Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Hinausgehen.

1 Du darfst ja nur hinausgehen, aber ich muss wieder zurück, sagte der Henker zum Diebe, als er über schlechtes Wetter klagte.

*2 Das soll ihm nicht für voll hinausgehen.

Lat.: Hipparchorum tabula. (Philippi, I, 177.)


Hinauskommen.

1 Der nie hinauss kam, kam auch nimmer haim. - Gruter, III, 18; Lehmann, II, 81, 108; Struve, 6.

2 Es kommt auf eins hinaus, draussen oder vor der Thür. - Gaal, 947.

3 Ich komme nicht hinaus und wenn ich zwei kriege, sagte der Schultheiss zu den Bauern, die ihm eine Ohrfeige geben wollten.

Vor dem Hause eines würtembergischen Schultheissen hatten sich die unzufriedenen Bauern versammelt. Als er vernahm, er sollte hinauskommen, um eine Ohrfeige zu empfangen, gab er ihnen die obige sprichwörtlich gewordene Antwort.


Hinauslaufen.

* Es lauft auf ein Lami (s. d.) hinaus.

Auf Klagen und Lamentiren. "Ist", sagt ein alter Ausleger, "aus den notis musicis: ut re mi fa sol la zu erklären."


Hinausliegen.

Was über uns hinausliegt, geht uns nichts an.


Hinauslüge.

Eine Hinauslüge ist drei Batzen werth.


Hinausschlagen.

1 He sleit hinnaut as'n Honnigkok'npärd'. (Altmark.) - Danneil, 279.

Er kann nicht grosse Sprünge machen.

2 He sleit hinnaut as'n lütt Gössel. - Danneil, 279.

In Mecklenburg lautet die Redensart nach Günther (Mecklenburger Jahrbuch, VIII, 199): "Du sleist hin'naut as'n lahm Gössel." (Vgl. auch Schiller, I, 7a.)

*3 Ar schlöcht naus wie a Bruatgans. (Franken.)

Er schlägt hinaus wie eine Brutgans; wird von komischer Lustigkeit gesagt.

*4 Einen hinausschlagen auff die haberweit. - Ayrer, II, 2506, 5.

Ihn dem Verderben überlassen. (Schmeller, II, 137.)


Hinausschleichen.

* Hinausschleichen wie ein Katz aus dem Taubenhauss. - Ayrer, III, 1894, 29.


Hinausspringen.

Wer zu jäh springt hinaus, der stösst sich die Augen aus. (Lit.)


Hinauswerfen.

Soll's hinausgeworfen sein, dann ehrlich die Stiegen hinunter, aber nicht zum Fenster hinaus.


Hinauswollen.

1 Einer wil da, der ander dort hinauss. - Aventin, CXIa.

2 Wenn einer hie, der ander dort hinaus will, so kombt keiner fort. - Lehmann, 814, 19.

3 Wo einer hinauswill, da ist er vor gewesen. - Körte, 6913.


Hinbehelfen.

Henbehelpen eis kein Wolleben. - Schambach, II, 231.

Wer nur eben sein dürftiges Auskommen hat, kann sich noch keines Wohllebens erfreuen, wozu Wohlstand gehört.


Hinbringen.

Bringe mich hin, wo etwas ist, ich kriege mein Theil.


Hindenken.

* Wo du hindenkst, bin ich längst gewesen. - Frischbier2, 1617.


Hindern.

1 Die etwas hindern wollen, die werfen Stühl' und Bänke drein.

2 Es hindert niemand, das ein armer Cunrad1 heist. - Henisch, 630, 20; Petri, II, 253.

1) Mittelhochdeutsch kuonrat = kühn an Rath. (Vgl. Weigand, Wb., I, 622.)

3 Es hindert vns keine Fliege jenseit dem Rein. - Henisch, 1146, 56; Petri, II, 253.

4 He hindert wal, de nig helpen kann. - Körte, 2733.

5 Oft hindert, wer nicht nützen kann.

6 Was man nicht hindern kann, muss man geschehen la'n.

Frz.: Ce qu'on ne peut empecher, il le faut vouloir. (Cahier, 609.)

[Spaltenumbruch] 7 Wer hindern kann und nicht verhindert, der sündigt wie (ebenso wohl als) der andere.

Frz.: Qui peut empecher et n'empeche, tout aussi bien que l'autre il peche. (Kritzinger, 265b.)


Hinderniss.

Hindernisse lassen sich leichter beklagen als beseitigen.


Hinderaut.

1 Hinderaut kleiet de Hoiner. - Schambach, II, 234.

Hintenhinaus scharren die Hühner. Ein scharrendes Huhn hat bald einen Haufen auseinandergescharrt, zerstreut. So zerstiebt und verfliegt das Vermögen des Verschwenders.

*2 Bei döm geit et hinderaut as de Hoiner kleiet. - Schambach, II, 234.


Hindringen.

Wo nicht hindringen die Frauen, da ist auch der Teufel nicht zu schauen.


Hindurch.

*1 Der ist herdurch (hindurch) und weer (wieder) herdurch. (Trier.)

Von einem durchtriebenen und verschlagenen Menschen, der sich überall durchzubeissen weiss.

*2 Er ist hindurch, ein anderer komm bald hernach. - Gruter, III, 30; Lehmann, II, 152, 90.

*3 Hindurch in Gottes Namen. - Stammbuch.

*4 Hindurch mit Freuden. - Eiselein, 311.

*5 Ich wil hindurch vnd solt ich mit dem Kopff drin hangen bleiben. - Eyering, III, 75.

*6 Ich wil hindurch vnnd solt ich den kopff dahinden lassen. - Franck, II, 89a.


Hindurchlaufen.

* Er lauft hindurch wie die Katze durch den Regen. - Eiselein, 311.

"Was soll der von einem Lande wissen, der hindurchlauft, wie die Katze durch den Regen."


Hinein.

Hinein vnd daneben gehet viel. - Gruter, III, 50; Lehmann, II, 256, 56.


Hineinbeissen.

* Er hat hineingebissen wie der Storch in den Frosch.


Hineinfahren.

* A fährt nei, wie der Pauer ei de Schtiefeln. - (Schles.) - Frommann, III, 244, 97; Robinson, 110; Gomolcke, 388; hochdeutsch bei Simrock, 831.

Holl.: Hij valt erin, als een boer in de kousen. (Harrebomee, I, 444.)


Hineinfallen.

*1 Er fällt hinein wie der Kunz in die Nüsse.

*2 Er fällt hinein wie der Nagel ins Butterfass.

*3 Er fällt hinein wie die Kuh in den Graben.

Holl.: Hij valt erin als eene koe in de sloot. (Harrebomee, I, 424.)

*4 Er fällt hinein wie ein wild Schwein.

*5 Er ist tief hineingefallen.

Sehr stark in Schulden gerathen.


Hineinfressen.

*1 Er frisst es wieder hinein wie der Hund das Gespieene. (Schles.)

Von denen, die zurücknehmen oder ableugnen, was sie gesprochen haben.

Lat.: Palinodiam canere. (Erasm., 657; Tappius, 160a.)

*2 Er frisst's hinein wie der Schimmel 's Heu. (Nürtingen.)


Hineingehen.

1 Ick gah woll rin, segt de Baur, awer ierst mutt dat Best raut.

Um diejenigen zu verspotten, welche etwas ausführen wollen, nachdem alle Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt sind. Ein Menageriebesitzer hatte demjenigen hundert Thaler geboten, der in den Käfig des Löwen gehe. Ein oldenburger Bauer kam, um sich die Prämie zu verdienen, verlangte aber mit den obigen sprichwörtlich gewordenen Worten, dass man den Löwen vorher herausnehme. (Vgl. Allgemeine Modenzeitung, Leipzig 1863, Nr. 46, S. 365.)

2 Wenn man hineingeht, glühen (glimmen, schwelen) die Augen, wenn man herausgeht, das Genick.

3 Wenn's tief hineingeht, so geht's tief wieder heraus.

4 Wer hineingeht, ehe man ihn hineinruft, den weist man hinaus, eh' er ans Gehen denkt.

[Spaltenumbruch]
Hinausgehen.

1 Du darfst ja nur hinausgehen, aber ich muss wieder zurück, sagte der Henker zum Diebe, als er über schlechtes Wetter klagte.

*2 Das soll ihm nicht für voll hinausgehen.

Lat.: Hipparchorum tabula. (Philippi, I, 177.)


Hinauskommen.

1 Der nie hinauss kam, kam auch nimmer haim.Gruter, III, 18; Lehmann, II, 81, 108; Struve, 6.

2 Es kommt auf eins hinaus, draussen oder vor der Thür.Gaal, 947.

3 Ich komme nicht hinaus und wenn ich zwei kriege, sagte der Schultheiss zu den Bauern, die ihm eine Ohrfeige geben wollten.

Vor dem Hause eines würtembergischen Schultheissen hatten sich die unzufriedenen Bauern versammelt. Als er vernahm, er sollte hinauskommen, um eine Ohrfeige zu empfangen, gab er ihnen die obige sprichwörtlich gewordene Antwort.


Hinauslaufen.

* Es lauft auf ein Lami (s. d.) hinaus.

Auf Klagen und Lamentiren. „Ist“, sagt ein alter Ausleger, „aus den notis musicis: ut re mi fa sol la zu erklären.“


Hinausliegen.

Was über uns hinausliegt, geht uns nichts an.


Hinauslüge.

Eine Hinauslüge ist drei Batzen werth.


Hinausschlagen.

1 Hê sleit hinnût as'n Honnigkok'npärd'. (Altmark.) – Danneil, 279.

Er kann nicht grosse Sprünge machen.

2 He sleit hinnût as'n lütt Gössel.Danneil, 279.

In Mecklenburg lautet die Redensart nach Günther (Mecklenburger Jahrbuch, VIII, 199): „Du sleist hin'nût as'n lahm Gössel.“ (Vgl. auch Schiller, I, 7a.)

*3 Ar schlöcht naus wie a Bruatgans. (Franken.)

Er schlägt hinaus wie eine Brutgans; wird von komischer Lustigkeit gesagt.

*4 Einen hinausschlagen auff die haberweit.Ayrer, II, 2506, 5.

Ihn dem Verderben überlassen. (Schmeller, II, 137.)


Hinausschleichen.

* Hinausschleichen wie ein Katz aus dem Taubenhauss.Ayrer, III, 1894, 29.


Hinausspringen.

Wer zu jäh springt hinaus, der stösst sich die Augen aus. (Lit.)


Hinauswerfen.

Soll's hinausgeworfen sein, dann ehrlich die Stiegen hinunter, aber nicht zum Fenster hinaus.


Hinauswollen.

1 Einer wil da, der ander dort hinauss.Aventin, CXIa.

2 Wenn einer hie, der ander dort hinaus will, so kombt keiner fort.Lehmann, 814, 19.

3 Wo einer hinauswill, da ist er vor gewesen.Körte, 6913.


Hinbehelfen.

Henbehelpen îs kein Wollêben.Schambach, II, 231.

Wer nur eben sein dürftiges Auskommen hat, kann sich noch keines Wohllebens erfreuen, wozu Wohlstand gehört.


Hinbringen.

Bringe mich hin, wo etwas ist, ich kriege mein Theil.


Hindenken.

* Wo du hindenkst, bin ich längst gewesen.Frischbier2, 1617.


Hindern.

1 Die etwas hindern wollen, die werfen Stühl' und Bänke drein.

2 Es hindert niemand, das ein armer Cunrad1 heist.Henisch, 630, 20; Petri, II, 253.

1) Mittelhochdeutsch kuonrat = kühn an Rath. (Vgl. Weigand, Wb., I, 622.)

3 Es hindert vns keine Fliege jenseit dem Rein.Henisch, 1146, 56; Petri, II, 253.

4 He hindert wal, de nig helpen kann.Körte, 2733.

5 Oft hindert, wer nicht nützen kann.

6 Was man nicht hindern kann, muss man geschehen la'n.

Frz.: Ce qu'on ne peut empêcher, il le faut vouloir. (Cahier, 609.)

[Spaltenumbruch] 7 Wer hindern kann und nicht verhindert, der sündigt wie (ebenso wohl als) der andere.

Frz.: Qui peut empêcher et n'empêche, tout aussi bien que l'autre il pèche. (Kritzinger, 265b.)


Hinderniss.

Hindernisse lassen sich leichter beklagen als beseitigen.


Hinderût.

1 Hinderût kleiet de Hoiner.Schambach, II, 234.

Hintenhinaus scharren die Hühner. Ein scharrendes Huhn hat bald einen Haufen auseinandergescharrt, zerstreut. So zerstiebt und verfliegt das Vermögen des Verschwenders.

*2 Bî döm geit et hinderût as de Hoiner kleiet.Schambach, II, 234.


Hindringen.

Wo nicht hindringen die Frauen, da ist auch der Teufel nicht zu schauen.


Hindurch.

*1 Der ist herdurch (hindurch) und weêr (wieder) herdurch. (Trier.)

Von einem durchtriebenen und verschlagenen Menschen, der sich überall durchzubeissen weiss.

*2 Er ist hindurch, ein anderer komm bald hernach.Gruter, III, 30; Lehmann, II, 152, 90.

*3 Hindurch in Gottes Namen.Stammbuch.

*4 Hindurch mit Freuden.Eiselein, 311.

*5 Ich wil hindurch vnd solt ich mit dem Kopff drin hangen bleiben.Eyering, III, 75.

*6 Ich wil hindurch vnnd solt ich den kopff dahinden lassen.Franck, II, 89a.


Hindurchlaufen.

* Er lauft hindurch wie die Katze durch den Regen.Eiselein, 311.

„Was soll der von einem Lande wissen, der hindurchlauft, wie die Katze durch den Regen.“


Hinein.

Hinein vnd daneben gehet viel.Gruter, III, 50; Lehmann, II, 256, 56.


Hineinbeissen.

* Er hat hineingebissen wie der Storch in den Frosch.


Hineinfahren.

* A fährt nei, wie der Pauer ei de Schtiefeln. – (Schles.) – Frommann, III, 244, 97; Robinson, 110; Gomolcke, 388; hochdeutsch bei Simrock, 831.

Holl.: Hij valt erin, als een boer in de kousen. (Harrebomée, I, 444.)


Hineinfallen.

*1 Er fällt hinein wie der Kunz in die Nüsse.

*2 Er fällt hinein wie der Nagel ins Butterfass.

*3 Er fällt hinein wie die Kuh in den Graben.

Holl.: Hij valt erin als eene koe in de sloot. (Harrebomée, I, 424.)

*4 Er fällt hinein wie ein wild Schwein.

*5 Er ist tief hineingefallen.

Sehr stark in Schulden gerathen.


Hineinfressen.

*1 Er frisst es wieder hinein wie der Hund das Gespieene. (Schles.)

Von denen, die zurücknehmen oder ableugnen, was sie gesprochen haben.

Lat.: Palinodiam canere. (Erasm., 657; Tappius, 160a.)

*2 Er frisst's hinein wie der Schimmel 's Heu. (Nürtingen.)


Hineingehen.

1 Ick gah woll rin, segt de Bûr, awer ierst mutt dat Bêst rût.

Um diejenigen zu verspotten, welche etwas ausführen wollen, nachdem alle Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt sind. Ein Menageriebesitzer hatte demjenigen hundert Thaler geboten, der in den Käfig des Löwen gehe. Ein oldenburger Bauer kam, um sich die Prämie zu verdienen, verlangte aber mit den obigen sprichwörtlich gewordenen Worten, dass man den Löwen vorher herausnehme. (Vgl. Allgemeine Modenzeitung, Leipzig 1863, Nr. 46, S. 365.)

2 Wenn man hineingeht, glühen (glimmen, schwelen) die Augen, wenn man herausgeht, das Genick.

3 Wenn's tief hineingeht, so geht's tief wieder heraus.

4 Wer hineingeht, ehe man ihn hineinruft, den weist man hinaus, eh' er ans Gehen denkt.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <pb facs="#f0337" n="[331]"/>
          <cb n="661"/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinausgehen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Du darfst ja nur hinausgehen, aber ich muss wieder zurück, sagte der Henker zum Diebe, als er über schlechtes Wetter klagte.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Das soll ihm nicht für voll hinausgehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Hipparchorum tabula. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 177.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinauskommen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Der nie hinauss kam, kam auch nimmer haim.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 18; Lehmann, II, 81, 108; Struve, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Es kommt auf eins hinaus, draussen oder vor der Thür.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gaal, 947.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Ich komme nicht hinaus und wenn ich zwei kriege, sagte der Schultheiss zu den Bauern, die ihm eine Ohrfeige geben wollten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Vor dem Hause eines würtembergischen Schultheissen hatten sich die unzufriedenen Bauern versammelt. Als er vernahm, er sollte hinauskommen, um eine Ohrfeige zu empfangen, gab er ihnen die obige sprichwörtlich gewordene Antwort.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinauslaufen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Es lauft auf ein  Lami (s. d.) hinaus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Auf Klagen und Lamentiren. &#x201E;Ist&#x201C;, sagt ein alter Ausleger, &#x201E;aus den notis musicis: ut re mi fa sol la zu erklären.&#x201C;</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinausliegen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Was über uns hinausliegt, geht uns nichts an.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinauslüge.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Eine Hinauslüge ist drei Batzen werth.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinausschlagen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Hê sleit hinnût as'n Honnigkok'npärd'.</hi> (<hi rendition="#i">Altmark.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Danneil, 279.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er kann nicht grosse Sprünge machen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 He sleit hinnût as'n lütt Gössel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Danneil, 279.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In Mecklenburg lautet die Redensart nach <hi rendition="#i">Günther</hi> (<hi rendition="#i">Mecklenburger Jahrbuch, VIII, 199</hi>): &#x201E;Du sleist hin'nût as'n lahm Gössel.&#x201C; (Vgl. auch <hi rendition="#i">Schiller, I, 7<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Ar schlöcht naus wie a Bruatgans.</hi> (<hi rendition="#i">Franken.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Er schlägt hinaus wie eine Brutgans; wird von komischer Lustigkeit gesagt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Einen hinausschlagen auff die haberweit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Ayrer, II, 2506, 5.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ihn dem Verderben überlassen. (<hi rendition="#i">Schmeller, II, 137.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinausschleichen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Hinausschleichen wie ein Katz aus dem Taubenhauss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Ayrer, III, 1894, 29.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinausspringen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer zu jäh springt hinaus, der stösst sich die Augen aus.</hi> (<hi rendition="#i">Lit.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinauswerfen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Soll's hinausgeworfen sein, dann ehrlich die Stiegen hinunter, aber nicht zum Fenster hinaus.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinauswollen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Einer wil da, der ander dort hinauss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Aventin, CXI<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wenn einer hie, der ander dort hinaus will, so kombt keiner fort.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 814, 19.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Wo einer hinauswill, da ist er vor gewesen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 6913.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinbehelfen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Henbehelpen îs kein Wollêben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 231.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer nur eben sein dürftiges Auskommen hat, kann sich noch keines Wohllebens erfreuen, wozu Wohlstand gehört.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinbringen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Bringe mich hin, wo etwas ist, ich kriege mein Theil.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hindenken.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Wo du hindenkst, bin ich längst gewesen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1617.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hindern.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Die etwas hindern wollen, die werfen Stühl' und Bänke drein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Es hindert niemand, das ein armer Cunrad<hi rendition="#sup">1</hi> heist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 630, 20; Petri, II, 253.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Mittelhochdeutsch kuonrat = kühn an Rath. (Vgl. <hi rendition="#i">Weigand, Wb., I, 622.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Es hindert vns keine Fliege jenseit dem Rein.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1146, 56; Petri, II, 253.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 He hindert wal, de nig helpen kann.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 2733.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Oft hindert, wer nicht nützen kann.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Was man nicht hindern kann, muss man geschehen la'n.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Ce qu'on ne peut empêcher, il le faut vouloir. (<hi rendition="#i">Cahier, 609.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="662"/>
7 Wer hindern kann und nicht verhindert, der sündigt wie (ebenso wohl als) der andere.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Qui peut empêcher et n'empêche, tout aussi bien que l'autre il pèche. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 265<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinderniss.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Hindernisse lassen sich leichter beklagen als beseitigen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinderût.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Hinderût kleiet de Hoiner.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 234.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Hintenhinaus scharren die Hühner. Ein scharrendes Huhn hat bald einen Haufen auseinandergescharrt, zerstreut. So zerstiebt und verfliegt das Vermögen des Verschwenders.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Bî döm geit et hinderût as de Hoiner kleiet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 234.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hindringen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Wo nicht hindringen die Frauen, da ist auch der Teufel nicht zu schauen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hindurch.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Der ist herdurch (hindurch) und weêr (wieder) herdurch.</hi> (<hi rendition="#i">Trier.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von einem durchtriebenen und verschlagenen Menschen, der sich überall durchzubeissen weiss.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Er ist hindurch, ein anderer komm bald hernach.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 30; Lehmann, II, 152, 90.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Hindurch in Gottes Namen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Stammbuch.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Hindurch mit Freuden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 311.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*5 Ich wil hindurch vnd solt ich mit dem Kopff drin hangen bleiben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, III, 75.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*6 Ich wil hindurch vnnd solt ich den kopff dahinden lassen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 89<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hindurchlaufen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Er lauft hindurch wie die Katze durch den Regen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 311.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Was soll der von einem Lande wissen, der hindurchlauft, wie die Katze durch den Regen.&#x201C;</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hinein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Hinein vnd daneben gehet viel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 50; Lehmann, II, 256, 56.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hineinbeissen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er hat hineingebissen wie der Storch in den Frosch.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hineinfahren.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* A fährt nei, wie der Pauer ei de Schtiefeln. &#x2013;</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, III, 244, 97; Robinson, 110; Gomolcke, 388;</hi> hochdeutsch bei <hi rendition="#i">Simrock, 831.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij valt erin, als een boer in de kousen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 444.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hineinfallen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1 Er fällt hinein wie der Kunz in die Nüsse.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Er fällt hinein wie der Nagel ins Butterfass.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*3 Er fällt hinein wie die Kuh in den Graben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij valt erin als eene koe in de sloot. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 424.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*4 Er fällt hinein wie ein wild Schwein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*5 Er ist tief hineingefallen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sehr stark in Schulden gerathen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hineinfressen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Er frisst es wieder hinein wie der Hund das Gespieene.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von denen, die zurücknehmen oder ableugnen, was sie gesprochen haben.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Palinodiam canere. (<hi rendition="#i">Erasm., 657; Tappius, 160<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Er frisst's hinein wie der Schimmel 's Heu.</hi> (<hi rendition="#i">Nürtingen.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hineingehen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Ick gah woll rin, segt de Bûr, awer ierst mutt dat Bêst rût.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Um diejenigen zu verspotten, welche etwas ausführen wollen, nachdem alle Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt sind. Ein Menageriebesitzer hatte demjenigen hundert Thaler geboten, der in den Käfig des Löwen gehe. Ein oldenburger Bauer kam, um sich die Prämie zu verdienen, verlangte aber mit den obigen sprichwörtlich gewordenen Worten, dass man den Löwen vorher herausnehme. (Vgl. <hi rendition="#i">Allgemeine Modenzeitung, Leipzig 1863, Nr. 46, S. 365.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Wenn man hineingeht, glühen (glimmen, schwelen) die Augen, wenn man herausgeht, das Genick.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Wenn's tief hineingeht, so geht's tief wieder heraus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Wer hineingeht, ehe man ihn hineinruft, den weist man hinaus, eh' er ans Gehen denkt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[331]/0337] Hinausgehen. 1 Du darfst ja nur hinausgehen, aber ich muss wieder zurück, sagte der Henker zum Diebe, als er über schlechtes Wetter klagte. *2 Das soll ihm nicht für voll hinausgehen. Lat.: Hipparchorum tabula. (Philippi, I, 177.) Hinauskommen. 1 Der nie hinauss kam, kam auch nimmer haim. – Gruter, III, 18; Lehmann, II, 81, 108; Struve, 6. 2 Es kommt auf eins hinaus, draussen oder vor der Thür. – Gaal, 947. 3 Ich komme nicht hinaus und wenn ich zwei kriege, sagte der Schultheiss zu den Bauern, die ihm eine Ohrfeige geben wollten. Vor dem Hause eines würtembergischen Schultheissen hatten sich die unzufriedenen Bauern versammelt. Als er vernahm, er sollte hinauskommen, um eine Ohrfeige zu empfangen, gab er ihnen die obige sprichwörtlich gewordene Antwort. Hinauslaufen. * Es lauft auf ein Lami (s. d.) hinaus. Auf Klagen und Lamentiren. „Ist“, sagt ein alter Ausleger, „aus den notis musicis: ut re mi fa sol la zu erklären.“ Hinausliegen. Was über uns hinausliegt, geht uns nichts an. Hinauslüge. Eine Hinauslüge ist drei Batzen werth. Hinausschlagen. 1 Hê sleit hinnût as'n Honnigkok'npärd'. (Altmark.) – Danneil, 279. Er kann nicht grosse Sprünge machen. 2 He sleit hinnût as'n lütt Gössel. – Danneil, 279. In Mecklenburg lautet die Redensart nach Günther (Mecklenburger Jahrbuch, VIII, 199): „Du sleist hin'nût as'n lahm Gössel.“ (Vgl. auch Schiller, I, 7a.) *3 Ar schlöcht naus wie a Bruatgans. (Franken.) Er schlägt hinaus wie eine Brutgans; wird von komischer Lustigkeit gesagt. *4 Einen hinausschlagen auff die haberweit. – Ayrer, II, 2506, 5. Ihn dem Verderben überlassen. (Schmeller, II, 137.) Hinausschleichen. * Hinausschleichen wie ein Katz aus dem Taubenhauss. – Ayrer, III, 1894, 29. Hinausspringen. Wer zu jäh springt hinaus, der stösst sich die Augen aus. (Lit.) Hinauswerfen. Soll's hinausgeworfen sein, dann ehrlich die Stiegen hinunter, aber nicht zum Fenster hinaus. Hinauswollen. 1 Einer wil da, der ander dort hinauss. – Aventin, CXIa. 2 Wenn einer hie, der ander dort hinaus will, so kombt keiner fort. – Lehmann, 814, 19. 3 Wo einer hinauswill, da ist er vor gewesen. – Körte, 6913. Hinbehelfen. Henbehelpen îs kein Wollêben. – Schambach, II, 231. Wer nur eben sein dürftiges Auskommen hat, kann sich noch keines Wohllebens erfreuen, wozu Wohlstand gehört. Hinbringen. Bringe mich hin, wo etwas ist, ich kriege mein Theil. Hindenken. * Wo du hindenkst, bin ich längst gewesen. – Frischbier2, 1617. Hindern. 1 Die etwas hindern wollen, die werfen Stühl' und Bänke drein. 2 Es hindert niemand, das ein armer Cunrad1 heist. – Henisch, 630, 20; Petri, II, 253. 1) Mittelhochdeutsch kuonrat = kühn an Rath. (Vgl. Weigand, Wb., I, 622.) 3 Es hindert vns keine Fliege jenseit dem Rein. – Henisch, 1146, 56; Petri, II, 253. 4 He hindert wal, de nig helpen kann. – Körte, 2733. 5 Oft hindert, wer nicht nützen kann. 6 Was man nicht hindern kann, muss man geschehen la'n. Frz.: Ce qu'on ne peut empêcher, il le faut vouloir. (Cahier, 609.) 7 Wer hindern kann und nicht verhindert, der sündigt wie (ebenso wohl als) der andere. Frz.: Qui peut empêcher et n'empêche, tout aussi bien que l'autre il pèche. (Kritzinger, 265b.) Hinderniss. Hindernisse lassen sich leichter beklagen als beseitigen. Hinderût. 1 Hinderût kleiet de Hoiner. – Schambach, II, 234. Hintenhinaus scharren die Hühner. Ein scharrendes Huhn hat bald einen Haufen auseinandergescharrt, zerstreut. So zerstiebt und verfliegt das Vermögen des Verschwenders. *2 Bî döm geit et hinderût as de Hoiner kleiet. – Schambach, II, 234. Hindringen. Wo nicht hindringen die Frauen, da ist auch der Teufel nicht zu schauen. Hindurch. *1 Der ist herdurch (hindurch) und weêr (wieder) herdurch. (Trier.) Von einem durchtriebenen und verschlagenen Menschen, der sich überall durchzubeissen weiss. *2 Er ist hindurch, ein anderer komm bald hernach. – Gruter, III, 30; Lehmann, II, 152, 90. *3 Hindurch in Gottes Namen. – Stammbuch. *4 Hindurch mit Freuden. – Eiselein, 311. *5 Ich wil hindurch vnd solt ich mit dem Kopff drin hangen bleiben. – Eyering, III, 75. *6 Ich wil hindurch vnnd solt ich den kopff dahinden lassen. – Franck, II, 89a. Hindurchlaufen. * Er lauft hindurch wie die Katze durch den Regen. – Eiselein, 311. „Was soll der von einem Lande wissen, der hindurchlauft, wie die Katze durch den Regen.“ Hinein. Hinein vnd daneben gehet viel. – Gruter, III, 50; Lehmann, II, 256, 56. Hineinbeissen. * Er hat hineingebissen wie der Storch in den Frosch. Hineinfahren. * A fährt nei, wie der Pauer ei de Schtiefeln. – (Schles.) – Frommann, III, 244, 97; Robinson, 110; Gomolcke, 388; hochdeutsch bei Simrock, 831. Holl.: Hij valt erin, als een boer in de kousen. (Harrebomée, I, 444.) Hineinfallen. *1 Er fällt hinein wie der Kunz in die Nüsse. *2 Er fällt hinein wie der Nagel ins Butterfass. *3 Er fällt hinein wie die Kuh in den Graben. Holl.: Hij valt erin als eene koe in de sloot. (Harrebomée, I, 424.) *4 Er fällt hinein wie ein wild Schwein. *5 Er ist tief hineingefallen. Sehr stark in Schulden gerathen. Hineinfressen. *1 Er frisst es wieder hinein wie der Hund das Gespieene. (Schles.) Von denen, die zurücknehmen oder ableugnen, was sie gesprochen haben. Lat.: Palinodiam canere. (Erasm., 657; Tappius, 160a.) *2 Er frisst's hinein wie der Schimmel 's Heu. (Nürtingen.) Hineingehen. 1 Ick gah woll rin, segt de Bûr, awer ierst mutt dat Bêst rût. Um diejenigen zu verspotten, welche etwas ausführen wollen, nachdem alle Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt sind. Ein Menageriebesitzer hatte demjenigen hundert Thaler geboten, der in den Käfig des Löwen gehe. Ein oldenburger Bauer kam, um sich die Prämie zu verdienen, verlangte aber mit den obigen sprichwörtlich gewordenen Worten, dass man den Löwen vorher herausnehme. (Vgl. Allgemeine Modenzeitung, Leipzig 1863, Nr. 46, S. 365.) 2 Wenn man hineingeht, glühen (glimmen, schwelen) die Augen, wenn man herausgeht, das Genick. 3 Wenn's tief hineingeht, so geht's tief wieder heraus. 4 Wer hineingeht, ehe man ihn hineinruft, den weist man hinaus, eh' er ans Gehen denkt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/337
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [331]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/337>, abgerufen am 27.11.2020.