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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

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[Spaltenumbruch] 17 Gibt's im Herndl ein Tröpfl, gibt's im Mai ein Schöpfl. (Oberösterreich.) - Baumgarten, 43.

Regen im Hornung, Schnee im Mai.

18 Horings Floth (Regen) heft en sülbern Hoth (Segen). (Westf.) - Boebel, 78.

19 Hornung hell und klar, gibt ein gut Flachsjahr. (Rheinhessen.)

20 Hornung und Jenner haben Muth, leeren Kästen und Scheuern, oder füllen sie gut.

21 Im Horner soll's stürmen, dass dem Stier die Hörner im Kopf gnappen1. (Luzern.) - Stalder, I, 458.

1) Wackeln, schwanken.

22 Im Hornig gseht m' liaber a Wolf cho, weder a Ma oni Chutta. (Bern.) - Zyro, 71.

23 Im Hornung hat's der Bauer lieber, wenn ihm der Wolf zum Fenster hineinscheint als die Sonne. (Oberösterreich.) - Baumgarten, 44.

24 Im Hornung sieht der Bauer lieber einen hungrigen Wolf als einen Mann im Hemde auf dem Felde arbeiten. - Boebel, 75.

25 Kimt's He'nl mit Saus und Braus, Bauer, trag's Uras aus'n Haus; kimt's aba ganz stül, lass's drob nat in da Dül. - Baumgarten, 44; Schiller, III, 20b.

Ein stürmischer Februar verheisst ein zeitiges Frühjahr und frisches Futter, ein stiller freundlicher ein spätes und droht Futtermangel. In jenem Fall kann man das Uras (übrige Futterstroh) vertreten lassen, im letztern soll man es wieder auf den Boden (Dül) tragen. (S. Lichtmesstag und Mücken.)

26 Kimt's He'nl sanft und gstül, mues mer s' Uras sauba zsam puza und affötragn ö d' Dül; kimt's awa mit Wind und Wah', de'f ma 's Uras in'astr'an. - Baumgarten, 44.

27 Linder Hornung ist ein Lauer, sagt der Bauer. (Westpreuss.) - Boebel, 76.

28 Me g'seht im Horner lieber e Wolf umm laufe- n as e Ma ohni Chittel. (Solothurn.) - Schild, 112, 112.

29 Nimmt der Hornung Schnee und Eis, verdient der nächste Mai den Preis. - Bair. Hauskalender.

30 Oen He'nl vül Tröpfl, ön Moa vül Knöpfl. (Oberösterreich.) - Baumgarten, 43.

Viel Regen im Hornung, viel Knöpfe im Mai.

31 Sei in dem Hornung warm bekleid't; purgir', bad', schwitz', nun ist es Zeit; trink' Alant-, Wermuthbier und Wein, es wird dir nun sehr dienlich sein. - Orakel, 255.

32 Spielen im Hornung die Mücken, baut der März uns Brücken. (Oberlausitz.) - Boebel, 78.

33 Wan's He'nl den Gwalt het als da Jena (Janner), so that's s' Kaib'l ö da Kuah d'abrena. (Oberösterreich.) - Baumgarten, 44.

34 Wan 's He'nl kimt mit Saus und Braus, Baur' kim mit'n Pflueg heraus; wan 's ab'a kimt ö d' a Gstül, Mensch'a, tragt 's Ura's affö ö d' Dül. - Baumgarten, 44.

35 Was der Hornung nicht will, das nimmt der April. - Jer. Gotthelf, Käthi, II, 22.

36 Wenn der Hornung gar zu gnädig, der März alsdann zu Frost erbötig. - Boebel, 77.

37 Wenn der Hornung kein Fieber macht, liefert März gar manche Schlacht.

Frz.: Si Fevrier ne fait des fievres, Mars lui livre une guerre fiere. (Kritzinger, 312a.)

38 Wenn der Hornung nicht wintert, so kommt Kälte nach Ostern. (Luzern.)

39 Wenn im Horner d' Mügge fliege, muss im März der Schlitte gige. (Luzern.)

40 Wenn im Hornung die Mücken (Schnaken) geigen, müssen sie im Märzen schweigen. - Boebel, 75; Orakel, 245.

41 Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März den Ofen (die Ohren) wärmen. - Simrock, 4953; Orakel, 244; Boebel, 75; Reinsberg VIII, 4 u. 80.

[Spaltenumbruch] 42 Wenn im Hornung schwärmen die Mücken, musst dich im März zum Ofen bücken. (Sachsen.) - Boebel, 77.

43 Wenn's der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz (Mai) den Frost bei Nacht. - Simrock, 4952; Orakel, 241; Boebel, 75; Reinsberg, VIII, 80.


Hornungslamm.

Hornungslämmer taugen nichts. (Strehlen.) - Boebel, 78.


Hornvieh.

1 Halte dich ans Hornvieh, aber nicht ans Kornvieh. - Simrock, 4954.

Lieber an Kühe als an Schweine.

2 Hornvieh ist besser als Kornvieh. - Körte, 2964.

3 Ich kann das Hornvieh nicht leiden, sagte der Schneider, und warf ein paar Schnecken über den Zaun.

Holl.: Voort hoornbeest, zei Frans, en hij schopte eene slak weg. (Harrebomee, I, 334.)


Hörselberg.

* Er steckt wol im Hörselberg. (Wasungen.)

Wenn jemand nicht hören will. Der Hörselberg liegt bei Eisenach. (Vgl. darüber Bechstein's Sagenschatz.)


Hörsmann.

Ein guter Hörs Mann gibt ein guten Antworts Mann. - Petri, II, 193.


Hörsten.

Ga hen na Hörsten un lehr 't Beden. - Eichwald, 821.

Ob eins von den vier hannoverschen oder eins von den beiden holsteinischen "Hörsten" gemeint ist und welches, kann ich nicht bestimmen.


Höseln.

Wenn's nume höselet, gäl wie'n es pföselet1. - Schweiz, I, 24, 12.

1) Eigentlich bei den Hosen nehmen; dann auch: die Krankheit wird ihn höselen, d. i. wegraffen; in Luzern = übel riechen, in Appenzell für beischlafen u. s. w. (Vgl. Stalder, II, 57.) - Von verliebten Mädchen.


Hosen.

1 Alte Hosen und neu Wams stehen übel zusammen.

Holl.: Komt de nieuwe 'broek aan het oude wambuis, dan scheuren de vetergaten uit. (Harrebomee, I, 93a.)

2 Das sieht man an der hosen baldt, wo das bein ist entzwey gespaldt.

Lat.: Cernitur in caliga, cruris quo fractio facta. (Loci comm., 207.)

3 Dass weit an Hosen tregt mann jmmer oben. - Lehmann, 87, 13.

4 Die Hosen müssen tanzen, wie die Hauben wollen.

Holl.: De broeken moeten dansen, zoo als het de keurs belieft. (Harrebomee, I, 92b.)

5 Dos sein de namlichen Hosen, sagte der Bauer zum Richter, die iech oahotte, os ich benner (bei ihr) wohr. (Oberlausitz.)

6 Ein Paar Hosen in der Hand sind besser als ein Herzogthum im Kopfe.

7 Es alts Paar Hosen, keis Unterfueter, ha d's Geldli versoffe, o liebi Muetter. (Bern.) - Schweiz, II, 248, 17.

8 Hosen, eng unbändig, Hemd am Leib beständig, Federn am Hut auswendig, Laus im Pelz inwendig zeigt Nationalgefühl ungarisch lebendig.

Dieser Spottspruch auf die Ungarn steht in dem Gedenkbuch des Gasthauses, das sich in der Nähe des Kirchleins Sanct-Urbani auf der Höhe in den windischen Büheln, unweit Marburg (Steiermark), befindet.

9 Jederman zeucht lieber newe Hosen an, alss die ein ander verschlissen. - Lehmann, 143, 58.

Lehmann hat dies Sprichwort unter der Ueberschrift: "Ob einer besser thu, so er ein Jungfraw Heyrat oder ein Witib."

10 Kurtze Hosen, langes Wambs. - Gruter, III, 61; Lehmann, 325, 111.

Span.: A calcas cortas chupeta larga. (Bohn I, 193.)

11 Lederne Hosen dauern lang.

12 Leinen Hoseken vnd ein Strohhut ist im Winter ein armer Hochmuth. - Petri, II, 436.

[Spaltenumbruch] 17 Gibt's im Herndl ein Tröpfl, gibt's im Mai ein Schöpfl. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 43.

Regen im Hornung, Schnee im Mai.

18 Horings Floth (Regen) heft en sülbern Hoth (Segen). (Westf.) – Boebel, 78.

19 Hornung hell und klar, gibt ein gut Flachsjahr. (Rheinhessen.)

20 Hornung und Jenner haben Muth, leeren Kästen und Scheuern, oder füllen sie gut.

21 Im Horner soll's stürmen, dass dem Stier die Hörner im Kopf gnappen1. (Luzern.) – Stalder, I, 458.

1) Wackeln, schwanken.

22 Im Hornig gseht m' liaber a Wolf cho, weder a Ma oni Chutta. (Bern.) – Zyro, 71.

23 Im Hornung hat's der Bauer lieber, wenn ihm der Wolf zum Fenster hineinscheint als die Sonne. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 44.

24 Im Hornung sieht der Bauer lieber einen hungrigen Wolf als einen Mann im Hemde auf dem Felde arbeiten.Boebel, 75.

25 Kimt's He'nl mit Saus und Braus, Bauer, trag's Urás aus'n Haus; kimt's aba ganz stül, lass's drob nàt in da Dül.Baumgarten, 44; Schiller, III, 20b.

Ein stürmischer Februar verheisst ein zeitiges Frühjahr und frisches Futter, ein stiller freundlicher ein spätes und droht Futtermangel. In jenem Fall kann man das Urás (übrige Futterstroh) vertreten lassen, im letztern soll man es wieder auf den Boden (Dül) tragen. (S. Lichtmesstag und Mücken.)

26 Kimt's He'nl sanft und gstül, mues mer s' Uras sauba zsam puza und affötragn ö d' Dül; kimt's awa mit Wind und Wah', de'f ma 's Uras in'astr'an.Baumgarten, 44.

27 Linder Hornung ist ein Lauer, sagt der Bauer. (Westpreuss.) – Boebel, 76.

28 Me g'seht im Horner lieber e Wolf umm laufe- n as e Ma ohni Chittel. (Solothurn.) – Schild, 112, 112.

29 Nimmt der Hornung Schnee und Eis, verdient der nächste Mai den Preis.Bair. Hauskalender.

30 Oen He'nl vül Tröpfl, ön Moa vül Knöpfl. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 43.

Viel Regen im Hornung, viel Knöpfe im Mai.

31 Sei in dem Hornung warm bekleid't; purgir', bad', schwitz', nun ist es Zeit; trink' Alant-, Wermuthbier und Wein, es wird dir nun sehr dienlich sein.Orakel, 255.

32 Spielen im Hornung die Mücken, baut der März uns Brücken. (Oberlausitz.) – Boebel, 78.

33 Wan's He'nl den Gwalt het als da Jena (Janner), so that's s' Kaib'l ö da Kuah d'abrena. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 44.

34 Wan 's He'nl kimt mit Saus und Braus, Baur' kim mit'n Pflueg heraus; wan 's ab'a kimt ö d' a Gstül, Mensch'a, tragt 's Ura's affö ö d' Dül.Baumgarten, 44.

35 Was der Hornung nicht will, das nimmt der April.Jer. Gotthelf, Käthi, II, 22.

36 Wenn der Hornung gar zu gnädig, der März alsdann zu Frost erbötig.Boebel, 77.

37 Wenn der Hornung kein Fieber macht, liefert März gar manche Schlacht.

Frz.: Si Février ne fait des fièvres, Mars lui livre une guerre fière. (Kritzinger, 312a.)

38 Wenn der Hornung nicht wintert, so kommt Kälte nach Ostern. (Luzern.)

39 Wenn im Horner d' Mügge fliege, muss im März der Schlitte gige. (Luzern.)

40 Wenn im Hornung die Mücken (Schnaken) geigen, müssen sie im Märzen schweigen.Boebel, 75; Orakel, 245.

41 Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März den Ofen (die Ohren) wärmen.Simrock, 4953; Orakel, 244; Boebel, 75; Reinsberg VIII, 4 u. 80.

[Spaltenumbruch] 42 Wenn im Hornung schwärmen die Mücken, musst dich im März zum Ofen bücken. (Sachsen.) – Boebel, 77.

43 Wenn's der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz (Mai) den Frost bei Nacht.Simrock, 4952; Orakel, 241; Boebel, 75; Reinsberg, VIII, 80.


Hornungslamm.

Hornungslämmer taugen nichts. (Strehlen.) – Boebel, 78.


Hornvieh.

1 Halte dich ans Hornvieh, aber nicht ans Kornvieh.Simrock, 4954.

Lieber an Kühe als an Schweine.

2 Hornvieh ist besser als Kornvieh.Körte, 2964.

3 Ich kann das Hornvieh nicht leiden, sagte der Schneider, und warf ein paar Schnecken über den Zaun.

Holl.: Voort hoornbeest, zei Frans, en hij schopte eene slak weg. (Harrebomée, I, 334.)


Hörselberg.

* Er steckt wol im Hörselberg. (Wasungen.)

Wenn jemand nicht hören will. Der Hörselberg liegt bei Eisenach. (Vgl. darüber Bechstein's Sagenschatz.)


Hörsmann.

Ein guter Hörs Mann gibt ein guten Antworts Mann.Petri, II, 193.


Hörsten.

Ga hen na Hörsten un lehr 't Beden.Eichwald, 821.

Ob eins von den vier hannoverschen oder eins von den beiden holsteinischen „Hörsten“ gemeint ist und welches, kann ich nicht bestimmen.


Höseln.

Wenn's nume höselet, gäl wie'n es pföselet1.Schweiz, I, 24, 12.

1) Eigentlich bei den Hosen nehmen; dann auch: die Krankheit wird ihn höselen, d. i. wegraffen; in Luzern = übel riechen, in Appenzell für beischlafen u. s. w. (Vgl. Stalder, II, 57.) – Von verliebten Mädchen.


Hosen.

1 Alte Hosen und neu Wams stehen übel zusammen.

Holl.: Komt de nieuwe 'broek aan het oude wambuis, dan scheuren de vetergaten uit. (Harrebomée, I, 93a.)

2 Das sieht man an der hosen baldt, wo das bein ist entzwey gespaldt.

Lat.: Cernitur in caliga, cruris quo fractio facta. (Loci comm., 207.)

3 Dass weit an Hosen tregt mann jmmer oben.Lehmann, 87, 13.

4 Die Hosen müssen tanzen, wie die Hauben wollen.

Holl.: De broeken moeten dansen, zoo als het de keurs belieft. (Harrebomée, I, 92b.)

5 Dos sein de namlichen Hosen, sagte der Bauer zum Richter, die iech oahotte, os ich benner (bei ihr) wohr. (Oberlausitz.)

6 Ein Paar Hosen in der Hand sind besser als ein Herzogthum im Kopfe.

7 Es alts Paar Hosen, keis Unterfueter, ha d's Geldli versoffe, o liebi Muetter. (Bern.) – Schweiz, II, 248, 17.

8 Hosen, eng unbändig, Hemd am Leib beständig, Federn am Hut auswendig, Laus im Pelz inwendig zeigt Nationalgefühl ungarisch lebendig.

Dieser Spottspruch auf die Ungarn steht in dem Gedenkbuch des Gasthauses, das sich in der Nähe des Kirchleins Sanct-Urbani auf der Höhe in den windischen Büheln, unweit Marburg (Steiermark), befindet.

9 Jederman zeucht lieber newe Hosen an, alss die ein ander verschlissen.Lehmann, 143, 58.

Lehmann hat dies Sprichwort unter der Ueberschrift: „Ob einer besser thu, so er ein Jungfraw Heyrat oder ein Witib.“

10 Kurtze Hosen, langes Wambs.Gruter, III, 61; Lehmann, 325, 111.

Span.: A calças cortas chupeta larga. (Bohn I, 193.)

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[[394]/0400] 17 Gibt's im Herndl ein Tröpfl, gibt's im Mai ein Schöpfl. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 43. Regen im Hornung, Schnee im Mai. 18 Horings Floth (Regen) heft en sülbern Hoth (Segen). (Westf.) – Boebel, 78. 19 Hornung hell und klar, gibt ein gut Flachsjahr. (Rheinhessen.) 20 Hornung und Jenner haben Muth, leeren Kästen und Scheuern, oder füllen sie gut. 21 Im Horner soll's stürmen, dass dem Stier die Hörner im Kopf gnappen1. (Luzern.) – Stalder, I, 458. 1) Wackeln, schwanken. 22 Im Hornig gseht m' liaber a Wolf cho, weder a Ma oni Chutta. (Bern.) – Zyro, 71. 23 Im Hornung hat's der Bauer lieber, wenn ihm der Wolf zum Fenster hineinscheint als die Sonne. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 44. 24 Im Hornung sieht der Bauer lieber einen hungrigen Wolf als einen Mann im Hemde auf dem Felde arbeiten. – Boebel, 75. 25 Kimt's He'nl mit Saus und Braus, Bauer, trag's Urás aus'n Haus; kimt's aba ganz stül, lass's drob nàt in da Dül. – Baumgarten, 44; Schiller, III, 20b. Ein stürmischer Februar verheisst ein zeitiges Frühjahr und frisches Futter, ein stiller freundlicher ein spätes und droht Futtermangel. In jenem Fall kann man das Urás (übrige Futterstroh) vertreten lassen, im letztern soll man es wieder auf den Boden (Dül) tragen. (S. Lichtmesstag und Mücken.) 26 Kimt's He'nl sanft und gstül, mues mer s' Uras sauba zsam puza und affötragn ö d' Dül; kimt's awa mit Wind und Wah', de'f ma 's Uras in'astr'an. – Baumgarten, 44. 27 Linder Hornung ist ein Lauer, sagt der Bauer. (Westpreuss.) – Boebel, 76. 28 Me g'seht im Horner lieber e Wolf umm laufe- n as e Ma ohni Chittel. (Solothurn.) – Schild, 112, 112. 29 Nimmt der Hornung Schnee und Eis, verdient der nächste Mai den Preis. – Bair. Hauskalender. 30 Oen He'nl vül Tröpfl, ön Moa vül Knöpfl. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 43. Viel Regen im Hornung, viel Knöpfe im Mai. 31 Sei in dem Hornung warm bekleid't; purgir', bad', schwitz', nun ist es Zeit; trink' Alant-, Wermuthbier und Wein, es wird dir nun sehr dienlich sein. – Orakel, 255. 32 Spielen im Hornung die Mücken, baut der März uns Brücken. (Oberlausitz.) – Boebel, 78. 33 Wan's He'nl den Gwalt het als da Jena (Janner), so that's s' Kaib'l ö da Kuah d'abrena. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 44. 34 Wan 's He'nl kimt mit Saus und Braus, Baur' kim mit'n Pflueg heraus; wan 's ab'a kimt ö d' a Gstül, Mensch'a, tragt 's Ura's affö ö d' Dül. – Baumgarten, 44. 35 Was der Hornung nicht will, das nimmt der April. – Jer. Gotthelf, Käthi, II, 22. 36 Wenn der Hornung gar zu gnädig, der März alsdann zu Frost erbötig. – Boebel, 77. 37 Wenn der Hornung kein Fieber macht, liefert März gar manche Schlacht. Frz.: Si Février ne fait des fièvres, Mars lui livre une guerre fière. (Kritzinger, 312a.) 38 Wenn der Hornung nicht wintert, so kommt Kälte nach Ostern. (Luzern.) 39 Wenn im Horner d' Mügge fliege, muss im März der Schlitte gige. (Luzern.) 40 Wenn im Hornung die Mücken (Schnaken) geigen, müssen sie im Märzen schweigen. – Boebel, 75; Orakel, 245. 41 Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März den Ofen (die Ohren) wärmen. – Simrock, 4953; Orakel, 244; Boebel, 75; Reinsberg VIII, 4 u. 80. 42 Wenn im Hornung schwärmen die Mücken, musst dich im März zum Ofen bücken. (Sachsen.) – Boebel, 77. 43 Wenn's der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz (Mai) den Frost bei Nacht. – Simrock, 4952; Orakel, 241; Boebel, 75; Reinsberg, VIII, 80. Hornungslamm. Hornungslämmer taugen nichts. (Strehlen.) – Boebel, 78. Hornvieh. 1 Halte dich ans Hornvieh, aber nicht ans Kornvieh. – Simrock, 4954. Lieber an Kühe als an Schweine. 2 Hornvieh ist besser als Kornvieh. – Körte, 2964. 3 Ich kann das Hornvieh nicht leiden, sagte der Schneider, und warf ein paar Schnecken über den Zaun. Holl.: Voort hoornbeest, zei Frans, en hij schopte eene slak weg. (Harrebomée, I, 334.) Hörselberg. * Er steckt wol im Hörselberg. (Wasungen.) Wenn jemand nicht hören will. Der Hörselberg liegt bei Eisenach. (Vgl. darüber Bechstein's Sagenschatz.) Hörsmann. Ein guter Hörs Mann gibt ein guten Antworts Mann. – Petri, II, 193. Hörsten. Ga hen na Hörsten un lehr 't Beden. – Eichwald, 821. Ob eins von den vier hannoverschen oder eins von den beiden holsteinischen „Hörsten“ gemeint ist und welches, kann ich nicht bestimmen. Höseln. Wenn's nume höselet, gäl wie'n es pföselet1. – Schweiz, I, 24, 12. 1) Eigentlich bei den Hosen nehmen; dann auch: die Krankheit wird ihn höselen, d. i. wegraffen; in Luzern = übel riechen, in Appenzell für beischlafen u. s. w. (Vgl. Stalder, II, 57.) – Von verliebten Mädchen. Hosen. 1 Alte Hosen und neu Wams stehen übel zusammen. Holl.: Komt de nieuwe 'broek aan het oude wambuis, dan scheuren de vetergaten uit. (Harrebomée, I, 93a.) 2 Das sieht man an der hosen baldt, wo das bein ist entzwey gespaldt. Lat.: Cernitur in caliga, cruris quo fractio facta. (Loci comm., 207.) 3 Dass weit an Hosen tregt mann jmmer oben. – Lehmann, 87, 13. 4 Die Hosen müssen tanzen, wie die Hauben wollen. Holl.: De broeken moeten dansen, zoo als het de keurs belieft. (Harrebomée, I, 92b.) 5 Dos sein de namlichen Hosen, sagte der Bauer zum Richter, die iech oahotte, os ich benner (bei ihr) wohr. (Oberlausitz.) 6 Ein Paar Hosen in der Hand sind besser als ein Herzogthum im Kopfe. 7 Es alts Paar Hosen, keis Unterfueter, ha d's Geldli versoffe, o liebi Muetter. (Bern.) – Schweiz, II, 248, 17. 8 Hosen, eng unbändig, Hemd am Leib beständig, Federn am Hut auswendig, Laus im Pelz inwendig zeigt Nationalgefühl ungarisch lebendig. Dieser Spottspruch auf die Ungarn steht in dem Gedenkbuch des Gasthauses, das sich in der Nähe des Kirchleins Sanct-Urbani auf der Höhe in den windischen Büheln, unweit Marburg (Steiermark), befindet. 9 Jederman zeucht lieber newe Hosen an, alss die ein ander verschlissen. – Lehmann, 143, 58. Lehmann hat dies Sprichwort unter der Ueberschrift: „Ob einer besser thu, so er ein Jungfraw Heyrat oder ein Witib.“ 10 Kurtze Hosen, langes Wambs. – Gruter, III, 61; Lehmann, 325, 111. Span.: A calças cortas chupeta larga. (Bohn I, 193.) 11 Lederne Hosen dauern lang. 12 Leinen Hoseken vnd ein Strohhut ist im Winter ein armer Hochmuth. – Petri, II, 436.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [394]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/400>, abgerufen am 28.10.2020.