Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 8 Herrengunst, Aprilenwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfel, Karten und Federspiel verkehren sich, wer's merken will. (S. Fürstengunst 1.) - Eiselein, 304; Petri, III, 7; Orakel, 409; Gaal, 885.

Dän.: Herregunst, April-veyr, spaare-ild, quinde-kierlig-heder ubestandig. - Herregunst er af og til som ebbe og flod i havet. (Prov. dan., 282.)

Frz.: Amour de grands, ombre de boisson qui passe bientot. (Bohn I, 4.)

9 Herrengunst erbet nicht. - Fischer, Psalter, 607, 4; Graf, 195, 99; Eiselein, 302; Körte, 2778; Körte2, 3447; Braun, I, 1307.

Dän.: Herre-gunst er ei arve-gods. (Prov. dan., 282.)

Engl.: A kings favour is no inheritance. (Gaal, 885.)

Frz.: Amour de seigneur Faveur des grands n'est pas heritage. (Leroux, II, 71; Starschedel, 407.)

It.: Servigio de' Grandi non e eritaggio, chi troppo se ne fida, non e saggio. (Gaal, 885.)

10 Herren Gunst, Frawen vnd Jungfrawen lachen verkehren sich in vielen Sachen. - Petri, III, 7; Henisch, 1194, 58.

11 Herrengunst geht nur bis zur Schwelle.

Böhm.: Panska laska po prah. (Celakovsky, 244.)

Dän.: Herregunst er som solen om vinteren, gaar tit snart under. (Prov. dan., 282.)

12 Herrengunst, gelt vnd kunst, Ehr vnd pracht hat kein macht, vnd der Welt ruhm ist ein wisen blum. - Henisch, 429, 55; Petri, II, 376.

13 Herrengunst ist die grösste Tugend (zu Hofe). - Opel, 372; Henisch, 760, 10 u. 942, 21.

14 Herrengunst vnd federflück verkehrt sich bald im Augenblick. - Henisch, 1781, 28; Petri, II, 376.

15 Herrengunst ist fester als Volksgunst.

16 Herrengunst ist leer, Herrenzorn ist schwer.

Böhm.: Laska velkych panuv jest lehci nez mech, a hnev jejich tezsi nez olovo. (Celakovsky, 245.)

Poln.: Laska wielkich panow lzejsza niz mech, a gniew jich ciezszy nad olow. (Celakovsky, 245.)

17 Herrengunst ist wie Hurenliebe: der Letzte, der Liebste.

18 Herrengunst - Nebeldunst. - Schweiz, I, 24, 1.

Böhm.: Panska laska honi na strakatem (menavem) koni.

Poln.: Laska panska na pstrem koniu jezdzi. (Celakovsky, 244.)

19 Herrengunst un Vogelsang, dat lutt gued, un duert nit lang. (Büren.)

20 Herren-Gunst und Aprillen-Water vergieht gar bale. - Gomolcke, 439.

21 Herren Gunst und Aprilwäder fällt af as Rosenbläder. - Günther, III.

22 Herrengunst und Aprilwetter währt nicht lange. - Neue Monatsschrift (Jauer 1801), S. 155.

Lat.: Brevis est magni fortuna favoris. (Gaal, 885.) - Gratia magnatum nescit, habere statum. (Binder II, 1251; Gaal, 885; Neander, 283.)

Poln.: Laska Panska na pstrem koniu jezdzi.

23 Herrengunst und Glas, wie bald bricht das.

24 Herrengunst und Lerchen(Vogel-)sang (Lautenklang) klingt wohl, aber wehret nicht lang. - Henisch, 1781, 30; Petri, II, 377; Schottel, 1143a; Sailer, 273; Simrock, 4628; Körte, 2781; Braun, I, 1303; Schulfreund, 86, 68; Gaal, 885.

Dän.: Herresgunst og fugle-sang, klinger vel, men ei lang. (Prov. dan., 285.)

25 Herrengunst und Vogelsang kidet wol und währt nit lang. - Eiselein, 304.

26 Herrengunst vnd aberellenwetter, frowen liebe vnd rose bletter, ross würffel- vnd federspill betriegen manchen der ess geloben wil. - H. Bebel, Liber hymnorum, 1501.

Aehnlich in Luzern vgl. Schweiz, II, 24, 2.

27 Herrengunst vnd geneigter Wille erben nicht. - Lehmann, II, 262, 19.

28 Herrengunst vnd Gnad hilfft nichts in todtes Nöthen. - Petri, I, 55.

29 Herrengunst vnd Legelwein reucht (geht) vber nacht aus. (S. Kittel.) - Petri, II, 377; Mathesy, 78e; Graf, 199.

30 Herrengunst wehrt nicht allzeit (lange). - Chrysäus, Hoffteuffel, im Theatrum Diabolarum, 445a; Gaal, 885.

[Spaltenumbruch] 31 Herrngunst, frawenlieb vnd rosenbletter verkern sich wie Aprillenwetter. - Franck, I, 77b; II, 90b; Petri, II, 376; Gruter, I, 48; Henisch, 1194; Latendorf II, 16; Körte, 2779 u. 3878; Reinsberg I, 32.

Dän.: Herre-gunst er tit som qvinde - kierlighed, den sidste den kiereste. (Prov. dan., 283.)

32 Herrngunst und Aprilwetter ändert sich alle Tage. - Frischbier2, 1589.

33 Was hilft Herrengunst, wenn das Licht verlöschen will!

Herrengunst kann vor dem Tod nicht schützen.

Dän.: Hvad hielper herre-gunst naar lyset vil slukkes. (Prov. dan., 282.)


Herrengut.

1 Herrengüter klimmen nicht. - Graf, 195, 98.

Vom Heimfallsrecht hofhöriger Güter. Solche aus Gunst oder Gnade verliehenen Güter fallen schon nach dem Tode jedes einzelnen Mannes wieder an die Herrschaft, welche das Gut nur auf Lebenszeit des Anbauers oder gar nur auf Ruf oder Widerruf geliehen hat. (S. Herrengnade 4.)

Mhd.: Heerengoederen klimmen niet. (Kamptz, II, 457.)

2 Herrengüter sind nicht dem, der sie verdient, sondern dem man sie gönnet. - Schottel, 1143b.


Herrenhand.

1 Herenhand reycht in (geht durch) alle land. Franck, II, 74b; Tappius, 91b; Egenolff, 66b; Eyering, III, 15; Petri, II, 377; Gruter, I, 47; Latendorf II, 17; Binder I, 63; II, 169; Seybold, 28; Sutor, 230; Philippi, I, 32; Graf, 522, 275; Eiselein, 304; Körte, 2784; Simrock, 1551; Braun, I, 1328.

Dän.: Herre-haand raeker til alle land. (Prov. dan., 282.)

Frz.: Les grands ont du credit partout. - Les grands ont le bras long.

Lat.: An nescis, longas regibus esse manus. (Ovid.) (Philippi, I, 32; Seybold, 28 u. 282; Binder I, 63; II, 169; Sutor, 230; Froben., 26.) - Longae regum manus. (Philippi, I, 228.)

2 Herrenhände reichen an alle Wände.


Herrenherberge.

In Herrenherbergen zert man am wolfeylsten. - Franck, I, 84a; Petri, II, 405; Gruter, I, 51; Lehmann, 922, 10; Körte, 2803.

Wenigstens bekommt man für gutes Geld gute Suppe.


Herrenhof.

1 Herenhoff wil nen sparent hebben. - Stralsunder Chronik, I, 69.

2 Herrenhof hilft manchem armen Gesellen auff die Bein. - Petri, II, 377.

3 Herrenhöfe vnd Geld lehren die Leute viel Schalckheit vnd Betrug. - Mathesy, 352b.


Herrenhöflichkeit.

Herrenhöflichkeit reicht nur bis zur Schwelle.


Herrenhuld.

Herrenhold erbet nicht. - Franck, II, 90b; Gryse, Fr. 23; Graf, 557, 20; Eiselein, 304.

Ist sehr unzuverlässig. Das Sprichwort gehört dem Lehnrecht an. Die Herren belohnten die ihnen in ihren Kämpfen geleisteten Dienste mit Verleihung von Liegenschaften, die aber nicht auf die Erben der Belehnten übergingen. (S. Herr 852 und Herrengnade 4.)

Mhd.: Herren hult enerbet niht. (Diutisca.) (Zingerle, 66.)

Dän.: Herre-hyldest er ikke fattig mands arve-lön. (Prov. dan., 281.)


Herrenkalb.

Ein Herrenkalb blökt freier als eine Bauernkuh.

Böhm.: Panske telatko rozumnejsi nez sedlske detatko. (Celakovsky, 406.)


Herrenkind.

1 Herrenkinder sind auch Kinder.

2 Herrenkinder soll man nicht erziehen wie Kinder. - Petri, II, 377.

3 Herrnkinder gerathen selten wohl. - Franck, II, 66a.

4 Mit Herrenkindern ist gut essen, aber nicht gut spielen.

Dän.: Man skal aede med herre-börn, og ei leege med dem. (Prov. dan., 281.)


Herrenkoch.

Herrenköche richten die Wahrheit nicht ohn ein bitter1 Brühlein zu, aus Forcht, die Herren möchten sich sonst krank daran essen. - Opel, 372.

1) So steht bei Opel, sonst habe ich stets "gut ode sü ss Brühlein" gefunden.


[Spaltenumbruch] 8 Herrengunst, Aprilenwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfel, Karten und Federspiel verkehren sich, wer's merken will. (S. Fürstengunst 1.) – Eiselein, 304; Petri, III, 7; Orakel, 409; Gaal, 885.

Dän.: Herregunst, April-veyr, spaare-ild, quinde-kierlig-heder ubestandig. – Herregunst er af og til som ebbe og flod i havet. (Prov. dan., 282.)

Frz.: Amour de grands, ombre de boisson qui passe bientôt. (Bohn I, 4.)

9 Herrengunst erbet nicht.Fischer, Psalter, 607, 4; Graf, 195, 99; Eiselein, 302; Körte, 2778; Körte2, 3447; Braun, I, 1307.

Dän.: Herre-gunst er ei arve-gods. (Prov. dan., 282.)

Engl.: A kings favour is no inheritance. (Gaal, 885.)

Frz.: Amour de seigneur Faveur des grands n'est pas héritage. (Leroux, II, 71; Starschedel, 407.)

It.: Servigio de' Grandi non è eritaggio, chi troppo se ne fida, non è saggio. (Gaal, 885.)

10 Herren Gunst, Frawen vnd Jungfrawen lachen verkehren sich in vielen Sachen.Petri, III, 7; Henisch, 1194, 58.

11 Herrengunst geht nur bis zur Schwelle.

Böhm.: Panská laska po prah. (Čelakovský, 244.)

Dän.: Herregunst er som solen om vinteren, gaar tit snart under. (Prov. dan., 282.)

12 Herrengunst, gelt vnd kunst, Ehr vnd pracht hat kein macht, vnd der Welt ruhm ist ein wisen blum.Henisch, 429, 55; Petri, II, 376.

13 Herrengunst ist die grösste Tugend (zu Hofe).Opel, 372; Henisch, 760, 10 u. 942, 21.

14 Herrengunst vnd federflück verkehrt sich bald im Augenblick.Henisch, 1781, 28; Petri, II, 376.

15 Herrengunst ist fester als Volksgunst.

16 Herrengunst ist leer, Herrenzorn ist schwer.

Böhm.: Láska velkých pánův jest lehčí než mech, a hnĕv jejich tĕžší než olovo. (Čelakovský, 245.)

Poln.: Łaska wielkich panów lžejsza niž mech, a gniéw jich cięższy nad ołów. (Čelakovský, 245.)

17 Herrengunst ist wie Hurenliebe: der Letzte, der Liebste.

18 Herrengunst – Nebeldunst.Schweiz, I, 24, 1.

Böhm.: Panská láska honí na strakatém (ménavém) koni.

Poln.: Łaska pańska na pstrém koniu jeżdzi. (Čelakovský, 244.)

19 Herrengunst un Vogelsang, dat lutt gued, un duert nit lang. (Büren.)

20 Herren-Gunst und Aprillen-Water vergieht gar bale.Gomolcke, 439.

21 Herren Gunst und Aprilwäder fällt af as Rosenbläder.Günther, III.

22 Herrengunst und Aprilwetter währt nicht lange.Neue Monatsschrift (Jauer 1801), S. 155.

Lat.: Brevis est magni fortuna favoris. (Gaal, 885.) – Gratia magnatum nescit, habere statum. (Binder II, 1251; Gaal, 885; Neander, 283.)

Poln.: Łaska Pańska na pstrém koniu jeździ.

23 Herrengunst und Glas, wie bald bricht das.

24 Herrengunst und Lerchen(Vogel-)sang (Lautenklang) klingt wohl, aber wehret nicht lang.Henisch, 1781, 30; Petri, II, 377; Schottel, 1143a; Sailer, 273; Simrock, 4628; Körte, 2781; Braun, I, 1303; Schulfreund, 86, 68; Gaal, 885.

Dän.: Herresgunst og fugle-sang, klinger vel, men ei lang. (Prov. dan., 285.)

25 Herrengunst und Vogelsang kidet wol und währt nit lang.Eiselein, 304.

26 Herrengunst vnd aberellenwetter, frowen liebe vnd rose bletter, ross würffel- vnd federspill betriegen manchen der ess geloben wil.H. Bebel, Liber hymnorum, 1501.

Aehnlich in Luzern vgl. Schweiz, II, 24, 2.

27 Herrengunst vnd geneigter Wille erben nicht.Lehmann, II, 262, 19.

28 Herrengunst vnd Gnad hilfft nichts in todtes Nöthen.Petri, I, 55.

29 Herrengunst vnd Legelwein reucht (geht) vber nacht aus. (S. Kittel.) – Petri, II, 377; Mathesy, 78e; Graf, 199.

30 Herrengunst wehrt nicht allzeit (lange).Chrysäus, Hoffteuffel, im Theatrum Diabolarum, 445a; Gaal, 885.

[Spaltenumbruch] 31 Herrngunst, frawenlieb vnd rosenbletter verkern sich wie Aprillenwetter.Franck, I, 77b; II, 90b; Petri, II, 376; Gruter, I, 48; Henisch, 1194; Latendorf II, 16; Körte, 2779 u. 3878; Reinsberg I, 32.

Dän.: Herre-gunst er tit som qvinde – kierlighed, den sidste den kiereste. (Prov. dan., 283.)

32 Herrngunst und Aprilwetter ändert sich alle Tage.Frischbier2, 1589.

33 Was hilft Herrengunst, wenn das Licht verlöschen will!

Herrengunst kann vor dem Tod nicht schützen.

Dän.: Hvad hielper herre-gunst naar lyset vil slukkes. (Prov. dan., 282.)


Herrengut.

1 Herrengüter klimmen nicht.Graf, 195, 98.

Vom Heimfallsrecht hofhöriger Güter. Solche aus Gunst oder Gnade verliehenen Güter fallen schon nach dem Tode jedes einzelnen Mannes wieder an die Herrschaft, welche das Gut nur auf Lebenszeit des Anbauers oder gar nur auf Ruf oder Widerruf geliehen hat. (S. Herrengnade 4.)

Mhd.: Heerengoederen klimmen niet. (Kamptz, II, 457.)

2 Herrengüter sind nicht dem, der sie verdient, sondern dem man sie gönnet.Schottel, 1143b.


Herrenhand.

1 Herenhand reycht in (geht durch) alle land. Franck, II, 74b; Tappius, 91b; Egenolff, 66b; Eyering, III, 15; Petri, II, 377; Gruter, I, 47; Latendorf II, 17; Binder I, 63; II, 169; Seybold, 28; Sutor, 230; Philippi, I, 32; Graf, 522, 275; Eiselein, 304; Körte, 2784; Simrock, 1551; Braun, I, 1328.

Dän.: Herre-haand raeker til alle land. (Prov. dan., 282.)

Frz.: Les grands ont du crédit partout. – Les grands ont le bras long.

Lat.: An nescis, longas regibus esse manus. (Ovid.) (Philippi, I, 32; Seybold, 28 u. 282; Binder I, 63; II, 169; Sutor, 230; Froben., 26.) – Longae regum manus. (Philippi, I, 228.)

2 Herrenhände reichen an alle Wände.


Herrenherberge.

In Herrenherbergen zert man am wolfeylsten.Franck, I, 84a; Petri, II, 405; Gruter, I, 51; Lehmann, 922, 10; Körte, 2803.

Wenigstens bekommt man für gutes Geld gute Suppe.


Herrenhof.

1 Herenhoff wil nen sparent hebben.Stralsunder Chronik, I, 69.

2 Herrenhof hilft manchem armen Gesellen auff die Bein.Petri, II, 377.

3 Herrenhöfe vnd Geld lehren die Leute viel Schalckheit vnd Betrug.Mathesy, 352b.


Herrenhöflichkeit.

Herrenhöflichkeit reicht nur bis zur Schwelle.


Herrenhuld.

Herrenhold erbet nicht.Franck, II, 90b; Gryse, Fr. 23; Graf, 557, 20; Eiselein, 304.

Ist sehr unzuverlässig. Das Sprichwort gehört dem Lehnrecht an. Die Herren belohnten die ihnen in ihren Kämpfen geleisteten Dienste mit Verleihung von Liegenschaften, die aber nicht auf die Erben der Belehnten übergingen. (S. Herr 852 und Herrengnade 4.)

Mhd.: Herren hult enerbet niht. (Diutisca.) (Zingerle, 66.)

Dän.: Herre-hyldest er ikke fattig mands arve-løn. (Prov. dan., 281.)


Herrenkalb.

Ein Herrenkalb blökt freier als eine Bauernkuh.

Böhm.: Panské telátko rozumnĕjší než sedlské dĕtátko. (Čelakovský, 406.)


Herrenkind.

1 Herrenkinder sind auch Kinder.

2 Herrenkinder soll man nicht erziehen wie Kinder.Petri, II, 377.

3 Herrnkinder gerathen selten wohl.Franck, II, 66a.

4 Mit Herrenkindern ist gut essen, aber nicht gut spielen.

Dän.: Man skal æde med herre-børn, og ei leege med dem. (Prov. dan., 281.)


Herrenkoch.

Herrenköche richten die Wahrheit nicht ohn ein bitter1 Brühlein zu, aus Forcht, die Herren möchten sich sonst krank daran essen.Opel, 372.

1) So steht bei Opel, sonst habe ich stets „gut ode sü ss Brühlein“ gefunden.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0298" n="[292]"/><cb n="583"/>
8 Herrengunst, Aprilenwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfel, Karten und Federspiel verkehren sich, wer's merken will.</hi> (S.  Fürstengunst 1.) &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 304; Petri, III, 7; Orakel, 409; Gaal, 885.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herregunst, April-veyr, spaare-ild, quinde-kierlig-heder ubestandig. &#x2013; Herregunst er af og til som ebbe og flod i havet. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 282.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Amour de grands, ombre de boisson qui passe bientôt. (<hi rendition="#i">Bohn I, 4.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Herrengunst erbet nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischer, Psalter, 607, 4; Graf, 195, 99; Eiselein, 302; Körte, 2778; Körte<hi rendition="#sup">2</hi>, 3447; Braun, I, 1307.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herre-gunst er ei arve-gods. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 282.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: A kings favour is no inheritance. (<hi rendition="#i">Gaal, 885.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Amour de seigneur Faveur des grands n'est pas héritage. (<hi rendition="#i">Leroux, II, 71; Starschedel, 407.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Servigio de' Grandi non è eritaggio, chi troppo se ne fida, non è saggio. (<hi rendition="#i">Gaal, 885.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">10 Herren Gunst, Frawen vnd Jungfrawen lachen verkehren sich in vielen Sachen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, III, 7; Henisch, 1194, 58.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">11 Herrengunst geht nur bis zur Schwelle.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Panská laska po prah. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 244.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herregunst er som solen om vinteren, gaar tit snart under. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 282.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 Herrengunst, gelt vnd kunst, Ehr vnd pracht hat kein macht, vnd der Welt ruhm ist ein wisen blum.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 429, 55; Petri, II, 376.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Herrengunst ist die grösste Tugend (zu Hofe).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Opel, 372; Henisch, 760, 10 u. 942, 21.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Herrengunst vnd federflück verkehrt sich bald im Augenblick.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1781, 28; Petri, II, 376.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 Herrengunst ist fester als Volksgunst.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">16 Herrengunst ist leer, Herrenzorn ist schwer.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Láska velkých pán&#x016F;v jest leh&#x010D;í ne&#x017E; mech, a hn&#x0115;v jejich t&#x0115;&#x017E;&#x0161;í ne&#x017E; olovo. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 245.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: &#x0141;aska wielkich panów l&#x017E;ejsza ni&#x017E; mech, a gniéw jich ci&#x0119;&#x017C;szy nad o&#x0142;ów. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 245.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">17 Herrengunst ist wie Hurenliebe: der Letzte, der Liebste.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">18 Herrengunst &#x2013; Nebeldunst.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schweiz, I, 24, 1.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Panská láska honí na strakatém (ménavém) koni.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: &#x0141;aska pa&#x0144;ska na pstrém koniu je&#x017C;dzi. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 244.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">19 Herrengunst un Vogelsang, dat lutt gued, un duert nit lang.</hi> (<hi rendition="#i">Büren.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">20 Herren-Gunst und Aprillen-Water vergieht gar bale.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gomolcke, 439.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">21 Herren Gunst und Aprilwäder fällt af as Rosenbläder.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Günther, III.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">22 Herrengunst und Aprilwetter währt nicht lange.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Neue Monatsschrift (Jauer 1801), S. 155.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Brevis est magni fortuna favoris. (<hi rendition="#i">Gaal, 885.</hi>) &#x2013; Gratia magnatum nescit, habere statum. (<hi rendition="#i">Binder II, 1251; Gaal, 885; Neander, 283.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: &#x0141;aska Pa&#x0144;ska na pstrém koniu je&#x017A;dzi.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">23 Herrengunst und Glas, wie bald bricht das.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">24 Herrengunst und Lerchen(Vogel-)sang (Lautenklang) klingt wohl, aber wehret nicht lang.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1781, 30; Petri, II, 377; Schottel, 1143<hi rendition="#sup">a</hi>; Sailer, 273; Simrock, 4628; Körte, 2781; Braun, I, 1303; Schulfreund, 86, 68; Gaal, 885.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herresgunst og fugle-sang, klinger vel, men ei lang. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 285.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">25 Herrengunst und Vogelsang kidet wol und währt nit lang.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 304.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">26 Herrengunst vnd aberellenwetter, frowen liebe vnd rose bletter, ross würffel- vnd federspill betriegen manchen der ess geloben wil.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">H. Bebel, Liber hymnorum, 1501.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Aehnlich in Luzern vgl. <hi rendition="#i">Schweiz, II, 24, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">27 Herrengunst vnd geneigter Wille erben nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 262, 19.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">28 Herrengunst vnd Gnad hilfft nichts in todtes Nöthen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, I, 55.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">29 Herrengunst vnd Legelwein reucht (geht) vber nacht aus.</hi> (S.  Kittel.) &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 377; Mathesy, 78<hi rendition="#sup">e</hi>; Graf, 199.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">30 Herrengunst wehrt nicht allzeit (lange).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Chrysäus, Hoffteuffel, im Theatrum Diabolarum, 445<hi rendition="#sup">a</hi>; Gaal, 885.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="584"/>
31 Herrngunst, frawenlieb vnd rosenbletter verkern sich wie Aprillenwetter.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 77<hi rendition="#sup">b</hi>; II, 90<hi rendition="#sup">b</hi>; Petri, II, 376; Gruter, I, 48; Henisch, 1194; Latendorf II, 16; Körte, 2779 u. 3878; Reinsberg I, 32.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herre-gunst er tit som qvinde &#x2013; kierlighed, den sidste den kiereste. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 283.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">32 Herrngunst und Aprilwetter ändert sich alle Tage.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1589.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">33 Was hilft Herrengunst, wenn das Licht verlöschen will!</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Herrengunst kann vor dem Tod nicht schützen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Hvad hielper herre-gunst naar lyset vil slukkes. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 282.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrengut.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Herrengüter klimmen nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 195, 98.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Vom Heimfallsrecht hofhöriger Güter. Solche aus Gunst oder Gnade verliehenen Güter fallen schon nach dem Tode jedes einzelnen Mannes wieder an die Herrschaft, welche das Gut nur auf Lebenszeit des Anbauers oder gar nur auf Ruf oder Widerruf geliehen hat. (S.  Herrengnade 4.)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Heerengoederen klimmen niet. (<hi rendition="#i">Kamptz, II, 457.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Herrengüter sind nicht dem, der sie verdient, sondern dem man sie gönnet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1143<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenhand.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Herenhand reycht in (geht durch) alle land.</hi> <hi rendition="#i">Franck, II, 74<hi rendition="#sup">b</hi>; Tappius, 91<hi rendition="#sup">b</hi>; Egenolff, 66<hi rendition="#sup">b</hi>; Eyering, III, 15; Petri, II, 377; Gruter, I, 47; Latendorf II, 17; Binder I, 63; II, 169; Seybold, 28; Sutor, 230; Philippi, I, 32; Graf, 522, 275; Eiselein, 304; Körte, 2784; Simrock, 1551; Braun, I, 1328.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herre-haand raeker til alle land. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 282.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Les grands ont du crédit partout. &#x2013; Les grands ont le bras long.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: An nescis, longas regibus esse manus. (<hi rendition="#i">Ovid.</hi>) (<hi rendition="#i">Philippi, I, 32; Seybold, 28 u. 282; Binder I, 63; II, 169; Sutor, 230; Froben., 26.</hi>) &#x2013; Longae regum manus. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 228.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Herrenhände reichen an alle Wände.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenherberge.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">In Herrenherbergen zert man am wolfeylsten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 84<hi rendition="#sup">a</hi>; Petri, II, 405; Gruter, I, 51; Lehmann, 922, 10; Körte, 2803.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenigstens bekommt man für gutes Geld gute Suppe.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenhof.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Herenhoff wil nen sparent hebben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Stralsunder Chronik, I, 69.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Herrenhof hilft manchem armen Gesellen auff die Bein.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 377.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Herrenhöfe vnd Geld lehren die Leute viel Schalckheit vnd Betrug.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mathesy, 352<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenhöflichkeit.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Herrenhöflichkeit reicht nur bis zur Schwelle.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenhuld.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Herrenhold erbet nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 90<hi rendition="#sup">b</hi>; Gryse, Fr. 23; Graf, 557, 20; Eiselein, 304.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist sehr unzuverlässig. Das Sprichwort gehört dem Lehnrecht an. Die Herren belohnten die ihnen in ihren Kämpfen geleisteten Dienste mit Verleihung von Liegenschaften, die aber nicht auf die Erben der Belehnten übergingen. (S.  Herr 852 und  Herrengnade 4.)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Herren hult enerbet niht. (<hi rendition="#i">Diutisca.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 66.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Herre-hyldest er ikke fattig mands arve-løn. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 281.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenkalb.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Ein Herrenkalb blökt freier als eine Bauernkuh.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Panské telátko rozumn&#x0115;j&#x0161;í ne&#x017E; sedlské d&#x0115;tátko. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 406.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenkind.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Herrenkinder sind auch Kinder.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Herrenkinder soll man nicht erziehen wie Kinder.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 377.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Herrnkinder gerathen selten wohl.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 66<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Mit Herrenkindern ist gut essen, aber nicht gut spielen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Man skal æde med herre-børn, og ei leege med dem. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 281.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Herrenkoch.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Herrenköche richten die Wahrheit nicht ohn ein bitter<hi rendition="#sup">1</hi> Brühlein zu, aus Forcht, die Herren möchten sich sonst krank daran essen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Opel, 372.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) So steht bei <hi rendition="#i">Opel,</hi> sonst habe ich stets &#x201E;gut ode sü ss Brühlein&#x201C; gefunden.</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[292]/0298] 8 Herrengunst, Aprilenwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfel, Karten und Federspiel verkehren sich, wer's merken will. (S. Fürstengunst 1.) – Eiselein, 304; Petri, III, 7; Orakel, 409; Gaal, 885. Dän.: Herregunst, April-veyr, spaare-ild, quinde-kierlig-heder ubestandig. – Herregunst er af og til som ebbe og flod i havet. (Prov. dan., 282.) Frz.: Amour de grands, ombre de boisson qui passe bientôt. (Bohn I, 4.) 9 Herrengunst erbet nicht. – Fischer, Psalter, 607, 4; Graf, 195, 99; Eiselein, 302; Körte, 2778; Körte2, 3447; Braun, I, 1307. Dän.: Herre-gunst er ei arve-gods. (Prov. dan., 282.) Engl.: A kings favour is no inheritance. (Gaal, 885.) Frz.: Amour de seigneur Faveur des grands n'est pas héritage. (Leroux, II, 71; Starschedel, 407.) It.: Servigio de' Grandi non è eritaggio, chi troppo se ne fida, non è saggio. (Gaal, 885.) 10 Herren Gunst, Frawen vnd Jungfrawen lachen verkehren sich in vielen Sachen. – Petri, III, 7; Henisch, 1194, 58. 11 Herrengunst geht nur bis zur Schwelle. Böhm.: Panská laska po prah. (Čelakovský, 244.) Dän.: Herregunst er som solen om vinteren, gaar tit snart under. (Prov. dan., 282.) 12 Herrengunst, gelt vnd kunst, Ehr vnd pracht hat kein macht, vnd der Welt ruhm ist ein wisen blum. – Henisch, 429, 55; Petri, II, 376. 13 Herrengunst ist die grösste Tugend (zu Hofe). – Opel, 372; Henisch, 760, 10 u. 942, 21. 14 Herrengunst vnd federflück verkehrt sich bald im Augenblick. – Henisch, 1781, 28; Petri, II, 376. 15 Herrengunst ist fester als Volksgunst. 16 Herrengunst ist leer, Herrenzorn ist schwer. Böhm.: Láska velkých pánův jest lehčí než mech, a hnĕv jejich tĕžší než olovo. (Čelakovský, 245.) Poln.: Łaska wielkich panów lžejsza niž mech, a gniéw jich cięższy nad ołów. (Čelakovský, 245.) 17 Herrengunst ist wie Hurenliebe: der Letzte, der Liebste. 18 Herrengunst – Nebeldunst. – Schweiz, I, 24, 1. Böhm.: Panská láska honí na strakatém (ménavém) koni. Poln.: Łaska pańska na pstrém koniu jeżdzi. (Čelakovský, 244.) 19 Herrengunst un Vogelsang, dat lutt gued, un duert nit lang. (Büren.) 20 Herren-Gunst und Aprillen-Water vergieht gar bale. – Gomolcke, 439. 21 Herren Gunst und Aprilwäder fällt af as Rosenbläder. – Günther, III. 22 Herrengunst und Aprilwetter währt nicht lange. – Neue Monatsschrift (Jauer 1801), S. 155. Lat.: Brevis est magni fortuna favoris. (Gaal, 885.) – Gratia magnatum nescit, habere statum. (Binder II, 1251; Gaal, 885; Neander, 283.) Poln.: Łaska Pańska na pstrém koniu jeździ. 23 Herrengunst und Glas, wie bald bricht das. 24 Herrengunst und Lerchen(Vogel-)sang (Lautenklang) klingt wohl, aber wehret nicht lang. – Henisch, 1781, 30; Petri, II, 377; Schottel, 1143a; Sailer, 273; Simrock, 4628; Körte, 2781; Braun, I, 1303; Schulfreund, 86, 68; Gaal, 885. Dän.: Herresgunst og fugle-sang, klinger vel, men ei lang. (Prov. dan., 285.) 25 Herrengunst und Vogelsang kidet wol und währt nit lang. – Eiselein, 304. 26 Herrengunst vnd aberellenwetter, frowen liebe vnd rose bletter, ross würffel- vnd federspill betriegen manchen der ess geloben wil. – H. Bebel, Liber hymnorum, 1501. Aehnlich in Luzern vgl. Schweiz, II, 24, 2. 27 Herrengunst vnd geneigter Wille erben nicht. – Lehmann, II, 262, 19. 28 Herrengunst vnd Gnad hilfft nichts in todtes Nöthen. – Petri, I, 55. 29 Herrengunst vnd Legelwein reucht (geht) vber nacht aus. (S. Kittel.) – Petri, II, 377; Mathesy, 78e; Graf, 199. 30 Herrengunst wehrt nicht allzeit (lange). – Chrysäus, Hoffteuffel, im Theatrum Diabolarum, 445a; Gaal, 885. 31 Herrngunst, frawenlieb vnd rosenbletter verkern sich wie Aprillenwetter. – Franck, I, 77b; II, 90b; Petri, II, 376; Gruter, I, 48; Henisch, 1194; Latendorf II, 16; Körte, 2779 u. 3878; Reinsberg I, 32. Dän.: Herre-gunst er tit som qvinde – kierlighed, den sidste den kiereste. (Prov. dan., 283.) 32 Herrngunst und Aprilwetter ändert sich alle Tage. – Frischbier2, 1589. 33 Was hilft Herrengunst, wenn das Licht verlöschen will! Herrengunst kann vor dem Tod nicht schützen. Dän.: Hvad hielper herre-gunst naar lyset vil slukkes. (Prov. dan., 282.) Herrengut. 1 Herrengüter klimmen nicht. – Graf, 195, 98. Vom Heimfallsrecht hofhöriger Güter. Solche aus Gunst oder Gnade verliehenen Güter fallen schon nach dem Tode jedes einzelnen Mannes wieder an die Herrschaft, welche das Gut nur auf Lebenszeit des Anbauers oder gar nur auf Ruf oder Widerruf geliehen hat. (S. Herrengnade 4.) Mhd.: Heerengoederen klimmen niet. (Kamptz, II, 457.) 2 Herrengüter sind nicht dem, der sie verdient, sondern dem man sie gönnet. – Schottel, 1143b. Herrenhand. 1 Herenhand reycht in (geht durch) alle land. Franck, II, 74b; Tappius, 91b; Egenolff, 66b; Eyering, III, 15; Petri, II, 377; Gruter, I, 47; Latendorf II, 17; Binder I, 63; II, 169; Seybold, 28; Sutor, 230; Philippi, I, 32; Graf, 522, 275; Eiselein, 304; Körte, 2784; Simrock, 1551; Braun, I, 1328. Dän.: Herre-haand raeker til alle land. (Prov. dan., 282.) Frz.: Les grands ont du crédit partout. – Les grands ont le bras long. Lat.: An nescis, longas regibus esse manus. (Ovid.) (Philippi, I, 32; Seybold, 28 u. 282; Binder I, 63; II, 169; Sutor, 230; Froben., 26.) – Longae regum manus. (Philippi, I, 228.) 2 Herrenhände reichen an alle Wände. Herrenherberge. In Herrenherbergen zert man am wolfeylsten. – Franck, I, 84a; Petri, II, 405; Gruter, I, 51; Lehmann, 922, 10; Körte, 2803. Wenigstens bekommt man für gutes Geld gute Suppe. Herrenhof. 1 Herenhoff wil nen sparent hebben. – Stralsunder Chronik, I, 69. 2 Herrenhof hilft manchem armen Gesellen auff die Bein. – Petri, II, 377. 3 Herrenhöfe vnd Geld lehren die Leute viel Schalckheit vnd Betrug. – Mathesy, 352b. Herrenhöflichkeit. Herrenhöflichkeit reicht nur bis zur Schwelle. Herrenhuld. Herrenhold erbet nicht. – Franck, II, 90b; Gryse, Fr. 23; Graf, 557, 20; Eiselein, 304. Ist sehr unzuverlässig. Das Sprichwort gehört dem Lehnrecht an. Die Herren belohnten die ihnen in ihren Kämpfen geleisteten Dienste mit Verleihung von Liegenschaften, die aber nicht auf die Erben der Belehnten übergingen. (S. Herr 852 und Herrengnade 4.) Mhd.: Herren hult enerbet niht. (Diutisca.) (Zingerle, 66.) Dän.: Herre-hyldest er ikke fattig mands arve-løn. (Prov. dan., 281.) Herrenkalb. Ein Herrenkalb blökt freier als eine Bauernkuh. Böhm.: Panské telátko rozumnĕjší než sedlské dĕtátko. (Čelakovský, 406.) Herrenkind. 1 Herrenkinder sind auch Kinder. 2 Herrenkinder soll man nicht erziehen wie Kinder. – Petri, II, 377. 3 Herrnkinder gerathen selten wohl. – Franck, II, 66a. 4 Mit Herrenkindern ist gut essen, aber nicht gut spielen. Dän.: Man skal æde med herre-børn, og ei leege med dem. (Prov. dan., 281.) Herrenkoch. Herrenköche richten die Wahrheit nicht ohn ein bitter1 Brühlein zu, aus Forcht, die Herren möchten sich sonst krank daran essen. – Opel, 372. 1) So steht bei Opel, sonst habe ich stets „gut ode sü ss Brühlein“ gefunden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/298
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [292]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/298>, abgerufen am 22.10.2020.