Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] einen Schilt wollt ausshängen und sagte dann: >Hängt ein Reh und druf einen Hanen, so heisst die Herberg zum Hanenreh.<" (Zinkgref, III, 37.)

*22 Er hat freie Herberg bekommen.

Im Gefängniss.

*23 Et is hier in der smagtigen Harbarge. - Eichwald, 740.

*24 Nach der Herberge schmecken. - Körte, 2764; Braun, I, 1293.

Die Wurst z. B. nach dem Darminhalt.


Herberger.

Es müste ein schlechter Herberger seyn, der einen Gast nicht köndte eine Zeche borgen. (S. Gott 741.) - Herberger, I, 464.


Herbeten.

* Er betet es her wie 's Vaterunser. - Meisner, 69.


Herbst.

1 Auf schönen Herbst pflegt ein windiger, auf einen warmen und feuchten ein langwieriger Winter zu folgen. - Orakel, 104.

2 Auf warmen Herbst folgt meist langer Winter. - Orakel, 103.

3 Den Herwest säget me: Fohrmann, föhr tau, morgen werd et schlimmer; dat Fröijohr säget me: Fohrmann, halt inne, morgen werd et better. (Waldeck.) - Curtze, 315, 25.

4 Ein guter Herbst macht Verschwender, ein böser Haushälter.

Engl.: Good harvest make men prodigal, bad ones provident. (Bohn II, 10.)

5 Es geht alles in Herbst (oder: in Kilwi).

6 Es kann im Herbst nicht mehr verwelken, als im Frühjahr gewachsen ist.

Die Russen: Es fällt im Herbst nicht mehr Laub von den Bäumen als Blätter daran im Frühling gewachsen sind. (Altmann VI, 417.)

7 Im Harbest on im Frühling ranse1 di Feuer. (Meiningen.)

1) Ranse = ausgelassen und muthwillig herumspringen, toben, schwärmen, namentlich von Kindern. (Frommann, II, 415, 129.)

8 Im Herbst muss man nach Meisen richten, weil sie im Strich sind. - Petri, II, 400.

9 Im Herbst muss man nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen. - Winckler, IV, 95.

10 Im Herbst viel Nebel, im Winter viel Schnee.

11 Im Herbste muss der Werber gehn, wenn er nicht will müssig stehn.

12 In 'n Herwest het de Bauer wat in der Schüne. - Schambach, 348.

13 Ist der Herbst hell und klar, ist zu hoffen ein fruchtbar Jahr. - Boebel, 115; Reinsberg VIII, 25.

14 Ist im Herbst das Wetter hell, so bringt 's Wind im Winter schnell. (Solothurn.) - Schild, 110, 99; Orakel, 102.

15 Ist im Herbst das Wetter schön, wird im Winter Sturmwind wehn. - Boebel, 115.

16 Man muss schon im Herbst an die Christbescherung denken.

Die Russen: Schon im Herbst muss man an die nächste Messe in Nishnij-Nowgorod, die alljährlich im August stattfindet, denken. (Altmann V.)

17 Schaffst de em Herbst nit en de Spaicher 'n Keller, guckst de em Wenter en de leere Teller. (Nassau.)

18 Uff e länge milde Herbst chumt e länge ruche Früelig. (Solothurn.) - Schild, 109, 87.

19 Warmer, feuchter Herbst, langer Winter; heller Herbst, windiger Winter. (Strehlen.) - Boebel, 115.

20 Wenn im Herbst feist sind Dachs' und Hasen, so kommt ein kalter Winter geblasen. - Boebel, 116.

21 Wer im Herbst das nachlesen hat, der findet wenig Trauben. - Lehmann, 451, 2.

22 Wie der Herbst, so die Bienen.

23 Wo (wie, je) drööger'n Häärwst, wo köller'n Winter, wo bäter Joahr. (Altmark.) - Firmenich, III, 123, 12.

*24 Da ist Herbst, (Nassau.) - Kehrein, VII, 110.

Da ist Wohlhabenheit, Hülle und Fülle.


[Spaltenumbruch]

*25 Der Herbst ist eingebracht.

*26 Ihm ist schaun der Herbst verfraura. - Nefflen, 461.

Er hat schon den Muth verloren, ehe er die Sache angreift.

*27 Sein Herbst wird ihm schon kommen, worin er zeitig wird. - Parömiakon, 497.

Seine Strafe wird nicht ausbleiben.

*28 Wann der reich Herbst Platonis kompt. - Eyering, III, 373.

Auf Sanct-Nimmerstag (s. d).


Herbstanfang.

Herbstanfang1 deutet das Wetter für den ganzen Herbst an. - Orakel, 766.

1) Es sind damit die Tage um den Anfang des Herbstes gemeint. So sagt man auch, dass ein Monat von dem Tage des Herbstanfangs an gerechnet, die Witterung des ganzen ihm folgenden Jahres erkennen lasse. Wie wenig auf solche Angaben zu geben ist, beweist der ganze gegenwärtige Stand der Witterungslehre, die uns noch nicht so viel Grundlage bietet, um die Witterung für den nächsten Tag zu bestimmen.


Herbsten.

Man soll herbsten, so lange Herbstzeit ist. - Sailer, 279; Simrock, 4591; Orakel, 101.


Herbstfieber.

1 Herbstfieber dauern lange oder tödten schnell.

Frz.: Les fievres de l'autonne sont longues ou mortelles. (Orakel, 107.)

It.: Febbri autumnali o lunghe, o mortali. (Pazzaglia, 126, 2; Orakel, 106.)

*2 Die Herbstfieber sind die schlimmsten. - Orakel, 105.


Herbstkeichel.

* Er ist ein Herbstkeichel. - Frischhier2, 1574.

Ein schwächlicher Mensch, der jeden Luftzug scheut.


Herbstmond.

1 Wenn's am erste Herbstmonet schön isch, so bidütet's der ganz Monat schön's Wätter. (Solothurn.) - Schild, 115, 141.

2 Wie der Herbstmond, so der März. (Luzern.)


Herbstnäret.

Wenn 's am Herbstnäret (9. Sept.) donnert, so donnert's eme Nohsümmerli yne. (Solothurn.) - Schild, 116, 146.


Herbstschein.

Nach dem Herbstschein fällt der Winter ein.

Oder: Wie der neue Herbstschein (der erste Neumond im September) tritt ein, so wird das Wetter im Herbste sein.


Hercules.

1 Auch dem Hercules stiehlt man seine Ochsen, wenn er schläft.

2 Ein Hercules findet überall eine Keule.

3 Hercules lässt sich seine Keule nicht leicht aus den Händen winden.

4 Hercules' Schuhe passen (kleinen) Kindern nicht.

Holl.: Hercules' schoenen passen niet aan kinders. (Harrebomee, I, 306a.)

5 Hercules selbst wolt nicht mit zween fechten. - Petri, II, 406.

6 Was ein Hercules werden will, erdrückt schon Schlangen in der Wiege.

7 Wozu den Hercules loben, es tadelt ihn ja niemand.

8 Zu einem Hercules gehört mehr als eine Keule.

*9 Er ist ein wahrer (zweiter) Hercules.

Holl.: Het is een sterk man, een tweede Hercules. (Harrebomee, I, 306.)

*10 Er ruft den Hercules bei einem Flohstich.

*11 Er will Hercules' Schuhe kleinen Kindern anpassen.

Von allem Unpassenden, gemeine Ausdrücke in erhabener Rede. Grosse Schuhe zieht niemand an kleine Füsse; wie aber das Kleid zum Körper, so muss die Rede zum Gegenstande passen.

Lat.: Caliga Maximini. - Herculis cothurnos aptare infanti. (Erasm, 10; Faselius, 35; Hanzely, 10; Hauer, 240; Philippi, I, 175; Seybold, 213.)

*12 Es ist Hercules im Sacke.

*13 Hercules am Scheidewege.

Lat.: Caesar ad Rubiconem. (Binder II, 392; Faselius, 36; Wiegand, 784.)

*14 Man würde dem Hercules eher die Keule, als ihm einen Pfennig entreissen.

Holl.: Men rukte eerder Hercules zijne kolf uit handen, dan een duitje uit zijne beurs. (Harrebomee, I, 306.)

[Spaltenumbruch] einen Schilt wollt ausshängen und sagte dann: ›Hängt ein Reh und druf einen Hanen, so heisst die Herberg zum Hanenreh.‹“ (Zinkgref, III, 37.)

*22 Er hat freie Herberg bekommen.

Im Gefängniss.

*23 Et is hier in der smagtigen Harbarge.Eichwald, 740.

*24 Nach der Herberge schmecken.Körte, 2764; Braun, I, 1293.

Die Wurst z. B. nach dem Darminhalt.


Herberger.

Es müste ein schlechter Herberger seyn, der einen Gast nicht köndte eine Zeche borgen. (S. Gott 741.) – Herberger, I, 464.


Herbeten.

* Er betet es her wie 's Vaterunser.Meisner, 69.


Herbst.

1 Auf schönen Herbst pflegt ein windiger, auf einen warmen und feuchten ein langwieriger Winter zu folgen.Orakel, 104.

2 Auf warmen Herbst folgt meist langer Winter.Orakel, 103.

3 Den Herwest säget me: Fohrmann, föhr tau, morgen wêrd et schlimmer; dat Fröijohr säget me: Fohrmann, halt inne, morgen wêrd et better. (Waldeck.) – Curtze, 315, 25.

4 Ein guter Herbst macht Verschwender, ein böser Haushälter.

Engl.: Good harvest make men prodigal, bad ones provident. (Bohn II, 10.)

5 Es geht alles in Herbst (oder: in Kilwi).

6 Es kann im Herbst nicht mehr verwelken, als im Frühjahr gewachsen ist.

Die Russen: Es fällt im Herbst nicht mehr Laub von den Bäumen als Blätter daran im Frühling gewachsen sind. (Altmann VI, 417.)

7 Im Harbest on im Frühling ranse1 di Feuer. (Meiningen.)

1) Ranse = ausgelassen und muthwillig herumspringen, toben, schwärmen, namentlich von Kindern. (Frommann, II, 415, 129.)

8 Im Herbst muss man nach Meisen richten, weil sie im Strich sind.Petri, II, 400.

9 Im Herbst muss man nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen.Winckler, IV, 95.

10 Im Herbst viel Nebel, im Winter viel Schnee.

11 Im Herbste muss der Werber gehn, wenn er nicht will müssig stehn.

12 In 'n Herwest het de Bûer wat in der Schüne.Schambach, 348.

13 Ist der Herbst hell und klar, ist zu hoffen ein fruchtbar Jahr.Boebel, 115; Reinsberg VIII, 25.

14 Ist im Herbst das Wetter hell, so bringt 's Wind im Winter schnell. (Solothurn.) – Schild, 110, 99; Orakel, 102.

15 Ist im Herbst das Wetter schön, wird im Winter Sturmwind wehn.Boebel, 115.

16 Man muss schon im Herbst an die Christbescherung denken.

Die Russen: Schon im Herbst muss man an die nächste Messe in Nishnij-Nowgorod, die alljährlich im August stattfindet, denken. (Altmann V.)

17 Schaffst de em Herbst nit en de Spaicher 'n Keller, guckst de em Wenter en de leere Teller. (Nassau.)

18 Uff e länge milde Herbst chumt e länge ruche Früelig. (Solothurn.) – Schild, 109, 87.

19 Warmer, feuchter Herbst, langer Winter; heller Herbst, windiger Winter. (Strehlen.) – Boebel, 115.

20 Wenn im Herbst feist sind Dachs' und Hasen, so kommt ein kalter Winter geblasen.Boebel, 116.

21 Wer im Herbst das nachlesen hat, der findet wenig Trauben.Lehmann, 451, 2.

22 Wie der Herbst, so die Bienen.

23 Wo (wie, je) drööger'n Häärwst, wo köller'n Winter, wo bäter Joahr. (Altmark.) – Firmenich, III, 123, 12.

*24 Da ist Herbst, (Nassau.) – Kehrein, VII, 110.

Da ist Wohlhabenheit, Hülle und Fülle.


[Spaltenumbruch]

*25 Der Herbst ist eingebracht.

*26 Ihm ist schaun der Herbst verfraura.Nefflen, 461.

Er hat schon den Muth verloren, ehe er die Sache angreift.

*27 Sein Herbst wird ihm schon kommen, worin er zeitig wird.Parömiakon, 497.

Seine Strafe wird nicht ausbleiben.

*28 Wann der reich Herbst Platonis kompt.Eyering, III, 373.

Auf Sanct-Nimmerstag (s. d).


Herbstanfang.

Herbstanfang1 deutet das Wetter für den ganzen Herbst an.Orakel, 766.

1) Es sind damit die Tage um den Anfang des Herbstes gemeint. So sagt man auch, dass ein Monat von dem Tage des Herbstanfangs an gerechnet, die Witterung des ganzen ihm folgenden Jahres erkennen lasse. Wie wenig auf solche Angaben zu geben ist, beweist der ganze gegenwärtige Stand der Witterungslehre, die uns noch nicht so viel Grundlage bietet, um die Witterung für den nächsten Tag zu bestimmen.


Herbsten.

Man soll herbsten, so lange Herbstzeit ist.Sailer, 279; Simrock, 4591; Orakel, 101.


Herbstfieber.

1 Herbstfieber dauern lange oder tödten schnell.

Frz.: Les fièvres de l'autonne sont longues ou mortelles. (Orakel, 107.)

It.: Febbri autumnali ò lunghe, ò mortali. (Pazzaglia, 126, 2; Orakel, 106.)

*2 Die Herbstfieber sind die schlimmsten.Orakel, 105.


Herbstkeichel.

* Er ist ein Herbstkeichel.Frischhier2, 1574.

Ein schwächlicher Mensch, der jeden Luftzug scheut.


Herbstmond.

1 Wenn's am erste Herbstmonet schön isch, so bidütet's der ganz Monat schön's Wätter. (Solothurn.) – Schild, 115, 141.

2 Wie der Herbstmond, so der März. (Luzern.)


Herbstnäret.

Wenn 's am Herbstnäret (9. Sept.) donnert, so donnert's eme Nohsümmerli yne. (Solothurn.) – Schild, 116, 146.


Herbstschein.

Nach dem Herbstschein fällt der Winter ein.

Oder: Wie der neue Herbstschein (der erste Neumond im September) tritt ein, so wird das Wetter im Herbste sein.


Hercules.

1 Auch dem Hercules stiehlt man seine Ochsen, wenn er schläft.

2 Ein Hercules findet überall eine Keule.

3 Hercules lässt sich seine Keule nicht leicht aus den Händen winden.

4 Hercules' Schuhe passen (kleinen) Kindern nicht.

Holl.: Hercules' schoenen passen niet aan kinders. (Harrebomée, I, 306a.)

5 Hercules selbst wolt nicht mit zween fechten.Petri, II, 406.

6 Was ein Hercules werden will, erdrückt schon Schlangen in der Wiege.

7 Wozu den Hercules loben, es tadelt ihn ja niemand.

8 Zu einem Hercules gehört mehr als eine Keule.

*9 Er ist ein wahrer (zweiter) Hercules.

Holl.: Het is een sterk man, een tweede Hercules. (Harrebomée, I, 306.)

*10 Er ruft den Hercules bei einem Flohstich.

*11 Er will Hercules' Schuhe kleinen Kindern anpassen.

Von allem Unpassenden, gemeine Ausdrücke in erhabener Rede. Grosse Schuhe zieht niemand an kleine Füsse; wie aber das Kleid zum Körper, so muss die Rede zum Gegenstande passen.

Lat.: Caliga Maximini. – Herculis cothurnos aptare infanti. (Erasm, 10; Faselius, 35; Hanzely, 10; Hauer, 240; Philippi, I, 175; Seybold, 213.)

*12 Es ist Hercules im Sacke.

*13 Hercules am Scheidewege.

Lat.: Caesar ad Rubiconem. (Binder II, 392; Faselius, 36; Wiegand, 784.)

*14 Man würde dem Hercules eher die Keule, als ihm einen Pfennig entreissen.

Holl.: Men rukte eerder Hercules zijne kolf uit handen, dan een duitje uit zijne beurs. (Harrebomée, I, 306.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><pb facs="#f0269" n="[263]"/><cb n="525"/>
einen Schilt wollt ausshängen und sagte dann: &#x203A;Hängt ein Reh und druf einen Hanen, so heisst die Herberg zum Hanenreh.&#x2039;&#x201C; (<hi rendition="#i">Zinkgref, III, 37.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*22 Er hat freie Herberg bekommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Im Gefängniss.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*23 Et is hier in der smagtigen Harbarge.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 740.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*24 Nach der Herberge schmecken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 2764; Braun, I, 1293.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Wurst z. B. nach dem Darminhalt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herberger.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Es müste ein schlechter Herberger seyn, der einen Gast nicht köndte eine Zeche borgen.</hi> (S.  Gott 741.) &#x2013; <hi rendition="#i">Herberger, I, 464.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbeten.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er betet es her wie 's Vaterunser.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Meisner, 69.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbst.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Auf schönen Herbst pflegt ein windiger, auf einen warmen und feuchten ein langwieriger Winter zu folgen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Orakel, 104.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Auf warmen Herbst folgt meist langer Winter.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Orakel, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Den Herwest säget me: Fohrmann, föhr tau, morgen wêrd et schlimmer; dat Fröijohr säget me: Fohrmann, halt inne, morgen wêrd et better.</hi> (<hi rendition="#i">Waldeck.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Curtze, 315, 25.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Ein guter Herbst macht Verschwender, ein böser Haushälter.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: Good harvest make men prodigal, bad ones provident. (<hi rendition="#i">Bohn II, 10.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Es geht alles in Herbst (oder: in Kilwi).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Es kann im Herbst nicht mehr verwelken, als im Frühjahr gewachsen ist.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Es fällt im Herbst nicht mehr Laub von den Bäumen als Blätter daran im Frühling gewachsen sind. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 417.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Im Harbest on im Frühling ranse<hi rendition="#sup">1</hi> di Feuer.</hi> (<hi rendition="#i">Meiningen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Ranse = ausgelassen und muthwillig herumspringen, toben, schwärmen, namentlich von Kindern. (<hi rendition="#i">Frommann, II, 415, 129.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Im Herbst muss man nach Meisen richten, weil sie im Strich sind.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 400.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Im Herbst muss man nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Winckler, IV, 95.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Im Herbst viel Nebel, im Winter viel Schnee.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">11 Im Herbste muss der Werber gehn, wenn er nicht will müssig stehn.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 In 'n Herwest het de Bûer wat in der Schüne.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, 348.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Ist der Herbst hell und klar, ist zu hoffen ein fruchtbar Jahr.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 115; Reinsberg VIII, 25.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Ist im Herbst das Wetter hell, so bringt 's Wind im Winter schnell.</hi> (<hi rendition="#i">Solothurn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schild, 110, 99; Orakel, 102.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">15 Ist im Herbst das Wetter schön, wird im Winter Sturmwind wehn.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 115.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">16 Man muss schon im Herbst an die Christbescherung denken.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Schon im Herbst muss man an die nächste Messe in Nishnij-Nowgorod, die alljährlich im August stattfindet, denken. (<hi rendition="#i">Altmann V.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">17 Schaffst de em Herbst nit en de Spaicher 'n Keller, guckst de em Wenter en de leere Teller.</hi> (<hi rendition="#i">Nassau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">18 Uff e länge milde Herbst chumt e länge ruche Früelig.</hi> (<hi rendition="#i">Solothurn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schild, 109, 87.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">19 Warmer, feuchter Herbst, langer Winter; heller Herbst, windiger Winter.</hi> (<hi rendition="#i">Strehlen.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 115.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">20 Wenn im Herbst feist sind Dachs' und Hasen, so kommt ein kalter Winter geblasen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Boebel, 116.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">21 Wer im Herbst das nachlesen hat, der findet wenig Trauben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 451, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">22 Wie der Herbst, so die Bienen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">23 Wo (wie, je) drööger'n Häärwst, wo köller'n Winter, wo bäter Joahr.</hi> (<hi rendition="#i">Altmark.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, III, 123, 12.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*24 Da ist Herbst,</hi> (<hi rendition="#i">Nassau.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Kehrein, VII, 110.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Da ist Wohlhabenheit, Hülle und Fülle.</p><lb/>
          <cb n="526"/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*25 Der Herbst ist eingebracht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*26 Ihm ist schaun der Herbst verfraura.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Nefflen, 461.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er hat schon den Muth verloren, ehe er die Sache angreift.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*27 Sein Herbst wird ihm schon kommen, worin er zeitig wird.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 497.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Seine Strafe wird nicht ausbleiben.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*28 Wann der reich Herbst Platonis kompt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, III, 373.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Auf Sanct-Nimmerstag (s. d).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbstanfang.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Herbstanfang<hi rendition="#sup">1</hi> deutet das Wetter für den ganzen Herbst an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Orakel, 766.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Es sind damit die Tage um den Anfang des Herbstes gemeint. So sagt man auch, dass ein Monat von dem Tage des Herbstanfangs an gerechnet, die Witterung des ganzen ihm folgenden Jahres erkennen lasse. Wie wenig auf solche Angaben zu geben ist, beweist der ganze gegenwärtige Stand der Witterungslehre, die uns noch nicht so viel Grundlage bietet, um die Witterung für den nächsten Tag zu bestimmen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbsten.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Man soll herbsten, so lange Herbstzeit ist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sailer, 279; Simrock, 4591; Orakel, 101.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbstfieber.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Herbstfieber dauern lange oder tödten schnell.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Les fièvres de l'autonne sont longues ou mortelles. (<hi rendition="#i">Orakel, 107.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Febbri autumnali ò lunghe, ò mortali. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 126, 2; Orakel, 106.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Die Herbstfieber sind die schlimmsten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Orakel, 105.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbstkeichel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er ist ein Herbstkeichel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischhier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1574.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein schwächlicher Mensch, der jeden Luftzug scheut.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbstmond.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Wenn's am erste Herbstmonet schön isch, so bidütet's der ganz Monat schön's Wätter.</hi> (<hi rendition="#i">Solothurn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schild, 115, 141.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wie der Herbstmond, so der März.</hi> (<hi rendition="#i">Luzern.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbstnäret.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wenn 's am Herbstnäret (9. Sept.) donnert, so donnert's eme Nohsümmerli yne.</hi> (<hi rendition="#i">Solothurn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schild, 116, 146.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herbstschein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Nach dem Herbstschein fällt der Winter ein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Oder: Wie der neue Herbstschein (der erste Neumond im September) tritt ein, so wird das Wetter im Herbste sein.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hercules.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Auch dem Hercules stiehlt man seine Ochsen, wenn er schläft.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Ein Hercules findet überall eine Keule.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Hercules lässt sich seine Keule nicht leicht aus den Händen winden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Hercules' Schuhe passen (kleinen) Kindern nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hercules' schoenen passen niet aan kinders. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 306<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Hercules selbst wolt nicht mit zween fechten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 406.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Was ein Hercules werden will, erdrückt schon Schlangen in der Wiege.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Wozu den Hercules loben, es tadelt ihn ja niemand.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Zu einem Hercules gehört mehr als eine Keule.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*9 Er ist ein wahrer (zweiter) Hercules.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het is een sterk man, een tweede Hercules. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 306.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*10 Er ruft den Hercules bei einem Flohstich.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*11 Er will Hercules' Schuhe kleinen Kindern anpassen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von allem Unpassenden, gemeine Ausdrücke in erhabener Rede. Grosse Schuhe zieht niemand an kleine Füsse; wie aber das Kleid zum Körper, so muss die Rede zum Gegenstande passen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Caliga Maximini. &#x2013; Herculis cothurnos aptare infanti. (<hi rendition="#i">Erasm, 10; Faselius, 35; Hanzely, 10; Hauer, 240; Philippi, I, 175; Seybold, 213.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*12 Es ist Hercules im Sacke.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*13 Hercules am Scheidewege.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Caesar ad Rubiconem. (<hi rendition="#i">Binder II, 392; Faselius, 36; Wiegand, 784.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*14 Man würde dem Hercules eher die Keule, als ihm einen Pfennig entreissen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Men rukte eerder Hercules zijne kolf uit handen, dan een duitje uit zijne beurs. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 306.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[263]/0269] einen Schilt wollt ausshängen und sagte dann: ›Hängt ein Reh und druf einen Hanen, so heisst die Herberg zum Hanenreh.‹“ (Zinkgref, III, 37.) *22 Er hat freie Herberg bekommen. Im Gefängniss. *23 Et is hier in der smagtigen Harbarge. – Eichwald, 740. *24 Nach der Herberge schmecken. – Körte, 2764; Braun, I, 1293. Die Wurst z. B. nach dem Darminhalt. Herberger. Es müste ein schlechter Herberger seyn, der einen Gast nicht köndte eine Zeche borgen. (S. Gott 741.) – Herberger, I, 464. Herbeten. * Er betet es her wie 's Vaterunser. – Meisner, 69. Herbst. 1 Auf schönen Herbst pflegt ein windiger, auf einen warmen und feuchten ein langwieriger Winter zu folgen. – Orakel, 104. 2 Auf warmen Herbst folgt meist langer Winter. – Orakel, 103. 3 Den Herwest säget me: Fohrmann, föhr tau, morgen wêrd et schlimmer; dat Fröijohr säget me: Fohrmann, halt inne, morgen wêrd et better. (Waldeck.) – Curtze, 315, 25. 4 Ein guter Herbst macht Verschwender, ein böser Haushälter. Engl.: Good harvest make men prodigal, bad ones provident. (Bohn II, 10.) 5 Es geht alles in Herbst (oder: in Kilwi). 6 Es kann im Herbst nicht mehr verwelken, als im Frühjahr gewachsen ist. Die Russen: Es fällt im Herbst nicht mehr Laub von den Bäumen als Blätter daran im Frühling gewachsen sind. (Altmann VI, 417.) 7 Im Harbest on im Frühling ranse1 di Feuer. (Meiningen.) 1) Ranse = ausgelassen und muthwillig herumspringen, toben, schwärmen, namentlich von Kindern. (Frommann, II, 415, 129.) 8 Im Herbst muss man nach Meisen richten, weil sie im Strich sind. – Petri, II, 400. 9 Im Herbst muss man nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen. – Winckler, IV, 95. 10 Im Herbst viel Nebel, im Winter viel Schnee. 11 Im Herbste muss der Werber gehn, wenn er nicht will müssig stehn. 12 In 'n Herwest het de Bûer wat in der Schüne. – Schambach, 348. 13 Ist der Herbst hell und klar, ist zu hoffen ein fruchtbar Jahr. – Boebel, 115; Reinsberg VIII, 25. 14 Ist im Herbst das Wetter hell, so bringt 's Wind im Winter schnell. (Solothurn.) – Schild, 110, 99; Orakel, 102. 15 Ist im Herbst das Wetter schön, wird im Winter Sturmwind wehn. – Boebel, 115. 16 Man muss schon im Herbst an die Christbescherung denken. Die Russen: Schon im Herbst muss man an die nächste Messe in Nishnij-Nowgorod, die alljährlich im August stattfindet, denken. (Altmann V.) 17 Schaffst de em Herbst nit en de Spaicher 'n Keller, guckst de em Wenter en de leere Teller. (Nassau.) 18 Uff e länge milde Herbst chumt e länge ruche Früelig. (Solothurn.) – Schild, 109, 87. 19 Warmer, feuchter Herbst, langer Winter; heller Herbst, windiger Winter. (Strehlen.) – Boebel, 115. 20 Wenn im Herbst feist sind Dachs' und Hasen, so kommt ein kalter Winter geblasen. – Boebel, 116. 21 Wer im Herbst das nachlesen hat, der findet wenig Trauben. – Lehmann, 451, 2. 22 Wie der Herbst, so die Bienen. 23 Wo (wie, je) drööger'n Häärwst, wo köller'n Winter, wo bäter Joahr. (Altmark.) – Firmenich, III, 123, 12. *24 Da ist Herbst, (Nassau.) – Kehrein, VII, 110. Da ist Wohlhabenheit, Hülle und Fülle. *25 Der Herbst ist eingebracht. *26 Ihm ist schaun der Herbst verfraura. – Nefflen, 461. Er hat schon den Muth verloren, ehe er die Sache angreift. *27 Sein Herbst wird ihm schon kommen, worin er zeitig wird. – Parömiakon, 497. Seine Strafe wird nicht ausbleiben. *28 Wann der reich Herbst Platonis kompt. – Eyering, III, 373. Auf Sanct-Nimmerstag (s. d). Herbstanfang. Herbstanfang1 deutet das Wetter für den ganzen Herbst an. – Orakel, 766. 1) Es sind damit die Tage um den Anfang des Herbstes gemeint. So sagt man auch, dass ein Monat von dem Tage des Herbstanfangs an gerechnet, die Witterung des ganzen ihm folgenden Jahres erkennen lasse. Wie wenig auf solche Angaben zu geben ist, beweist der ganze gegenwärtige Stand der Witterungslehre, die uns noch nicht so viel Grundlage bietet, um die Witterung für den nächsten Tag zu bestimmen. Herbsten. Man soll herbsten, so lange Herbstzeit ist. – Sailer, 279; Simrock, 4591; Orakel, 101. Herbstfieber. 1 Herbstfieber dauern lange oder tödten schnell. Frz.: Les fièvres de l'autonne sont longues ou mortelles. (Orakel, 107.) It.: Febbri autumnali ò lunghe, ò mortali. (Pazzaglia, 126, 2; Orakel, 106.) *2 Die Herbstfieber sind die schlimmsten. – Orakel, 105. Herbstkeichel. * Er ist ein Herbstkeichel. – Frischhier2, 1574. Ein schwächlicher Mensch, der jeden Luftzug scheut. Herbstmond. 1 Wenn's am erste Herbstmonet schön isch, so bidütet's der ganz Monat schön's Wätter. (Solothurn.) – Schild, 115, 141. 2 Wie der Herbstmond, so der März. (Luzern.) Herbstnäret. Wenn 's am Herbstnäret (9. Sept.) donnert, so donnert's eme Nohsümmerli yne. (Solothurn.) – Schild, 116, 146. Herbstschein. Nach dem Herbstschein fällt der Winter ein. Oder: Wie der neue Herbstschein (der erste Neumond im September) tritt ein, so wird das Wetter im Herbste sein. Hercules. 1 Auch dem Hercules stiehlt man seine Ochsen, wenn er schläft. 2 Ein Hercules findet überall eine Keule. 3 Hercules lässt sich seine Keule nicht leicht aus den Händen winden. 4 Hercules' Schuhe passen (kleinen) Kindern nicht. Holl.: Hercules' schoenen passen niet aan kinders. (Harrebomée, I, 306a.) 5 Hercules selbst wolt nicht mit zween fechten. – Petri, II, 406. 6 Was ein Hercules werden will, erdrückt schon Schlangen in der Wiege. 7 Wozu den Hercules loben, es tadelt ihn ja niemand. 8 Zu einem Hercules gehört mehr als eine Keule. *9 Er ist ein wahrer (zweiter) Hercules. Holl.: Het is een sterk man, een tweede Hercules. (Harrebomée, I, 306.) *10 Er ruft den Hercules bei einem Flohstich. *11 Er will Hercules' Schuhe kleinen Kindern anpassen. Von allem Unpassenden, gemeine Ausdrücke in erhabener Rede. Grosse Schuhe zieht niemand an kleine Füsse; wie aber das Kleid zum Körper, so muss die Rede zum Gegenstande passen. Lat.: Caliga Maximini. – Herculis cothurnos aptare infanti. (Erasm, 10; Faselius, 35; Hanzely, 10; Hauer, 240; Philippi, I, 175; Seybold, 213.) *12 Es ist Hercules im Sacke. *13 Hercules am Scheidewege. Lat.: Caesar ad Rubiconem. (Binder II, 392; Faselius, 36; Wiegand, 784.) *14 Man würde dem Hercules eher die Keule, als ihm einen Pfennig entreissen. Holl.: Men rukte eerder Hercules zijne kolf uit handen, dan een duitje uit zijne beurs. (Harrebomée, I, 306.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/269
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [263]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/269>, abgerufen am 28.11.2020.