Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 15 Wie die Höhe, so der Fall.

Aehnlich arabisch. (Cahier, 2379.)

Frz.: De grande montee, grande chute. (Bohn I, 15.)

Span.: A gran salida, gran caida. (Cahier, 3701.)

*16 Das ist (hat) die rechte Höhe. (Köthen.)

Wenn man von einer üblen oder verkehrten Massregel spricht. In Würzburg: Dess is die rächta Höh. (Sartorius, 166.) Die Sache hat ihren Culminationsoder Entscheidungspunkt erreicht. D'r Docter hat Moschus v'rschrieba; dass is die rächta Höh. Aus Schwaben erhielt ich dieselbe Redensart mit der Erklärung: Da geht's lustig u. s. w. genug zu.


Hohe (der).

1 Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande.

Frz.: Avec les grands le plus saur est de caler la voile. (Gaal, 1183.)

Lat.: Cedere majori non est pudor inferiori. (Gaal, 1183.)

2 Der Hoch rümbt sich seiner niedere. - Lehmann, II, 63, 124.

3 Des hohen vnd reichen schont jederman. - Petri, II, 117.

4 Ueber dem Hohen gibt's noch einen Höhern. - Tendlau, 944.

Als Trost gegen Misbrauch der Gewalt.

5 Wenn die höhern die geringern neben sich setzen oder jhnen mehr Ehr anthun, als sich gebührt, so müssen sie jhnen gelt oder Vortel geben. - Lehmann, 861, 25.

6 Wenn die höhern die geringern zu gast laden, so müssen sie Narren seyn oder Säck tragen. - Lehmann, 859, 7.


Hoheit.

1 Hoheit hilfft nicht für Thorheit. - Petri, II, 383.

2 Hoheit schützt nicht vor Roheit.


Hohenack.

D'r Hohnack lejt 's Leinduech1 ab, 's Frijohr kummt. - Frommann, III, 486.

1) Leintuch; so heisst ein breiter Schneefleck, der auf dem Hohenack oft bis Ende Mai liegen bleibt. Man gebraucht im Elsass die obige Redensart, um zu sagen, dass derselbe schmilzt.


Hohenbohrau.

Hohenbohr'1 und Karolathen - fetter Kien und wen'ge Soaten (Satte). - Schles. Provinzialbl., 1862, S. 569.

1) Hohenbohrau ist ein schlesisches Dorf (Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Freistadt), das nach dem Sprichwort in einer wenig nahrhaften Gegend liegt. - Das Sprichwort kommt auch noch in einer andern Fassung vor.


Hohenhameln.

Wei sind vör Haugenhameln nau nich heer. (Lippe.)

Nach einer handschriftlichen Mittheilung soll unter Hohenhameln hier Klöt, früher eine Festung bei Hameln, gemeint sein. Sinn: Noch sind wir aller Gefahr nicht entronnen.


Höhenrauch.

Höhenrauch im Sommer deutet kalten Winter an. - Bair. Hauskalender; Orakel, 689.


Hohenzollern.

Die Hohenzollern und ein gutes Gedächtniss fassen leicht und behalten lange.


Hohl.

1 Je hohler der Boden, desto lauter der Schall.

*2 Er ist hohler als ein Luftballon.

*3 Er ist hol bis an die zeen (Fusssohlen). - Franck, II, 86a; Schottel, 113b; Körte, 7068c; Simrock, 4879; Mayer, II, 145.

"Die unersettlichs geitz vnnd frasses seind, vnnd die niemand erfüllen kan." Franck drückt dadurch die lateinische Redensart: Inexplebile dolium aus, für welche er auch folgende verwandte beifügt: Es ist ein fülbauch, weinschlauch, mosthans. Er geb ein gut bettelsack, mönchskut. Er hat keinn boden. (S. Fass 127.) Bei Tappius (113b) lautet es plattdeutsch: "Du bist holde biss vp die zeen."

*4 He öss holl het ön e Hack. - Frischbier2, 1643.

Er ist hohl bis in die Ferse. Von einem sehr starken Esser.

*5 Hohl wie der Boden unter den Tyrannen.


Hohlauge.

Hohlauge wird nicht satt, wenn er auch mit Vorlegelöffeln isst. - Sprichwörtergarten, 468.


Hohlböhrlein.

* Doas werd kä Faud'r Holbaurla kosta. - Peter, 447.

Wird für geringe Opfer zu erreichen sein. Es kostet kein Fuder Hohlböhrlein.


[Spaltenumbruch]
Höhle.

1 Bis die Höhlen dreimal mit Schnee gefüllet sind, weht immer noch der Winterwind. (Eifel.) - Schulfreund, 83, 8.

2 Man muss erst in die Höhle leuchten, ehe man hineintritt. - Altmann VI, 470.

3 Nahe seiner Höhle raubt (stiehlt) der Fuchs nicht.

*4 Es sind keine holes für neue pegs. (Nordamerika.)

Diese Redensart ist während des Krieges der Union gegen den Aufstand der Sklavenstaaten entstanden. Es wird erzählt, der Präsident Lincoln habe, angegangen auch einigen deutschen Offizieren Commandos im Heere zu ertheilen, in seiner witzigen Weise geantwortet, es fehle zur Zeit an holes für neue pegs. Diese Antwort, sofort durch die Presse in der ganzen Union verbreitet, wurde bald eine stehende Redensart in Bezug auf Anstellungen im Staatsdienst. So heisst es in K. Heinzen's Pionnier (Boston) vom 22. Juli 1863, S. 6: "In der Schlacht bei Gettysburg wurden durch Tod und Verwundung zwei Corps-Commandos vacant, also zwei holes für neue pegs."

*5 In die Höhle des Löwen gehen.


Hohlhippler.

* Du bedarffst hinfort keines Hohlhipplers. (S. Hippenbube.) - Luther's Werke, I, 47b.

"Wir nehmen die Verheissung nicht anders an, als hätte es nicht Gott, sondern etwa ein Geuckler, Lotterbub oder ein loser Holhipler gered." (Luther's Werke, I, 542a.) "Man hält Gottes Wort also verächtlich, als hätt es irgend ein Holhipler geredt." (Luther's Werke, VI, 439.) "Emser rühmt sich, er wolle mein holhippeln leiden." (Luther's Werke, I, 412.)


Hohllicht.

* Jetzt kommt's ihm durchs Hohllicht herab. (Nürtingen.)

Es geht ihm ein Licht auf.


Hohlring.

Der Hohlring hängt dem Kessel und nicht dem Hause. - Graf, 65, 18.

Was niet- und nagelfest ist, gehört eigentlich zum Hause. (S. Erdfest und Haus 552.) Das obige Sprichwort scheint mit diesem Rechtssatze in Widerspruch zu stehen, folgt aber dem höhern Rechtssatze, dass gewisse Sachen vermöge ihrer Bestimmung oder ihres Abhängigkeitsverhältnisses als Zubehör anderer aufgefasst werden. Wenn nun auch der Hohlring eingemauert ist, so ist er doch kein Bestandtheil des Hauses, sondern ein Zubehör des Kessels der ohne denselben nicht zu gebrauchen ist. (Graf, 64, 12.)

Mhd.: Dy holringe ist deme kessele gehangen unde nich deme huse. (Ortloff. I, 158.)


Hohlschlung.

* He öss e Hollschlunk. - Frischbier2, 1643.

Starker Esser, Vielfrass.


Hohlweg.

1 In Hohlwegen ist weder Freund noch Bruder. - Burckhardt, 419.

In gefährlichen Lagen muss man zunächst auf seine eigene Rettung bedacht sein.

*2 Er steckt im Hohlwege.

*3 In Hohlwegen aufwarten. (Schles.)

Von Strassenräubern.


Hohn.

1 Hohn für Lohn, Stank für Dank. - Gaal, 1568; Eiselein, 317; Simrock, 4881; Körte, 2925; Braun, I, 1441.

"Thut man der Welt gleich wohl, verdient man keinen Dank, für Lohn bekommt man Hohn, und für den Dank - Gestank. Weil Undank überall zu Haus, richt't man mit Wohlthat wenig aus."

2 Hohn rümpft die Nase.

*3 Hans Hohn.

Sprichwörtlich von räuberischen Soldaten. (Vgl. Hamelman, Beschreibung der Grafen von Oldenburg und Delmenhorst, 1599, S. 373; Lappenberg zu Lauremberg im Namenregister.)


Höhneisen.

* Einem das Höhneisen anhängen.

"Ein jeder achte seine stercke, bei seiner eignen that vnd wercke, lass sich der demut nicht verdriessen, messe sich mit seinen eignen Füssen, vermess sich nicht mehr, denn er kan, sonst hengt man jms höneisen an." (Waldis, I, 63, 15.) "Dem ers höneisen nit anhenckt." (Waldis, IV, 38, 16.)


Hohnstein.

Wer da kommt nach Hohnstein, der kommt selten wieder heim. - Reinsberg VI, 126.

In dem alten Schlosse der in der Sächsischen Schweiz (Kreis Dresden) gelegenen Stadt Hohnstein waren ehemals schauerliche Staatsgefängnisse.


[Spaltenumbruch] 15 Wie die Höhe, so der Fall.

Aehnlich arabisch. (Cahier, 2379.)

Frz.: De grande montée, grande chute. (Bohn I, 15.)

Span.: A gran salida, gran caida. (Cahier, 3701.)

*16 Das ist (hat) die rechte Höhe. (Köthen.)

Wenn man von einer üblen oder verkehrten Massregel spricht. In Würzburg: Dess is die rächta Höh. (Sartorius, 166.) Die Sache hat ihren Culminationsoder Entscheidungspunkt erreicht. D'r Docter hat Moschus v'rschrieba; dass is die rächta Höh. Aus Schwaben erhielt ich dieselbe Redensart mit der Erklärung: Da geht's lustig u. s. w. genug zu.


Hohe (der).

1 Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande.

Frz.: Avec les grands le plus sûr est de caler la voile. (Gaal, 1183.)

Lat.: Cedere majori non est pudor inferiori. (Gaal, 1183.)

2 Der Hoch rümbt sich seiner niedere.Lehmann, II, 63, 124.

3 Des hohen vnd reichen schont jederman.Petri, II, 117.

4 Ueber dem Hohen gibt's noch einen Höhern.Tendlau, 944.

Als Trost gegen Misbrauch der Gewalt.

5 Wenn die höhern die geringern neben sich setzen oder jhnen mehr Ehr anthun, als sich gebührt, so müssen sie jhnen gelt oder Vortel geben.Lehmann, 861, 25.

6 Wenn die höhern die geringern zu gast laden, so müssen sie Narren seyn oder Säck tragen.Lehmann, 859, 7.


Hoheit.

1 Hoheit hilfft nicht für Thorheit.Petri, II, 383.

2 Hoheit schützt nicht vor Roheit.


Hohenack.

D'r Hohnack lejt 's Lînduéch1 ab, 's Frijohr kummt.Frommann, III, 486.

1) Leintuch; so heisst ein breiter Schneefleck, der auf dem Hohenack oft bis Ende Mai liegen bleibt. Man gebraucht im Elsass die obige Redensart, um zu sagen, dass derselbe schmilzt.


Hohenbohrau.

Hohenbohr'1 und Karolathen – fetter Kien und wen'ge Soaten (Satte).Schles. Provinzialbl., 1862, S. 569.

1) Hohenbohrau ist ein schlesisches Dorf (Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Freistadt), das nach dem Sprichwort in einer wenig nahrhaften Gegend liegt. – Das Sprichwort kommt auch noch in einer andern Fassung vor.


Hohenhameln.

Wî sind vör Haugenhameln nau nich heer. (Lippe.)

Nach einer handschriftlichen Mittheilung soll unter Hohenhameln hier Klöt, früher eine Festung bei Hameln, gemeint sein. Sinn: Noch sind wir aller Gefahr nicht entronnen.


Höhenrauch.

Höhenrauch im Sommer deutet kalten Winter an.Bair. Hauskalender; Orakel, 689.


Hohenzollern.

Die Hohenzollern und ein gutes Gedächtniss fassen leicht und behalten lange.


Hohl.

1 Je hohler der Boden, desto lauter der Schall.

*2 Er ist hohler als ein Luftballon.

*3 Er ist hol bis an die zeen (Fusssohlen).Franck, II, 86a; Schottel, 113b; Körte, 7068c; Simrock, 4879; Mayer, II, 145.

„Die unersettlichs geitz vnnd frasses seind, vnnd die niemand erfüllen kan.“ Franck drückt dadurch die lateinische Redensart: Inexplebile dolium aus, für welche er auch folgende verwandte beifügt: Es ist ein fülbauch, weinschlauch, mosthans. Er geb ein gut bettelsack, mönchskut. Er hat keinn boden. (S. Fass 127.) Bei Tappius (113b) lautet es plattdeutsch: „Du bist holde biss vp die zeen.“

*4 He öss holl het ön e Hack.Frischbier2, 1643.

Er ist hohl bis in die Ferse. Von einem sehr starken Esser.

*5 Hohl wie der Boden unter den Tyrannen.


Hohlauge.

Hohlauge wird nicht satt, wenn er auch mit Vorlegelöffeln isst.Sprichwörtergarten, 468.


Hohlböhrlein.

* Doas werd kä Fûd'r Hôlbûrla kosta.Peter, 447.

Wird für geringe Opfer zu erreichen sein. Es kostet kein Fuder Hohlböhrlein.


[Spaltenumbruch]
Höhle.

1 Bis die Höhlen dreimal mit Schnee gefüllet sind, weht immer noch der Winterwind. (Eifel.) – Schulfreund, 83, 8.

2 Man muss erst in die Höhle leuchten, ehe man hineintritt.Altmann VI, 470.

3 Nahe seiner Höhle raubt (stiehlt) der Fuchs nicht.

*4 Es sind keine holes für neue pegs. (Nordamerika.)

Diese Redensart ist während des Krieges der Union gegen den Aufstand der Sklavenstaaten entstanden. Es wird erzählt, der Präsident Lincoln habe, angegangen auch einigen deutschen Offizieren Commandos im Heere zu ertheilen, in seiner witzigen Weise geantwortet, es fehle zur Zeit an holes für neue pegs. Diese Antwort, sofort durch die Presse in der ganzen Union verbreitet, wurde bald eine stehende Redensart in Bezug auf Anstellungen im Staatsdienst. So heisst es in K. Heinzen's Pionnier (Boston) vom 22. Juli 1863, S. 6: „In der Schlacht bei Gettysburg wurden durch Tod und Verwundung zwei Corps-Commandos vacant, also zwei holes für neue pegs.“

*5 In die Höhle des Löwen gehen.


Hohlhippler.

* Du bedarffst hinfort keines Hohlhipplers. (S. Hippenbube.) – Luther's Werke, I, 47b.

„Wir nehmen die Verheissung nicht anders an, als hätte es nicht Gott, sondern etwa ein Geuckler, Lotterbub oder ein loser Holhipler gered.“ (Luther's Werke, I, 542a.) „Man hält Gottes Wort also verächtlich, als hätt es irgend ein Holhipler geredt.“ (Luther's Werke, VI, 439.) „Emser rühmt sich, er wolle mein holhippeln leiden.“ (Luther's Werke, I, 412.)


Hohllicht.

* Jetzt kommt's ihm durchs Hohllicht herab. (Nürtingen.)

Es geht ihm ein Licht auf.


Hohlring.

Der Hohlring hängt dem Kessel und nicht dem Hause.Graf, 65, 18.

Was niet- und nagelfest ist, gehört eigentlich zum Hause. (S. Erdfest und Haus 552.) Das obige Sprichwort scheint mit diesem Rechtssatze in Widerspruch zu stehen, folgt aber dem höhern Rechtssatze, dass gewisse Sachen vermöge ihrer Bestimmung oder ihres Abhängigkeitsverhältnisses als Zubehör anderer aufgefasst werden. Wenn nun auch der Hohlring eingemauert ist, so ist er doch kein Bestandtheil des Hauses, sondern ein Zubehör des Kessels der ohne denselben nicht zu gebrauchen ist. (Graf, 64, 12.)

Mhd.: Dy holringe ist deme kessele gehangen unde nich deme huse. (Ortloff. I, 158.)


Hohlschlung.

* He öss e Hollschlunk.Frischbier2, 1643.

Starker Esser, Vielfrass.


Hohlweg.

1 In Hohlwegen ist weder Freund noch Bruder.Burckhardt, 419.

In gefährlichen Lagen muss man zunächst auf seine eigene Rettung bedacht sein.

*2 Er steckt im Hohlwege.

*3 In Hohlwegen aufwarten. (Schles.)

Von Strassenräubern.


Hohn.

1 Hohn für Lohn, Stank für Dank.Gaal, 1568; Eiselein, 317; Simrock, 4881; Körte, 2925; Braun, I, 1441.

„Thut man der Welt gleich wohl, verdient man keinen Dank, für Lohn bekommt man Hohn, und für den Dank – Gestank. Weil Undank überall zu Haus, richt't man mit Wohlthat wenig aus.“

2 Hohn rümpft die Nase.

*3 Hans Hohn.

Sprichwörtlich von räuberischen Soldaten. (Vgl. Hamelman, Beschreibung der Grafen von Oldenburg und Dełmenhorst, 1599, S. 373; Lappenberg zu Lauremberg im Namenregister.)


Höhneisen.

* Einem das Höhneisen anhängen.

„Ein jeder achte seine stercke, bei seiner eignen that vnd wercke, lass sich der demut nicht verdriessen, messe sich mit seinen eignen Füssen, vermess sich nicht mehr, denn er kan, sonst hengt man jms höneisen an.“ (Waldis, I, 63, 15.) „Dem ers höneisen nit anhenckt.“ (Waldis, IV, 38, 16.)


Hohnstein.

Wer da kommt nach Hohnstein, der kommt selten wieder heim.Reinsberg VI, 126.

In dem alten Schlosse der in der Sächsischen Schweiz (Kreis Dresden) gelegenen Stadt Hohnstein waren ehemals schauerliche Staatsgefängnisse.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><pb facs="#f0375" n="[369]"/><cb n="737"/>
15 Wie die Höhe, so der Fall.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Aehnlich arabisch. (<hi rendition="#i">Cahier, 2379.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: De grande montée, grande chute. (<hi rendition="#i">Bohn I, 15.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Span.</hi>: A gran salida, gran caida. (<hi rendition="#i">Cahier, 3701.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*16 Das ist (hat) die rechte Höhe.</hi> (<hi rendition="#i">Köthen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn man von einer üblen oder verkehrten Massregel spricht. In Würzburg: Dess is die rächta Höh. (<hi rendition="#i">Sartorius, 166.</hi>) Die Sache hat ihren Culminationsoder Entscheidungspunkt erreicht. D'r Docter hat Moschus v'rschrieba; dass is die rächta Höh. Aus Schwaben erhielt ich dieselbe Redensart mit der Erklärung: Da geht's lustig u. s. w. genug zu.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Hohe</hi> (der).</head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Avec les grands le plus sûr est de caler la voile. (<hi rendition="#i">Gaal, 1183.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Cedere majori non est pudor inferiori. (<hi rendition="#i">Gaal, 1183.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Der Hoch rümbt sich seiner niedere.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 63, 124.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Des hohen vnd reichen schont jederman.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 117.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Ueber dem Hohen gibt's noch einen Höhern.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 944.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Als Trost gegen Misbrauch der Gewalt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Wenn die höhern die geringern neben sich setzen oder jhnen mehr Ehr anthun, als sich gebührt, so müssen sie jhnen gelt oder Vortel geben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 861, 25.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Wenn die höhern die geringern zu gast laden, so müssen sie Narren seyn oder Säck tragen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 859, 7.</hi></p><lb/>
          <p/><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoheit.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Hoheit hilfft nicht für Thorheit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 383.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Hoheit schützt nicht vor Roheit.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohenack.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">D'r Hohnack lejt 's Lînduéch<hi rendition="#sup">1</hi> ab, 's Frijohr kummt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, III, 486.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Leintuch; so heisst ein breiter Schneefleck, der auf dem Hohenack oft bis Ende Mai liegen bleibt. Man gebraucht im Elsass die obige Redensart, um zu sagen, dass derselbe schmilzt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohenbohrau.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Hohenbohr'<hi rendition="#sup">1</hi> und Karolathen &#x2013; fetter Kien und wen'ge Soaten (Satte).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schles. Provinzialbl., 1862, S. 569.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Hohenbohrau ist ein schlesisches Dorf (Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Freistadt), das nach dem Sprichwort in einer wenig nahrhaften Gegend liegt. &#x2013; Das Sprichwort kommt auch noch in einer andern Fassung vor.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohenhameln.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wî sind vör Haugenhameln nau nich heer.</hi> (<hi rendition="#i">Lippe.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Nach einer handschriftlichen Mittheilung soll unter Hohenhameln hier Klöt, früher eine Festung bei Hameln, gemeint sein. Sinn: Noch sind wir aller Gefahr nicht entronnen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Höhenrauch.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Höhenrauch im Sommer deutet kalten Winter an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Bair. Hauskalender; Orakel, 689.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohenzollern.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Die Hohenzollern und ein gutes Gedächtniss fassen leicht und behalten lange.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohl.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Je hohler der Boden, desto lauter der Schall.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Er ist hohler als ein Luftballon.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Er ist hol bis an die zeen (Fusssohlen).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 86<hi rendition="#sup">a</hi>; Schottel, 113<hi rendition="#sup">b</hi>; Körte, 7068<hi rendition="#sup">c</hi>; Simrock, 4879; Mayer, II, 145.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Die unersettlichs geitz vnnd frasses seind, vnnd die niemand erfüllen kan.&#x201C; <hi rendition="#i">Franck</hi> drückt dadurch die lateinische Redensart: Inexplebile dolium aus, für welche er auch folgende verwandte beifügt: Es ist ein fülbauch, weinschlauch, mosthans. Er geb ein gut bettelsack, mönchskut. Er hat keinn boden. (S.  Fass 127.) Bei <hi rendition="#i">Tappius</hi> (113<hi rendition="#sup">b</hi>) lautet es plattdeutsch: &#x201E;Du bist holde biss vp die zeen.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 He öss holl het ön e Hack.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1643.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er ist hohl bis in die Ferse. Von einem sehr starken Esser.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*5 Hohl wie der Boden unter den Tyrannen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohlauge.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Hohlauge wird nicht satt, wenn er auch mit Vorlegelöffeln isst.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sprichwörtergarten, 468.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohlböhrlein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Doas werd kä Fûd'r Hôlbûrla kosta.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Peter, 447.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird für geringe Opfer zu erreichen sein. Es kostet kein Fuder Hohlböhrlein.</p><lb/>
        </div>
        <cb n="738"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Höhle.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Bis die Höhlen dreimal mit Schnee gefüllet sind, weht immer noch der Winterwind.</hi> (<hi rendition="#i">Eifel.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schulfreund, 83, 8.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Man muss erst in die Höhle leuchten, ehe man hineintritt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Altmann VI, 470.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Nahe seiner Höhle raubt (stiehlt) der Fuchs nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Es sind keine holes für neue pegs.</hi> (<hi rendition="#i">Nordamerika.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Diese Redensart ist während des Krieges der Union gegen den Aufstand der Sklavenstaaten entstanden. Es wird erzählt, der Präsident Lincoln habe, angegangen auch einigen deutschen Offizieren Commandos im Heere zu ertheilen, in seiner witzigen Weise geantwortet, es fehle zur Zeit an holes für neue pegs. Diese Antwort, sofort durch die Presse in der ganzen Union verbreitet, wurde bald eine stehende Redensart in Bezug auf Anstellungen im Staatsdienst. So heisst es in <hi rendition="#i">K. Heinzen's Pionnier</hi> (Boston) vom 22. Juli 1863, S. 6: &#x201E;In der Schlacht bei Gettysburg wurden durch Tod und Verwundung zwei Corps-Commandos vacant, also zwei holes für neue pegs.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*5 In die Höhle des Löwen gehen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohlhippler.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Du bedarffst hinfort keines Hohlhipplers.</hi> (S.  Hippenbube.) &#x2013; <hi rendition="#i">Luther's Werke, I, 47<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wir nehmen die Verheissung nicht anders an, als hätte es nicht Gott, sondern etwa ein Geuckler, Lotterbub oder ein loser Holhipler gered.&#x201C; (<hi rendition="#i">Luther's Werke, I, 542<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>) &#x201E;Man hält Gottes Wort also verächtlich, als hätt es irgend ein Holhipler geredt.&#x201C; (<hi rendition="#i">Luther's Werke, VI, 439.</hi>) &#x201E;Emser rühmt sich, er wolle mein holhippeln leiden.&#x201C; (<hi rendition="#i">Luther's Werke, I, 412.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohllicht.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Jetzt kommt's ihm durchs Hohllicht herab.</hi> (<hi rendition="#i">Nürtingen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Es geht ihm ein Licht auf.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohlring.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Der Hohlring hängt dem Kessel und nicht dem Hause.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 65, 18.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Was niet- und nagelfest ist, gehört eigentlich zum Hause. (S.  Erdfest und  Haus 552.) Das obige Sprichwort scheint mit diesem Rechtssatze in Widerspruch zu stehen, folgt aber dem höhern Rechtssatze, dass gewisse Sachen vermöge ihrer Bestimmung oder ihres Abhängigkeitsverhältnisses als Zubehör anderer aufgefasst werden. Wenn nun auch der Hohlring eingemauert ist, so ist er doch kein Bestandtheil des Hauses, sondern ein Zubehör des Kessels der ohne denselben nicht zu gebrauchen ist. (<hi rendition="#i">Graf, 64, 12.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Dy holringe ist deme kessele gehangen unde nich deme huse. (<hi rendition="#i">Ortloff. I, 158.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohlschlung.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* He öss e Hollschlunk.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1643.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Starker Esser, Vielfrass.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohlweg.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 In Hohlwegen ist weder Freund noch Bruder.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Burckhardt, 419.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In gefährlichen Lagen muss man zunächst auf seine eigene Rettung bedacht sein.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Er steckt im Hohlwege.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 In Hohlwegen aufwarten.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von Strassenräubern.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohn.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Hohn für Lohn, Stank für Dank.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gaal, 1568; Eiselein, 317; Simrock, 4881; Körte, 2925; Braun, I, 1441.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Thut man der Welt gleich wohl, verdient man keinen Dank, für Lohn bekommt man Hohn, und für den Dank &#x2013; Gestank. Weil Undank überall zu Haus, richt't man mit Wohlthat wenig aus.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Hohn rümpft die Nase.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*3 Hans Hohn.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sprichwörtlich von räuberischen Soldaten. (Vgl. <hi rendition="#i">Hamelman, Beschreibung der Grafen von Oldenburg und De&#x0142;menhorst, 1599, S. 373; Lappenberg zu Lauremberg im Namenregister.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Höhneisen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Einem das Höhneisen anhängen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Ein jeder achte seine stercke, bei seiner eignen that vnd wercke, lass sich der demut nicht verdriessen, messe sich mit seinen eignen Füssen, vermess sich nicht mehr, denn er kan, sonst hengt man jms höneisen an.&#x201C; (<hi rendition="#i">Waldis, I, 63, 15.</hi>) &#x201E;Dem ers höneisen nit anhenckt.&#x201C; (<hi rendition="#i">Waldis, IV, 38, 16.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hohnstein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer da kommt nach Hohnstein, der kommt selten wieder heim.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Reinsberg VI, 126.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">In dem alten Schlosse der in der Sächsischen Schweiz (Kreis Dresden) gelegenen Stadt Hohnstein waren ehemals schauerliche Staatsgefängnisse.</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[369]/0375] 15 Wie die Höhe, so der Fall. Aehnlich arabisch. (Cahier, 2379.) Frz.: De grande montée, grande chute. (Bohn I, 15.) Span.: A gran salida, gran caida. (Cahier, 3701.) *16 Das ist (hat) die rechte Höhe. (Köthen.) Wenn man von einer üblen oder verkehrten Massregel spricht. In Würzburg: Dess is die rächta Höh. (Sartorius, 166.) Die Sache hat ihren Culminationsoder Entscheidungspunkt erreicht. D'r Docter hat Moschus v'rschrieba; dass is die rächta Höh. Aus Schwaben erhielt ich dieselbe Redensart mit der Erklärung: Da geht's lustig u. s. w. genug zu. Hohe (der). 1 Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande. Frz.: Avec les grands le plus sûr est de caler la voile. (Gaal, 1183.) Lat.: Cedere majori non est pudor inferiori. (Gaal, 1183.) 2 Der Hoch rümbt sich seiner niedere. – Lehmann, II, 63, 124. 3 Des hohen vnd reichen schont jederman. – Petri, II, 117. 4 Ueber dem Hohen gibt's noch einen Höhern. – Tendlau, 944. Als Trost gegen Misbrauch der Gewalt. 5 Wenn die höhern die geringern neben sich setzen oder jhnen mehr Ehr anthun, als sich gebührt, so müssen sie jhnen gelt oder Vortel geben. – Lehmann, 861, 25. 6 Wenn die höhern die geringern zu gast laden, so müssen sie Narren seyn oder Säck tragen. – Lehmann, 859, 7. Hoheit. 1 Hoheit hilfft nicht für Thorheit. – Petri, II, 383. 2 Hoheit schützt nicht vor Roheit. Hohenack. D'r Hohnack lejt 's Lînduéch1 ab, 's Frijohr kummt. – Frommann, III, 486. 1) Leintuch; so heisst ein breiter Schneefleck, der auf dem Hohenack oft bis Ende Mai liegen bleibt. Man gebraucht im Elsass die obige Redensart, um zu sagen, dass derselbe schmilzt. Hohenbohrau. Hohenbohr'1 und Karolathen – fetter Kien und wen'ge Soaten (Satte). – Schles. Provinzialbl., 1862, S. 569. 1) Hohenbohrau ist ein schlesisches Dorf (Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Freistadt), das nach dem Sprichwort in einer wenig nahrhaften Gegend liegt. – Das Sprichwort kommt auch noch in einer andern Fassung vor. Hohenhameln. Wî sind vör Haugenhameln nau nich heer. (Lippe.) Nach einer handschriftlichen Mittheilung soll unter Hohenhameln hier Klöt, früher eine Festung bei Hameln, gemeint sein. Sinn: Noch sind wir aller Gefahr nicht entronnen. Höhenrauch. Höhenrauch im Sommer deutet kalten Winter an. – Bair. Hauskalender; Orakel, 689. Hohenzollern. Die Hohenzollern und ein gutes Gedächtniss fassen leicht und behalten lange. Hohl. 1 Je hohler der Boden, desto lauter der Schall. *2 Er ist hohler als ein Luftballon. *3 Er ist hol bis an die zeen (Fusssohlen). – Franck, II, 86a; Schottel, 113b; Körte, 7068c; Simrock, 4879; Mayer, II, 145. „Die unersettlichs geitz vnnd frasses seind, vnnd die niemand erfüllen kan.“ Franck drückt dadurch die lateinische Redensart: Inexplebile dolium aus, für welche er auch folgende verwandte beifügt: Es ist ein fülbauch, weinschlauch, mosthans. Er geb ein gut bettelsack, mönchskut. Er hat keinn boden. (S. Fass 127.) Bei Tappius (113b) lautet es plattdeutsch: „Du bist holde biss vp die zeen.“ *4 He öss holl het ön e Hack. – Frischbier2, 1643. Er ist hohl bis in die Ferse. Von einem sehr starken Esser. *5 Hohl wie der Boden unter den Tyrannen. Hohlauge. Hohlauge wird nicht satt, wenn er auch mit Vorlegelöffeln isst. – Sprichwörtergarten, 468. Hohlböhrlein. * Doas werd kä Fûd'r Hôlbûrla kosta. – Peter, 447. Wird für geringe Opfer zu erreichen sein. Es kostet kein Fuder Hohlböhrlein. Höhle. 1 Bis die Höhlen dreimal mit Schnee gefüllet sind, weht immer noch der Winterwind. (Eifel.) – Schulfreund, 83, 8. 2 Man muss erst in die Höhle leuchten, ehe man hineintritt. – Altmann VI, 470. 3 Nahe seiner Höhle raubt (stiehlt) der Fuchs nicht. *4 Es sind keine holes für neue pegs. (Nordamerika.) Diese Redensart ist während des Krieges der Union gegen den Aufstand der Sklavenstaaten entstanden. Es wird erzählt, der Präsident Lincoln habe, angegangen auch einigen deutschen Offizieren Commandos im Heere zu ertheilen, in seiner witzigen Weise geantwortet, es fehle zur Zeit an holes für neue pegs. Diese Antwort, sofort durch die Presse in der ganzen Union verbreitet, wurde bald eine stehende Redensart in Bezug auf Anstellungen im Staatsdienst. So heisst es in K. Heinzen's Pionnier (Boston) vom 22. Juli 1863, S. 6: „In der Schlacht bei Gettysburg wurden durch Tod und Verwundung zwei Corps-Commandos vacant, also zwei holes für neue pegs.“ *5 In die Höhle des Löwen gehen. Hohlhippler. * Du bedarffst hinfort keines Hohlhipplers. (S. Hippenbube.) – Luther's Werke, I, 47b. „Wir nehmen die Verheissung nicht anders an, als hätte es nicht Gott, sondern etwa ein Geuckler, Lotterbub oder ein loser Holhipler gered.“ (Luther's Werke, I, 542a.) „Man hält Gottes Wort also verächtlich, als hätt es irgend ein Holhipler geredt.“ (Luther's Werke, VI, 439.) „Emser rühmt sich, er wolle mein holhippeln leiden.“ (Luther's Werke, I, 412.) Hohllicht. * Jetzt kommt's ihm durchs Hohllicht herab. (Nürtingen.) Es geht ihm ein Licht auf. Hohlring. Der Hohlring hängt dem Kessel und nicht dem Hause. – Graf, 65, 18. Was niet- und nagelfest ist, gehört eigentlich zum Hause. (S. Erdfest und Haus 552.) Das obige Sprichwort scheint mit diesem Rechtssatze in Widerspruch zu stehen, folgt aber dem höhern Rechtssatze, dass gewisse Sachen vermöge ihrer Bestimmung oder ihres Abhängigkeitsverhältnisses als Zubehör anderer aufgefasst werden. Wenn nun auch der Hohlring eingemauert ist, so ist er doch kein Bestandtheil des Hauses, sondern ein Zubehör des Kessels der ohne denselben nicht zu gebrauchen ist. (Graf, 64, 12.) Mhd.: Dy holringe ist deme kessele gehangen unde nich deme huse. (Ortloff. I, 158.) Hohlschlung. * He öss e Hollschlunk. – Frischbier2, 1643. Starker Esser, Vielfrass. Hohlweg. 1 In Hohlwegen ist weder Freund noch Bruder. – Burckhardt, 419. In gefährlichen Lagen muss man zunächst auf seine eigene Rettung bedacht sein. *2 Er steckt im Hohlwege. *3 In Hohlwegen aufwarten. (Schles.) Von Strassenräubern. Hohn. 1 Hohn für Lohn, Stank für Dank. – Gaal, 1568; Eiselein, 317; Simrock, 4881; Körte, 2925; Braun, I, 1441. „Thut man der Welt gleich wohl, verdient man keinen Dank, für Lohn bekommt man Hohn, und für den Dank – Gestank. Weil Undank überall zu Haus, richt't man mit Wohlthat wenig aus.“ 2 Hohn rümpft die Nase. *3 Hans Hohn. Sprichwörtlich von räuberischen Soldaten. (Vgl. Hamelman, Beschreibung der Grafen von Oldenburg und Dełmenhorst, 1599, S. 373; Lappenberg zu Lauremberg im Namenregister.) Höhneisen. * Einem das Höhneisen anhängen. „Ein jeder achte seine stercke, bei seiner eignen that vnd wercke, lass sich der demut nicht verdriessen, messe sich mit seinen eignen Füssen, vermess sich nicht mehr, denn er kan, sonst hengt man jms höneisen an.“ (Waldis, I, 63, 15.) „Dem ers höneisen nit anhenckt.“ (Waldis, IV, 38, 16.) Hohnstein. Wer da kommt nach Hohnstein, der kommt selten wieder heim. – Reinsberg VI, 126. In dem alten Schlosse der in der Sächsischen Schweiz (Kreis Dresden) gelegenen Stadt Hohnstein waren ehemals schauerliche Staatsgefängnisse.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/375
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [369]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/375>, abgerufen am 24.10.2020.