichwort redende Schlesien.) Statt Hacker habe ich wiederholentlich vernommen: Er hat einen Hackrich weggekriegt.

*2 Ich goben (gab ihm) su an Hacker weg. - Robinson, 557; Gomolcke, 507; Frommann, III, 413, 502.

*3 Jemandem einen Hacker weggeben. (Schles.)

Einen Seiten-, Kreuz- und Querhieb mit der Zunge.


Häckerling.

* Häckerling (Siede, Spreu) im Kopfe haben.

Recht dumm sein; doch scheint es Leute zu geben, die auch nicht einmal Häckerling im Kopfe haben.


Hackmack.

Hackmack un Fegesack, segt Lutjen Witter. (Hildesheim.) - Hoefer, 1131.


Hacks.

* Einen Hacks weghaben. - Frischbier2, 1435.

In üble Nachrede gekommen sein, oder sich einen Schaden zugezogen haben.


Häcksel.

1 Friss dein Häcksel, alter Gaul, beiss' in die Krippe und halt 's Maul. (Thüringen.)

2 Klein Hexel ist halb Mengsel. - Coler, 335a.

Auch: vom Lehrer gut erläutert, vom Schüler halb begriffen.

3 Voll mit Häcksel oder Heu ist dem Pansen einerlei.

Dem Pansen wol, aber nicht dem Verdauungs- und Ernährungsapparat.

4 Wo man Häcksel säet, wird kein Korn gemähet. - Simrock, 4189b.

*5 Er ist im Häcksel ersoffen. - Frischbier2, 1436.

Spurlos verschwunden.


Hader (Zank).

1 Alter Hader wird bald new. - Lehmann, II, 27, 28; Petri, II, 10; Simrock, 4194.

2 Alter Hader wird bald wieder neu, geflickte Freundschaft ist selten treu. - Lohrengel, I, 38.

3 Beim Hader der Grossen tragen die Kleinen die Kosten.

4 Ein Hader gehet balt an. - Petri, II, 195.

5 Einen vertragen Hader sol man nicht wider regen. - Petri, II, 180; Lehmann, II, 789, 52; Simrock, 10934.

[Spaltenumbruch] *14 Up de Hacken sitt'n.Danneil, 72.

Zu etwas antreiben.

*15 Up'n scheiwen Hacken gahn. (Hannover.) – Gebhard.

Betrunken sein.

*16 Van den Hacken bet to'm Nacken (nichts dögen). (Holst.) – Eichwald, 707; Schütze, II, 91; für Altmark: Danneil, 72.

Von den Füssen bis zum Kopfe.


Hacke (Werkzeug).

1 Deara Hocka wea ma do a non'n'an (noch einen) Schdül finden. (Niederösterreich.) – Frommann, III, 391, 43.

2 Der Hacke ist leicht ein Stiel zu finden.Simrock, 4189.

3 Hacke und Spat(en) erhält den Staat.

Frz.: C'est par la pioche et par la pelle qu'on bastit et qu'on renverse les citadelles. (Leroux, II, 2.)

4 Ma kon der Hacke bald en Stiel finden.Robinson, 151.

5 Was eine gute Hacke werden will, krümmt sich bald.

Lat.: Hoc cito fit curvum, quod crescere debet in uncum.

6 Wenn die Hacke heirathen will, so guckt sie auf den Spaten.

Von der Hochzeit zweier, die wegen Gleichheit des Standes u. s. w. füreinander passen.

7 Wer eine Hacke hat, hat einen Mantel.

*8 Auf die alte Hacke!Weinhold, 32.

Schlesischer Trinkspruch, soviel wie auf altschlesische Treue und Redlichkeit. Ein kleines silbernes Aextlein, schlesisch auch Hacke genannt, wird ans Glas, woraus einer Gesundheit trinkt, oben an den Rand des Glases, dass es nur daran bummelt, gehängt. Das Glas wird dann rein ausgetrunken, bis auf die Nagelprobe, das Aextlein darf dabei aber nicht herunterfallen. (Vgl. K. von Holtei, Die Eselsfresser, Breslau 1859, III, 286.)

*9 Das ist eine Hacke auf deinen Stiel.

*10 Der Hacke einen Stiel finden.Blum, 389; Parömiakon, 1069; Körte, 2539; Braun, I, 1061.

Leicht einen Vorwand, eine Veranlassung zu etwas, einen Ausweg, ein Mittel finden.

*11 Die Hacke in den Winkel legen.Parömiakon, 2214.

Nichts mehr thun.

*12 Die Hacke nennt man eben Hacke.Eiselein, 273.

D. h. das Kind beim rechten Namen.

Lat.: Ficus ficus, liogenem liogenem vocat. (Eiselein, 273.)

*13 Er ist nicht Hack im Stiel.Frischbier2, 1430.

Nicht recht gesund.

*14 Er weiss nicht, wie er der Hacke einen Stiel finden soll.Parömiakon, 245.

*15 Hacke und Spaten mitbringen. (Westf.)

Nämlich in die Ehe; wird von einer Braut gesagt, die muthmasslich bald sterben wird.

*16 Schmaiss d' Hacke nî zu weit naus. (Troppau.) – Peter, 448.

Mache nicht zu grosse Pläne.

*17 Von der alten Hacke reden.Frisch, I, 391.


Hackeklotz.

* Er kann einen Hackeklotz von einem Pudelhunde unterscheiden.

Wozu wenig Scharfsicht nöthig ist.


Hackel.

1 Hackel a (und) Packel. (Würzburg.)

„Alles zusammen, gemischtes Publikum mit überwiegendem Lumpengesindel. Vielleicht von huckeln und packen, alles, was man aufhucken und einpacken kann.“ (Sartorius, 163.)

2 Mein lieber Hackel, das ist ein Spektakel. (Wien.)

Hackel gehörte mit Brandstetter (s. d.) zu den Häuptern einer in Oesterreich (1793-95) entstandenen, sogenannten Jakobinerverschwörung. Bevor er zu seiner dreissigjährigen Kerkerhaft abgeführt wurde, ward er in Wien auf der Schandbühne ausgestellt, wobei das leichtfertige Gassenpublikum die obige Namenwitzelei machte, welche sich in Wien bisjetzt als Sprichwort erhalten hat. (Vgl. Gräffer, Franciscäische Curiosa, Wien 1849, S. 9.)

[Spaltenumbruch] 3 Nemm' mer meinen Hackel-jeducho weg.Tendlau, 219.

Um zu sagen: Du kannst mir wenig anhaben, höchstens kannst du mir das Gebetstück (hackol jeducho) wegnehmen, das ich mit dem Vorbeter sprechen könnte.


Hackelnberg.

Hackelnberg kommt (wol) angezogen.

Um einen grossen Lärm oder Spektakel zu bezeichnen. Soviel wie: Der wilde Jäger kommt! Die Sage lässt den Ritter Hans von Hackelnberg als Jäger in der Luft umherschweifen, ein wildes Schwein vor sich treibend, eben dasjenige, welches ihn im Traum besiegt hatte. Zwar hatte er es dessenungeachtet erlegt; da er jedoch lachend und triumphirend sagte: „Du sollst mir nun nichts mehr thun“, und es bei diesen Worten verächtlich mit dem Fuss an den Kopf stiess, so drang der Hohnzahn so tief in seinen Fuss, dass er an der Wunde sterben musste. Seine Geliebte Ursel, die ein Mönch in einen hohlen Baum im Hackel verbannt hat, schliesst sich der Jagd durch Pfeifen an.


Hacken (Verbum).

1 De sick det Dages haggen, liegen 't Nachts unner den Plaggen.Körte, 5840.

2 De wohl (gôd) hackt, de wohl (gôd) kakt (kocht). (Ostfries.) – Frommann, IV, 143, 360; Bueren, 328; Hauskalender, III; Eichwald, 933.

3 Hacke to, Bror, 't geit väör't Vaoderland. (Altmark.) – Danneil, 72.

Scherzhafter Zuruf an Personen, die sich schlagen, und dadurch ermuntert werden sollen, fortzufahren.

4 Wer hackt, macht Späne.

Dän.: Hugg, saa falder spaaner. (Bohn I, 379.)


Hackenschütz.

* Das sind unsere Hackenschützen.

„Wenn uns Gott nicht hätte die lieben Engel zu Hütern und Hackenschützen gegeben, so wäre es bald mit uns aus.“ (Luther's Tischreden, 95a; Saltzmann, Anh. 38a.)


Hacker.

*1 Einen Hacker wegkriegen.

Einen Zungenhieb. „Mache a mers nich goar zu bunt; ich hoa och noch Zähne am Maule. Wird a wieder an hacker wegkriegen, so mag a sich's behalten als wenn 'n a Hund gebissen hätte.“ (Keller, Das im Sprichwort redende Schlesien.) Statt Hacker habe ich wiederholentlich vernommen: Er hat einen Hackrich weggekriegt.

*2 Ich goben (gab ihm) su an Hacker weg.Robinson, 557; Gomolcke, 507; Frommann, III, 413, 502.

*3 Jemandem einen Hacker weggeben. (Schles.)

Einen Seiten-, Kreuz- und Querhieb mit der Zunge.


Häckerling.

* Häckerling (Siede, Spreu) im Kopfe haben.

Recht dumm sein; doch scheint es Leute zu geben, die auch nicht einmal Häckerling im Kopfe haben.


Hackmack.

Hackmack un Fegesack, segt Lutjen Witter. (Hildesheim.) – Hoefer, 1131.


Hacks.

* Einen Hacks weghaben.Frischbier2, 1435.

In üble Nachrede gekommen sein, oder sich einen Schaden zugezogen haben.


Häcksel.

1 Friss dein Häcksel, alter Gaul, beiss' in die Krippe und halt 's Maul. (Thüringen.)

2 Klein Hexel ist halb Mengsel.Coler, 335a.

Auch: vom Lehrer gut erläutert, vom Schüler halb begriffen.

3 Voll mit Häcksel oder Heu ist dem Pansen einerlei.

Dem Pansen wol, aber nicht dem Verdauungs- und Ernährungsapparat.

4 Wo man Häcksel säet, wird kein Korn gemähet.Simrock, 4189b.

*5 Er ist im Häcksel ersoffen.Frischbier2, 1436.

Spurlos verschwunden.


Hader (Zank).

1 Alter Hader wird bald new.Lehmann, II, 27, 28; Petri, II, 10; Simrock, 4194.

2 Alter Hader wird bald wieder neu, geflickte Freundschaft ist selten treu.Lohrengel, I, 38.

3 Beim Hader der Grossen tragen die Kleinen die Kosten.

4 Ein Hader gehet balt an.Petri, II, 195.

5 Einen vertragen Hader sol man nicht wider regen.Petri, II, 180; Lehmann, II, 789, 52; Simrock, 10934.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0130" n="[124]"/><cb n="247"/>
*14 Up de Hacken sitt'n.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Danneil, 72.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Zu etwas antreiben.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*15 Up'n scheiwen Hacken gahn.</hi> (<hi rendition="#i">Hannover.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Gebhard.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Betrunken sein.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*16 Van den Hacken bet to'm Nacken (nichts dögen).</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 707; Schütze, II, 91;</hi> für Altmark: <hi rendition="#i">Danneil, 72.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von den Füssen bis zum Kopfe.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Hacke</hi> (Werkzeug).</head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Deara Hocka wea ma do a non'n'an (noch einen) Schdül finden.</hi> (<hi rendition="#i">Niederösterreich.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, III, 391, 43.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Der Hacke ist leicht ein Stiel zu finden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 4189.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Hacke und Spat(en) erhält den Staat.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: C'est par la pioche et par la pelle qu'on bastit et qu'on renverse les citadelles. (<hi rendition="#i">Leroux, II, 2.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Ma kon der Hacke bald en Stiel finden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Robinson, 151.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Was eine gute Hacke werden will, krümmt sich bald.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Hoc cito fit curvum, quod crescere debet in uncum.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Wenn die Hacke heirathen will, so guckt sie auf den Spaten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von der Hochzeit zweier, die wegen Gleichheit des Standes u. s. w. füreinander passen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Wer eine Hacke hat, hat einen Mantel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*8 Auf die alte Hacke!</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Weinhold, 32.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Schlesischer Trinkspruch, soviel wie auf altschlesische Treue und Redlichkeit. Ein kleines silbernes Aextlein, schlesisch auch Hacke genannt, wird ans Glas, woraus einer Gesundheit trinkt, oben an den Rand des Glases, dass es nur daran bummelt, gehängt. Das Glas wird dann rein ausgetrunken, bis auf die Nagelprobe, das Aextlein darf dabei aber nicht herunterfallen. (Vgl. <hi rendition="#i">K. von Holtei, Die Eselsfresser, Breslau 1859, III, 286.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*9 Das ist eine Hacke auf deinen Stiel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*10 Der Hacke einen Stiel finden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Blum, 389; Parömiakon, 1069; Körte, 2539; Braun, I, 1061.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Leicht einen Vorwand, eine Veranlassung zu etwas, einen Ausweg, ein Mittel finden.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*11 Die Hacke in den Winkel legen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 2214.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Nichts mehr thun.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*12 Die Hacke nennt man eben Hacke.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 273.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">D. h. das Kind beim rechten Namen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ficus ficus, liogenem liogenem vocat. (<hi rendition="#i">Eiselein, 273.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*13 Er ist nicht Hack im Stiel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1430.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Nicht recht gesund.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*14 Er weiss nicht, wie er der Hacke einen Stiel finden soll.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 245.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*15 Hacke und Spaten mitbringen.</hi> (<hi rendition="#i">Westf.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Nämlich in die Ehe; wird von einer Braut gesagt, die muthmasslich bald sterben wird.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*16 Schmaiss d' Hacke nî zu weit naus.</hi> (<hi rendition="#i">Troppau.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Peter, 448.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Mache nicht zu grosse Pläne.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*17 Von der alten Hacke reden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frisch, I, 391.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hackeklotz.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er kann einen Hackeklotz von einem Pudelhunde unterscheiden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wozu wenig Scharfsicht nöthig ist.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hackel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Hackel a (und) Packel.</hi> (<hi rendition="#i">Würzburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Alles zusammen, gemischtes Publikum mit überwiegendem Lumpengesindel. Vielleicht von huckeln und packen, alles, was man aufhucken und einpacken kann.&#x201C; (<hi rendition="#i">Sartorius, 163.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Mein lieber Hackel, das ist ein Spektakel.</hi> (<hi rendition="#i">Wien.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Hackel gehörte mit  Brandstetter (s. d.) zu den Häuptern einer in Oesterreich (1793-95) entstandenen, sogenannten Jakobinerverschwörung. Bevor er zu seiner dreissigjährigen Kerkerhaft abgeführt wurde, ward er in Wien auf der Schandbühne ausgestellt, wobei das leichtfertige Gassenpublikum die obige Namenwitzelei machte, welche sich in Wien bisjetzt als Sprichwort erhalten hat. (Vgl. <hi rendition="#i">Gräffer, Franciscäische Curiosa, Wien 1849, S. 9.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="248"/>
3 Nemm' mer meinen Hackel-jeducho weg.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 219.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Um zu sagen: Du kannst mir wenig anhaben, höchstens kannst du mir das Gebetstück (hackol jeducho) wegnehmen, das ich mit dem Vorbeter sprechen könnte.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hackelnberg.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Hackelnberg kommt (wol) angezogen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Um einen grossen Lärm oder Spektakel zu bezeichnen. Soviel wie: Der wilde Jäger kommt! Die Sage lässt den Ritter Hans von Hackelnberg als Jäger in der Luft umherschweifen, ein wildes Schwein vor sich treibend, eben dasjenige, welches ihn im Traum besiegt hatte. Zwar hatte er es dessenungeachtet erlegt; da er jedoch lachend und triumphirend sagte: &#x201E;Du sollst mir nun nichts mehr thun&#x201C;, und es bei diesen Worten verächtlich mit dem Fuss an den Kopf stiess, so drang der Hohnzahn so tief in seinen Fuss, dass er an der Wunde sterben musste. Seine Geliebte Ursel, die ein Mönch in einen hohlen Baum im Hackel verbannt hat, schliesst sich der Jagd durch Pfeifen an.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Hacken</hi> (Verbum).</head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 De sick det Dages haggen, liegen 't Nachts unner den Plaggen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 5840.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 De wohl (gôd) hackt, de wohl (gôd) kakt (kocht).</hi> (<hi rendition="#i">Ostfries.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, IV, 143, 360; Bueren, 328; Hauskalender, III; Eichwald, 933.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Hacke to, Bror, 't geit väör't Vaoderland.</hi> (<hi rendition="#i">Altmark.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Danneil, 72.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Scherzhafter Zuruf an Personen, die sich schlagen, und dadurch ermuntert werden sollen, fortzufahren.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Wer hackt, macht Späne.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Hugg, saa falder spaaner. (<hi rendition="#i">Bohn I, 379.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hackenschütz.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Das sind unsere Hackenschützen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wenn uns Gott nicht hätte die lieben Engel zu Hütern und Hackenschützen gegeben, so wäre es bald mit uns aus.&#x201C; (<hi rendition="#i">Luther's Tischreden, 95<hi rendition="#sup">a</hi>; Saltzmann, Anh. 38<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hacker.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1 Einen Hacker wegkriegen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Einen Zungenhieb. &#x201E;Mache a mers nich goar zu bunt; ich hoa och noch Zähne am Maule. Wird a wieder an hacker wegkriegen, so mag a sich's behalten als wenn 'n a Hund gebissen hätte.&#x201C; (<hi rendition="#i">Keller, Das im Sprichwort redende Schlesien.</hi>) Statt Hacker habe ich wiederholentlich vernommen: Er hat einen Hackrich weggekriegt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Ich goben (gab ihm) su an Hacker weg.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Robinson, 557; Gomolcke, 507; Frommann, III, 413, 502.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Jemandem einen Hacker weggeben.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Einen Seiten-, Kreuz- und Querhieb mit der Zunge.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Häckerling.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Häckerling (Siede, Spreu) im Kopfe haben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Recht dumm sein; doch scheint es Leute zu geben, die auch nicht einmal Häckerling im Kopfe haben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hackmack.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Hackmack un Fegesack, segt Lutjen Witter.</hi> (<hi rendition="#i">Hildesheim.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Hoefer, 1131.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hacks.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Einen Hacks weghaben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1435.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In üble Nachrede gekommen sein, oder sich einen Schaden zugezogen haben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Häcksel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Friss dein Häcksel, alter Gaul, beiss' in die Krippe und halt 's Maul.</hi> (<hi rendition="#i">Thüringen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Klein Hexel ist halb Mengsel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Coler, 335<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Auch: vom Lehrer gut erläutert, vom Schüler halb begriffen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Voll mit Häcksel oder Heu ist dem Pansen einerlei.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Dem Pansen wol, aber nicht dem Verdauungs- und Ernährungsapparat.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Wo man Häcksel säet, wird kein Korn gemähet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 4189<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*5 Er ist im Häcksel ersoffen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1436.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Spurlos verschwunden.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Hader</hi> (Zank).</head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Alter Hader wird bald new.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 27, 28; Petri, II, 10; Simrock, 4194.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Alter Hader wird bald wieder neu, geflickte Freundschaft ist selten treu.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lohrengel, I, 38.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Beim Hader der Grossen tragen die Kleinen die Kosten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Ein Hader gehet balt an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 195.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Einen vertragen Hader sol man nicht wider regen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 180; Lehmann, II, 789, 52; Simrock, 10934.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[124]/0130] *14 Up de Hacken sitt'n. – Danneil, 72. Zu etwas antreiben. *15 Up'n scheiwen Hacken gahn. (Hannover.) – Gebhard. Betrunken sein. *16 Van den Hacken bet to'm Nacken (nichts dögen). (Holst.) – Eichwald, 707; Schütze, II, 91; für Altmark: Danneil, 72. Von den Füssen bis zum Kopfe. Hacke (Werkzeug). 1 Deara Hocka wea ma do a non'n'an (noch einen) Schdül finden. (Niederösterreich.) – Frommann, III, 391, 43. 2 Der Hacke ist leicht ein Stiel zu finden. – Simrock, 4189. 3 Hacke und Spat(en) erhält den Staat. Frz.: C'est par la pioche et par la pelle qu'on bastit et qu'on renverse les citadelles. (Leroux, II, 2.) 4 Ma kon der Hacke bald en Stiel finden. – Robinson, 151. 5 Was eine gute Hacke werden will, krümmt sich bald. Lat.: Hoc cito fit curvum, quod crescere debet in uncum. 6 Wenn die Hacke heirathen will, so guckt sie auf den Spaten. Von der Hochzeit zweier, die wegen Gleichheit des Standes u. s. w. füreinander passen. 7 Wer eine Hacke hat, hat einen Mantel. *8 Auf die alte Hacke! – Weinhold, 32. Schlesischer Trinkspruch, soviel wie auf altschlesische Treue und Redlichkeit. Ein kleines silbernes Aextlein, schlesisch auch Hacke genannt, wird ans Glas, woraus einer Gesundheit trinkt, oben an den Rand des Glases, dass es nur daran bummelt, gehängt. Das Glas wird dann rein ausgetrunken, bis auf die Nagelprobe, das Aextlein darf dabei aber nicht herunterfallen. (Vgl. K. von Holtei, Die Eselsfresser, Breslau 1859, III, 286.) *9 Das ist eine Hacke auf deinen Stiel. *10 Der Hacke einen Stiel finden. – Blum, 389; Parömiakon, 1069; Körte, 2539; Braun, I, 1061. Leicht einen Vorwand, eine Veranlassung zu etwas, einen Ausweg, ein Mittel finden. *11 Die Hacke in den Winkel legen. – Parömiakon, 2214. Nichts mehr thun. *12 Die Hacke nennt man eben Hacke. – Eiselein, 273. D. h. das Kind beim rechten Namen. Lat.: Ficus ficus, liogenem liogenem vocat. (Eiselein, 273.) *13 Er ist nicht Hack im Stiel. – Frischbier2, 1430. Nicht recht gesund. *14 Er weiss nicht, wie er der Hacke einen Stiel finden soll. – Parömiakon, 245. *15 Hacke und Spaten mitbringen. (Westf.) Nämlich in die Ehe; wird von einer Braut gesagt, die muthmasslich bald sterben wird. *16 Schmaiss d' Hacke nî zu weit naus. (Troppau.) – Peter, 448. Mache nicht zu grosse Pläne. *17 Von der alten Hacke reden. – Frisch, I, 391. Hackeklotz. * Er kann einen Hackeklotz von einem Pudelhunde unterscheiden. Wozu wenig Scharfsicht nöthig ist. Hackel. 1 Hackel a (und) Packel. (Würzburg.) „Alles zusammen, gemischtes Publikum mit überwiegendem Lumpengesindel. Vielleicht von huckeln und packen, alles, was man aufhucken und einpacken kann.“ (Sartorius, 163.) 2 Mein lieber Hackel, das ist ein Spektakel. (Wien.) Hackel gehörte mit Brandstetter (s. d.) zu den Häuptern einer in Oesterreich (1793-95) entstandenen, sogenannten Jakobinerverschwörung. Bevor er zu seiner dreissigjährigen Kerkerhaft abgeführt wurde, ward er in Wien auf der Schandbühne ausgestellt, wobei das leichtfertige Gassenpublikum die obige Namenwitzelei machte, welche sich in Wien bisjetzt als Sprichwort erhalten hat. (Vgl. Gräffer, Franciscäische Curiosa, Wien 1849, S. 9.) 3 Nemm' mer meinen Hackel-jeducho weg. – Tendlau, 219. Um zu sagen: Du kannst mir wenig anhaben, höchstens kannst du mir das Gebetstück (hackol jeducho) wegnehmen, das ich mit dem Vorbeter sprechen könnte. Hackelnberg. Hackelnberg kommt (wol) angezogen. Um einen grossen Lärm oder Spektakel zu bezeichnen. Soviel wie: Der wilde Jäger kommt! Die Sage lässt den Ritter Hans von Hackelnberg als Jäger in der Luft umherschweifen, ein wildes Schwein vor sich treibend, eben dasjenige, welches ihn im Traum besiegt hatte. Zwar hatte er es dessenungeachtet erlegt; da er jedoch lachend und triumphirend sagte: „Du sollst mir nun nichts mehr thun“, und es bei diesen Worten verächtlich mit dem Fuss an den Kopf stiess, so drang der Hohnzahn so tief in seinen Fuss, dass er an der Wunde sterben musste. Seine Geliebte Ursel, die ein Mönch in einen hohlen Baum im Hackel verbannt hat, schliesst sich der Jagd durch Pfeifen an. Hacken (Verbum). 1 De sick det Dages haggen, liegen 't Nachts unner den Plaggen. – Körte, 5840. 2 De wohl (gôd) hackt, de wohl (gôd) kakt (kocht). (Ostfries.) – Frommann, IV, 143, 360; Bueren, 328; Hauskalender, III; Eichwald, 933. 3 Hacke to, Bror, 't geit väör't Vaoderland. (Altmark.) – Danneil, 72. Scherzhafter Zuruf an Personen, die sich schlagen, und dadurch ermuntert werden sollen, fortzufahren. 4 Wer hackt, macht Späne. Dän.: Hugg, saa falder spaaner. (Bohn I, 379.) Hackenschütz. * Das sind unsere Hackenschützen. „Wenn uns Gott nicht hätte die lieben Engel zu Hütern und Hackenschützen gegeben, so wäre es bald mit uns aus.“ (Luther's Tischreden, 95a; Saltzmann, Anh. 38a.) Hacker. *1 Einen Hacker wegkriegen. Einen Zungenhieb. „Mache a mers nich goar zu bunt; ich hoa och noch Zähne am Maule. Wird a wieder an hacker wegkriegen, so mag a sich's behalten als wenn 'n a Hund gebissen hätte.“ (Keller, Das im Sprichwort redende Schlesien.) Statt Hacker habe ich wiederholentlich vernommen: Er hat einen Hackrich weggekriegt. *2 Ich goben (gab ihm) su an Hacker weg. – Robinson, 557; Gomolcke, 507; Frommann, III, 413, 502. *3 Jemandem einen Hacker weggeben. (Schles.) Einen Seiten-, Kreuz- und Querhieb mit der Zunge. Häckerling. * Häckerling (Siede, Spreu) im Kopfe haben. Recht dumm sein; doch scheint es Leute zu geben, die auch nicht einmal Häckerling im Kopfe haben. Hackmack. Hackmack un Fegesack, segt Lutjen Witter. (Hildesheim.) – Hoefer, 1131. Hacks. * Einen Hacks weghaben. – Frischbier2, 1435. In üble Nachrede gekommen sein, oder sich einen Schaden zugezogen haben. Häcksel. 1 Friss dein Häcksel, alter Gaul, beiss' in die Krippe und halt 's Maul. (Thüringen.) 2 Klein Hexel ist halb Mengsel. – Coler, 335a. Auch: vom Lehrer gut erläutert, vom Schüler halb begriffen. 3 Voll mit Häcksel oder Heu ist dem Pansen einerlei. Dem Pansen wol, aber nicht dem Verdauungs- und Ernährungsapparat. 4 Wo man Häcksel säet, wird kein Korn gemähet. – Simrock, 4189b. *5 Er ist im Häcksel ersoffen. – Frischbier2, 1436. Spurlos verschwunden. Hader (Zank). 1 Alter Hader wird bald new. – Lehmann, II, 27, 28; Petri, II, 10; Simrock, 4194. 2 Alter Hader wird bald wieder neu, geflickte Freundschaft ist selten treu. – Lohrengel, I, 38. 3 Beim Hader der Grossen tragen die Kleinen die Kosten. 4 Ein Hader gehet balt an. – Petri, II, 195. 5 Einen vertragen Hader sol man nicht wider regen. – Petri, II, 180; Lehmann, II, 789, 52; Simrock, 10934.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/130
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [124]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/130>, abgerufen am 04.12.2020.